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Ratgeber: Süßstoffe

ÖKO-TEST März 2011
vom 25.02.2011

Ratgeber: Süßstoffe

Dicker Schwindel

Seit Langem werden Süßstoffe als Abnehmhilfe angepriesen. Fast ebenso lange sind sie auch umstritten, weil unklar ist, ob sie tatsächlich beim Schlankwerden und Schlankbleiben helfen. Aktuelle Studien zeigen, dass dies bezweifelt werden darf.

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25.02.2011 | Süßstoffe sind perfekt: Sie liefern keine oder kaum Kalorien, sind zahnfreundlich und schmecken zugleich süß. Sie werden in Form von kleinen Tabletten, als Flüssigsüße und zuckerähnliches Pulver angeboten. Tee und Kaffee lassen sich damit süßen, aber auch Desserts, Eis und Kuchen.

Süßstoffe sind aber auch in zahlreichen Lebensmitteln wie Fruchtjoghurts, Softdrinks und Obstkonserven enthalten, die mit dem Zusatz "leicht" oder "kalorienreduziert" umworben werden. Derzeit sind in der EU neun Süßstoffe zugelassen: Saccharin, Cyclamat, Aspartam, Acesulfam K, Aspartam-Acesulfam-Salz, Neohesperidin DC, Neotam, Sucralose und Thaumatin.

Für den Süßstoffverband ist Abnehmen folglich ganz einfach: Wird Zucker im täglichen Leben gegen Süßstoffe ausgetauscht, schmelzen - schwuppdiwupp - die Pfunde. Mit einer einfachen Rechnung will der Verband das verdeutlichen: Wer jeden Tag seinen Kaffee mit vier Stück Würfelzucker süßt, isst im Laufe des Jahres rund 17.520 Kilokalorien - und setzt 2,5 Kilogramm Fett an. "Kalorien, die durch das Süßen mit Süßstoff leicht eingespart werden können, ohne auf Süße zu verzichten."

Kalorieneinsparung klappt oft nicht

ÖKO-TEST stellte vor rund 20 Jahren als erstes Magazin infrage, dass die kalorienfreien Pillen und Pulver tatsächlich beim Abnehmen helfen. Wir berichteten über eine Studie der britischen Forscher Peter Rogers und John Blundell von der Universität Leeds. Sie hatte gezeigt: Wird morgens ein Joghurt mit Süßstoff gegessen, werden die eingesparten Kalorien über den Tag beim Essen kompensiert. Am Tagesende hatten diejenigen, die morgens den Lightjoghurt verzehrt hatten, sogar mehr Kalorien intus als die Probanden, die Joghurt ohne Süßstoff gegessen hatten.

Die Ergebnisse setzten eine rege Diskussion unter Wissenschaftlern in Gang. Einige Forscher vermuteten, dass fett- und zuckerarme Lebensmittel nicht so gut sättigen, da sie weniger Kalorien liefern als die energiereichen Varianten. Der Magen knurrt also schneller wieder und es wird weiter gegessen. Andere meinten, dass die Psyche eine nicht unerhebliche Rolle spiele. In dem Wissen, dass ein Teil der Kalorien eingespart wird, bleibt irgendwo das Gefühl, dass "Du darfst" - nämlich futtern.

In den folgenden Jahren wurden die Anbieter von Saccharin, Aspartam und Co. nicht müde, das Gegenteil zu belegen. Nämlich, dass Süßstoffe beim Abnehmen und Gewichthalten helfen. "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine gewichtssteigernde Wirkung von Süßstoffen wissenschaftlich nicht belegt ist", sagt Anja Krum vom Süßstoff-Verband.

Das stimmt. Doch das Gegenteil konnte bisher auch nicht bewiesen werden. Bis heute werden zwei Positionen vertreten: Die einen sehen die kalorienfreien Süßen als Möglichkeit, das Abnehmen zu erleichtern. Diätberater raten hingegen oftmals von Süßstoffen ab, da sie ein ungünstiges Ernährungsverhalten mit viel Süßkram manifestieren.

Doch es gibt auch ambivalente Haltungen. "Persönlich denke ich, dass gegen einen moderaten Konsum nichts


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