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19 passierte Tomatenmarken im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2010
vom 05.10.2009

Passierte Tomaten

Alles im Lot mit'm Rot

Natürlich sind frische Tomaten besser als Tomaten aus der Packung. Aber wenn keine Saison ist und die roten Früchte wässrig schmecken, greifen viele zur Konserve. Und das kann man auch getrost tun. Denn alle Produkte im Test sind in Ordnung.

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05.10.2009 | Egal ob es die Margherita ist, die San Remo oder die Pizza Hawaii: "Eine ordentliche Tomatensauce ist immer die Basis für den übrigen Pizzabelag", sagt Kalra Gurmeet, Inhaber der Frankfurter Pizzeria Calabria. Aber was macht eine wirklich gute Tomatensauce aus? Regel Nummer eins: aromatische Tomaten. Und die kommen meist aus der Dose. "Natürlich kann ich auch eine Sauce aus frischen Tomaten machen", sagt Pizzaprofi Gurmeet. Mit guten Tomaten würde sie auch noch viel besser als mit Dosenware. Erwischt man aber Früchte mit wenig Aroma, schmeckt auch die Sauce nicht. "Außerdem dauert das viel länger." Der Inhalt der Dose wird einfach kurz mit dem Pürierstab zerkleinert. Fertig ist die Basis für die Tomatensauce.

Auch wenn eine Konserve nie alle wertvollen Pflanzenstoffe einer frischen Frucht enthält, bleibt bei der Tomate doch recht viel erhalten. Was den roten Pflanzenfarbstoff Lycopin angeht, liegen die passierten Tomaten sogar vorn. Dieser Stoff soll Herzinfarkt und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Es gibt sogar Studien, nach denen Lycopin das Risiko für Magen- und Prostatakrebs senkt. Durch das Erhitzen der Tomate bei der Herstellung von Tomatenpüree platzen die Zellen und es wird Lycopin frei, das der Körper beim Verzehr einer rohen Tomate gar nicht aufnehmen könnte.

Wir wollten wissen, wie es um die Qualität von passierten Tomaten steht. In Supermärkten, Bio-Läden und Discountern haben wir 19 Produkte eingekauft. In von uns beauftragten Laboren wurden sie unter anderem auf verderbnisfördernde Keime sowie auf ihren Lycopingehalt untersucht.

Das Testergebnis

Passierte Tomaten können Sie weiterhin ohne Bedenken verwenden: Alle Produkte schneiden mit "gut" oder "sehr gut" ab - ganz gleich ob Markenprodukt, Discounterware oder Bio-Produkt.

Beim Lycopingehalt gibt es bei den getesteten Produkten Unterschiede: Die Oro di Parma-Tomaten sowie die Produkte von Rapunzel und Alnatura liegen im unteren Bereich des Testfelds. Fast doppelt so viel Lycopin steckt in den Valfrutta Passierte Tomaten und den Edeka Bancetto Tomaten passiert. Das heißt aber noch lange nicht, dass Bio-Tomaten schlechter sind. Vielmehr hängt es sowohl beim Lycopingehalt als auch bei der Trockenmasse von der Sorte, vom Wetter und vom Erntezeitpunkt ab, was in einer Frucht steckt. Trotzdem finden wir, dass Tomaten möglichst viel Lycopin enthalten sollten, weil dies ein Stoff ist, der den Wert des Produktes ausmacht. Deshalb werten wir einen niedrigen Lycopingehalt ab.

In keinem Produkt steckten bedenkliche Mengen an verderbnisfördernden Keimen wie Hefen oder Milchsäurebakterien.

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