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9 Reisekinderbetten im Test

ÖKO-TEST Juli 2012
vom 29.06.2012

9 Reisekinderbetten im Test

Auswärtsspiel

Reisekinderbetten sind praktisch für den Urlaub oder den Verwandtenbesuch. Wir haben neun Modelle getestet - und mussten uns über Schadstoffe, unleserliche Bedienungsanleitungen und teilweise sehr unsichere Konstruktionen ärgern.

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29.06.2012 | Schlafen ist die Hauptbeschäftigung von Babys und Kleinkindern - auf 13 bis 16 Stunden pro Tag kommen sie. Daher ist auch unterwegs die Schlafstatt keine Nebensache. Da bietet sich die Investition in ein Reisebett an. Für den Transport lässt sich das meist zwischen acht und zehn Kilo schwere mobile Bett, das mit einer Faltmatratze in einer Transporttasche verstaut wird, zumindest bei der Reise mit dem Auto gut mitnehmen.

Nach der Ankunft kann man nur hoffen, dass das Reisebett wirklich "einfach wie ein Regenschirm" aufzubauen ist, wie einige Anbieter versprechen. Dass dies aber nicht immer der Fall ist, haben viele Eltern schon leidvoll erfahren müssen: Das Baby quengelt, müsste dringend ins Bettchen gelegt werden - aber selbiges lässt sich partout nicht in eine stabile Lage bringen. Es klemmt an allen Ecken und Kanten - oder man versteht die Bedienungsanleitung erst gar nicht. Daher ist es unbedingt ratsam, ein Reisebettchen schon mal zu Hause komplett aufzubauen und sich mit den Eigenheiten der Konstruktion vertraut zu machen.

Eine sichere Schlafumgebung ist auch unterwegs wichtig. In unserem Test Babynestchen warnte Hildegard Jorch von der Gemeinsamen Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod (GEPS) vor wattierten Bettumrandungen. Sie bergen ihrer Meinung nach die Gefahr, dass das Kind sein Gesicht hineindrückt, es die eigene Atemluft wieder einatmet und es überwärmt. Dadurch könne die Aufwachschwelle sinken und das Risiko für den plötzlichen Säuglingstod steigen. Dagegen sind die gespannten Ränder aus Polyestergewebe der Reisekinderbetten unproblematisch, beruhigt Norbert Vogt von der Forschungsgruppe Industrieanthropologie der Universität Kiel.

Wir haben neun Reisekinderbetten umfassend auf Inhaltsstoffe prüfen lassen und auch einen großen Praxistest gemacht.

Das Testergebnis

Im Praxistest nicht überragend, mit Schadstoffen belastet. Die besten Modelle gehen mit der Note "gut" und "befriedigend" aus dem Test. Die Betten von Deryan, Georg Fill und Herlag schneiden trotz "guter" Praxiseigenschaften aufgrund der Belastung mit Problemstoffen nur mit "mangelhaft" ab.

Aufbau und Abbau sind nichts für schwache Nerven. So richtig leicht aufzubauen ist nur das Deryan-Zelt - es entfaltet sich selbstständig innerhalb von Sekunden. Zudem ist es einfach wieder zusammengefaltet und in der Transporttasche verstaut. Die meisten Modelle können aber selbst technikversierte Menschen nicht intuitiv aufbauen - ein gewisser Lernprozess gehört dazu. Die Tester prüften den jeweiligen Faltmechanismus, nachdem sie die Bedienungsanleitung durchgelesen hatten. Das Babybjörn-Modell ließ sich noch vergleichsweise einfach aufbauen: Der Rahmen wird aufgeklappt, die vier Beine nach außen gezogen und die Enden der Beine in Kunststofffüße am Bettboden eingesteckt. Bei allen anderen Modellen gestaltete sich entweder der Auf- und/oder Abbau etwas aufwendig bis aufwendig. Beim Koelstra-Modell war der Kraftaufwand zum Arretieren der Gelenke an den oberen Rahmenrohre


Wir haben 9 Produkte für Sie getestet
ABC Design Moonlight 281102, beige
ABC Design

ABC Design Moonlight 281102, beige

Chicco Bettchen Easysleep, green
Artsana

Chicco Bettchen Easysleep, green

Baby Butt Reisebett mit Punkten, navy/hellblau
Baby Butt (Versand)

Baby Butt Reisebett mit Punkten, navy/hellblau

Babybjörn Reisebett Light, blau
BabyBjörn

Babybjörn Reisebett Light, blau

Deryan Travel-Cot Peuter Luxe, blue
Deryan

Deryan Travel-Cot Peuter Luxe, blue

Fillikid Reisebett Standard, marine/hellblau
Georg Fill

Fillikid Reisebett Standard, marine/hellblau

Hauck Dream'n Play, gelb/blau
Hauck

Hauck Dream'n Play, gelb/blau

Herlag Reisebett Tivoli, schwarz/rot
Herlag

Herlag Reisebett Tivoli, schwarz/rot

Koelstra Travelsleeper, 88 Red
Koelstra

Koelstra Travelsleeper, 88 Red

9 Reisekinderbetten im Test
ÖKO-TEST Juli 2012 Seite 144
ÖKO-TEST Juli 2012 Seite 145
ÖKO-TEST Juli 2012 Seite 146
ÖKO-TEST Juli 2012 Seite 147
ÖKO-TEST Juli 2012 Seite 148
ÖKO-TEST Juli 2012 Seite 149

6 Seiten
Seite 144 - 149 im ÖKO-TEST Juli 2012
vom 29.06.2012
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben neun Reisekinderbetten zwischen knapp 30 Euro und 150 Euro eingekauft: acht in herkömmlicher Bauweise und ein zeltförmiges Modell mit flexiblem Kunststoffgestänge. Durch ihre Konstruktion unterscheiden sich die Modelle in der Packform und im Gewicht: Das leichteste Modell wiegt rund drei Kilogramm, die meisten Bettchen zwischen acht und zehn Kilogramm. Das Gewebe der Testmodelle besteht überwiegend aus Polyestermaterial.

Die Inhaltsstoffe
Alle Textilgewebe wurden in einem umfangreichen Materialscreening auf mehr als 60 Substanzen wie Weichmacher und Flammenhemmer geprüft sowie auf Ausrüstungschemikalien und Produktionsrückstände wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und problematische zinnorganische Verbindungen analysiert. Auch ließen wir nach verbotenen und allergisierenden Farbbestandteilen fahnden. Lösen sich Farben aus dem Textilgewebe, wenn Babys daran nuckeln oder sich festklammern? Ein Test auf Speichel- und Schweißechtheit der Textilanteile beantwortete diese Frage. Alle Textil-, Plastik- und Metallteile wurden zudem auf problematische Schwermetalle und chlorierte Kunststoffe untersucht.

Die Praxisprüfung
Für die Praxisprüfung nahmen sich die Tester zuerst die Gebrauchsanweisung vor. Wird das Auf- und Abbauen der Modelle mithilfe deutlicher Abbildungen und Erklärungen dargestellt, ist die Schrift groß genug und sind Warnhinweise zum Umgang mit dem Bett entsprechend der Norm EN 716 gegeben? Dann machten sich die Prüfer daran, die Betten auf- und wieder abzubauen, beurteilten, wie gut sich das Kind hineinlegen lässt und wie gut es von außen sichtbar ist. Ein Prüfpunkt war auch das Verschieben der Betten im Raum und die Qualität der Polsterung. Ebenso wurde getestet, ob es Quetschstellen gibt, die eine Fingerfalle für Erwachsene beim Auf- und Abbau sein könnten oder etwa fürs Kind. Uns interessierte zudem, wie trittsicher die Matratzen waren.

Die Bewertung
Wir haben das Testergebnis Inhaltsstoffe und das Testergebnis Praxisprüfung zu gleichen Anteilen in das Gesamturteil einfließen lassen. Einerseits sollte ein Baby- und Kleinkinderartikel frei von Problemstoffen sein. Zum anderen sollten die Modelle in der Praxis bestehen, sich nicht nur leicht auf- und abbauen lassen, sondern auch sicher sein. Ein Modell, das aufgrund von Problemstoffen nur ein "ungenügendes" Testergebnis Inhaltsstoffe erreichte, konnte allerdings insgesamt nicht besser als "mangelhaft" sein.

So haben wir getestet

Fehltritt! Beim ABC-Modell kann der Fuß zwischen Matratze und Stahlrohr rutschen.

So haben wir getestet

Steinhart! Viele Matratzen sind kaum gepolstert und die Segmente deutlich spürbar.

So haben wir getestet

Optische Kontrolle des Kindes.

So haben wir getestet

Schlechte Sicht! Vor einer weißen Wand wurde geprüft, ob der Blick auf eine Kinderpuppe, die einen bunten Strampler trägt, durch die Seitenwände des Reisebetts möglich ist.