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Ratgeber: Frühgeburten

Spezial Schwangerschaft
vom 20.11.2015

Frühgeburten

Zwischen Hoffen und Bangen

Jedes Jahr kommen hierzulande etwa 8.000 Babys deutlich zu früh auf die Welt. Dank des rasanten medizinischen Fortschritts können sie überleben, oft jedoch nur mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Ein enormer Konflikt für Ärzte und Eltern.

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20.11.2015 | Diese unfassbar winzigen Gliedmaßen, die durchscheinende Haut, dieses winzige, so verletzliche Menschlein an Schläuchen und piependen Überwachungsmonitoren: Der erste Eindruck auf einer Neugeborenen-Intensivstation ist für Besucher häufig ein Schock. Auch für Eltern, die meist völlig unvorbereitet mit einem Frühchen konfrontiert sind. Statt ihren Nachwuchs in Ruhe kennenlernen zu können und gemeinsam die erste Zeit zu genießen, geraten sie in einen emotionalen Ausnahmezustand: Abgesehen von der Angst um die Gesundheit und das Leben ihres Kindes finden sie sich plötzlich in einem bedrückenden Szenario aus Hygienevorschriften, Kabelgewirr und - manchmal - begrenzten Besuchszeiten wieder. Eine unglaubliche Belastungsprobe für die betroffenen Familien.

Etwa eines von 100 Neugeborenen kommt deutlich vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt, in Deutschland sind es jedes Jahr rund 8.000. Bei einer Entbindung vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche spricht man von einem zu früh geborenen Baby. Nach ihrem Geburtsgewicht unterteilen Mediziner sie in drei Gruppen:

Neugeborene mit extrem geringem Geburtsgewicht (unter 1.000 Gramm),

Neugeborene mit sehr geringem Geburtsgewicht (1.000 bis 1.500 Gramm),

Neugeborene mit geringem Geburtsgewicht (1.501 bis 2.500 Gramm).

Die Ursachen für eine Frühgeburt sind vielfältig. So besteht ein erhöhtes Risiko bei Mehrlingsschwangerschaften nach künstlicher Befruchtung. Darüber hinaus sind Mütter unter 17 und über 40 Jahren gefährdet. Doch es gibt noch weitere körperliche Risikofaktoren: Bluthochdruck, Diabetes, bestimmte Störungen der Leber- oder Nierenfunktion, eine Gebärmutterfehlbildung, vaginale Infektionen, eine Verkürzung des Muttermunds, eine Gestose (Schwangerschaftsvergiftung), Blutarmut, Entzündungen des Zahnfleischs oder eine falsche Lage des Babys im Mutterleib.

Auch die seelische Befindlichkeit der werdenden Mütter spielt eine große Rolle für die Gesundheit des Fötus. Stress und Ärger am Arbeitsplatz, Probleme mit dem Partner oder der Familie, Ängste und starke seelische Belastungen, etwa Depressionen, übertragen sich häufig auf das Kind und können frühzeitige Wehen auslösen.

Die meisten Komplikationen sind zu erwarten, wenn das Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm liegt. Die Organe sind oft noch nicht vollständig entwickelt, die Lungen nicht ausgereift, sodass die Frühchen häufig noch nicht eigenständig atmen können. Eine große Gefahr für die winzigen Babys sind außerdem Hirnblutungen und Infektionen; sie haben zudem ein hohes Risiko, schwere Erkrankungen und Behinderungen davonzutragen. Die Sterberate hängt von der Dauer der Schwangerschaft sowie vom Geburtsgewicht ab - je geringer beide Faktoren, desto geringer ist auch die Überlebenswahrscheinlichkeit.

Bei extrem unreifen Frühchen spielen aber laut der 2014 aktualisierten Leitlinie "Frühgeborene an der Grenze der Lebensfähigkeit" noch weitere Faktoren eine Rolle. So haben Einlinge und Mädchen eine bessere Prognose als Mehrlinge und Jungen. Zu

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