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9 Leichte Blumenerden im Test

ÖKO-TEST März 2015
vom 27.02.2015

9 Leichte Blumenerden im Test

Schwere Kost

Weniger schleppen zu müssen, ist zunächst eine gute Idee. Doch zu welchem Preis? Die von uns untersuchten leichten Blumenerden aus Torf und Kokos überzeugten nicht.

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27.02.2015 | Blumenerde ist üblicherweise ziemlich schwer, und das Schleppen der großen Säcke aus Bau- und Gartenmärkten trotz Auto eine Herausforderung. Da wundert es nicht, dass nun auch "leichte" Blumenerde angeboten wird, zum Beispiel "mit 50 Prozent weniger Gewicht". Doch wie schaffen es die Hersteller, das Gewicht von Erde zu reduzieren? Zum Beispiel indem sie eine Blumenerde anbieten, die fast nur aus Torf besteht. Oder sie wählen die "extraleichte" Variante, mit getrockneten und gepressten Kokosfasern oder -mark.

Dass der Abbau von Torf in hohem Maße klimaschädlich ist, davor warnen ÖKO-TEST, die Umwelt- und Naturschutzverbände und Moorexperten seit Jahren. Moore sind die größten Kohlenstoffspeicher pro Flächeneinheit. Sie binden etwa sechs Mal so viel Kohlenstoff wie Wald. Da die abgestorbenen Pflanzen unter Luftabschluss nicht abgebaut werden, bleibt der Kohlenstoff gespeichert. Solange, bis die Moore trockengelegt und genutzt werden. Durch die Oxidation des im Boden gebundenen Kohlenstoffs entweicht dann das klimaschädliche Kohlendioxid.

Heute kann man in Deutschland je nach Sichtweise nur noch ein bis fünf Prozent der Moore als natürlich bezeichnen. Der Rest wurde bereits entwässert und wird überwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzt. Allein durch Oxidation auf landwirtschaftlichen Flächen geht mindestens ein Zentimeter Torf jährlich verloren. Auf intensiv genutzten Flächen ist jedoch nach neuesten Untersuchungen des Naturschutzbunds NABU mit bis zu vier Zentimetern zu rechnen, mahnt Dr. Holger Buschmann, Landesgeschäftsführer von Niedersachsen.

Der Torfabbau in Deutschland findet auf solchen degenerierten Moorflächen statt, wodurch weiterhin CO2 freigesetzt wird. In der Regel werden die Flächen hierzulande im Anschluss vernässt, um sie wieder in ein Moor zu verwandeln. Doch die abgebaute Torfschicht wird extrem langsam wachsen, nur etwa einen Millimeter pro Jahr - es wird also 1.000 Jahre dauern, bis sie zumindest wieder auf ­einen Meter angewachsen sein wird. Bisher wurden nach Angaben des Industrieverbands Garten (IVG) 15.000 Hektar in Niedersachsen renaturiert, weitere 12.500 sollen dort folgen.

Der Verband beziffert den Einsatz von Torf in Deutschland im Jahr 2013 mit 7,5 Millionen Kubikmetern, gegenüber 9 Millionen Kubikmetern im Jahr 2011, insgesamt ist er seit 2009 leicht rückläufig. 5 Millionen Kubikmeter wurden hierzulande gewonnen. Allerdings: In dem Maße, wie hierzulande die jährliche Torfgewinnung zurückgeht, hat der Import von Torf aus den baltischen Ländern zugenommen. Hier werden vor allem die obersten, schwach zersetzten Torfe abgebaut, der sogenannte Weißtorf, der überwiegend in Blumenerden eingesetzt wird. Es ist zu befürchten, dass sich dort die Torfgewinnung auf bisher wenig oder ungeschädigte Moore ausdehnen wird. Importe aus dem Baltikum bedeuten aufgrund der Emissionen beim Transport weitere 40 Prozent CO2-Belastung, argumentiert der IVG in einem Positionspapier zum Torfabbau in Niedersachsen, wo der Schwerpun


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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben in Bau- und Gartenmärkten neun leichte Gartenerden eingekauft, sechs bestehen im Wesentlichen aus Torf, drei weitere aus gepressten Kokosfasern/Kokosmark. Diese Produkte werden erst zu Hause mit Wasser "aufgepoppt".

Problematische Inhaltsstoffe
Wie üblich interessierte uns in erster Linie, inwieweit schädliche oder umstrittene Inhaltsstoffe vorhanden sind, die da nichts zu suchen haben und die möglicherweise auf Gemüse und Obst übergehen können. Wir schickten die Blumenerden daher ins Labor, um sie auf eine Vielzahl von Stoffen untersuchen zu lassen: auf gesundheitsschädliche Schwermetalle, Pestizide, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), E.coli-Bakterien und Perchlorat. Hohe Salzgehalte beeinträchtigen das Pflanzenwachstum, daher wurde der Natriumgehalt gemessen. Auch Unkraut ist für den Hobbygärtner kein Segen.

Nährstoffgehalt
Manche Stoffe schaden, andere nützen. Blumenerde sollten einen ausgewogenen Nährstoffgehalt haben, der die Pflanzen für einige Wochen mit Nahrung versorgt. Zu den Hauptnährstoffen gehören Stickstoff und Phosphat, aber auch Kalium und lösliches Magnesium, nicht zu vergessen die Spurenelemente. Die enthaltenen Mengen ließen wir untersuchen und von Experten bewerten. Grundlage waren die Mindestanforderungen für Blumenerde der Gütegemeinschaft Substrate (GGS) und die Richtwerte des Verbands Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA).

Weitere Mängel
Unser Untersuchungsprogramm klärte auch folgende Fragen: Ist die Blumenerde wirklich leicht? Stimmt die empfohlene Wassermenge zum Aufquellen der getrockneten Kokosprodukte? Sind die Nährstoffe auf den Substraten richtig deklariert? Das wiederum ist in der Düngemittelverordnung geregelt.

Die Bewertung
Auch Blumenerden sollen nicht mit problematischen Inhaltsstoffen belastet sein, diese Anforderung hat für ÖKO-TEST höchste Priorität. Etwas weniger stark gewichten wir den Nährstoffgehalt, da dieser nur eine Momentaufnahme ist und die Erde später ohnehin gedüngt werden muss. Schwere oder mehrere Weitere Mängel können sich über das Testergebnis Nährstoffgehalt auf das Gesamturteil auswirken.

So haben wir getestet

Die hierzulande unbekannte dicke, weiche Faserhülle umschließt den harten Kern der Kokosnuss.
Fasern und Mark können für Pflanzsubstrate verwertet werden.