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Jeans-Test: Nur eine Damenjeans ist "sehr gut"

Jetzt gratis unser Testurteil zu 21 Jeanshosen abrufen

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2020 | Autor: Christine Throl/Jörg Döbereiner | Kategorie: Kosmetik und Mode | 17.10.2019

Jeans im Test: Aufgrund schlechter Gesamturteile raten wir vom Kauf der meisten Damenjeans ab.
Jeans im Test: Aufgrund schlechter Gesamturteile raten wir vom Kauf der meisten Damenjeans ab. (Foto: Noppadon stocker/ Shutterstock )

Die Ergebnisse unseres Jeans-Tests aus dem August-Magazin enttäuschen: Weder bei billigen, noch bei teuren Marken ist auf eine faire Produktion Verlass. In den meisten Jeans für Damen steckte zudem krebsverdächtiges Anilin. Immerhin: ein Anbieter hat nun nachgebessert. Checken Sie jetzt alle Testergebnisse kostenlos.

Aktualisiert am 17.10.2019; Einkauf Testprodukte April 2019 | Dreckiges Abwasser, schlechte Löhne, fehlender Arbeitsschutz: Die Produktion von Jeans und anderen Klamotten ist oft katastrophal. In unserem Test haben wir Jeans für Damen von 21 Textilfirmen überprüft, von Kik bis Diesel. Mit dabei sind auch Jeans aus Bio-Baumwolle und von Anbietern, die mit fairen Arbeitsbedingungen werben. 

Jeans-Test: Textilbranche geizt mit Transparenz

Von jedem Jeans-Anbieter wollten wir im Test wissen: Woher stammt die Hose? Wie steht es um Löhne, Sicherheit und Ökologie bei der Produktion? 22 Fragen stellten wir – und für jede Angabe wollten wir aussagekräftige Belege sehen. Die Antworten bewerteten wir gemeinsam mit FEMNET. Die Nichtregierungsorganisation setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen von Frauen in der Textilindustrie ein. Die Jeans ließen wir für den Test in Laboren außerdem auf Haltbarkeit und Schadstoffe prüfen.

Das Ergebnis: Guten Gewissens können wir im Test nur die Damen-Jeans der Marke "Kings Of Indigo" empfehlen. Sie ist die einzige, die wir insgesamt mit "sehr gut" bewerten. Der Anbieter besserte nach der erstmaligen Veröffentlichung des Tests nach. Ganze 14 Jeanshosen fallen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch.

Fünf Jeans im Test sind immerhin noch befriedigend. Das sind die Hosen von Esprit, Kuyichi und S. Oliver sowie die der bekannten Bio-Marken Armedangels und Hess Natur. Die beiden Bio-Marken schneiden in puncto Glaubwürdigkeit und Transparenz zusammen mit Kings Of Indigo am besten ab. Sie belegten durch Dokumente glaubhaft, dass sie sich um hohe Sozial- und Umweltstandards in der Produktion bemühen.

Krebsverdächtiger Stoff in Jeanshosen 

Existenzsichernde Löhne hat kein einziger Jeans-Anbieter nachgewiesen. Und vier Unternehmen antworteten überhaupt nicht auf den Fragebogen, darunter große Jeansmarken wie Diesel, Lee und Mustang.

Der Praxis-Test fiel zumindest erfreulich aus: Alle Jeans für Damen sind ziemlich robust und verändern sich beim Waschen nicht wesentlich. Allerdings kritisieren wir in nicht weniger als 15 Jeanshosen ein und denselben Schadstoff: Anilin. Der krebsverdächtige Farbbestandteil stammt aus dem Farbstoff Indigo, der Bluejeans die markante Farbe verleiht.

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Wir haben Jeans für Damen von 21 Textilfirmen überprüft, darunter Hosen der Marken Diesel, Zara und G-Star.
Wir haben Jeans für Damen von 21 Textilfirmen überprüft, darunter Hosen der Marken Diesel, Zara und G-Star. (Foto: ÖKO-TEST)

Sicherere Jeans-Fabriken durch Bangladesh Accord

Gut sechs Jahre ist es nun her, dass der Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes in Bangladesch die Branche erschütterte. Seither hat der "Bangladesh Accord" die Fabriken sicherer gemacht. Aber es gibt noch viel zu tun. Auch 2019 starben in Bangladesch bereits dutzende Menschen bei Fabrikbränden.

In unserem Jeans-Test haben mehr als die Hälfte der Unternehmen den Bangladesh Accord unterzeichnet und damit Engagement belegt. Unterzeichnen Unternehmen nicht, zum Beispiel weil sie gar nicht in Bangladesch produzieren, sollten Jeans-Anbieter ein aussagekräftiges Sicherheitszertifikat mitschicken.

Jeans für Damen im Test: Industrie zahlt keine fairen Löhne

Im Test weist kein einziger Jeans-Anbieter existenzsichernde Löhne nach. Manche können belegen, dass sie sich zumindest mit dem Thema befassen. Allerdings haben neun Jeans-Firmen auf diese wichtige Frage gar nicht geantwortet oder keine Belege erbracht.

Ein Lohn, der zum Leben reicht, ist ein Menschenrecht. Doch in der Textilproduktion verdienen viele nur den Mindestlohn. Und der genügt oft nicht: In Bangladesch beträgt er laut der Kampagne für Saubere Kleidung weniger als ein Viertel des existenzsichernden Lohnes. Deshalb müssen neben der Politik auch die Unternehmen selbst dringend auf bessere Löhne hinwirken.

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Undurchsichtige Zulieferketten bei Jeans-Anbietern

Vom Baumwolllieferant bis zur Produktionsstätte: In unserem Test kann oder will kein Anbieter die komplette Lieferkette der gekauften Jeans nachvollziehbar machen. Ein paar sind aber zumindest nahe dran, sie belegen Geschäftsbeziehungen für alle Stufen außer Baumwollanbau und Entkörnung. Leider noch zu wenige. Textilfirmen sollten Verbraucher offen darüber informieren, damit diese die Infos beim Jeans-Einkauf berücksichtigen können.

Über ihr Einkaufsverhalten beeinflussen Unternehmen die Bedingungen in den Textilfabriken – positiv wie negativ. Denn: Langfristige Zulieferverträge sorgen eher für gute Arbeitsbedingungen. Kurzfristige Bestellungen hingegen setzen die Betriebe und so auch die Beschäftigten unter Druck.

Im Jeans-Test beziehen sich nur Armedangels, Hess Natur und Kings Of Indigo bei der Einkaufspraxis auf ihre Mitgliedschaft in der Fair Wear Foundation (FWF), die wir hier als Goldstandard ansehen. Grund: Die FWF bewertet die Einkaufspraxis ihrer Mitglieder unabhängig und veröffentlicht sie.

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Kein Anbieter der Damenjeans im Test kann oder will die komplette Lieferkette der gekauften Jeans nachvollziehbar machen.
Kein Anbieter der Damenjeans im Test kann oder will die komplette Lieferkette der gekauften Jeans nachvollziehbar machen. (Foto: Shutterstock )

Hohe Umweltstandards im Jeans-Test selten

Färben, Bedrucken, Waschen – die Jeans-Produktion ist chemikalienintensiv und verdreckt die Umwelt im großen Stil, zum Beispiel Chinas Flüsse. Umso wichtiger sind hohe Umweltstandards. Führend ist hier das GOTS-Siegel. Naturfasern müssen aus kontrolliert-biologischem Anbau stammen und für die weitere Produktion gelten hohe ökologische Kriterien.

Im Test liegen drei Jeans dank GOTS-Siegel vorn. Das sind die Hosen von Armedangels, Hess Natur und Kuyichi. Fünf weitere Jeans-Anbieter haben immerhin die Greenpeace Detox-Verpflichtung unterzeichnet, die ebenfalls hohe Standards setzt oder den GOTS-Standard für einen Teil der Lieferkette belegt.

Neben dem Global Organic Textile Standard (GOTS) gibt es weitere Siegel, Abkommen und Initiativen, die Hinweise auf die Einhaltung von Sicherheits- sowie Umweltstandards, faire Löhne und die Einkaufspolitik von Unternehmen geben. Hier finden Sie eine Übersicht: Was Siegel, Abkommen und Initiativen über Jeans-Marken verraten.

Unsere Tipps für den Kauf von Jeans

  • Orientieren Sie sich beim Jeans-Kauf an den Siegeln der Fair Wear Foundation und von GOTS. Der Global Organic Textile Standard setzt hohe Umweltschutz-Maßstäbe, die Fair Wear Foundation steht für anspruchsvolle Sozialstandards.
  • Empfehlen können wir auch den Einkauf bei nachhaltigen Onlinehändlern. Avocadostore.de oder waschbaer.de prüfen Ihr Sortiment auf faire und umweltgerechte Produktion.
  • Waschen Sie Bluejeans vor dem ersten Tragen. So entfernen Sie Schadstoffrückstände aus der Produktion.
  • Waschen Sie Jeans getrennt von anderer Kleidung, da sie abfärben können. Zum Waschen immer auf links drehen, damit die Farbe länger hält.

Diesen Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Magazin 8/2019 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch 2020 im Oktober 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Wir haben 21 Damenjeans verschiedener Anbieter eingekauft, zu Preisen zwischen 10 Euro und 150 Euro, von Kik bis Diesel. Mit dabei sind Jeans aus Bio-Baumwolle und von Anbietern, die mit fairen Arbeitsbedingungen werben.

Die Produktion von Jeans und anderen Klamotten erfolgt oft unter katastrophalen Bedingungen. Deshalb schickten wir allen Anbietern einen umfangreichen Fragebogen zu den Produktionsbedingungen der Jeans. Wir wollten unter anderem wissen, wo sie die Hosen herstellen lassen, was sie für faire Löhne tun und welche Umweltstandards sie fordern. Wir sicherten zu, die Daten vertraulich zu behandeln, und unterschrieben auch Vertrau­lichkeitsvereinbarungen, sofern gewünscht.

Die Antworten bewerteten wir gemeinsam mit zwei Expertinnen von FEMNET e.V., einer Organisation, die sich insbesondere für die Rechte von Frauen in der Textilbranche einsetzt.Natürlich ließen wir auch prüfen, ob die Jeans krebserregende und -ver­dächtige Schadstoffe enthalten, ob sie abfärben, beim Waschen einlaufen oder sich die Beine verdrehen.

Grundlage für das Gesamturteil bildet die Bewertung der Produktionsbe­dingungen. Die Note kann sich durch ein schlechtes Schadstoffergebnis verschlechtern. Diese im Vergleich zu früheren Tests veränderte Bewertung spiegelt die hohe Verantwortung von Anbietern und Konsumenten gegen­über den Menschen und der Umwelt in der gesamten Lieferkette wider.

Bewertungslegende: Damenjeans

Bewertung Testergebnis Glaubwürdigkeit und Transparenz: Das Testergebnis Glaubwürdigkeit und Transparenz setzt sich zusammen aus den Bereichen Liefer­kette, Bemühungen um bessere Einkaufspraxis, Faire Löhne angestrebt, Beschwerdemechanismen, Bemühungen um Sicherheitsstandards und Bemühungen um Umweltstandards. In diesen sechs Bereichen vergeben wir Minuspunkte, wenn Unternehmen uns keine oder aus unserer Sicht nicht ausreichende Nachweise vorgelegt haben. Die Summe der Minuspunkte aus allen Bereichen wan­deln wir in eine Schulnote für das Testergebnis Unternehmerische Sorgfaltspflicht und Transparenz um: 0–4 Minuspunkte (MP) = „sehr gut“; 5–8 MP = „gut“; 9–12 MP = „befriedigend“; 13–16 MP = „ausreichend“; 17–20 MP = „mangelhaft“; mehr als 20 MP = „ungenügend“.

Lieferkette: „belegt“ = Nachweise für Baumwollproduzent und Betriebe auf allen abgefragten Pro­duktionsstufen. Zur Abwertung um einen Minuspunkt führt: Geschäftsbeziehungen zu Betrieben auf allen Produktionsstufen außer Baumwollproduktion und Entkörnung nachgewiesen, oder: Ge­schäftsbeziehungen zu Betrieben auf allen Produktionsstufen außer Stickerei nachgewiesen (in Ta­belle: „überwiegend belegt“). Zur Abwertung um zwei Minuspunkte führt: Nachweise nur für einzel­ne Produktionsstufen, weitere Angaben beruhen lediglich auf Nennung (in Tabelle: „wenig belegt“). Zur Abwertung um drei Minuspunkte führt: alle Angaben beruhen lediglich auf Nennung und sind nicht ausreichend nachgewiesen (in Tabelle: „nicht belegt“). Zur Abwertung um vier Minuspunkte führt: keine Angabe zu dieser Frage. Als ausreichende Nachweise haben wir jeweils angesehen: Ko­pien von offiziellen Protokollen und Unterlagen, die Geschäftsbeziehungen innerhalb der Lieferket­te nachweisen oder das Veröffentlichen von Geschäftspartnern online.

Bemühungen um bessere Einkaufspraxis: „belegt“ = Mitgliedschaft bei FWF. Zur Abwertung um einen Minuspunkt führt: Mit­gliedschaft bei ACT (in Tabelle: „überwiegend belegt“). Zur Abwertung um drei Minuspunkte führt: Mitgliedschaft in der Better Buying Initiative oder im Textilbündnis bzw. nur Verweis auf Audits oder eigene Maßnahmen (in Tabelle: „wenig belegt“). Zur Abwertung um vier Minuspunkte führt: keine Angabe zu dieser Frage.

Faire Löhne angestrebt: „existenzsichernde Löhne belegt“ = konkrete, nachvollziehbare Belege für existenzsichernde Löhne. Zur Abwertung um einen Minuspunkt führt: Mitgliedschaft bei Fair Wear Foundation oder konkrete Belege für Open Costing (in Tabelle: „einige Schritte belegt“). Zur Abwertung um drei Minuspunkte führt: nicht mit ausreichenden Nachweisen belegte Angabe, dass mehr als Mindestlohn oder existenzsichernde Löhne gezahlt werden oder le­diglich Verweis auf Audit oder ACT-Mitgliedschaft (in Tabelle: „geringe Bemühungen belegt“). Zur Ab­wertung um vier Minuspunkte führt: keine Angabe zu dieser Frage oder lediglich Hinweis auf Min­destlohn oder „basic need wages“ (in Tabelle: „Bemühungen nicht belegt“ oder „keine Angabe“).

Beschwerdemechanismen: externe Vertrauensperson vor Ort nachgewiesen, zum Beispiel durch Beschwerdesystem der Fair Wear Foundation. Zur Abwertung um zwei Minuspunkte führt: lediglich interne Maßnahmen wie Beschwerdeboxen, unternehmensinterne Ansprechpersonen oder Hot­lines. Zur Abwertung um vier Minuspunkte führt: keine Angabe zu dieser Frage.

Bemühungen um Sicherheitsstandards: „belegt“ = Bangladesh Accord unterzeichnet oder, falls Betrieb nicht in Bangladesch produziert: Bemühungen nachgewiesen durch Sicherheitszertifikat („Occupational Health & Safety“) oder Mitgliedschaft bei FWF. Zur Abwertung um einen Minuspunkt führt: Unter­nehmen hat den Bangladesh Accord nicht unterzeichnet, verfügt aber über ein eigenes Fire Safety and Building Integrity Program in Bangladesch inklusive veröffentlichter Liste von Fabriken (in Ta­belle: „teils belegt“). Zur Abwertung um zwei Minuspunkte führt: Unternehmen hat den Bangladesh Accord nicht unterzeichnet und eigene Maßnahmen mit BSCI-Audit nachgewiesen (in Tabelle: „we­nig belegt“). Zur Abwertung um drei Minuspunkte führt: nicht mit ausreichenden Nachweisen be­legte Angaben zu Bemühungen um Sicherheitsstandards (in Tabelle: „nicht belegt“). Zur Abwertung um vier Minuspunkte führt: keine Angabe zu dieser Frage.

Bemühungen um Umweltstandards: „sehr hohes Niveau belegt“ = GOTS für gesamtes Produkt. Zur Abwertung um einen Minuspunkt führt: GOTS nachgewiesen, aber nicht für die gesamte Lieferkette oder das Produkt (in Tabelle: „ho­hes Niveau belegt“). Zur Abwertung um zwei Minuspunkte führt: Greenpeace Detox-Verpflichtung unterzeichnet und/oder Mitgliedschaft bei ZDHC und/oder unternehmenseigene MRSL-Liste und/ oder Nachweis für Environmental Impact Scoring und/oder Protokoll über Chemical Management Assessment (in Tabelle: „mittleres Niveau belegt“). Zur Abwertung um drei Minuspunkte führt: nicht mit ausreichenden Nachweisen belegte Angaben zu Bemühungen um Umweltstandards (in Tabelle: „nicht belegt“). Zur Abwertung um vier Minuspunkte führt: keine Angabe zu dieser Frage.

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: ein Gehalt von 5 mg/kg Anilin oder mehr. Zur Abwertung um eine Note führen: halogenorganische Verbindungen. Unter dem Testergebnis Materialeigenschaften führt zur Abwertung um eine Note: eine sehr niedri­ge Reibechtheit nass.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/ chlorierte Verbindungen; b) optische Aufheller in Etiketten und/oder Nähgarn.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Glaubwürdigkeit und Transparenz. Ein Testergebnis Inhaltsstoffe, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Inhaltsstoffe, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Materialeigenschaften, das „sehr gut“ oder „gut“ ist, hat keinen Einfluss auf das Gesamturteil. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um eine Note.

Testmethoden

Analyse je nach Zusammensetzung des Produkts.

Inhaltsstoffe: Halogenorganische Verbindungen: Elution mit Reinstwasser in Soxhlet-Apparatur, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Analyse in repräsentativer Mischprobe aus Oberstoff und Taschenfutter. Antimon (Produkte mit Polyester): DIN EN 16711-2:04-2014 Elution von Elementen mittels saurer Schweißlösung aus Textilien. Quantitative Bestimmung von Elementen gemäß DIN EN ISO 17294-2:01-2017. Analyse in repräsentativer Mischprobe aus Oberstoff und Taschenfutter. Chrom-VI (in Leder): Herstellen eines wässrigen Eluats, fotometrisches Bestimmen von Chrom VI gemäß EN ISO 18412:2006. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt: Röntgenfluoreszenzanalyse. Nickelabgabe aus Metallaccessoires: 1. Screening auf Nickel per Röntgenfluoreszenzanalyse. 2. Elution der Proben mittels saurer Schweißlösung. Elutionsdauer eine Woche. Aromatische Amine: Prüfung auf Amine aus Azofarbstoffen nach reduktiver Spaltung entsprechend DIN EN 14362-1:2017-05. Bei Feststellung aromatischer Amine wird das Analyseergebnis durch ein zweites Verfahren abgesichert (HPLC/DAD oder TLC). Es werden zusätzlich Anilin und Xylidine angegeben. Bei Hinweisen auf 4-Aminoazobenzol erfolgt immer eine zusätzliche Prüfung entsprechend DIN EN 14362-3:2017-05. Bestimmungsgrenze 1 mg/kg. Optische Aufheller: qualitativer Nachweis (UV-Licht). Nonylphenolethoxylate: LC-MS/MS nach Extraktion.

Materialeigenschaften: Reibechtheit trocken/nass: DIN EN ISO 105-X12:2016-11. Die Beurteilung der Echtheitsprüfungen erfolgte mittels Graumaßstab (Lichtechtheit mittels Blaumaßstab), wobei die Note 5 die beste Note darstellt und die Note 1 die schlechteste. Waschechtheit: DIN EN ISO 105-C06:2010-08 nach A1S oder A2S, abhängig vom Pflegeetikett. Die Bewertung der Echtheiten erfolgte mittels Graumaßstab (Lichtechtheit mittels Blaumaßstab), wobei 5 die beste Note darstellt und 1 die schlechteste. Begleitgewebe: Wolle, Polyacryl, Polyester, Polyamid, Baumwolle, Acetat. Maßänderung: Maschinentyp, A 1-Frontlader, gemäß Pflegeanleitung und falls angegeben auf links gewaschen, DIN EN ISO 5077:2008-04, DIN EN ISO 3759:2008-11, DIN EN ISO 6330:2013-02: Verdrehung ISO 16322-2,3:2005-06. Die Prüflinge für die technologisch-physikalischen Prüfungen wurden dem Normklima 20 °C ± 2 °C, 65 % ± 4 % relativer Luftfeuchte angeglichen.

Einkauf der Testprodukte: April 2019

Diesen Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Magazin 8/2019 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch 2020 im Oktober 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

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