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Rasiergel und Rasierschaum im Test: Sechs Produkte sind ohne Problemstoffe

Magazin August 2020: Radler | Autor: Frank Schuster/Heike Baier | Kategorie: Kosmetik und Mode | 10.08.2020

Rasiergel und Rasierschaum im Test: Wir haben insgesamt 20 Produkte überprüft.
Foto: ÖKO-TEST

Weil jede Rasur Stress für die Haut bedeutet, ist es wichtig, dass die verwendeten Rasiermittel gut verträglich sind. Wir haben daher Rasierschaum und Rasiergel auf Problemstoffe unterprüfen lassen. Der Test zeigt: Nicht alle Produkte sind frei davon, sechs können wir aber mit "sehr gut" empfehlen. 

  • Sie enthalten keine Problemstoffe: Zwei Rasiergele und vier Rasierschäume im Test bewerten wir mit Bestnote.
  • Sowohl ein Rasierschaum als auch ein Rasiergel fallen im Test durch. Der Grund: Bedenkliche Dufstoffe. 
  • Am häufigsten bemängeln wir PEG-Verbindungen, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. 

Laut der Verbrauchs- und Medienanalyse VuMA 2019 rasieren sich 41,1 Prozent aller Männer in Deutschland nass, davon nutzen die meisten Rasierschaum. Nur 15,7 Prozent greifen zu Rasiergel. Wir haben beide Produktgruppen getestet. Wozu soll Mann besser greifen: Rasierschaum oder Rasiergel? Unsere Antwort: Das ist Geschmackssache. Denn "sehr gute" Produkte gibt es in beiden Kategorien.

Viele allerdings enthalten Problemstoffe, weshalb sie nur mittelmäßig abschneiden. Von jeweils einem Rasierschaum und einem Rasiergel raten wir ab – beide fallen mit "ungenügend" durch.

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Rasiergel und Rasierschaum im Test: Was fällt auf? 

Am häufigsten kritisieren wir PEG-Verbindungen in den Rasiergelen und Rasierschäumen im Test. Sie können die Haut durchlässiger machen für Schad- und Fremdstoffe. Dabei ist die Rasur selbst schon strapazierend. Eine Nassrasur erfolgt bei geöffneten Poren und wirkt obendrein wie ein Peeling. Sie setzt der robusten und im Grunde recht dicken Männerhaut also ohnehin zu.

#Steht nach der Nassrasur noch eine Nachbehandlung mit einem Aftershave an, das ebenfalls Schadstoffe enthalten kann und in aller Regel stark parfümiert ist, dann wäre es schön, wenn wenigstens das Rasiermittel ohne Problemstoffe auskommt.

Rasierschaum oder Rasiergel: Welche Produkte sind besser?
Rasierschaum oder Rasiergel: Welche Produkte sind besser? (Foto: Josep Suria/Shutterstock)

Kritische Duftstoffe in Rasiergel und Rasierschaum 

Die zwei schlechtesten Produkte im Test, ein Rasierschaum und ein Rasiergel, enthalten den Duftstoff Lilial. Das Problem: Er hat sich im Tierversuch als fortpflanzungsschädigend erwiesen. Außerdem steckt in beiden Rasiermitteln der künstliche Moschusduft Galaxolid (HHCB). Galaxolid reichert sich im menschlichen Fettgewebe an. Es verbreitet sich überall in der Umwelt und findet sich auch im Gewebe von Gewässerorganismen.

Eigentlich könnte man sich durchaus fragen, wozu in Rasierschäumen und Rasiergelen überhaupt Parfüm stecken muss. Schließlich hinterlässt nach der Rasur meist noch ein Aftershave seine Duftnote. Doch kein Produkt im Test kommt ohne Parfüm aus.

Synthetische Polymere als Umweltproblem? 

Fünf Rasiergele sowie ein Rasierschaum im Test erhielten zudem Minuspunkte, weil sie synthetische Polymere beinhalten. Ihre Wirkung auf die Umwelt ist noch nicht ausreichend erforscht. Und trotzdem ist es aus unserer Sicht nicht angebracht, sie bedenkenlos über die Abwässer oder den Klärschlamm in die Umwelt gelangen zu lassen. Das sehen auch Umweltverbände wie der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) so.

(Foto: ÖKO-TEST)

In Rasiermitteln setzen die Hersteller Polymere unter anderem ein, um die Haut vor Verletzungen durch die Klinge zu schützen. Die Klinge gleitet besser. Sie übernehmen aber auch technologische Funktionen. Die Firma Beiersdorf etwa erklärt uns dazu: "Rasiergele sind in ihrer Zusammensetzung komplexer als Rasierschäume. Die eingesetzten Polymere sind wichtig zum Aufbau der Gelstrukur und für die Stabilität des Produkts."

Barthaare rasieren: Das rät ÖKO-TEST 

Unsere drei Tipps zur Nassrasur erleichtern die tägliche Bartpflege: 

  1. Rasierschaum und Rasiergel machen das Barthaar noch weicher, wenn sie kurz einwirken: Optimal sind ein bis zwei Minuten.
  2. Aufsatzklingen von Systemrasierern landen früher oder später im Müll. Mithilfe eines Schärfgerätes bleiben die Klingen bis zu vier Mal länger scharf. 
  3. Sie kommen auch mit den "sehr guten" Produkten im Test nicht zurecht? Für sehr empfindliche Haut gibt es auch Produkte ganz ohne Parfum.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper

Weiterlesen auf oekotest.de:


    Testverfahren

    Wir haben jeweils zehn Rasierschäume und Rasiergele eingekauft. Darunter bekannte Marken wie LʼOreal, Gillette und Wilkinson sowie Eigenmarken aus Supermärkten, Discountern und Drogerien. Zwei Produkte sind als Naturkosmetika zertifiziert. Die Preisunterschiede sind gewaltig: Für 200 Milliliter zahlten wir Preise von rund 60 Cent bis zu mehr als zehn Euro.

    Die von uns beauftragten Labore untersuchten die Rasiermittel auf allergene Duftstoffe und auf polyzyklische Moschusverbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern. Zudem prüften sie die Kosmetika auf bedenkliche Formaldehyd/-abspalter und umstrittene halogenorganische Verbindungen. Die Deklarationen nahmen wir unter anderem in Hinblick auf PEG/PEG-Derivate unter die Lupe, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können, sowie synthetische Polymere, die in die Umwelt gelangen können. Die Verpackungen ließen wir auf umweltschädliche chlorierte Verbindungen analysieren.

    Bewertungslegende 

    Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschusverbindungen (in der Tabelle: künstlicher Moschusduft); b) Butylphenyl Methylpropional (in der Tabelle: Lilial). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: PEG/PEG-Derivate.

    Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: synthetische Polymere (hier: Polyquaternium-7, Polyisobutene, Hydrogenated Polyisobutene oder PVP).

    Das Gesamturteil beruht auf dem Test der Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.  

    Testmethoden 

    Deklarationspflichtige Duftstoffe, Moschus-Verbindungen/Cashmeran, Diethylphthalat: Extraktion mit TBME, GC-MS.

    Formaldehyd/-abspalter: saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol, Fotometrie.

    Halogenorganische Verbindungen: 1. Heißwasserextraktion, Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. 2. Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extraktes im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts.

    PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung:  Röntgenfluoreszenzanalyse.

    Einkauf der Testprodukte: April 2020 

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