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Mineralwasser für Babys im Test: Belastet mit Arsen, Uran und Keimen

ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie 2019 | Kategorie: Kinder und Familie | 21.01.2019

Mineralwasser für Babys im Test: Belastet mit Arsen, Uran und Keimen
(Foto: ÖKO-TEST; Laoshi/getty images)

Eltern greifen für die Zubereitung von Säuglingsnahrung häufig zu speziell dafür ausgelobten Mineralwässern. Nötig ist das nicht unbedingt. Mit ein paar Ausnahmen können wir aufgrund der Laborergebnisse die meisten der geprüften Mineralwässer empfehlen.

Viele Eltern denken wohl so: „Wir trinken doch auch Mineralwasser, warum sollen wir unserem Baby dann Leitungswasser geben?“ Also greifen sie zu stillem Mineralwasser, um Muttermilchersatz anzurühren und Babybreie zuzubereiten. Aus gesundheitlicher Sicht ist das nicht nötig. Denn die Grenzwerte für Leitungswasser hält Professor Berthold Koletzko, einer der führenden Experten für Kinderheilkunde, für vollkommen ausreichend.

Mineralwasser für Babys im Test: Stilles Wasser von Volvic, Evian, Hassia und Co. im Vergleich

Anders als Trinkwasser dürfen die Produzenten natürliches Mineralwasser kaum behandeln. Es wird immer aus natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen und am Quellort in Flaschen gefüllt. Seine Qualität regelt die Mineral- und Tafelwasser- Verordnung. Danach muss natürliches Mineralwasser „von ursprünglicher Reinheit“ sein und „Mineralien, Spurenelemente oder sonstige für die Ernährung zuträgliche Bestandteile enthalten“. Außer dem dürfen es Anbieter nur dann verkaufen, wenn es amtlich geprüft und anerkannt ist. Mineralwasser, das zur Zubereitung von Säuglingsnahrung ausgelobt ist, muss dabei besonders strenge Grenzwerte einhalten.

Mit der „Reinheit“ ist das aller dings so eine Sache. „Natürliches Mineralwasser“ muss nicht gänzlich rein sein, solange der Verbraucher keinen Schaden nimmt. Das hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg 2013 entschieden. Ein Sprudel darf demnach Abbauprodukte von Pestiziden enthalten. ÖKOTEST ist strenger. Wer für teures Geld Mineralwasser kauft, das die Firmen als „natürlich rein“ bewerben, und es seinem Baby geben möchte, der darf hohe Erwartungen haben.

Schadstoffe in drei Mineralwässern für Babys: Arsen, Uran und Keime gefunden

Im Test: Wir haben 18 Wässer in die Labore geschickt.

Das Ergebnis: Die meisten der von uns getesteten Wässer eignen sich für Säuglingsnahrung. Immerhin mehr als die Hälfte schneidet mit „sehr gut“ ab. Bei drei getesteten stillen Mineralwässern ziehen wir Punkte ab, da uns der Inhalt nicht überzeugt. Der Grund: Arsen und Uran sowie Keime im Wasser.

Nur wenige bedenkliche Elemente: In einem Mineralwasser fand das beauftragte Labor Arsen. Das Halbmetall kann bereits in geringen Dosen Haut-, Lungen- und Harnwegstumore auslösen. Im einem weiteren Wasser im Test steckt Uran. Der Stoff kann besonders bei Kindern zu Nieren-, Lungen- und Leberschäden führen. Die beiden Wässer halten zwar die Grenzwerte ein, die für Wasser gelten, das zur Herstellung von Säuglingsnahrung geeignet ist. Wir werten aber schon ab, wenn die gemessenen Gehalte die Grenzwerte zu mehr als der Hälfte ausschöpfen.

Stilles Mineralwasser im Test oft für Zubereitung von Säuglingsnahrung zu empfehlen

Bei der Abfüllung muss Mineralwasser nahezu keimfrei sein. Mit der Zeit aber können sich Keime vermehren. Das ist bei „normalem“ Mineralwasser erlaubt, nicht aber bei Mineralwasser für Säuglingsnahrung. Bis zum Verkauf müssen diese Wässer deshalb strenge Grenzwerte einhalten. Das schafft ein Produkt im Test leider nicht.

Einwegabfüller haben keinerlei Sanktionen zu befürchten, wenn sie ihre Getränke in umweltbelastenden Wegwerflaschen verkaufen. Glas-Mehrwegflaschen und PET-Mehrwegflaschen sind wesentlich umweltfreundlicher. PET-Einweg, PET-Cycle und Glas-Einweg werten wir daher unter den Weiteren Mängeln ab.

Auch zwei Bio-Mineralwasser für Babys im Test sind "sehr gut"

Zwei der getesteten Wässer loben eine besondere Bio-Qualität aus. Sie halten bezüglich der von uns untersuchten Parameter ihre selbstauferlegten Grenzwerte ein. Diese sind teilweise strenger als die gesetzlichen.

Diesen Test haben wir bereits im ÖKO-TEST Ratgeber Kleinkinder 2017 veröffentlicht. Testergebnisse/Angaben sind aktualisiert, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/ zusätzliche Untersuchungen vorgenommen haben.

Die Testtabelle inklusive unserer Bewertung sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Mineralwasser, still, Säuglingsnahrung: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Berg Quelle Naturelle
  • Markengetränke Schwollen

Volvic Still
  • Danone Waters Deutschland

Celtic Naturell
  • La Source S.A.S.

Viva Con Agua Leise
  • Husumer Mineralbrunnen

Tip Natürliches Mineralwasser Naturell
  • Real

Hornberger Lebensquell Naturelle
  • Hornberger Lebensquell

Evian Still
  • Danone Waters Deutschland

Schloss Quelle Naturelle
  • Schloss-Quelle Mellis

Hochwald Premium Naturell
  • Hochwald Sprudel

Bad Brückenauer Naturell
  • Staatl. Mineralbrunnen Bad Brückenau

König Otto-Sprudel Piano Extrastill
  • Brunnenverwaltung König Otto-Bad

Black Forest Still
  • Peterstaler Mineralquellen

Spa Reine Still
  • Spa Monopole

Elisabethen Quelle Pur
  • Hassia Mineralquellen

Landpark Bio-Quelle Naturell
  • Heil- und Mineralbrunnen Johann Spielmann

Eiszeit Quell Naturelle
  • Romina Mineralbrunnen

Rhön Sprudel Naturell
  • Mineralbrunnen Rhönsprudel

Bergische Waldquelle ohne Kohlensäure
  • Haaner Felsenquelle

Mineralwasser für Babys im Test: Belastet mit Arsen, Uran und Keimen

6 Seiten
Seite 14 - 19 im ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie 2019
vom 10.01.2019

Testverfahren

Der Einkauf: 18 kohlensäurefreie Mineralwässer speziell geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung haben wir quer durch die Republik eingekauft.

Die Inhaltsstoffe: Die Grenzwerte für Mineralwässer, die zur Zubereitung von Babynahrung geeignet sind - insbesondere mit Blick auf die Keimbelastung -, sind strenger als die Regeln für "normales" Mineralwasser. Entsprechend genau haben wir hingesehen. Wasser neigt dazu, Stoffe aus seiner Umgebung zu lösen - etwa aus dem Gestein, das es durchfließt. Mineralien machen das Wasser besonders. Andere Stoffe, wie Schwermetalle, Radionuklide oder Pestizide und deren Abbauprodukte - sind dagegen unerwünscht und zum Teil gesundheitsschädlich.

Die Weiteren Mängel: Die meisten verkauften Flaschen werden nur einmal verwendet; die Mehrwegquote sinkt seit Jahren. Auch die Transportwege, meist per Lastwagen, sind lang. Also haben wir genau geschaut, worin die Wässer angeboten werden. In den verwendeten Verpackungen sollten dann natürlich auch keine bedenklichen Materialien stecken. Schließlich haben wir kontrolliert, ob die angegebenen Mineralienwerte mit den im Labor getesteten übereinstimmen.

Die Bewertung: Was ist "natürliche Reinheit"? Wir nehmen die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung beim Wort und wollen, dass rein auch rein heißt. Daher orientieren wir uns im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes an den strengsten bestehenden Regelungen. Gerade bei der Strahlenbelastung sind wir sehr streng - schließlich geht es um Säuglingsnahrung.

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