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6 Reisekinderbetten im Test

Auswärtsspiel

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014 | Kategorie: Kinder und Familie | 10.01.2014

6 Reisekinderbetten im Test

Reisekinderbetten sind praktisch für den Urlaub oder den Verwandtenbesuch. Wir haben uns im Test über Schadstoffe, unleserliche Bedienungsanleitungen und teilweise sehr unsichere Konstruktionen geärgert.

Schlafen ist die Hauptbeschäftigung von Babys und Kleinkindern - auf 13 bis 16 Stunden pro Tag kommen sie. Daher ist auch unterwegs die Schlafstatt keine Nebensache. Da bietet sich die Investition in ein Reisebett an. Für den Transport lässt sich das meist zwischen acht und zehn Kilo schwere mobile Bett, das mit einer Faltmatratze in einer Transporttasche verstaut wird, zumindest bei der Reise mit dem Auto gut mitnehmen.

Wir haben sechs Reisekinderbetten umfassend auf Inhaltsstoffe prüfen lassen und auch einen großen Praxistest gemacht.

Das Testergebnis

Im Praxistest nicht überragend, mit Schadstoffen belastet: Die besten Modelle gehen mit der Note "gut" und "befriedigend" aus dem Test. Die Betten von Deryan und Georg Fill schneiden trotz "guter" Praxiseigenschaften aufgrund der Belastung mit Problemstoffen nur mit "mangelhaft" ab.

Aufbau und Abbau sind nichts für schwache Nerven. So richtig leicht aufzubauen ist nur das Deryan-Zelt - es entfaltet sich selbstständig innerhalb von Sekunden. Zudem ist es einfach wieder zusammengefaltet und in der Transporttasche verstaut. Die meisten Modelle können aber selbst technikversierte Menschen nicht intuitiv aufbauen - ein gewisser Lernprozess gehört dazu. Die Tester prüften den jeweiligen Faltmechanismus, nachdem sie die Bedienungsanleitung durchgelesen hatten. Das Babybjörn-Modell ließ sich noch vergleichsweise einfach aufbauen. Bei allen anderen Modellen gestaltete sich entweder der Auf- und/oder Abbau etwas aufwendig bis aufwendig.

Beim ABC Design Moonlight können Kinder im Stand leicht mit ihren Füßen zwischen Matratze und Rohrkonstruktion geraten.

Das Produkt der Firma Deryan sieht nicht aus wie ein klassisches Bettchen, sondern ist eine Art Minizelt, in das das Baby hineingelegt wird. Die Tester bewerteten das Hineinlegen und Herausnehmen des Kindes als nur befriedigend: Durch die seitlichen Öffnungen kann das Kind nicht von oben ins Bett gelegt werden. Zudem lässt das Minizelt nur eine schlechte Sicht aufs Kind zu - für einen kontrollierenden Blick müssen Eltern nahe herantreten. Eine bessere Sicht durch die Netzwände der Betten war bei den Modellen von Hauck und Koelstra möglich.

Die mitgelieferten Matratzen haben nur eine dünne Polsterung und wurde von den Praxistestern daher als hart eingestuft. Dadurch sind die das Bett stabilisierenden Segmente teilweise deutlich spürbar. Die Polsterung ist daher meist nur befriedigend bis mangelhaft.

Im Deryan-Modell stecken die giftigen zinnorganischen Verbindungen Dioktylzinn (DOT) und Dibutylzinn (DBT). In den Klettverschlüssen der Modelle von Georg Fill, Hauck und Deryan wurde im Labor das allergisierende Farbmittel Dispers Orange 37/76 gefunden.

Aus drei Modellen löste sich Antimon, das Haut und Schleimhäute reizen kann. Im Deryan Travel-Cot und im Fillikid Reisebett Standard stecken krebsverdächtige polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).


Reisekinderbetten: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Babybjörn Reisebett Light, blau
  • BabyBjörn

Fillikid Reisebett Standard, marine/hellblau
  • Georg Fill

ABC Design Moonlight 281102, beige
  • ABC Design

Hauck Dream'n Play, gelb/blau
  • Hauck

Koelstra Travelsleeper, 88 Red
  • Koelstra

Deryan Travel-Cot Peuter Luxe, blue
  • Deryan

6 Reisekinderbetten im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014 Seite 142
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014 Seite 143
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014 Seite 144
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014 Seite 145

4 Seiten
Seite 142 - 145 im ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014
vom 10.01.2014
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben sechs Reisekinderbetten zwischen knapp 30 Euro und 150 Euro eingekauft: acht in herkömmlicher Bauweise und ein zeltförmiges Modell mit flexiblem Kunststoffgestänge. Durch ihre Konstruktion unterscheiden sich die Modelle in der Packform und im Gewicht: Das leichteste Modell wiegt rund drei Kilogramm, die meisten Bettchen zwischen acht und zehn Kilogramm. Das Gewebe der Testmodelle besteht überwiegend aus Polyestermaterial.

Die Inhaltsstoffe

Alle Textilgewebe wurden in einem umfangreichen Materialscreening auf mehr als 60 Substanzen wie Weichmacher und Flammenhemmer geprüft sowie auf Ausrüstungschemikalien und Produktionsrückstände wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und problematische zinnorganische Verbindungen analysiert. Auch ließen wir nach verbotenen und allergisierenden Farbbestandteilen fahnden. Lösen sich Farben aus dem Textilgewebe, wenn Babys daran nuckeln oder sich festklammern? Ein Test auf Speichel- und Schweißechtheit der Textilanteile beantwortete diese Frage. Alle Textil-, Plastik- und Metallteile wurden zudem auf problematische Schwermetalle und chlorierte Kunststoffe untersucht.

Die Praxisprüfung

Für die Praxisprüfung nahmen sich die Tester zuerst die Gebrauchsanweisung vor. Wird das Auf- und Abbauen der Modelle mithilfe deutlicher Abbildungen und Erklärungen dargestellt, ist die Schrift groß genug und sind Warnhinweise zum Umgang mit dem Bett entsprechend der Norm EN 716 gegeben? Dann machten sich die Prüfer daran, die Betten auf- und wieder abzubauen, beurteilten, wie gut sich das Kind hineinlegen lässt und wie gut es von außen sichtbar ist. Ein Prüfpunkt war auch das Verschieben der Betten im Raum und die Qualität der Polsterung. Ebenso wurde getestet, ob es Quetschstellen gibt, die eine Fingerfalle für Erwachsene beim Auf- und Abbau sein könnten oder etwa fürs Kind. Uns interessierte zudem, wie trittsicher die Matratzen waren.

Die Bewertung

Wir haben das Testergebnis Inhaltsstoffe und das Testergebnis Praxisprüfung zu gleichen Anteilen in das Gesamturteil einfließen lassen. Einerseits sollte ein Baby- und Kleinkinderartikel frei von Problemstoffen sein. Zum anderen sollten die Modelle in der Praxis bestehen, sich nicht nur leicht auf- und abbauen lassen, sondern auch sicher sein. Ein Modell, das aufgrund von Problemstoffen nur ein "ungenügendes" Testergebnis Inhaltsstoffe erreichte, konnte allerdings insgesamt nicht besser als "mangelhaft" sein.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014

Erschienen am 10.01.2014

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