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22 Baby-Pflegecremes im Test

ÖKO-TEST August 2015
vom 31.07.2015

Babycremes, Pflegecremes

Fett weg

Babyhaut ist sehr empfänglich für schädliche Einflüsse und bedarf einer besonders schonenden Pflege. Wir haben 22 Pflegecremes für Babys Körper und Gesicht getestet. Die meisten können Sie bedenkenlos verwenden.

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31.07.2015 | Haut, so zart wie ein Babypopo - dieser Ausdruck ist zum geflügelten Wort geworden, wenn es darum geht, werbewirksame Slogans für Cremes und Lotionen zu entwerfen. Da wirkt es fast schon ironisch, dass ausgerechnet Babys für ihre streichelweiche Haut kaum Unterstützung durch Kosmetika brauchen. Direkt nach der Geburt dient ihnen die Käseschmiere als natürliche Hautpflege, und auch wenn die schließlich abgewaschen ist, braucht Babys Haut nicht ständig zusätzliches Fett von außen. Bis auf den Windelbereich, der durch die Ausscheidungen gereizt wird, muss ein gesunder Babykörper also nicht täglich eingeschmiert werden - obwohl der Blick ins Drogerieregal diesen Eindruck durchaus vermitteln könnte.

Im besten Fall sind all die Cremes nur ein zusätzlicher Kostenfaktor, der eingespart werden kann - im schlechtesten Fall jedoch können sie dem kleinen Körper sogar schaden. Dann nämlich, wenn sie problematische Inhaltsstoffe enthalten. Erst im Mai dieses Jahres hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf eine Gefahr durch potenziell krebserregende MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons, zu Deutsch: aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe) in kosmetischen Produkten hingewiesen. Sie können sich auch in der Inhaltsstoffliste von Babypflegecremes hinter Bezeichnungen wie Paraffin, Cera microcristallina, Paraffinum liquidum oder Petrolatum verbergen. Sie können also in mineralölhaltigen Substanzen stecken, die wir schon lange abwerten und stattdessen zu natürlichen Ölen und Wachsen raten, die sich problemloser in das Gleichgewicht der menschlichen Haut integrieren.

Die Forschungslage zu MOAH in Kosmetika ist derzeit noch schwammig. Zwar betont das BfR, dass "nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand" keine gesundheitlichen Risiken bei der Aufnahme über die Haut zu erwarten seien. Chronische Langzeiteffekte könnten jedoch auch auf intakter Haut nicht "mit zufriedenstellender Gewissheit ausgeschlossen werden". Technisch vermeidbar seien MOAH in Kosmetika aber bis zu einer Konzentration von 0,0001 Prozent. Das Risiko ist also durchaus minimierbar. Das BfR fordert die Hersteller deshalb auf, die MOAH-Anteile in Kosmetikprodukten "im Rahmen des technologisch Machbaren" zu reduzieren und ihre Endprodukte entsprechend untersuchen zu lassen.

Wir haben 22 Babypflegecremes in die Labore geschickt und sie auf MOAH, aber auch auf weitere bedenkliche und umstrittene Substanzen überprüfen lassen.

Das Testergebnis

Ein paar Ausreißer trüben den guten Eindruck, den das Gros der Babypflegecremes in unserem Test hinterlässt. 16 getestete Produkte können wir mit "sehr gutem" Ergebnis uneingeschränkt empfehlen. Ausgerechnet ein Naturkosmetikprodukt fällt allerdings mit "mangelhaft" durch.

Unerwarteter Fund. Im Labor wurden in der Bioturm Baby-Creme Gesicht & Körper Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen. Formaldehyd gilt als krebserregend und kann schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Es wird in freier Form kaum noch in K

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Die Produktpalette für die Allerkleinsten ist riesig. Drogerien, Naturwarenläden und Supermärkte bieten eine Vielzahl verschiedener Babypflegecremes an. Wir waren dort, wo auch viele Eltern einkaufen, und haben insgesamt 22 Produkte für unseren Test ausgewählt. Da die meisten Mamas und Papas bei Kosmetik für ihren Nachwuchs besonders genau auf die Zusammensetzung achten, haben wir mit acht Cremes etwas mehr Naturkosmetik als sonst im Test.

Die Inhaltsstoffe
Pflegeprodukte für die besonders sensible Babyhaut sollten möglichst überhaupt keine Schadstoffe beinhalten. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Deshalb haben wir die Babypflegecremes im Labor auf problematische Konservierungsmittel wie Formaldehyd, auf allergieauslösende Duftstoffe und umstrittene Substanzen wie Aluminium testen lassen. Auch Parabene, Silikone und Paraffine standen auf der Checkliste. Produkte, auf deren Inhaltsstoffliste wir Paraffine entdeckt haben, wurden außerdem auf potenziell krebserregende aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) hin analysiert.

Die Weiteren Mängel
Cremetiegel oder -spender aus Glas werden häufig mit einem Umkarton vor dem Zerbrechen geschützt. Bei Dosen, Tuben und Flaschen aus Kunststoff ist dies nicht nötig. Daher werten wir hier eine Umverpackung als unnötigen Müll ab. Außerdem kritisieren wir als Weiteren Mangel, wenn ein Produkt Inhaltsstoffe wie Silber und Gold verspricht und damit eine höhere Wertigkeit suggeriert - diese Substanzen aber in Wirklichkeit gar nicht enthält.

Die Bewertung
Glücklicherweise verzichten die meisten Hersteller auf Parabene, Paraffine, Silikone und andere bedenkliche Inhaltsstoffe. Doch eben leider nicht alle: Produkte, in denen umstrittene Substanzen stecken, werden abgewertet.

So haben wir getestet

Nachweis durch Farbe: Im Labor verfärbt sich die Testlösung gelb, wenn Formaldehyd auf zwei
bestimmte Reagenzien trifft. Ohne Formaldehyd bleibt die Lösung klar.