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Kindermöbel-Ratgeber: Was Sie beim Möbelkauf für die Kleinen beachten sollten

Ratgeber Kleinkinder 2016 | Kategorie: Kinder und Familie | 08.09.2016

Großer Kindermöbel-Ratgeber: Was Sie bei der Ausstattung des Kinderzimmers beachten sollten
Foto: Shutterstock/Followtheflow

Kindermöbel sind teuer, und da ist es nur verständlich, dass man den größten Nutzen herausholen will. Mit mitwachsenden und vielfältig nutzbaren Möbeln zum Beispiel, die das Kind viele Jahre lang begleiten.

Alles kann auch anders genutzt werden als gedacht: Das Bett muss als Trampolin herhalten; in den Rollcontainer, der eigentlich für die Aufbewahrung der Bauklötze vorgesehen ist, kann man auch wunderbar selbst hineinklettern. Und wenn man die Schubladen an der Kommode auszieht, kann man sie als Tritte benutzen, um an dem Möbelstück hochzuklettern.

Kinder setzen Möbel jeden Tag einem Härtetest aus: Die Einrichtungsstücke müssen daher ganz besonders robust und sicher sein. Vor allem dann, wenn sie längere Zeit halten und nicht nach einem Jahr schon schrottreif sein sollen.

Kindermöbel müssen heute drei Bedingung erfüllen

Mindestvoraussetzung beim Kauf von Kindermöbeln ist deshalb nicht nur ein ansprechendes Design, sondern auch ausreichende Sicherheit. Das gilt sowohl für preiswerte als auch für teure Möbel. Das klassische, immer gleich aussehende Jugendzimmer hat ausgedient.

Heute suchen Eltern nach …

  1. individuellen Möbelstücken, die im besten Fall auch noch
  2. multifunktional sind und/oder
  3. mitwachsen.

Wenn sich das Kinderbettchen später in ein kleines Sofa verwandeln lässt, die Wickelkommode zum Sideboard wird und die Bettsprossen zur Kletterwand, sind das Mehrwerte, die aus Sicht vieler Eltern auch einen höheren Preis rechtfertigen.

Gerade mitwachsende Einrichtungsgegenstände müssen aber hohen Qualitätsansprüchen genügen, schließlich sollen sie viele Jahre lang funktionieren und gut aussehen. Sinn macht das Konzept auch nur dann, wenn es eine mehrjährige Nachkaufgarantie für Zubehör gibt. Indes: "Zu viele mitwachsende Möbel mögen Kinder nicht, denn sie wollen auch immer mal etwas Neues", weiß Ursula Geismann. Das bekommen sie auch. Im Durchschnitt kaufen Eltern bis zum Auszug des Kindes vier neue Einrichtungen fürs Kinder- beziehungsweise Jugendzimmer.

Bestseller bei Kinder- und Jugendmöbeln sind natürliche Materialien, vor allem unbehandeltes Holz, weiß der Verband der Deutschen Möbelindustrie. Eigentlich nicht erstaunlich, denn solche Möbel sind gut kombinierbar und langlebig; Kratzer lassen sich einfach ausschleifen.

Beliebt bei Kindern sind Themenzimmer: für Prinzessinnen, Piraten oder kleine Feen. Solche Einrichtungen sehen toll aus, allerdings dauert es meist nicht sehr lange, bis die Seeräuber- oder Feenphase beendet ist und das Kind lieber eine neutralere Umgebung hätte. Geschickter und kostengünstiger ist es deshalb, das Lieblingsthema ausschließlich durch Dekorationen zu kreieren, die sich wieder beseitigen lassen, etwa durch entsprechende Bettwäsche oder Vorhänge, Bilder und Accessoires.

Ist das Kind gerade erst auf der Welt, kann man seine Kauflust getrost noch zügeln. Das Baby braucht erst einmal nur wenige Stücke: ein Bett, einen Wickelplatz und später einen Kleiderschrank oder eine Kommode. Als Schlafplatz für das Neugeborene bevorzugen viele Eltern Stubenwagen oder Wiegen. Doch ein Stubenwagen wird nach wenigen Monaten zu klein. Auch eine Wiege, deren leichtes Schaukeln Säuglinge beruhigen kann, ist nicht viel länger zu gebrauchen. Die meisten Exemplare werden daher schon nach wenigen Wochen für potenzielle Geschwister oder gar die nächste Generation eingemottet.

Eine gute Alternative ist das Ausleihen von Stubenwagen oder Wiegen. Oder die frischgebackenen Eltern denken vielleicht gleich über den Kauf eines Gitterbetts nach. Auch darin kann sich das Baby von Anfang an geborgen fühlen. Von gepolsterten Nestchen, die innen um das Bett herum angebracht werden können, ist jedoch abzuraten. Sie können das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöhen. Eine Gitterumrandung hingegen ist wichtig; sie verhindert, dass Babys aus dem Bett fallen. Zwei bis drei Stäbe müssen aber herausnehmbar sein, um dem Kind später ein gefahrloses Aussteigen zu ermöglichen. Wichtig ist beim Gitterbettchen auch ein höhenverstellbarer Lattenrost. Dann müssen sich Eltern nicht so tief bücken, um den Zwerg herauszuheben - und schonen so ihren Rücken.

Solange sich das Baby noch nicht drehen kann, ist es auch möglich, die Umrandung an einer Seite abzumontieren und das Gitterbett direkt an das Bett der Eltern zu schieben. So müssen die Eltern nachts nicht aufstehen, um das Baby zum Stillen ins Bett zu holen. Dafür gibt es auch spezielle Beistellbettchen. Wichtig: Darauf achten, dass zwischen Baby- und Elternmatratze kein Spalt entsteht. Das Kind könnte hinein rollen und ersticken.

Damit sich die Investition ins Babybett lohnt, sollte man darauf achten, dass es sich später noch anderweitig nutzen lässt. Bei vielen Betten lässt sich die Gitterumrandung entfernen und das Baby- in ein Juniorbett umwandeln. Darin haben Kinder ausreichend Platz, bis sie fünf oder sechs Jahre alt sind. Manche Betten können später auch zum Sofa oder Schreibtisch umgebaut werden.

Ein weiteres wichtiges Utensil für den Anfang ist die Wickelkommode - es sei denn, man entschließt sich zur Methode des Wickelns auf dem Fußboden. Unter Sicherheitsaspekten ist das durchaus empfehlenswert, schließlich fällt das Kind so nicht, wenn es von der Wickelunterlage rollt. Doch für den wickelnden Erwachsenen kann die Arbeit am Boden anstrengend werden. Am schonendsten für den Rücken ist ein Tisch in Bauchhöhe, etwa 80 bis 90 Zentimeter hoch. Praktisch sind auch Wickelkommoden mit Schubfächern, in denen die Kleidung des Babys verstaut wird. Das hat zwei große Vorteile: Strampler, Bodys und Schlafanzüge sind schnell greifbar. Und ein Kleiderschrank ist in den ersten Monaten noch nicht nötig.

Die meisten Wickelstationen sind mindestens 70 bis 80 Zentimeter breit. Für kleinere Räume gibt es aber auch schmalere, wegklappbare Wickelbretter. Von Wickelaufsätzen für die Badewanne oder das Kinderbett rät die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder ab: Ihnen fehle die Grundstabilität. Die Seiten des Wickeltisches müssen hoch gezogen sein und die Ränder der Wickelauflage deutlich überragen. Abwaschbare Wickelauflagen sind praktisch, allerdings sind viele Baumwoll- und Kunststoffbeschichtungen mit Schadstoffen belastet, wie ein ÖKO-TEST gezeigt hat. Daher: Ein Handtuch oder eine Mullwindel unter Babys Po legen. Zu den Wickelutensilien gehört auch ein dicht schließender Windeleimer. Bei relativ einfachen Modellen wird der Deckel mit einem Tretmechanismus bedient. Für besonders geruchsempfindliche Eltern gibt es Windeltwister, die jede einzelne Windel automatisch mit einer Folie verschließen.

Wenn die Anzieh- und Spielsachen mehr werden, kann man sie natürlich in einem Schrank oder einer Kommode verstauen. Kinder wollen ihr Spielzeug aber im Blick haben, deshalb sind Regale fürs Kinderzimmer sinnvoller. Es versteht sich von selbst, dass sie mit kräftigen Dübeln an Wand oder Boden befestigt werden. Ganz unten räumt man die Sachen ein, die das Kind selbst hervorkramen möchte: Lego- und Duplo-Steine, Bauklötze, Bücher und Puppenzeug. Nach oben kommen die Dinge, die nicht ständig benutzt werden und auch nicht herausgerupft werden sollen: Spiele, Puzzles, Knete und andere Mal- und Bastelsachen. Für Ordnung im Regal sorgen farblich sortierte oder transparente Boxen oder leichte Körbe, die Kinder auch schon selbst herausziehen können. Praktisch fürs Kinderzimmer sind außerdem leichte Rollcontainer, die man für Spielzeug, Kuscheltiere und Bücher nutzen und überall dort hinschieben kann, wo man sie gerade braucht. Auch im Zimmer von älteren Kindern und Jugendlichen leisten sie noch gute Dienste, zum Beispiel als Ablage für die Schulbücher unter dem Schreibtisch oder als Nachttisch.

Sobald der Nachwuchs sitzen kann, ist der Kauf eines robusten Hochstühlchens mit Fußstütze und Sicherheitsgurt eine sinnvolle Investition. Denn da die Kleinen immer gern dort sind, wo sich das Familienleben abspielt, sitzen sie nicht nur zu den Mahlzeiten am Esstisch, sondern spielen, malen und basteln dort auch. Bei Kindern gar nicht so beliebt sind Mini-Stühle und -Tische fürs Kinderzimmer, auch wenn viele Erwachsene sie niedlich finden. Denn dort sitzen die Kleinen meistens allein; viel lieber haben sie es aber, wenn die größeren Geschwister oder die Eltern mitspielen. Wer genug Platz in der Küche hat, kann darin einen kleinen Tisch und Stühlchen in einer Ecke aufstellen. Genutzt werden die Möbelchen dort viel häufiger als im Kinderzimmer.

Zur hellen Ausleuchtung des Kinderzimmers bieten sich abgeschirmte Deckenlampen an, die durch kleinere Lampen an Tisch und Bett ergänzt werden. Spots und Strahler sind ungeeignet, da sie beim Spielen blenden können und oft unheimliche Schatten an die Wand werfen. Schreib- und Basteltische sollten mit robusten, verstellbaren Lampen gut beleuchtet sein. Stehlampen halten tobenden Kids nicht stand und sind daher ungeeignet. Orientierungslichter für die Steckdose können Kindern die Furcht vor Dunkelheit nehmen. Man sollte sie vor Gebrauch aber testen, denn manche erhitzen sich sehr leicht.

Kleine Kinder spielen sehr viel auf dem Fußboden. Bodenbeläge fürs Kinderzimmer sollten daher strapazierfähig, pflegeleicht und möglichst schadstoffarm sein. PVC-haltige Fußböden scheiden deshalb aus, denn wie ÖKO-TEST Untersuchungen zeigen, sind sie stark mit Schadstoffen belastet. Linoleum und Holz hingegen eignen sich besonders gut. Beide Materialien sind wohnlich, robust und angenehm fußwarm, auf solchen Grundlagen können die Kleinen gut spielen. Ein mit natürlichen Ölen und Wachsen behandelter Holzboden wirkt sich zudem positiv auf das Raumklima aus, denn er kann Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und wieder abgeben. Nachteil: Ein Bauklotz, der auf den Boden fällt, macht viel Lärm.

Das gilt auch für Laminatböden. Sie sind zwar schon für ein paar Euro zu haben und - zumindest solange sie keine Macken haben - pflegeleicht. Allerdings besteht ihre Deckschicht aus umweltbelastendem Kunststoff. Sie kann sich stark elektrostatisch aufladen und zieht Staub an, wie ein ÖKO-TEST verschiedener Laminate gezeigt hat. Teppichböden bieten sich weniger an, auch wenn sie schön kuschelig erscheinen. Sie lassen sich nur schlecht reinigen und können Schadstoffe ausdünsten. Außerdem sind sie oft so weich, dass die Kinder nicht gut darauf spielen können: Autos rollen schlecht, Bauklötze kippen um. Fliesen- und Steinböden eignen sich ebenfalls nicht fürs Kinderzimmer. Zwar kann man sie gut putzen; sie sind aber viel zu glatt, hart und kalt.

Bei der Farbe fürs Kinderzimmer denken die meisten automatisch an: bunt! Und es stimmt: Die meisten Kinder finden weiße Wände blöd. Allzu bunt sollte man es aber auch nicht treiben, den Spielzeug und Accessoires sind schon farbenfroh genug, da braucht man nicht noch Wände und Möbel in Knallfarben. Kräftige Farben lassen den Raum außerdem kleiner erscheinen. Für die großen Flächen sollte man dezente Farbtöne wählen, etwa ein helles Gelb, Glau oder Grün. Für die kräftigeren Farbkleckse können zum Beispiel Vorhänge, Bettwäsche, Kissen und Bilder sorgen.

Kindermöbel: Süß sollen sie sein – aber am besten auch belastbar und vielseitig einsetzbar.
Kindermöbel: Süß sollen sie sein – aber am besten auch belastbar und vielseitig einsetzbar. (Foto: Shutterstock/iPhotoDesign)

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Diese Kindermöbel muten eher skandinavisch an. Die minimalistische Form und Farbe hat den Vorteil, dass die Möbel relativ zeitlos bleiben.
Diese Kindermöbel muten eher skandinavisch an. Die minimalistische Form und Farbe hat den Vorteil, dass die Möbel relativ zeitlos bleiben. (Foto: Shutterstock/Gaf_Lila)

Kindermöbel anschaffen: Unsere Tipps

Schlaf-, Spiel-, Kuschel-, Lümmel- und Lernzimmer: Das Kinderzimmer ist ein echter Raum zum Leben. Um allen Bedürfnissen gerecht zu werden, braucht man Platz und unterschiedlich ausgestattete Bereiche:

  • Zwölf bis 15 Quadratmeter sollte das Kinderzimmer schon haben.
  • Doch in vielen Wohnungen und Häusern ist gerade das Kinderzimmer der kleinste Raum. Wenn möglich, sollte man tauschen – vielleicht kann das Kinderzimmer mit dem Elternschlafzimmer vertauscht werden, das man ohnehin meist nur zum Schlafen nutzt.
  • Ideal ist es, wenn man dort verschiedene Ecken für die unterschiedlichen Aktivitäten einrichten kann, etwa einen Spielbereich und einen zum Kuscheln.

Wenn Geschwister sich in Zimmer teilen

Nicht jedes Kind braucht unbedingt ein eigenes Zimmer. Geschwister, die altersmäßig nicht zu weit auseinander sind, können sich auch einen Raum teilen. Oft wohnen die Kinder sogar gern zusammen, denn das schafft Vertrautheit.

Allerdings braucht jedes Kind seinen klar umrissenen Bereich. Wenn die Kinder es wollen, kann man einen Raumteiler oder ein Regal in die Mitte des Zimmers stellen. Oder man begrenzt die Territorien durch einen in der Mitte aufgestellten Tisch, an dem beide sitzen können.

Tipp: Wenn die Wände in unterschiedlichen Farben gestrichen werden, betont das die Unterteilung.

Wenn die Kleinen auch mal selbst anpacken dürfen, werden Kindermöbel nicht nur individueller, sondern auch länger geliebt.
Wenn die Kleinen auch mal selbst anpacken dürfen, werden Kindermöbel nicht nur individueller, sondern auch länger geliebt. (Foto: Shutterstock/FamVeld)

Kinderzimmer einrichten: Schöne und nützliche Accessoires

Bett, Kleiderschrank und Tisch gehören natürlich zur Grundausstattung eines Kinderzimmers, keine Frage. Doch wie in allen anderen Wohnräumen auch, wird es erst durch kleine praktische Helfer oder hübsche Dekorationsgegenstände so richtig gemütlich.

  • Bilderstrecke: Als Alternative zu Bilderrahmen können Sie – quer durch den Raum oder an der Wand – eine Leine oder einen Draht spannen, an dem Sie mit Klammern die neuesten Bilder des Kindes aufhängen. Natürlich hoch genug, damit sich der Nachwuchs nicht verletzt. So können Sie die kleinen Kunstwerke schnell und unkompliziert austauschen.
  • Garderobe: Nicht nur am Wohnungseingang, sondern auch im Kinderzimmer ist eine Garderobe sinnvoll und darüber hinaus ein schöner Blickfang. Meist reichen ein paar Haken, um den Rucksack oder die Kuscheljacke griffbereit zu haben.
  • Messlatte: Schon wieder zwei Zentimeter gewachsen! Kinder finden es spannend, wenn sie verfolgen können, wie sie allmählich groß werden. Als Alternative zum Strich am Türrahmen gibt es Messlatten, häufig mit kleinen Schlitzen fürs passende Foto.
  • Ordnungshelfer: Matchboxautos, Sammelkarten, Bastelsachen, Plüschtiere - in ihrem Zimmer wenigstens einigermaßen Ordnung zu halten, fällt den meisten Kindern schwer. Einfacher wird das Aufräumen mit Ordnungshelfern, die man an die Decke oder an die Wand hängen kann. Sie haben viele Fächer und Taschen, in denen man jede Menge verstauen kann.
  • Rückzugsorte: Schaffen Sie ein paar Ecken im Zimmer, in denen sich das Kind zurückziehen kann. Ob das ein kleines Spielzelt ist, oder der mit einem Vorhang abgetrennte Raum unterm Hochbett – Hauptsache, dass Kind kann mal die Schotten dichtmachen und sich vor den Blicken anderer verbergen. Kissen, Decken oder ein Sitzsack machen die Höhle gemütlich.

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