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Orangensaft-Test: Die besten Direktsäfte und Konzentrate

Jetzt gratis unser Testurteil zu allen getesteten Produkten abrufen

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2019 | Autor: Birgit Hinsch | Kategorie: Essen und Trinken | 16.04.2019

Orangensaft-Test: Die besten Direktsäfte und Konzentrate

Für viele gehört das Glas Orangensaft zum Frühstück einfach dazu. 2018 haben wir 20 Produkte in die Labore geschickt und Inhaltsstoffe und Geschmack prüfen lassen. Das Ergebnis ist auch heute noch interessant.

Testveröffentlichung erstmals 4/2018; Einkauf Testprodukte 12/2017 | Unter den Fruchtsäften rangiert Orangensaft ganz vorn in der Gunst der Verbraucher. Die Deutschen trinken ihn genauso gern wie Apfelsaft. 2018 haben wir 20 verschiedene Orangensäfte getestet.

Orangensaft-Test: Die bittere Seite des süßen Saftes

Orangensaft enthält per Definition 100 Prozent Frucht. Allerdings kann man auch nicht „und sonst gar nichts“ sagen. Denn so darf etwa das Antioxidationsmittel Ascorbinsäure zuge­geben werden. Zusätzliche Zuckergaben sind in Fruchtsäften hingegen tabu. Anders Orangennektar: Er besteht laut Fruchtsaftverordnung nur zur Hälfte aus Orangensaft, der Rest sind Wasser und Zucker. Orangenfruchtsaftgetränke enthalten ­sogar vor allem Wasser, Zucker und Aromen, während der Fruchtanteil nur noch mindestens sechs Prozent beträgt. Die Getränkeart muss auf dem Etikett deutlich erkennbar sein.

Der weitaus größte Teil des hierzulande angebotenen konventio­nellen Orangensafts stammt aus Brasilien. Mexiko ist der weltweit größte Produzent von Bio-Orangensaft, nachdem der größte Bio-Lieferant aus Brasilien seine Zertifizierung aufgrund von Verstößen gegen das Pestizidverbot verloren hatte. Kleinere Bio-Anteile kommen auch aus Spanien und Ägypten, dann als Direktsaft.

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Direktsäfte und Konzentrate im Orangensaft-Test

Im Test: Wir haben 20 einfache Orangensäfte ohne Fruchtfleisch getestet, überwiegend eingekauft in Supermärkten, Discountern und Bio-Läden. Wir haben die Säfte unter anderem auf Rückstände von Pestiziden und den Vitamin-C-Gehalt untersucht. Außerdem im Fokus der Laborprüfungen: Aussehen, Geruch und Geschmack.

Das Ergebnis: Dreimal „gut“ heißt es für zwei Bio- und einen Fairtrade-Orangensaft. Unter den konventionellen Produkten schneiden sechs mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ab. Schlechte Noten gab es insbesondere für fehlende Hinweise auf eine faire Produktion sowie Einwegverpackungen.

Der Vitamin-C-Zusatz im Valen­sina-Saft ist überflüssig.­ Orangensaft muss bereits mindestens 200 Milligramm Vita­min C pro Liter enthalten. Das erfüllen alle Produkte. Die meisten liegen sogar deutlich darüber. In vier Produkten steckt künstlich hergestelltes Vitamin  C als Antioxidationsmittel: Diese Ascorbinsäure wird zur Farbstabilisierung eingesetzt. Weil der Zusatzstoff unbedenklich ist, werten wir nicht ab. Übrigens: Frisch ­gepresst toppt abgepackt: 400 bis 500 Milligramm Vitamin  C stecken in einem Liter.

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Getesteter Bio-Orangensaft ist nicht immer besser

Im Beutelsbacher Orangensaft Demeter Direktsaft hat das Labor einen höheren Gehalt an ätherischem Öl festgestellt als eine Industrie-Richtlinie vorschreibt. Diese hat zum Ziel, den Übergang von Schalenbestandteilen durch zu starkes Auspressen zu begrenzen. Beutelsbacher begründet den erhöhten Gehalt mit dem natürlich hohen Schalenölanteil der verwendeten Orangensorte. Das ändert nichts daran, dass der Gehalt zu hoch ist, warum auch immer. Denkbar ist etwa auch die Zugabe von Zitrusöl, die auch für Direktsaft zulässig ist.

Vier der fünf Direktsäfte schmeckten den Sensorikexperten „wie frisch gepresst“ – und damit besser als die meisten Säfte aus Konzentrat. Stärkere Abzüge vergaben sie für die Säfte von Rewe und Valen­sina. Sie machten darin leichte Fehler im Geruch und beim ­Rewe-Saft auch leichte Fehler im Geschmack aus. Die analytisch ermittelten Aromenprofile waren durchweg in Ordnung.

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Kaum faire Label: Fairtrade-Säfte die Ausnahme

Elf Produkte tragen Label, die für einen verantwortungsvolleren Anbau der Orangen sprechen. Den Bio-Anbau bewerten wir positiv, da keine Pestizide im Einsatz sind, allerdings fehlen soziale Kriterien – oder sie werden, wie bei Demeter, nicht überprüft. Das Fairtrade-Label auf dem konventionellen Pfanner 100 % Orange bewerten wir wegen des möglichen Einsatzes hochgiftiger Pestizide nur mit „gut“, während das Label der Rainforest Alliance unter diesem Testergebnis insgesamt zu einem „befriedigend“ führt. Alle anderen Säfte sind nicht gelabelt und „mangelhaft“: Denn der Verbraucher ist auf ein Label angewiesen, will er seine Kaufentscheidung auch in Hinblick auf eine verantwortungsvollere Produktion treffen.

Laut dem Institut für Energie- und Umweltforschung Hei­del­berg (IFEU) sind Einwegflaschen aus PET genauso kritisch zu sehen wie Glas-Einweg. Denn bedingt durch eine Sauerstoffbarriere etwa aus Polyamid lässt sich der Kunststoff nicht hochwertig recyceln. Getränkekartons beurteilt das IFEU positiv, da sie sich gut wiederverwerten lassen.

Unser Tipp: Achten Sie bei Orangensaft grundsätzlich auf Bio oder das Label von Fairtrade. Orangensaft trägt, in Maßen getrunken, zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Verdünnt mit Mineralwasser ist er auch ein guter Durstlöscher.

Bitte beachten Sie: In diesem Test bewerten wir Produkte, die im Dezember 2017 eingekauft wurden. Den Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Magazin April 2018 veröffentlicht, die Ergebnisse zuletzt im Oktober 2018 für das Jahrbuch 2019 aktualisiert, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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Testverfahren

Der Einkauf: Im Test: 20 einfache Orangensäfte ohne Fruchtfleisch, überwiegend eingekauft in Supermärkten, Discountern und Bio-Läden. Gab es in den Läden oder von den Marken mehrere Varianten, wählten wir in der Regel die jeweils preisgünstigste aus.

Inhaltsstoffe und Sensorik: Das Aroma in Orangensaft aus Konzentrat muss in seiner Zusammensetzung dem eines durchschnittlichen Orangensaftes entsprechen. Ob dies erfüllt ist, ließen wir per Aromenanalyse überprüfen. Außerdem im Fokus der Laboruntersuchungen: Rückstände von Pestiziden und der Vitamin-C-Gehalt. Das Aussehen, den Geruch und den Geschmack ließen wir von fünf geschulten Prüfern beurteilen.

Label: Wie steht es um die Arbeitsbedingungen der Erntearbeiter? Wie um die Entlohnung? Werden hochgiftige Pestizide gespritzt? Das sind weitere Fragen, die Verbraucher interessieren. Eine Orientierung beim Einkauf geben die Label bekannter Organisationen, wie Fairtrade oder Rainforest Alliance. Wir schauten danach auf den Produkten.

Die Weiteren Mängel: Stecken die Säfte in Einwegflaschen? Sind die Angaben auf den Verpackungen in Ordnung?

Die Bewertung: Zunächst lag der Fokus auf den Inhaltsstoffen (50 Prozent) und der Sensorik (50 Prozent). Produkte, auf denen sich kein Logo befindet, das für eine verantwortungsvollere Produktion steht, können bestenfalls mit "befriedigend" abschneiden.

Bewertungslegende

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Vitamin C zugesetzt; b)  ein Gehalt von mehr als 0,3 ml/l ätherisches Öl.

Bewertung Testergebnis Sensorik: Zur Abwertung um drei Noten führt: eine Bewertung mit 13 bis 12 Punkten. Ausschlaggebend dafür waren "leichte Fehler im Aussehen und Geruch" (hier: Aussehen: hochfarbig, graustichig, braunstichig; Geruch: muffig, unsauber, Fremdnote) sowie "leichte Fehler" im Geschmack. Zur Abwertung um zwei Noten führt: eine Bewertung mit 15 bis 14 Punkten. Ausschlaggebend dafür waren "leichte Fehler im Geruch" (hier: etwas unsauber und muffig), der Geschmack und das Aussehen waren ohne Fehler. Zur Abwertung um eine Note führt: eine Bewertung von 17 bis 16 Punkten. Ausschlaggebend dafür war ein Geschmack, der nicht als "wie frisch gepresst" beschrieben wurde und somit etwas hinter der besten Bewertung mit 18 Punkten zurückblieb. Insgesamt waren Aussehen, ­Geruch und Geschmack aber fehlerfrei. Die Punktebewertung erfolgte in Anlehnung an das vereinfachte Schema nach IFU.

Bewertung Testergebnis Label: Zur Abwertung um vier Noten führt: kein Label auf der Verpackung. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) Label der Rainforest Alliance; b) EU-Bio-Siegel; c) Demeter, EU-Bio-Siegel. Zur Abwertung um eine Note führt: Fairtrade-Label auf einem konventionellen Produkt. Für die Labelbewertung haben wir vier Kriterien zugrunde gelegt: garantierter Mindestpreis, ILO-Kernarbeitsnormen, Verbot hochgefährlicher Pestizide, unabhängige Kontrolle der Einhaltung dieser Kriterien. Ein Kriterium gilt als nicht erfüllt, wenn es nicht unabhängig kontrolliert wird.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Zur Abwertung um zwei Noten führt: Einwegflasche aus Glas oder Kunststoff. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Deckel; b) Werbung mit Selbstverständlichkeiten (hier: "Ohne Zuckerzusatz laut Gesetz" und/oder "Ohne Konservierungs- und Farbstoffe laut Gesetz" oder "Fruchtgehalt 100 % laut Gesetz" oder vergleichbare Formulierungen); c) die Angabe "natürliches Orangenaroma" als Zutat in einem Orangensaft; d) Bezug der Nährstoffreferenzwerte auf 100 ml, was als zu kleine Portionsgröße verstanden werden könnte.

Das Gesamturteil beruht zu jeweils 50 Prozent auf den Testergebnissen Inhaltsstoffe und Sensorik. Ein Testergebnis Label, das "mangelhaft" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Label, das "befriedigend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Bereits veröffentlicht: Dieser Test ist erstmals im ÖKO-TEST Magazin 4/2018 erschienen. Wir haben die Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch 2019 (erschienen am 18.10.2018) aktualisiert, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Testmethoden

Pestizide: Pestizidscreening mit LC/MS/MS nach LFGB L00.00-113. ­Refraktion/Dichte: Bestimmung der Dichte per Biegeschwinger, Extrakt per Biegeschwinger und Brix per Brechungsindex. Vitamin C: HPLC/UV. Untersuchung der Aromastoffe: per LRI-Kapillar-Gaschromatographie/Full-Scan MS und Chirodifferenzierung nach Destillation, Extraktion und Anreicherung. Sensorische Prüfung: gemäß Amtliche Sammlung von Untersuchungsverfahren nach § 64 LFGB L 00.90-11; Profilprüfung klassisch und Konsens mit 5 Prüfern; verdeckt und nach Personen getrennt; Verkostung bei Raumtemperatur; Wiederholung bei Auffälligkeiten. Die Punktevergabe erfolgte in Anlehnung an das vereinfachte Schema der Internationalen Fruchtsaftunion (IFU). PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf Testprodukte: Dezember 2017

Bitte beachten Sie: In diesem Test bewerten wir Produkte, die im Dezember 2017 eingekauft wurden. Den Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Magazin April 2018 veröffentlicht, die Ergebnisse zuletzt im Oktober 2018 für das Jahrbuch 2019 aktualisiert, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Die Tests und ihre Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2019
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