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Vitamine und Mineralstoffe im Direktvertrieb: Das Blaue vom Himmel

Spezial Vitamine | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 13.02.2015

Vitamine und Mineralstoffe im Direktvertrieb: Das Blaue vom Himmel

Der Pillenkonzern Lifeplus verkauft Nahrungsergänzungsmittel über ein Netz von selbstständigen Beratern. Suggeriert werden gute Verdienstmöglichkeiten, Freundschaft und tolle Produkte. Doch damit ist es nicht weit her, wie ÖKO-TEST-Recherchen zeigen. Was unter dem Strich bleibt, ist mager.

Es wird viel gejubelt beim "The Spirit of life". Fähnchen werden geschwenkt, Daumen in die Höhe gehalten und es wird applaudiert. Rund 6.000 Fans sind zum Event der Firma Lifeplus im September 2014 nach Stuttgart gekommen. "Was wir erreicht haben, ist wirklich enorm", lobt Bob Lemon, der Gründer von Lifeplus, "ich bin stolz darauf, dass Lifeplus das Leben vieler Menschen in aller Welt positiv verändert hat." Und fügt ein wenig später hinzu: "Der einzigartige Gemeinschaftsgeist, der spirit, bildet die Grundlage von Lifeplus und macht uns so besonders."

Alle, die hier beim Firmenevent im Video jubeln, arbeiten für Lifeplus. Es sind "alte Freunde", wie der Chief Executive Officer Robert Christian sie in seiner Ansprache nennt. Die Veranstaltung dient aber auch dem Anwerben neuer "Partner". Sie sollen erst noch für den Pillenkonzern mit Sitz in England und in den USA tätig werden.

Lifeplus verkauft Multivitaminpillen, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin-C- und Coenzym-Q-Tabletten, Eisenpräparate, OPC aus Weintraubenkernen, Abnehmpulver, Hautpflegemittel und vieles mehr. Alles nach dem Prinzip des Empfehlungsmarketing: "Wenn Sie ein gutes Buch gelesen oder ein tolles Restaurant entdeckt haben, erzählen Sie Ihren Freunden davon und empfehlen es weiter", heißt es in einer Broschüre. "Das Gleiche geschieht bei Lifeplus. Vielleicht haben Sie im Gespräch mit einem Freund die Möglichkeit, eines unserer Nahrungsergänzungsprodukte weiterzuempfehlen. Wenn Ihre Freundin oder ihr Freund dann beschließt, unsere Produkte auch zu bestellen, und Sie als Referenz angibt, erhalten Sie anhand unseres klar strukturierten und fairen Vergütungsplans einen Bonus."

An der Spitze der Pyramide verdienen die Leute gut

Und den gibt es so: Person A, nennen wir sie Andrea, verwendet Präparate von Lifeplus. Sie empfiehlt sie Person B, Britta. Bestellt Britta ebenfalls Produkte, erhält Andrea einen Bonus auf den Kauf von Britta. Bei Lifeplus sind dies fünf Prozent. Steigt Britta auch in den Vertrieb ein und wirbt C wie Clara als Kunden, erhält Britta eine Provision von 5 und Andrea sogar von 25 Prozent auf den Einkauf von Clara. Wird Clara wiederum für Lifeplus tätig, erhält sie für die Vermittlung an D wie Dora und deren Einkauf den 5-Prozent-Bonus, Britta streicht jetzt 25 Prozent ein und Andrea immerhin noch 10 Prozent. Unter einer Bedingung: Andrea muss noch drei weitere "aktive Beine" haben. Das sind Personen, die von ihr geworben wurden und jeden Monat in einem bestimmten Umfang etwas bei Lifeplus bestellen.

Andrea steht in dieser kleinen Pyramide oben. Je mehr Leute unter ihr arbeiten, die Präparate bestellen und neue Verkäufer werben, umso mehr Bonus erhält sie - und verdient. Die Pyramide wird größer, sofern Andrea und ihre "Downline" fleißig sind, also die Personen unter ihr. Andrea bekommt sogar Auszeichnungen: "Bronze", "Silber", "Gold" und "Diamant", heißen sie bei Lifeplus.

Das klingt verlockend. Zumal Lifeplus verspricht: "Unser Modell setzt sie nicht unter Druck." Es sei kein Startkapital und auch kein eigenes Produktlager nötig und es gebe keinen Absatzzwang oder Haustürverkauf. Es sei auch keine besondere Vorbildung nötig, das Arbeiten von zu Hause bei freier Zeiteinteilung möglich - und damit ideal für Mütter. Dabei gibt es sogar Unterstützung. Das Unternehmen stellt Hilfsmittel zum Anwerben neuer Kunden zur Verfügung, es gibt die Möglichkeit, Visitenkarten und Broschüren mit dem eigenen Namen und Lifeplus-Logo drucken zu lassen, man kann eine Website gestalten sowie verschiedene Broschüren und Produktkataloge anfordern. Und das laut Lifeplus "ohne Haken und Kleingedrucktes".

Doch ist dem auch so? Das Provisionssystem der Firma zeige, dass das Anwerben weiterer Mitglieder mit 25 Prozent besser belohnt werde als der Verkauf der Produkte an Endkunden mit fünf Prozent, so Dr. Claudia Groß von der niederländischen Universität Nijmegen. "Damit weist die Entlohnungsstruktur eine Ähnlichkeit zu Schneeballsystemen auf." Zentraler Punkt des Verdienstmodells von Lifeplus sei das Anwerben neuer Mitglieder mit dem Versprechen, durch Anwerben weiterer Mitglieder Gewinn zu erwirtschaften, erklärt die Expertin für Empfehlungsmarketing.

Lifeplus-Verkäufer müssen anders als bei anderen Direktvertrieben keine Vitaminpillen ankaufen, der Job beschränkt sich allein auf die Vermittlung des Geschäfts. Sie benötigen somit auch kein größeres Startkapital. Doch Lifeplus greift zu einem Trick. Um den jeweiligen Bonus abzugreifen, muss jeder Verkäufer monatlich für sich selbst Präparate kaufen. Diese Bestellung umfasst einen Mindestwert, der nicht in Euro, sondern in sogenannten IP oder Internationalen Punkten abgerechnet wird, der "Lifeplus-Währung". Wer bei Lifeplus einsteigt und den ersten Bonus kassieren will, muss selbst jeden Monat im Wert von 40 IP einkaufen, bei Bronze sind es schon 100 IP, bei Gold und Diamant sogar 150 IP.

Wie sich die IP errechnen, bleibt unklar - und Lifeplus erklärte dies auch nicht, als ÖKO-TEST nachfragte. Die Angaben in den Produktkatalogen dazu sind uneinheitlich. Mal entsprechen 40 IP 74,21 Euro, dafür gibt es eine Packung Daily Plus, mal sind 40 IP 62,16 Euro - für eine Packung X-Cell. Im Schnitt entsprechen 40 IP etwa 68 Euro. Rechnet man es auf ein Jahr hoch, muss jeder Lifeplus-Verkäufer für mindestens 816 Euro bei Lifeplus einkaufen, um seinen durch Anwerben erwirtschafteten Bonus kassieren zu können. "Eine Provisionsleistung, die an einen Mindestbestellzwang gekoppelt ist, halte ich für eine ethisch durchaus verwerfliche Praktik", urteilt Expertin Groß. Eine monatliche Mindestabnahme festzulegen sei nicht illegal, sorge aber dafür, dass Mitglieder mehr an Produkten kaufen und schlucken, als sie vielleicht nötig hätten.

Außerdem kann unter dem Strich beim Verkäufer nicht viel hängen bleiben. Schon der Aufwand, die eigene monatliche Bestellung von rund 68 Euro zu refinanzieren, ist enorm. Für unsere Verkäuferin Andrea würde das bei einem Bonus von fünf Prozent bedeuten, dass sie Bestellungen von immerhin 800 IP vermitteln müsste. Dann erst käme sie mit ihrem 5-Prozent-Bonus auf 40 IP und hätte damit ihren eigenen Mindestbestellwert refinanziert. Das bedeutet, sie muss acht Leute finden, die für je 100 IP (ca. 165 Euro) bestellen, oder auch 16 Menschen, die für je 50 IP bei Lifeplus einkaufen. Das ist viel Arbeit. Und verdient hat sie dann immer noch nichts.

Von großen Gewinnen können viele nur träumen

Immerhin: Trotz des scheinbar verlockenden Bonussystems verspricht das Unternehmen keine Supergewinne. "Lassen Sie sich nicht von Behauptungen irreführen, hohe Einnahmen seien leicht zu erzielen", heißt es in einer Broschüre. Das ist schlau, so bleibt die Firma juristisch sauber und muss sich nicht dem Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs aussetzen. Denn laut Gesetz sind unseriöse Einnahmeversprechen verboten.

Die Supergewinne versprechen dafür andere. Lifeplus-Verkäufer wie Stefan W. etwa, der seinen richtigen Namen nicht nennen wollte. Im Internet lobt er das Empfehlungsmarketing, das ein "PASSIV-Einkommen mit unbegrenzter Einkommenshöhe (ermöglicht), das von zu Hause aus OHNE Büroräume, OHNE Warenhaltung, OHNE Verkauf und OHNE Fachkenntnisse erzielt werden kann". Im Gespräch beziffert W. seinen Umsatz auf gut 4.000 Euro monatlich - im Nebenerwerb. Und kommt dann auf Gabi Steiner zu sprechen, um uns zu zeigen, "was möglich ist". Steiner gilt als die in Deutschland erfolgreichste Lifeplus-Verkäuferin. Ihr Monatsumsatz beläuft sich laut W. auf 600.000 Euro, das sind 7,2 Millionen Euro im Jahr.

Dass davon die meisten Verkäufer nur träumen können, zeigt eine Studie von Claudia Groß. Sie nahm zehn Unternehmen unter die Lupe, die, wie Lifeplus, im Direktvertrieb ihre Produkte an den Mann bringen. Grundlage für die Berechnung war der Gesamtumsatz des jeweiligen Unternehmens. Er wurde durch die Anzahl der Verkäufer geteilt und eine Provision von 60 Prozent angenommen. Davon abgezogen wurden die Aufwendungen für Fahrten, Schulungsmaterial und Vorführprodukte (25 Prozent). Einbezogen wurden unter anderem die Firmen FLP (Forever Living Products), Tupperware, Herbalife, HAKA, Amway und Avon - nicht jedoch Lifeplus. Denn die Firma veröffentlicht keine Unternehmensdaten und macht auch keine Aussage zu der Anzahl ihrer Verkäufer, auch auf Anfrage von ÖKO-TEST nicht. Ergebnis der 2012 veröffentlichten Studie: Die Einkünfte der Verkäufer liegen weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Sie reichen von monatlich 2,10 Euro (!) bei FLP über 115,15 Euro bei Tupperware bis zu 168 Euro bei Avon Cosmetics.

Das Ergebnis kann allerdings nur zur Orientierung dienen. Die Zahlen sollen verdeutlichen, dass nicht alle Mitglieder finanziell erfolgreich sind. In Firmen mit Pyramidenstruktur wird das Geld nicht gleichmäßig verteilt. Ganz oben finden sich einzelne Topverkäufer mit sehr gutem Einkommen. Für die, die unten oder an den Seiten stehen, wird es eng.

Stefan W. jedenfalls hält sich nicht zurück, wenn es darum geht, Präparate an den Mann und an die Frau zu bringen -auch nicht mit fragwürdigen Empfehlungen und Behauptungen. Das ergab ein verdeckter Anruf von ÖKO-TEST: Wir fragten ihn, welches Präparat bei Müdigkeit und winterlicher Antriebslosigkeit helfe. Er tippte auf einen Vitamin-D-Mangel - und empfahl das Nahrungsergänzungsmittel Omegold, ein Fischölpräparat mit Vitamin D. Auch Proanthenols 50, ein Präparat mit dem sekundären Pflanzenstoff OPC, wäre vielleicht etwas. Damit könne man viele Krankheiten bekämpfen.

Keine Kompetenz bei fachlicher Beratung

Und noch eine Frage an den Lifeplus-Berater: Reicht die normale Ernährung nicht aus, um gut zu leben? Nein, meint W., in unseren Nahrungsmitteln sei doch nichts mehr drin. Als Beleg schickt er die Broschüre Natürlich gesund! Darin steht, der Vitamin- und Mineralstoffgehalt vieler Obst- und Gemüsesorten habe abgenommen. Brokkoli enthalte heute 52 Prozent weniger Folat als früher, Äpfel 80 Prozent weniger Vitamin C. Verglichen werden in dem Heft die Werte von 1985 und 1996. Als Quelle angegeben ist unter anderem der Pharmakonzern Ciba-Geigy (heute Novartis). Die Daten sind erstens uralt. Und zweitens ist ein Pharmakonzern, der Nahrungsergänzungen produziert, als Quelle nicht gerade glaubwürdig.

Drittens gibt es den Nährstoffverlust von Obst und Gemüse so nicht. Schon vor gut zehn Jahren wertete die Deutsche Gesellschaft für Ernährung internationale Nährwerttabellen aus und verglich die Angaben für verschiedene Obst- und Gemüsesorten hinsichtlich ihres Gehalts an Mineralstoffen und Vitaminen im Verlauf von 50 Jahren. Es gab zwar bei einigen Nährwerten Abnahmen, bei anderen aber auch Zunahmen. Alle Veränderungen lagen im Rahmen der natürlichen Schwankung, die sich durch Sorte, Anbauform, Erntezeitpunkt, Düngung, Transport und Lagerung ergibt.

W. sagt auch: Fünf bis neun Portionen Gemüse und Obst sollen wir täglich essen. Doch wer schaffe das schon? Außerdem komme alles aus China und sei mit Pestiziden verseucht. Sein Fazit: "Man muss etwas nehmen."

Nachdem wir später Interesse an einer Tätigkeit für Lifeplus bekunden, fragen wir, welche Aussagen ein Lifeplus-Berater über die Präparate treffen dürfe. W. gibt zu, er dürfe keine Heilversprechen machen. Aber dann fügt er hinzu: "Was Sie daheim im Wohnzimmer machen, da kräht kein Hahn danach. Da können Sie erzählen, was Sie wollen." Allerdings sei es besser, öffentlich keine Gesundheitsversprechen zu machen. Stattdessen könne man Bücher weitergeben. Das OPC-Arbeitsbuch von Anne Simons zum Beispiel. Ein Blick ins Buch zeigt: Die Heilpraktikerin lobt die sekundären Pflanzenstoffe mit dem komplizierten Namen oligomere Procyanidine (abgekürzt OPC) als Wundermittel bei allen möglichen Krankheiten, von Alkoholismus über Rheuma bis hin zu Diabetes.

Wir fragen bei Lifeplus nach, welche Kontrollen es von Firmenseite für die Berater gebe. Wer sorgt dafür, dass sie keinen Unsinn erzählen? "Wir verfügen über umfassende Vorgaben, die sicherstellen, dass unsere Partner sich an klare Richtlinien für die Handhabung von nicht berechtigten oder nicht angemessenen Behauptungen halten, und es gibt klare Folgen für diejenigen, die diese Richtlinien nicht einhalten", teilt das Unternehmen ÖKO-TEST mit. Doch wo kein Kläger, da kein Richter.

"Meiner Meinung nach ist der Direktvertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln nicht wirklich regulierbar und der Gesetzgeber sollte über ein Verbot nachdenken", fordert Claudia Groß, die Expertin für Empfehlungsmarketing von der Universität Nijmegen. Die Verkäufer werden zwar bezüglich der Produkte des Unternehmens geschult, haben aber oft keine unabhängige Ausbildung zu Gesundheitsthemen. Egal wie gut die Richtlinien des Unternehmens sind, die Beratung findet im häuslichen Umfeld statt. "Hier wird ,das Blaue vom Himmel' versprochen, ohne dass das Unternehmen das überhaupt mitbekommt."

Checkliste: So erkennt man unseriöse Direktvertriebe

  • Misstrauisch sollte man werden, wenn im Vordergrund die Anwerbung neuer Mitarbeiter steht, nicht der Vertrieb der Produkte.
  • Heikel ist, wenn für die Tätigkeit Produkte gekauft werden müssen und die Ware nicht zurückgegeben werden kann. Wird die Aufnahme eines Kredits nahegelegt, um die Ware zu kaufen, sollten die Alarmglocken schrillen.
  • Finger weg, wenn teure Seminare besucht und Infomaterialien gekauft werden müssen.
  • Vorsicht, wenn hohe Gewinne oder Reichtum versprochen und Topleute, die es zu etwas gebracht haben (Haus auf Mallorca, Jaguar etc.) vorgezeigt werden. Unbedingt nachfragen, wie es zum Wohlstand gekommen ist. Er kann auch durch ein Erbe oder den gut verdienenden Partner angehäuft oder auf Pump finanziert worden sein.
  • Die Firma sollte ein einheitliches Schulungskonzept haben, ausführlich in die Produktlinie einführen, den Unternehmensaufbau, das Marketing und die Logistik vorgeben und die Infos auch in schriftlicher Form rausgeben. Soll man erste Verkaufsgespräche ohne entsprechendes Training absolvieren, ist dies ein Zeichen dafür, dass unseriös gearbeitet wird.
  • Macht das Unternehmen seinen Umsatz und die Mitarbeiterzahl öffentlich? Dann lässt sich zumindest grob einschätzen, was je Mitarbeiter an Geld da ist. Angaben zum Jahresumsatz von Firmen findet man unter: www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet
  • In der Werbung wird die Tätigkeit für Direktvertriebe oft als echter Job dargestellt. Jedoch ist die selbstständige Arbeit im Wohnzimmer etwas ganz anderes als ein Minijob auf 400-Euro-Basis. Wer im Direktvertrieb arbeitet, muss selbst eine Kranken- und Rentenversicherung abschließen und sich ggf. gegen Arbeitsunfähigkeit absichern. Gerade für Mütter, die gern als Verkäufer angeheuert werden, kann dies zur Falle werden. Verzichten sie auf die private Altersvorsorge und läuft es mit dem Job schief, droht das Risiko der Altersarmut.
  • Mehr Infos zu verschiedenen Unternehmen, die mit Direktvertrieb arbeiten, gibt es unter www.fakten-direktvertrieb.de
  • Die Mitglieder des Bundesverband Direktvertrieb Deutschland unterwerfen sich einem Verhaltenskodex. Weitere Informationen: www.direktvertrieb.de (Stichwort: Verhaltensstandards).

Multivitaminbärchen von Lifeplus überdosiert

Im Lifeplus-Produktkatalog wird auf die Hochwertigkeit der Präparate hingewiesen. Es seien "bahnbrechende Produkte mit modernsten Formulierungen". Doch damit ist es nicht weit her, ergab der Produktcheck von ÖKO-TEST. Auf den Prüfstand kamen unter anderem die Yummis von Lifeplus - Multivitamine in Bärchenform, die für Kinder und Erwachsene empfohlen werden.

Doch wie alle Nahrungsergänzungsmittel sind sie in der Regel nicht nur überflüssig, denn ein Nährstoffmangel ist bei ausgewogener Ernährung und gesunden Menschen gar nicht zu erwarten. Die Bärchen sind auch überdosiert. Je Portion (zwei Stück) sind 780 Mikrogramm (µg) Vitamin A enthalten. Das ist fast viermal so viel wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als Zusatz in Lebensmitteln für Kinder akzeptiert. Das BfR rät auch von Zink als Beigabe in Kinderergänzungsmitteln ab. In den Bärchen ist das Spurenelement aber enthalten. Mit 20 µg Vitamin D je Portion ist auch davon viel mehr drin, als das BfR für Nahrungsergänzungen empfiehlt. Außerdem stecken in den Bärchen zahnschädigende Zitronensäure und Zucker. Nach den Kriterien, die ÖKO-TEST beispielsweise beim TEST Multivitaminpräparate für Kinder auf Seite 56 anlegt, wären die Vitaminbärchen "ungenügend".

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