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Fußcreme und Fußbalsam: Bekannte Marken fallen im Test durch

Magazin August: Tofu | Autor: Hanh Friedrich/Heike Baier/Hannah Pompalla | Kategorie: Kosmetik und Mode | 04.08.2022

Fußcremes und Fußbalsame: In fünf stecken so viele bedenkliche Stoffe, dass sie durch den Test fallen.
Foto: ÖKO-TEST

Füße brauchen im Sommer ein wenig mehr Zuwendung, damit sie frisch und vorzeigbar bleiben. Viele Fußcremes und Fußbalsame im Test leisten dabei "sehr gute" Dienste. Aber nicht alle Produkte sind frei von Problemstoffen.

  • Im Test: 24 Fußcremes und Fußbalsame, davon acht in Naturkosmetikqualität.
  • 17 Produkte sind mit "sehr gut" rundum empfehlenswert. Fünf Cremes und Balsame fallen jedoch durch den Test.
  • Kritik gibt es für künstliche Fette, Belastungen mit problematischen Mineralölbestandteilen sowie bedenklichen Konservierungsstoffen.

In Sandalen oder Flipflops können Füße frei atmen. Doch leider bietet offenes Schuhwerk auch beste Bedingungen für Schwielen und Hornhaut, denn hier kommen zwei Dinge zusammen: Gegen die direkte Reibung an der Schuhsohle schützt sich der Fuß mit der Bildung von Hornhaut, und gleichzeitig verliert die Haut ohne Strumpf viel schneller Feuchtigkeit.

Dermatologen sehen deshalb im Sommer die größten Probleme mit dicken, ausgetrockneten, auch rissigen Schwielen am Fuß. Sie versichern, dass vorbeugen die beste Strategie sei: Tägliches Eincremen vermeide Hornhautprobleme wirkungsvoll.

Warum Fußcreme verwenden?

Auch eine normale Bodylotion kann die Fußpflege erledigen. Fußcremes bieten in der Regel jedoch einen höheren Anteil an Lipiden und Feuchtigkeitsspendern und daneben noch ein paar Extras: Manche versprechen eine zusätzliche Desodorierung, andere erfrischen mit Bestandteilen wie Menthol, Limetten- oder Teebaumöl.

Fußcremes und Fußbalsame sollen die Füße zart und geschmeidig halten.
Fußcremes und Fußbalsame sollen die Füße zart und geschmeidig halten. (Foto: Andrey_Popov/Shutterstock)

Auch ein "schnelles Einziehen" schreiben sich viele Produkte auf die Fahnen. Verbraucherinnen und Verbraucher dürften das gerade bei Cremes mit hohem Fettanteil schätzen, die an Begriffen wie "reichhaltig" oder "intensive Pflege" zu erkennen sind. Bleibt nur die Frage: Welche Fußcreme darf es sein?

Welche Fußcremes und Fußbalsame sind am besten?

17 von insgesamt 24 getesteten Fußbalsamen und Fußcremes bewerten wir mit "sehr gut". Allerdings sollten Sie auch fünf "mangelhafte" und "ungenügende" Produkte besser links liegen lassen – darunter auch bekannte Marken. In diesen Cremes und Balsamen haben wir Inhaltsstoffe entdeckt, die unserer Meinung nach nicht auf die Haut gehören. 

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Künstliche Fette in Fußbalsamen und Fußcreme

Damit die Haut am Fuß schön geschmeidig bleibt, braucht sie Fett und Feuchtigkeit. Mit einigen in den Produkten enthaltenen Fetten sind wir allerdings gar nicht einverstanden: Eine Fußcreme und zwei Fußbalsame enthalten Paraffine und Silikonöle. Das sind Erdöle oder rein synthetische Verbindungen.

Ihren Pflegeeffekt halten wir für bescheiden gegenüber dem von natürlichen Fetten wie Sheabutter oder Avocadoöl. Der Grund: Künstliche Fette integrieren sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut wie natürliche Alternativen.

Fußpflegeprodukte mit Mineralöl verunreinigt

Paraffine kritisieren wir aber noch aus einem anderen Grund: Die aus Erdöl hergestellten Substanzen können mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt sein. Diese Überbleibsel aus dem Erdöl sind in unseren Augen in Kosmetik komplett fehl am Platz, denn unter ihnen können sich auch krebserregende Verbindungen befinden.

Tatsächlich bestätigt der Laborbericht: In allen drei paraffinhaltigen Fußpflegeprodukten stecken MOAH. Das ist die Vorbeugung gegen Hornhaut dann doch nicht wert, finden wir.

Bedenkliche Konservierungsstoffe gefunden

Ob Sie nun Fußcreme oder -balsam heißen: Alle Produkte im Test bestehen zu über der Hälfte aus Wasser, und im Wasser können sich Keime gut vermehren. Die Hersteller müssen sich also überlegen, wie sie die Cremes konservieren.

Aber folgende Stoffe, auf die wir in unserem Test gestoßen sind, sollten sie hierfür bitte nicht einsetzen:

  • Chlorphenesin: Diese halogenorganische Verbindung kann zu Hautirritationen führen, ihre Verwendung ist nicht umsonst in der Kosmetikverordnung der EU beschränkt.
  • Iodopropynylbutylcarbamat: Studien weisen darauf hin, dass diese halogenorganische Verbindung Kontaktallergien auslösen kann.

Ein Fußbalsam im Test mit falscher Deklaration

Um Hornhaut und Schwielen vorzubeugen, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Füße regelmäßig eincremen.
Um Hornhaut und Schwielen vorzubeugen, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Füße regelmäßig eincremen. (Foto: FotoDuets/Shutterstock)

Auf einem untersuchten Fußbalsam ist der Konservierungsstoff Diazolidinyl-Urea deklariert, der nach und nach allergenes Formaldehyd freisetzen könnte. Für Formaldehyd/-abspalter ziehen wir normalerweise stark Punkte ab. Nur: Das beauftragte Labor konnte trotz der sehr sensiblen Methode kein freies oder freisetzbares Formaldehyd nachweisen.

Hat der Anbieter den Stoff bereits ersetzt und versäumt, seine Inhaltsstoffliste anzupassen? Möglich. Weil wir nicht komplett sicher sein können, sehen wir von einer Abwertung wegen eines Deklarationsmangels ab.

So pflegen Sie ihre Füße zu Hause 

Wir haben Tipps für Sie gesammelt. So tun Sie ihren Füßen etwas Gutes: 

  • Fußbad: Tut gut, weicht die Haut auf und bereitet die Füße auf das Pflegeprogramm vor. Füße etwa zehn Minuten bei höchstens 38 Grad Celsius im Wasser lassen, dann gründlich abtrocknen.
  • Peeling: Verwöhnt die Füße, massiert sie leicht und glättet raue Stellen. Reicht aus, wenn die Hornhaut nur sehr dünn ist. Ein DIY-Fußpeeling lässt sich im Handumdrehen aus 2 Esslöffel Olivenöl und 1 Esslöffel Meersalz oder Zucker anrühren. Füße gut abspülen und abtrocknen.
  • Eincremen: Mit welcher Fußcreme oder welchem Fußbalsam Sie Ihre Füße am besten eincremen können,
    verraten Ihnen unsere Testergebnisse. Eine reichhaltigere Lotion tut es aber auch.
  • Nägel kürzen und feilen: Die Nägel am besten mit einer Feile kürzen; mit Schere oder Knipser können sie leichter splittern. Zehennägel möglichst gerade feilen, damit der Nagel nicht einwächst.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Weiterlesen auf oekotest.de:

Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Wir haben 24 Fußbalsame – davon acht in Naturkosmetikqualität – in Drogerien, (Bio-)Supermärkten, Discountern und im Onlinehandel eingekauft. Dabei haben wir vor allem Produkte mit pflegenden und feuchtigkeitsspendenden Auslobungen ausgewählt. Das günstigste Produkt kostete 1,25 Euro, das teuerste 19,33 Euro für jeweils 100 Milliliter.

Wir haben die Deklarationen aller Balsame überprüft und gecheckt, ob sie umstrittene Stoffe listen: PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger machen können für Fremdstoffe oder BHT, das in Verdacht steht, das Hormonsystem zu beeinflussen. Auch synthetische Polymere, Silikone und Paraffine haben wir erfasst. Im Labor ließen wir gegebenenfalls den Gehalt an Paraffinen und Silikonen bestimmen; paraffinhaltige Produkte prüfte ein weiteres Labor zudem auf Verunreinigungen mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen. Alle Produkte haben wir im Labor auf bedenkliche Formaldehyd/-abspalter, umstrittene halogenorganische Verbindungen und bedenkliche Duftstoffe wie das stark allergene Isoeugenol untersuchen lassen.

Wir wollten auch wissen, wie umweltfreundlich die Verpackungen sind: Ein Labor testete für uns, ob die Kunststoff-Tuben PVC/ PVDC/chlorierten Verbindungen enthalten. Und wir baten alle Anbieter um Nachweise zu einem Rezyklatanteil in der Kunststoffverpackung. Können Anbieter uns den Bezug zur getesteten Charge nicht belegen oder liegt der Anteil an Post-Consumer-Rezyklat (PCR) in ihrer Tube unter 30 Prozent, ziehen wir Noten ab.

Bewertungslegende 

Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Chlorphenesin, IodopropynylButylcarbamat (halogenorganische Verbindungen); b) PEG/PEG-Derivate; c) MOAH; d) Isoeugenol. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als ein Prozent Silikonverbindungen und/ oder Paraffine/künstliche paraffinartige Stoffe; b) BHT.

Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: Silikone, die weniger als ein Prozent ausmachen, wenn nicht schon Paraffine/Silikone unter den Inhaltsstoffen abgewertet wurden, und/oder synthetische Polymere als weitere Kunststoffverbindungen (hier: Acrylates/Acrylamide Copolymer, Stearate Hydroxyethyl Acrylate/Sodium Acryloyldimethyl Taurate Copolymer). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Umkarton, der kein Glas schützt; b) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; c) ein Anteil von Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von weniger als 30 Prozent in Relation zum Gesamtgewicht der Kunststoffverpackung oder keine Angabe hierzu oder kein ausreichender Nachweis auf unsere Anfrage hierzu.

Gesamturteil: Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "mangelhaft" oder "ungenügend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "ungenügend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern versprochenen Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden 

Testmethoden (je nach Zusammensetzung der Produkte):
Deklarationspflichtige Duftstoffe/Diethylphthalat/Polyzyklische Moschus- und Nitromoschus-Verbindungen/Cashmeran: Extraktion mit TBME, GC-MS.
Formaldehyd/-abspalter: saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Fotometrie.
Mineralöl: LC-GC/FID.
Paraffine/Silikone: LC-RI nach Extraktion (ggf. GC-MS).
Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion mit anschließender Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Weitere Inhaltsstoffe: per Deklaration.

Einkauf der Testprodukte: April bis Mai 2022.

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