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18 Buttermarken im Test

Arme Kuh

Ratgeber Essen 12:2013 mit CD | Kategorie: Essen und Trinken | 17.05.2013

18 Buttermarken im Test

Butter ist eins der Standardlebensmittel, das in den meisten Haushalten im Kühlschrank liegt. Die gute Nachricht: An den meisten Marken haben wir auch kaum etwas auszusetzen. Die schlechte: Die Kühe für konventionelle Butter haben meist nur wenig Gras gesehen.

Schaut man sich die Verpackungen von Butter an, so sieht man vor allem Natur: weite Graslandschaften, Gänseblümchen, friedlich weidende Kühe und imposante Bergmassive. Doch die Abbildungen haben mit der Realität der modernen Milchproduktion wenig zu tun. Experten schätzen, dass rund 70 Prozent der Kühe das ganze Jahr über im Stall stehen. Sie produzieren rund 30 Millionen Tonnen Milch im Jahr, was einer durchschnittlichen Milchleistung von 7.200 Litern pro Kuh entspricht. Was es dafür braucht, ist vor allem Kraftfutter.

Die Fütterung beeinflusst auch die Inhaltsstoffe der Milch. Tatsächlich belegen mittlerweile mehrere Studien, dass Kühe, die viel Gras und Heu fressen, eine andere Milch geben als die, deren Futter zu großen Teilen aus Mais und Kraftfutter besteht. Vor allem die Fettsäurenverteilung ist verändert. So führt Grünfutter zu einem höheren Anteil an gesundheitsfördernden Omega-3-Fettsäuren, während schon geringe Mais- und Kraftfutteranteile die Gehalte deutlich senken. Weil Bio-Kühe mindestens 60 Prozent Raufutter aus Gras, Heu oder Grassilage im Trog haben müssen, weist auch Bio-Milch meist hohe Anteile auf.

Omega-3-Fettsäuren gelten als sehr gesund. Besonders die langkettigen Varianten sollen vor chronischen Gefäßerkrankungen schützen. Leider enthält das Milchfett nicht so viel davon, dass Milchprodukte einen wesentlichen Beitrag zur Bedarfsdeckung leisten könnten. Trotzdem sei es sinnvoll, hochwertige Milchprodukte anzubieten, sagt Prof. Gerhard Jahreis von der Universität Jena. Jahreis hat im Milchfett weitere wertvolle Bestandteile entdeckt, deren Anteil mit der Grünfütterung ebenfalls steigt und die bei Allergien günstig wirken sollen.

Wie es um die Qualität von 18 Buttermarken steht, haben wir im Labor prüfen lassen. Dabei konzentrierten wir uns vor allem auf problematische Inhaltsstoffe und die Belastung mit Keimen. Zusätzlich ließen wir die Butter professionell verkosten. Bestimmt wurde auch der Gehalt an Omega-Fettsäuren, um Aussagen zur Fütterung der Kühe zu erhalten. Außerdem interessierte uns die Einstellung der Hersteller zu gentechnikfreiem Futter.

Das Testergebnis

Die schlechtesten Produkte erhalten das Gesamturteil "befriedigend" von uns. Fünf Bio-Marken schneiden "sehr gut" ab.

An den Inhaltsstoffen haben wir gar nichts auszusetzen, die Butterproben schafften alle Laborprüfungen "sehr gut". Allein bei der Sensorik traten Mängel auf. Alle Bio-Produkte sind davon betroffen, aber auch drei konventionelle Butter.

Nur Bio-Butter weist eine grünfuttertypische Zusammensetzung auf. Niedrige Gehalte an Omega-3-Fettsäuren bei den konventionellen Marken sind das eine. Wenn auf denselben Butterpäckchen aber auch weidende Kühe, Graslandschaften und Bergregionen zu sehen sind, dann führt das in die Irre. Von den konventionellen Herstellern gibt lediglich Friesland Campina für Landliebe an, dass der Einsatz von gentechnikfreiem Futter vertraglich vorgegeben ist, und lieferte uns dafür auch einen Nachweis.

Bio-Butte


Butter: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Real,- Bio Sauerrahm Butter
  • Real

Milbona Deutsche Markenbutter, mildgesäuert
  • Lidl

Weideglück Süßrahm Butter Deutsche Markenbutter
  • Milchwerke Schwaben

Basic Süßrahmbutter, sahnig mild
  • Basic

Rewe Bio Süßrahm-Butter, Naturland, Deutsche Markenbutter
  • Rewe

Penny Deutsche Markenbutter, mild gesäuert
  • Penny

Landliebe Butter, rahmig-frisch, mildgesäuert
  • Landliebe

Bayernland Goldbutter, Süßrahm
  • Bayernland

Milfina Deutsche Markenbutter, mildgesäuert
  • Aldi Süd

Milsani Deutsche Markenbutter, mildgesäuerte Butter
  • Aldi Nord

Minus L Laktosefrei, Butter
  • Omira

K-Bio Butter Sauerrahm
  • Kaufland

Delicado Die Premiumbutter, sahnig fein
  • DFF

Andechser Natur Bio Almbutter, Sauerrahmbutter, Bioland
  • Andechser Molkerei

Weihenstephan Frische Butter, Deutsche Markenbutter, mild ge
  • Molkerei Weihenstephan

Meggle Alpenbutter, Süßrahmbutter
  • Meggle

Heirler Bio Süßrahm Butter
  • Heirler

Landfein Deutsche Markenbutter, mild gesäuert
  • Norma

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Ratgeber Essen 12:2013 mit CD Seite 22
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Ratgeber Essen 12:2013 mit CD Seite 26
Ratgeber Essen 12:2013 mit CD Seite 27

6 Seiten
Seite 22 - 27 im Ratgeber Essen 12:2013 mit CD
vom 17.05.2013
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Der Fokus des Einkaufs lag dieses Mal auf in Deutschland hergestellter Butter. Nicht dabei sind daher Marken aus Irland, Holland oder Dänemark. Gleiches gilt für die Bio-Butter von Alnatura, die in Dänemark hergestellt wird, und die Bio-Butter von Dennree, deren Ursprung mit Österreich angegeben wird. Eingekauft haben wir die konventionellen Buttermarken der Discounter, außerdem bekannte Marken wie Landliebe, Weihenstephan und Meggle. Bei Rewe, Edeka, Kaufland und Real kauften wir Bio-Butter. Weitere Bio-Produkte stammen aus dem Bio-Fachhandel und dem Reformhaus. Schließlich landete noch eine laktosefreie Butter im Einkaufskorb, da wir von Lesern immer wieder nach entsprechenden Testergebnissen gefragt werden.

Die Inhaltsstoffe

Hier interessierte uns, ob Rückstände von chlorhaltigen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln in der Butter stecken. Zu einer Verunreingung kann es auf allen Stufen der Milchverarbeitung kommen. Das Problem bei Butter: Da die Rückstände fettlöslich sind, können sie sich anreichern. Am häufigsten gefunden wird Trichlormethan, das unter Krebsverdacht steht und Herz, Leber und innere Organe schädigen kann. Wir ließen die Butter auch auf Weichmacher prüfen, die sich ebenfalls anreichern können. In weiteren, aufwendigen Tests wurde die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Qualität unter die Lupe genommen. So muss ungesalzene Butter mindestens 82 Prozent Fett und höchstens 16 Prozent Wasser enthalten. Weitere Prüfungen lehnten sich an das für "Deutsche Markenbutter" geforderte Prüfspektrum an, etwa zur Wasserverteilung in der Butter oder zum Säurewert der einzelnen Buttersorten. Abgerundet wurde der Test durch Untersuchungen zur mikrobiologischen Qualität und zur Fettzusammensetzung. Letztere gibt Hinweise darauf, welches Futter die Kühe zu fressen bekamen.

Die Sensorik

Ob die Butter Fehler im Geschmack aufweist oder von bröckeliger Textur ist, ließen wir von geschulten Experten testen. Im Einzelnen wurde das Aussehen, die Textur, der Geruch und der Geschmack geprüft. Dabei wurde die Prüfung nach Punkten noch durch eine beschreibende Beurteilung ergänzt.

Die Bewertung

Wichtiger als die Sensorik ist aus unserer Sicht, ob Keime oder Schadstoffe die Butter belasten. Die Inhaltsstoffe tragen daher zu 60 Prozent zum Gesamturteil bei. Aus diesem Grund kann ein "sehr gutes" Sensorikergebnis ein schlechtes Testergebnis Inhaltsstoffe auch nicht verbessern. Zu geringe Gehalte an grünfuttertypischen Fettsäuren werden abgewertet, weil dies auf eine nicht artgerechte Fütterung der Kühe mit Mais und Kraftfutter schließen lässt. Sind auf der Packung auch noch weidende Kühe und Graslandschaften zu sehen, die eine entsprechende Fütterung nahelegen, werten wir strenger ab. Schließlich hat auch die Einstellung der Hersteller zu Gen-Technik-Futter einen Einfluß auf die Endnote.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
Zugehörige Ausgabe:
Ratgeber Essen 12:2013 mit CD
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Erschienen am 17.05.2013

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