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11 Multivitaminsäfte im Test

Spezial Vitamine
vom 13.02.2015

Multivitaminsäfte

Verschluckt

Zugegeben, es hört sich praktisch an: Ein Glas Saft zum Frühstück oder zwischendurch - und schon ist man rundum mit Vitaminen versorgt. Wir raten trotzdem von den flüssigen Multivitaminbomben ab, da sie viel zu viele, überwiegend künstliche Vitamine enthalten. Empfehlen können wir nur die Bio-Multisäfte.

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13.02.2015 | Seit Fruchtsafthersteller Eckes Ende der 1970er-Jahre mit Dr. Koch's Trink 10 erstmals einen Multivitaminsaft auf den Markt brachte, hat sich an deren Rezeptur kaum etwas geändert. Noch immer kombinieren die Hersteller Fruchtsäfte und zugesetzte Vitamine. Die Grundlage bilden meist Apfel-, Orangen- und Birnensaft. Typisch exotisch schmeckt der Saft jedoch erst durch Früchte wie Maracuja, Mango, Ananas oder Guave. Das grelle Orange mancher Säfte ist dagegen eher ein Resultat der Vitaminmischung.

Der industrielle Charakter der Produkte offenbart sich auch beim Blick auf die Zutatenliste: Denn meist ist kein direkt gepresster Saft in der Flasche, sondern Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat. Konzentrat entsteht, wenn rohem Fruchtsaft ein Teil des enthaltenen Wassers entzogen wird. Dabei gehen Aromen verloren, die aufgefangen und dem Konzentrat bei der Aufbereitung zu Saft wieder zugefügt werden. Wer jetzt allerdings glaubt, das Aroma der Früchte stammt auch aus genau jenem Konzentrat, der irrt. Denn die Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung schreibt nicht vor, genau die Aromen der Früchte zu verwenden, aus denen das Ganze einmal entstanden ist. Es müssen lediglich Aromen "derselben Fruchtart" zugefügt werden. Das freut die Fruchtsaftindustrie, denn so ist es möglich, unterschiedliche Rohstoffqualitäten durch den Zukauf passender Fruchtaromen aus aller Herren Länder auszugleichen und die Getränke mit einem gleichmäßigen Geschmacksprofil auszustatten. Von einem ursprünglichen Saft kann man nach diesem künstlichen Aufmotzen allerdings kaum noch sprechen.

Einmal abgesehen vom Geschmack: Echte Multifans interessieren sich natürlich vor allem für die Vitamine. Hersteller preisen ihre Produkte denn auch als "Vitaminfrühstück" an oder schreiben in großen Lettern "vitaminreich" auf die Flasche. Zugesetzt wird in der Regel eine Vitaminmischung aus bis zu zwölf Komponenten. Wie viel genau enthalten ist, besagt das Etikett. Dort erfährt man beispielsweise auch, dass schon 100 Milliliter Saft genügen, um 50 Prozent des Tagesbedarfs an wichtigen Vitaminen zu decken. Für viele Verbraucher hört sich das verlockend an. Die Verunsicherung ist groß, und nicht wenige fragen sich, ob normale Lebensmittel wirklich genügend Vitamine liefern.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat auf diese Frage eine klare Antwort: Deutschland ist kein Vitaminmangelland. "Die überwiegende Zahl der Menschen hierzulande ist ausreichend mit Vitaminen versorgt", sagt DGE-Präsident Professor Dr. Helmut Heseker. Zudem hätten Studien bislang nicht belegt, dass zusätzliche Vitamingaben Ernährungsfehler ausgleichen können. Mehr noch: "Dem fehlenden Nutzen steht das Gesundheitsrisiko durch zu hohe Zufuhrmengen gegenüber, insbesondere dann, wenn hoch dosierte Vitaminpräparate über eine längere Zeit eingenommen und zusätzlich angereicherte Lebensmittel verzehrt werden", so Heseker.

Für Aufsehen sorgten in den 90er-Jahren insbesondere Studien mit Betacarotin, einer Vorstufe von

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
In den Test einbezogen wurden sowohl bekannte Marken wie Hohes C, Albi, Valensina und Rabenhorst als auch Produkte von Discountern und Supermärkten. Von Bio-Anbietern nahmen wir als mögliche Alternative sogenannte Multisäfte auf, da sie ähnlich zusammensetzt sind, aber nicht mit Vitaminen aufgepeppt werden dürfen.

Die Inhaltsstoffe
Im Vordergrund stand die Beurteilung der zugesetzten Vitaminmischungen. Wir prüften diese anhand der Angaben auf den Packungen sowie in Anlehnung an die aktuellen Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für die Vitaminanreicherung von Lebensmitteln. Die Vitamine wurden auch dahingehend ausgelotet, ob sie in den verarbeiteten Früchten typischerweise in nennenswerten Mengen vorkommen. Weiterhin wurde geprüft, inwieweit die meist verwendeten Fruchtsäfte aus Konzentrat den Anforderungen der Fruchtsaftverordnung entsprechen. Alle Produkte durchliefen darüber hinaus einen Test auf Rückstände des Pflanzenschutz- und Reinigungsmittelwirkstoffes DDAC, der kürzlich unter anderem in Zitrusfrüchten und tropischem Obst nachgewiesen wurden.

Die Weiteren Mängel
Die Etiketten schauten wir uns auf ihren Informationsgehalt an: Welche Hinweise sind sinnvoll, welche führen in die Irre? Auch der Frage, ob ein Saft in der Einweg-, Mehrweg- oder Kartonverpackung angeboten wird, gingen wir nach. Einweg gilt als ökologisch ungünstigste Angebotsform.

Die Bewertung
Lebensmittel, die mit Vitaminen angereichert sind, braucht kein Mensch. Im Übermaß und über längere Zeit aufgenommen, können sie möglicherweise sogar schaden. Das gilt insbesondere für künstlich hergestelltes Beta-Carotin, das in Studien bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko erhöhte. Produkte, die mit isoliertem Beta-Carotin angereichert sind, können daher bestenfalls mit "mangelhaft" abschneiden. Erhöhte Mengen anderer Vitamine führen ebenfalls zur Abwertung. Zudem trägt ein unzureichend wiederhergestelltes Fruchtsaftaroma zu schlechten Testergebnissen bei.