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19 Naturjoghurts im Test

UngeHEUerlich

ÖKO-TEST März 2015 | Kategorie: Essen und Trinken | 27.02.2015

19 Naturjoghurts im Test

Naturjoghurt ist zwar nahezu rückstandsfrei, doch die meisten Kühe, deren Milch verwendet wurde, haben zu wenig Grünfutter bekommen. Das zeigt der Test von 19 Produkten. Erfreulich: Fast alle Joghurts schmeckten einwandfrei.

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Joghurt gilt als gesund und natürlich - umso mehr, wenn er pur daherkommt. Offenbar sehen das auch immer mehr Verbraucher so. Denn der Verkauf von Naturjoghurt steigt seit Jahren. So lag der Pro-Kopf-Verbrauch laut Milchindustrieverband 2011 bei rund vier Kilogramm pro Jahr, während die Statistik 2013 ein sattes Kilogramm mehr ausweist. Der Verbrauch von Fruchtjoghurt sinkt dagegen kontinuierlich - von 14,3 auf 12,1 Kilogramm im gleichen Zeitraum.

Warum gerade Naturjoghurt häufiger gegessen wird, habe mit dem allgemeinen Trend zu Natürlichkeit und zu weniger Zucker zu tun, vermutet Eckhard Heuser, Geschäftsführer des Milchindustrieverbands. Ein weiterer Vorteil: Das Sauermilchprodukt lässt sich sehr vielseitig zubereiten: mit frischem Obst, Marmelade, Honig oder Nüssen, als Frucht-shake, Salatdressing oder Dip.

Trotzdem hätte sich Naturjoghurt wahrscheinlich nicht so positiv entwickelt, wenn er noch immer so schmecken würde wie in den 1970er- und 80er-Jahren. Joghurtesser werden sich erinnern: Damals nannte sich das Produkt "ohne Geschmack" und war meistens sehr sauer. Das hat sich gründlich geändert. Heute akzeptieren Verbraucher allenfalls einen leicht säuerlichen Geschmack. Vor allem aber soll Joghurt cremig sein.

Wie Joghurt hergestellt wird, weiß Meike Jaschok aus ihrer täglichen Praxis. Die Bio-Bäuerin und Käserin bewirtschaftet mit ihrem Mann den Bornwiesenhof im Hunsrück und stellt aus hofeigener Milch neben Käse vor allem Joghurt her - auf traditionelle Art und Weise und ohne Zusatzstoffe, wie sie betont. Entscheidend sei die Temperaturführung. So muss die Milch zu Beginn auf über 80 Grad erhitzt werden, damit sich die Struktur des Eiweißes verändert und die Fähigkeit entsteht, Molke zu binden. Anschließend wird auf 50 Grad heruntergekühlt und die Milch mit Joghurtkulturen beimpft. Dann hat der Joghurt sechs Stunden Zeit, die typischen Säuren und Aromen zu bilden. Wie fest er wird und ob er eher mild oder säuerlich schmeckt, hängt in erster Linie von den zugesetzten Kulturen ab. "Aber auch von der Temperatur", ergänzt Jaschok. Denn diese entscheide maßgeblich darüber, welche Kulturen sich stärker vermehren und welche im Hintergrund bleiben. Soll cremiger Joghurt hergestellt werden, wird die Milch im Tank angesetzt und nach vorsichtigem Aufrühren in Becher oder Gläser abgefüllt. Stichfester Joghurt reift dagegen direkt im Becher.

Die größte Herausforderung besteht darin, das Wasser der Milch dauerhaft zu binden, sagt die Joghurtmacherin. Der Stichfeste mache dabei überhaupt keine Probleme. "Beim cremigen Joghurt wird die entstandene Struktur jedoch durch das Rühren zerstört und es besteht die Gefahr, dass sich Wasser absetzt." Die Industrie setzt deshalb Magermilchpulver zu, das das Produkt fester und cremiger macht, allerdings auch zu höheren Gehalten an Eiweiß und Milchzucker führt - ohne dass der Zusatz deklariert werden müsste. "Das täuscht die Verbraucher", findet Jaschok. "Joghurt, der natürlicherweise einen Laktosegehalt von


Naturjoghurt: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Dennree Joghurt Mild, mind. 3,8 % Fett, Naturland
  • Dennree (Naturwarenladen)

Weihenstephan Frischer Joghurt Mild, 3,5 % Fett
  • Molkerei Weihenstephan

Berchtesgadener Land Cremiger Joghurt Mild, 4 % Fett
  • Milchwerke Berchtesgadener Land

Bio Joghurt Mild, mind. 3,8 % Fett
  • Aldi Süd

Andechser Natur Bio-Jogurt Mild, mind. 3,8 % Fett, Bioland
  • Andechser Molkerei

Ehrmann Frischer Joghurt Mild & Cremig, 3,8 % Fett
  • Ehrmann

Landliebe Cremiger Joghurt Mild, 3,8 % Fett
  • Landliebe

Biotrend Bio-Joghurt Pur, 3,5 % Fett
  • Lidl

Rewe Bio Joghurt Mild, mind. 3,8 % Fett, Naturland
  • Rewe

Weideglück Landjoghurt Mild, 3,5 % Fett, Cremig gerührt
  • Milchwerke Schwaben

Bauer Frischer Joghurt Mild, mind. 3,9 % Fett
  • Bauer

Real Bio Joghurt Mild, mind. 3,7 % Fett
  • Real

Gut Bio Joghurt Pur, 3,8 % Fett
  • Aldi Nord

Onken Bighurt Der Stichfeste, 3,7 % Fett
  • Emmi

Alnatura Joghurt Mild, mind. 3,8 % Fett, Bioland
  • Alnatura

Edeka Bio Joghurt Mild, 3,8 % Fett
  • Edeka

K-Bio Joghurt Mild, Cremig gerührt, 3,8 % Fett
  • Kaufland

Söbbeke Bio Joghurt Mild, mind. 3,8 % Fett, Cremig, Bioland
  • Söbbeke (Naturwarenladen)

Schwarzwaldmilch Bio-Joghurt, 3,8 % Fett, Bioland
  • Schwarzwaldmilch Freiburg

19 Naturjoghurts im Test
ÖKO-TEST März 2015 Seite 24
ÖKO-TEST März 2015 Seite 25
ÖKO-TEST März 2015 Seite 26
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ÖKO-TEST März 2015 Seite 28
ÖKO-TEST März 2015 Seite 29
ÖKO-TEST März 2015 Seite 30
ÖKO-TEST März 2015 Seite 31

8 Seiten
Seite 24 - 31 im ÖKO-TEST März 2015
vom 27.02.2015
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Weil Bio-Joghurt mittlerweile überall erhältlich ist, wurde diese Produktgruppe bevorzugt berücksichtigt. Wir kauften vor allem Bio-Marken der Supermärkte und Discounter, außerdem Naturjoghurt der Bio-Anbieter Andechser, Söbbeke und Schwarzwaldmilch. Im konventionellen Bereich beschränkten wir uns auf wichtige Marken wie Landliebe oder Weihenstephan.

Die Inhaltsstoffe

Zunächst ließen wir prüfen, ob Rückstände von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln im Joghurt stecken. Zu einer Verunreinigung kann es auf allen Stufen der Milcherzeugung und -verarbeitung kommen. Was die Labore in Milchprodukten immer wieder finden, ist Trichlormethan, besser bekannt als Chloroform. Die Substanz steht unter Krebsverdacht und kann Herz, Leber und innere Organe schädigen. Des Weiteren ließen wir nach Rückständen von Reinigungsmitteln mit quartären Ammoniumverbindungen fahnden. Diese Stoffe lassen sich mit Wasser nur schwer aus Schläuchen und Tanks spülen, sodass sie von der vorbeiströmenden Milch leicht aufgenommen werden können. Weitere Untersuchungen betrafen den Fettgehalt sowie die hygienische Qualität.

Die Weiteren Mängel

Joghurt soll auch am Ende des MHD noch gut schmecken. Das ließen wir Sensorikprofis überprüfen. Weil die Milchfettzusammensetzung Hinweise auf die Art der Fütterung zulässt, ließen wir diese untersuchen. Die Hersteller fragten wir, ob die Milcherzeuger zum Einsatz von gentechnikfreiem Futter verpflichtet sind und wie dies kontrolliert wird.

Die Bewertung

Unter den Inhaltsstoffen bemängelten wir einen leicht erhöhten Gehalt an Trichlormethan und einmal zu wenig Fett im Produkt. Negativ wirkten sich vor allem Mängel in der Fütterung aus, etwa zu wenig Grünfutter oder die fehlende Verpflichtung zum Verzicht auf Gen-Futter. Kamen noch Heile-Welt-Bilder von Kühen auf der Weide oder vergleichbare Werbeaussagen hinzu, gab es weitere Abzüge.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST März 2015
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Erschienen am 27.02.2015

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