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Reaktionen: Lebensversicherungen

ÖKO-TEST-Faktencheck

ÖKO-TEST März 2015 | Kategorie: Geld und Recht | 27.02.2015

Reaktionen: Lebensversicherungen

Der GDV behauptet, ÖKO-TEST würde die Wirkungsweise der Zinszusatzreserve missverstehen und "abwegige" Behauptungen aufstellen. Doch dieser Vorwurf trifft nicht zu. Allerdings sind die Zusammenhänge komplizierter als, der GDV sie darstellt. Das nutzt der Verband, um manche Tatsachen zu verschleiern. ÖKO-TEST sieht sich daher veranlasst, einige Behauptungen zurechtzurücken und die Fakten für sich sprechen zu lassen.

Behauptung 1: Die Zinszusatzreserve erhöht die Unternehmensgewinne

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft dazu: Öko-Test stellt die Behauptung auf, die Lebensversicherer würden sich mit Hilfe der Zinszusatzreserve "arm rechnen", um den Kunden geringere Überschüsse ausschütten zu müssen. Diese Behauptung ist falsch. Die Autoren rechnen nämlich die aufsichts- und handelsrechtlichen vorgeschriebene Zinszusatzreserve dem Gewinn der Unternehmer zu. Die Zinszusatzreserve dient aber ausschließlich zur Absicherung garantierter Kundenansprüche, d.h. Sie wird zu Gunsten der Kunden gebildet. Die Unternehmen haben auf diese Mittel keinen Zugriff.

Dazu ÖKO-TEST: ÖKO-TEST hat nie behauptet, dass sich die Unternehmen die Zinszusatzreserve (ZZR) als Gewinn in die eigene Tasche stecken! Das ist Blödsinn. ÖKO-TEST hat lediglich geschrieben, dass die Kunden die Mittel für die ZZR bereitstellen müssen. So bleibt natürlich auch mehr Gewinn für die Unternehmen, als wenn sie - wie in Österreich - die Mittel für die ZZR selbst aufbringen müssten. Aber das ist eine ganz andere Aussage, als es der GDV formuliert.

Der GDV bestreitet, dass sich die Lebensversicherer mithilfe der Zinszusatzreserve "arm rechnen". Auf die von ÖKO-TEST vorgetragenen Argumente geht er dabei aber nicht näher ein. Dabei dürften die Fakten auch dem GDV bestens bekannt sein - und die sehen so aus: Die Zinszusatzreserve (ZZR) erhöht die Deckungsrückstellungen in der Bilanz der Versicherer, also die Verpflichtungsseite. Diese Verpflichtungen müssen mit Eigenmitteln unterlegt werden, also mit Eigenkapital der Versicherer plus jenen Kundengeldern, die die Versicherer zu ihren Eigenmitteln zählen dürfen (insbesondere freie RfB-Mittel). Allein dieser Effekt der ZZR (Erhöhung der Deckungsrückstellung) führt dazu, dass sich die Solvabilitätsquote der Versicherer kontinuierlich verschlechtert, sofern nicht gleichzeitig weitere zusätzliche Eigenmittel aufgebaut werden. Das bedeutet: Es sieht so aus, als ob die Ausstattung der Versicherer mit Eigenmitteln immer weniger ausreiche, um die Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen erfüllen zu können - obwohl mit der ZZR ein zusätzliches Sicherungspolster geschaffen wird. Diese Wirkungsweise hat ÖKO-TEST beschrieben - und kann sie auch durch mehrere Fachvorträge der Deutschen Aktuarvereinigung zweifelsfrei belegen!

Der GDV behauptet auch, es stimme nicht, dass die Zinszusatzreserve dazu führt, den Kunden geringere Überschüsse gutzuschreiben. Die Zinszusatzreserve (ZZR), exakt die jährliche

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