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Wassersprudler im Test: Wie schlagen sich Sodastream, Brita, Aarke & Co.?

Magazin August: Tofu | Autor: Johanna Michl/Marieke Mariani/Lena Wenzel | Kategorie: Bauen und Wohnen | 08.08.2022

Wassersprudler im Test: Geräte von Aarke, Sodastream, Brita & Co. im Vergleich.
Foto: ÖKO-TEST

Leitungswasser oder Mineralwasser? Wer Leitungswasser sprudelt, spart Geld und tut der Umwelt etwas Gutes. Denn Leitungswasser hat eine bessere Klimabilanz und verursacht keinen Müll. Aber sind die Geräte von Aarke, Brita, Sodastream & Co. auch empfehlenswert? Wir haben sieben überprüft. 

  • Im Test: Sieben Wassersprudler bekannter Marken im Preissegment zwischen knapp 65 und 210 Euro.
  • Im Fokus standen unter anderem Handhabung, Sicherheit und Verarbeitung sowie mögliche Schadstoffe, die aus den Geräten oder Flaschen ins Wasser übergehen können.  
  • Das Ergebnis: Ein Wassersprudler im Test schneider mit Bestnote ab. 
  • Im Praxistest zeigen einige Produkte Mängel. 

Wasser ist die Quelle allen Lebens auf der Erde. Es macht unseren Planeten zu der unverwechselbaren Kugel, die auf Aufnahmen aus dem All so strahlend blau leuchtet. Und nicht nur aus dem Weltraum betrachtet ist das Wasser auf der Erde allgegenwärtig – auch in unserem Alltag kommt es überall zum Einsatz. Zum Kochen, Waschen, Putzen und natürlich zum Trinken.

Brita, Sodastream & Co.: Wassersprudler im Test 

Damit das so einfach möglich ist, regelt in Deutschland die Trinkwasserverordnung die Wasserqualität und schafft damit auch die Grundlage für den Siegeszug der Wassersprudler, die sich seit Jahren wachsender Beliebtheit erfreuen. Argumente fürs Selbersprudeln gibt es viele. Eines ist der finanzielle Aspekt, denn Leitungswasser ist unschlagbar günstig.

Doch natürlich haben auch Wassersprudler Anschaffungskosten. Der CO2-Zylinder reicht dem Versprechen nach für 60 Liter Sprudelwasser und muss dann ersetzt werden, was ebenfalls Kosten verursacht. Hier hat sich aber in den vergangenen Jahren einiges getan.

Wassersprudler-Test: Welche Produkte sind empfehlenswert?
Wassersprudler-Test: Welche Produkte sind empfehlenswert? (Foto: Prostock-studio/Shutterstock)

Viele Drogerie- und Supermarktketten bieten inzwischen eigene Austauschzylinder an. Sie sind mit den meisten Sprudlermodellen kompatibel und günstiger als die Originalkartuschen von Platzhirsch Sodastream. Dieser hat sich jüngst ein neues Einsatzsystem namens Quick Connect patentieren lassen.

In die neuen Geräte werden die Zylinder nicht mehr eingeschraubt, sondern eingehebelt. Mit dem neuen Zylindertyp ist die Kompatibilität mit den günstigeren Kartuschen der Händler passé. Und die Kunden müssen wieder den Sodastream-Preis zahlen.

Wie gut sind die Wassersprudler im Test? 

Wer das nicht möchte, muss sich ein anderes Gerät zulegen. Wie praktisch, dass immer mehr Hersteller eigene Sprudler auf den Markt bringen. Wir haben sieben davon einem umfangreichen Praxistest unterzogen. Im Fokus standen folgende Fragen: 

  • Wie sicher steht das Gerät?
  • Wie einfach lassen sich die Flaschen befestigen und die CO2-Zylinder austauschen?
  • Überstehen die Kunststoffflaschen einen Sturz weitgehend unbeschadet, und sind sie auch für eine Reinigung in der Spülmaschine geeignet?
  • Wie steht es mit dem Austausch von Dichtungen?
  • Haben Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit, diese einfach und ohne großen Aufwand selbst auszutauschen und nach Bedarf auch zu reinigen?  

Außerdem ließen wir prüfen, ob aus Geräten oder Flaschen Schadstoffe ins gesprudelte Wasser übergehen.

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Die Wassersprudler im Test im Überblick 

Für den Test haben wir Trinkwassersprudler bekannter Marken im Preissegment zwischen knapp 65 und 210 Euro ausgewählt. Die meisten Modelle haben Kunststoffflaschen dabei, zwei Modelle lassen sich darüber hinaus mit Glasflaschen betreiben. Diese Sprudler haben aus Sicherheitsgründen einen komplett verschließbaren Korpus.

>> Die Testprodukte (in alphabetischer Reihenfolge): 

(Foto: ÖKO-TEST )

Aarke Carbonator 3 Wassersprudler (210 Euro)

Der Carbonator 3 besticht durch seine hochwertige und edle Aufmachung im Retrodesign, aber er hat keinen CO2-Zylinder im Lieferumfang. Außerdem auffällig: Gesprudelt wird hier nicht auf Knopfdruck, sondern mit einem Hebel im Stil einer Espressomaschine.

Brita Wassersprudler Soda One (64,99 Euro)

Der Wassersprudler des für seine Wasserfilter bekannten Herstellers ist noch recht neu am Markt. Er ist das günstigste Modell im Test. Durch den einfach gehaltenen Vollkunststoff-Korpus wirkt er allerdings nicht so hochwertig wie andere Modelle. 

(Foto: ÖKO-TEST)

Mysoda Woody Wassersprudler (79,99 Euro) 

Interessant ist der Woody aufgrund seines außergewöhnlichen Designs in Naturoptik. Der Hersteller wirbt damit, Bio-Kunststoff mit Holzchips und Rohstoffe aus nachhaltiger Waldwirtschaft einzusetzen. Der Woody gehört zu den preisgünstigeren Modellen im Test. 

Philips GoZero Wassersprudler (99,99 Euro) 

Mit seinem universellen Design passt der Philips GoZero in viele Küchen. Der Wassersprudler ist zudem recht schlank und braucht dadurch wenig Platz. 

(Foto: ÖKO-TEST )

Sodapop Premium Wassersprudler Harold (79,99 Euro) 

Auch der Sodapop Harold ist ein Allrounder mit Glas- und Plastikflaschen. Praktisch ist der zusätzliche "Parkplatz" für einen Ersatzzylinder im hinteren Fach. Der Wassersprudler bietet einen großen Lieferumfang bei günstigem Preis.

Sodastream Duo Wassersprudler (179,90 Euro)

Der Sodastream DUO kann mit Glas- und Kunststoffflaschen betrieben werden. Beide sind im Lieferumfang enthalten. Weil Glasflaschen aus Sicherheitsgründen komplett umschlossen sein müssen, ist der Sprudler optisch anders aufgebaut als die meisten anderen. 

(Foto: ÖKO-TEST )

Sodastream Terra Wassersprudler (109,90 Euro) 

Der Sodastream Terra überzeugt optisch durch sein kompaktes Design, bei dem die Flasche halb im Korpus verschwindet und nicht frei hängt wie bei vergleichbaren Modellen. Das wirkt insgesamt etwas stabiler und sicherer. 

Das Fazit des Wassersprudler-Tests 

  • Ein Wassersprudler im Test schneidet "sehr gut" ab und ist damit Testsieger. 
  • In der Praxisprüfung der Wassersprudler zeigten sich ein paar Mängel. So stehen zum Beispiel nicht alle Produkte ganz stabil und die Handhabung ist teils unpraktisch. 
  • Ärgerlich finden wir es, wenn man kleine Reparaturen nicht selbst durchfühen kann. Denn das würde die Chance auf eine nachhaltigere Nutzung nach Ablauf der Garantie erhöhen. 
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4 gute Gründe, Leitungswasser zu trinken 

  1. Leitungswasser ist unschlagbar günstig: Der Preis pro Liter liegt dem Statistischen Bundesamt zufolge im Schnitt bei 0,2 Cent. Die Preise variieren zwar regional, dennoch ist der Liter Leitungswasser deutlich preiswerter als eine Flasche Wasser aus dem Handel. In unserem Test vor einem Jahr lagen die günstigsten Mineralwässer bei 13 Cent pro Liter.
  2. Es hat die bessere Klimabilanz: Die Verbraucherzentrale spricht von einer 600-mal höheren Klimabelastung durch Mineralwasser als durch Leitungswasser. Diese Diskrepanz entsteht vor allem durch die Abfüllung und den Transport der Mineralwässer.
  3. Es verursacht keinen Müll: Hahn auf, läuft – ganz ohne Zwischenlagerung. Klar, Mineralwasser gibt es auch in Mehrwegflaschen. Aber mit rund 60 Prozent ging laut dem Verband Deutscher Mineralbrunnen der Großteil des 2021 in Flaschen verkauften Mineralwassers in Einwegplastik über die Ladentheke – vor allem günstige Mineralwässer.
  4. Es ist gut kontrolliert: Die Basis der Qualität unseres Leitungswassers ist in Deutschland die Trinkwasserverordnung. Sie regelt, welchen Reinheitsgrad das Wasser haben muss, und stellt sicher, dass es gesundheitlich unbedenklich ist. Wichtig zu wissen: Der örtliche Versorger stellt diese Qualität bis zum Übergabepunkt am Hausanschluss sicher. Die die Rohrleitungen im Haus selbst können auch eine Quelle für Schadstoffe im Wasser sein.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Weiterlesen auf oekotest.de:

Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Für den Test haben wir sieben Trinkwassersprudler bekannter Marken im Preissegment zwischen knapp 65 und 210 Euro ausgewählt. Die meisten Modelle haben Kunststoffflaschen dabei, zwei Modelle lassen sich darüber hinaus mit Glasflaschen betreiben. Diese Sprudler haben aus Sicherheitsgründen einen komplett verschließbaren Korpus.

Ein Labor untersuchte die Geräte für uns hinsichtlich technischer und praxistauglicher Kriterien: Wie sicher steht das Gerät? Wie einfach lassen sich die Flaschen befestigen und die CO2-Zylinder austauschen? Überstehen die Kunststoffflaschen einen Sturz weitgehend unbeschadet, und sind sie auch für eine Reinigung in der Spülmaschine geeignet? Wie steht es mit dem Austausch von Dichtungen? Haben Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit, diese einfach und ohne großen Aufwand selbst auszutauschen und nach Bedarf auch zu reinigen? Insbesondere nach Ablauf der Garantie erspart dies eventuell kostspielige Reparaturen und erhöht die Chance auf eine nachhaltigere Nutzung.

Darüber hinaus ließen wir in einem weiteren Labor das aufgesprudelte Wasser auf Schwermetalle und nach einer gewissen Zeit in der Flasche auch auf Weichmacher und Acetaldehyd untersuchen. Die Geräte und ihre Verpackung wurden außerdem auf PVC/PVCD/chlorierte Verbindungen hin untersucht, die in der Umwelt nur schwer abbaubar sind.

Bewertungslegende 

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Bewertung Testergebnis Praxisprüfung: Das Testergebnis Praxisprüfung ergibt sich aus den Abwertungen in den vier Bereichen Lieferumfang, Handhabung/ Performance, Sicherheit/Verarbeitung und Zugang Dichtungen / Infos in der Bedienungsanleitung (BA): Störungsbehebung, Austausch und Reinigung von Dichtungen. Im Bereich Lieferumfang führt zur Abwertung um einen Minuspunkt: kein CO2-Zylinder im Lieferumfang enthalten. Im Bereich Handhabung/Performance führt zur Abwertung um zwei Minuspunkte: eine eher schwache Performance von weniger als drei Gramm zugeführter CO2-Menge bei einem durchschnittlich fest angedrehtem CO2-Zylinder. Gemessen an der im Labor maximal zuführbaren CO2-Menge nach zehn Vorgängen, bis eine Begrenzung durch das Gerät erfolgte. Zur Abwertung um jeweils einen Minuspunkt führen: a) Einsetzen der Wasserflasche per Schraubverbindung; b) Kunststoffflasche nicht spülmaschinentauglich; c) eine leichte Überdosierung, da durch das Gerät eine späte automatische Abschaltung erfolgt. Im Bereich Sicherheit/Verarbeitung führt zur Abwertung um zwei Minuspunkte: Gerät ist nur bis zu einem Neigungswinkel von 8 Grad rutschfest (in Tabelle: wenig rutschfest). Zur Abwertung um jeweils einen Minuspunkt führen: a) Gerät kippt schon bei einem Neigungswinkel von 30 Grad (in Tabelle: kippt relativ leicht); b) Gerät ist nur bis zu einem Neigungswinkel von 21 Grad rutschfest (in Tabelle: eher rutschfest); c) Gerät ist eher wackelig. Im Bereich Zugang Dichtungen / Infos in der BA: Störungsbehebung, Austausch und Reinigung von Dichtungen führen zur Abwertung um jeweils einen Minuspunkt: a) keine direkte Beschreibung zur eigenen Störungsbehebung in der BA, sondern nur ein allgemeiner Verweis auf die Website oder auf den Kundenservice (in Tabelle: unzureichend); b) keine Infos in der BA zum eigenen Austausch bzw. zur Reinigung von Dichtungen, sowie keine Infos in der BA zu lieferbaren Ersatzdichtungen, sondern nur ein allgemeiner Verweis auf die Website oder auf den Kundenservice (in der Tabelle: unzureichend); c) Dichtungen sind für den eigenen Austausch nicht oder nur schwer zugänglich (in Tabelle: eher schlecht). Dies ist vor allem für den nachhaltigen Gebrauch eines Gerätes auch nach Ablauf der Garantie von Interesse. Die Minuspunkte aus den vier Bereichen werden addiert und wie folgt in Noten umgerechnet: 0 bis 2 Minuspunkte = sehr gut; 3 bis 5 Minuspunkte = gut; 6 bis 8 Minuspunkte = befriedigend.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Praxisprüfung. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Testmethoden 

Für die Prüfungen am aufgesprudelten Wasser wurde örtliches Leitungswasser (auch als Blindwert) verwendet. Dabei wurde jeweils auf Temperatur und pH-Stabilität des Leitungswassers geachtet, um die Messungen möglichst vergleichbar durchzuführen.
Elemente im aufgesprudelten Wasser: ICP-MS.
Sensorik im aufgesprudelten Wasser: Beschreibung von 3 geschulten Prüfern.
Acetaldehyd im aufgesprudeltem Wasser: HPLC/DNPH - Das Wasser wurde zuvor 10 Tage verschlossen bei 40°C gelagert.
Weichmacher im aufgesprudelten Wasser: SBSE/TS GC-MS - Das Wasser wurde zuvor 10 Tage verschlossen bei 40°C gelagert.
Hinweise in Bedienungsanleitung & Prüfung der Handhabung / technischer Merkmale: nach Betrachtung und Test von mind. zwei geschulten Laborprüfern.
Fallprüfung: mit bis zur Füllmarke befüllten Flasche. Insgesamt wurden 3 Stürze aus 1 m Höhe (auf Flaschenboden, -kopf, -seite) auf einen Fliesenboden durchgeführt.
Max. zuführbare CO2-Menge/Performanceprüfung: Zuführung bis eine Begrenzung durch das Gerät erfolgte. Messung der CO2 Menge in Gramm über 10 Vorgänge. Angegeben ist die max. gemessene CO2-Menge. Für die Messungen wurde auf Temperatur und pH-Stabilität des Leitungswassers geachtet, um die Messungen möglichst vergleichbar durchzuführen.
Weitere Angaben: per Deklaration / Angaben in der beiliegenden Bedienungsanleitung oder nach Herstellerrückmeldung.
PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung und im Produkt: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: März bis April 2022 

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