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19 Filzstifte im Test

Jetzt wird's zu bunt!

ÖKO-TEST Mai 2010 | Kategorie: Kinder und Familie | 30.04.2010

19 Filzstifte im Test

Kinder malen gerne - ganz besonders mit Filzstiften. Aber durch die Wegwerfgriffel entsteht nicht nur jede Menge Plastikmüll, zum Teil stecken sie auch noch voller übler Substanzen. Unser Test zeigt, welche Produkte Sie ohne größere Bedenken in Kinderhände geben können.

Neuer Artikel vorhanden: 19 Filzstifte im Test

Kinder mögen es am liebsten knallig bunt - deshalb greifen sie gerne zu Filzstiften, denn deren Farben leuchten besonders kräftig. Bei Erstklässlern sind die Fasermaler fester Bestandteil des Startpakets, und auch kleinere Kinder verwenden sie gerne zum Kritzeln oder Malen.

Trotzdem: Eigentlich sind Filzstifte nicht zu empfehlen. Sie trocknen leicht aus und landen schnell im Müll. Berliner Schulen und Behörden dürfen solche Einweggriffel gar nicht nutzen: Sie genügen nicht den "Ausführungsvorschriften für umweltfreundliche Beschaffung". Wer trotzdem nicht auf Filzstifte verzichten möchte, sollte nachfüllbare kaufen. Allerdings sind diese deutlich teurer.

Im April 2008 warnte die EU vor Benzol in Filzstiften - trotzdem müssen immer wieder Produkte vom Markt genommen werden

Hinzu kommt: Filzschreiber können eine ordentliche Portion Chemie enthalten. Das beweisen nicht nur unsere Tests immer wieder. Im April 2008 warnte die EU-Verbraucherkommission vor giftigen Fasermalern der Marke TipTop. Laut EU-Schnellwarnsystem Rapex schlugen die Behörden allein in den Jahren 2008 und 2009 mehr als zehnmal Alarm, unter anderem nahm der Discounter Kik seine Stifte freiwillig vom Markt.

Auch das Landeslabor Berlin-Brandenburg nahm verstärkt Filzstifte ins Visier und fand Benzol in den Faserminen. "Benzol wird als Lösemittel eingesetzt und ist gefahrstoffrechtlich unter anderem als krebserzeugend, keimzellschädigend und giftig bewertet", erklärt Constance Bock vom zuständigen Fachbereich für Bedarfsgegenstände - das ist umso schlimmer, da Filzstifte auch in den Mund genommen werden und Kinder darauf herumkauen.

Das Problem: Ein Teil der Filzschreiber, die auf dem deutschen Markt sind, wird in Fernost hergestellt, etwa in China, Malaysia oder Indien. Und nicht immer wissen die Anbieter oder Importeure über die dortigen Produktionsstandorte und die eingesetzten Rohstoffe Bescheid. "Hier bedarf es Eigenkontrollsystemen, die noch nicht in allen Fällen zu funktionieren scheinen", kritisiert Bock.

Sind Filzstifte ein Fall für den Sondermüll oder gibt es Marken, mit denen Eltern ihre Kinder getrost malen lassen können? Wir wollten es wissen und haben 20 Filzschreiber-Sets - allesamt Einwegprodukte - eingekauft. Bei einem fehlte jeglicher Hinweis auf einen Hersteller (s. Colour Pen No.828), die übrigen 19 ließen wir in einer umfangreichen Schadstoffprüfung unter anderem auf giftige Schwermetalle, gesundheitsschädliche Lösemittel und Konservierungsstoffe durchchecken.

Das Testergebnis

Unterm Strich hat sich das Ergebnis im Vergleich zum letzten großen ÖKO-TEST Filzstifte im Jahr 2001 sogar etwas verschlechtert. Waren damals noch 14 von 20 Produkten ohne größere Mängel, trifft dies heute nur noch auf ein Viertel der Stifte zu. Zwei Filzschreiber-Sets enthalten so große Mengen einer gefährlichen Substanz oder waren so schlecht gekennzeichnet, dass sie gar nicht hätten verkauft werden dürfen. Ein Grund, schwarzzumalen, ist das aber nicht: Benzol haben wir in keinem Produkt gefunden. Und die laut Anbieter in Europa hergestellten Fasermaler sind allesamt "befriedigend" oder besser.

Die laut Anbieter in Europa hergestellten Produkte schneiden im Test allesamt mit "sehr gut" bis "befriedigend" ab

In vier Stiften stecken giftige Schwermetalle - allerdings in den Ummantelungen, was deren Einsatz umso fragwürdiger macht, da die Farbe der Hülle absolut keinen Einfluss darauf hat, wie schön ein Stift schreibt oder nicht. In den in Peru hergestellten Faber-Castell 10 Grip Colour Markern wurde in der roten Stifthülse sowie in der Verpackung Cadmium nachgewiesen. Cadmium ist im Tierversuch krebserregend und wirkt laut Bundesinstitut für Risikobewertung wahrscheinlich auch beim Menschen kanzerogen. Der Grenzwert der Chemikalien-Verbotsverordnung von 100 Milligramm pro Kilogramm wird um ein Vielfaches überschritten. Ein derart belasteter Stift hätte gar nicht verkauft werden dürfen. Wie so etwas einem bekannten Anbieter wie Faber-Castell passieren kann, ist uns schleierhaft.

In der roten Stifthülle und in der Verpackung von Faber-Castell steckt mehr giftiges Cadmium, als gesetzlich erlaubt ist.

Der rot-orange-farbene Luxor 24, der grüne Herlitz Pretty Pets und der dunkelgrüne Pbs Factory 10 Doppel-Fasermaler enthalten stark erhöhte beziehungsweise erhöhte Bleigehalte. Hinzu kommt: Beim Anknabbern und Verschlucken besteht die Gefahr einer Bleiaufnahme, da ein Teil des giftigen Schwermetalls in Magensäure löslich ist. Trotzdem: Laut EU-Spielzeugrichtlinie - unter die auch Filzstifte fallen - gelten diese drei Produkte als verkehrsfähig. Zum Vergleich: In die USA darf Spielzeug mit deutlich geringeren Bleigehalten nicht mehr importiert werden.

In zwölf Marken stecken halogenorganische Verbindungen. Viele Vertreter dieser umstrittenen Stoffgruppe gelten als allergieauslösend, fast alle reichern sich in der Umwelt an.

In den Lego Mars Mission 10 Twin-Star hat das von uns beauftragte Labor problematische Mengen von Diethylenglykol nachgewiesen. Die ölig süßliche Flüssigkeit dient dazu, die Filzstiftspitze feucht zu halten - leider nicht ohne Nebenwirkungen: Die Dämpfe und die Flüssigkeit reizen die Augen, bei längerem Kontakt auch die Haut.

Die Ren Art Blendy Pens Finger Tips - 12 Farben enthalten erhebliche Gehalte des Farbstoffbestandteils Anilin, der sich im Tierversuch als krebserzeugend erwiesen hat. Die laschen Grenzwerte der Spielzeugrichtlinie werden zwar nicht überschritten. Trotzdem hat Anilin unserer Ansicht nach in Malutensilien für Schul- und Kindergartenkinder absolut nichts verloren.

So reagierten die Hersteller

Das Ergebnis sei "absolut unbefriedigend", als Konsequenz daraus und im Sinne des Verbraucherschutzes werde man die Ware "unverzüglich aus dem Verkehr nehmen", schrieb uns Woolworth - schade, denn eigentlich hatten wir an den "sehr guten" Smily Breit-Fasermalern rein gar nichts auszusetzen.

Einige Anbieter wandten ein, dass es sich bei den gefundenen halogenorganischen Verbindungen um unbedenkliche Stoffe handele. Aber nur die Firma Staedtler Mars nannte uns die eingesetzte Verbindung: "Erythrosin (E 127)" - eine organische Iodverbindung, die auch in Lebensmitteln stecken könne. Dabei erwähnte Staedtler allerdings nicht, dass E 127 nur noch für Cocktailkirschen, kandierte Kirschen, Kaiserkirschen (in Fruchtsalaten) und Lippenstifte zugelassen ist. Denn der halogenorganische Farbstoff ist umstritten und beeinträchtigt im Tierversuch die Nerven- und Schilddrüsenfunktion.

So reagierte Faber-Castell

Manche Firmen nehmen unsere Analysen zum Anlass, Produkte zu verbessern - oder sie ziehen sie gar aus dem Verkauf zurück. Nicht so Faber-Castell, und das, obwohl der von uns untersuchte rote Grip Colour Marker wegen seines hohen Cadmium-Gehaltes nicht verkehrsfähig ist! Im Gegenteil: Die Firma drohte uns mit möglichen rechtlichen Konsequenzen und den damit verbundenen "Image- und Kostenrisiken". Anstatt Ursachenforschung zu betreiben und die betroffenen Stifte vom Markt zu nehmen, warf uns Faber-Castell vor, wir hätten "völlig überaltete Produkte vom Markt bezogen", da die Verpackung seit längerem PVC-frei sei. Doch aus unserer Sicht kann ein Produkt nicht "völlig überaltet" sein, wenn ÖKO-TEST noch im Februar dieses Jahres in einer Großstadt wie Frankfurt gleich sechs Packungen davon kaufen konnte. Trotzdem wollten wir es noch genauer wissen und haben weitere Faber-Castell 10 Grip Colour Marker, "Made in Peru", eingekauft, deren Verpackung nun tatsächlich PVC-frei ist, und auf Cadmium testen lassen. Die Ergebnisse sind eindeutig:

Erster Einkauf im Februar: Der Cadmiumgehalt der roten Stifthülse beträgt 1.500 mg/kg.

Zweiter Einkauf im März: Der Cadmiumgehalt der roten Stifthülse beträgt 1.400 mg/kg.

Dritter Einkauf im April: Der Cadmiumgehalt der roten Stifthülse beträgt 1.400 mg/kg.

Auch ein anderer Stift aus der Faber-Castell Grip-Serie ist nach unseren Ergebnissen betroffen, nämlich der Grip Finepen 0.4: Hier wies das Labor in der roten Kappe einen Cadmiumgehalt von 1.500 mg/kg nach. Erlaubt sind allenfalls 100 mg/kg. Von Faber-Castell erhielten wir ein Gutachten, in dem der Cadmium-Gehalt in einer roten Stifthülse bei rund 10 mg/kg lag. Die Stifte seien im 1. Quartal 2010 hergestellt worden und "befinden sich bereits in den Verkaufskanälen". Dies ist für uns nicht nachvollziehbar.

Da Faber-Castell sich seiner Verantwortung bislang nicht gestellt hat, testen wir für Sie weiter!

Ein Service für unsere Leser:

Falls Sie einen roten Faber-Castell Grip Colour Marker oder einen roten Grip Finepen 0.4 haben, lassen wir diesen Stift für Sie kostenlos auf seinen Cadmium-Gehalt untersuchen. Bitte vermerken Sie, ob Sie noch nachvollziehen können, wo der Stift hergestellt wurde. Die Angabe steht auf der Verpackungsrückseite, z.B. "Made in Peru".

Schicken Sie uns den Stift an folgende Adresse:

ÖKO-TEST Verlag, Stichwort: Filzstift, Kasseler Str. 1a, 60486 Frankfurt a.M.

Wir werden über den Verlauf der Aktion selbstverständlich weiter berichten.

Auch nicht verkehrsfähig: Color Pen No. 828

Filzstifte tragen in der Regel ein CE-Zeichen. Damit garantieren die Hersteller, dass ihre Produkte den geltenden europäischen Bestimmungen entsprechen. Trotzdem wird dieses Versprechen nicht immer eingehalten, wie am Beispiel der Color Pen No. 828 Filzstifte, die wir im Sonderpostenmarkt gekauft haben, deutlich wird: Weder auf den Stiften noch auf der Verpackung findet sich ein Hinweis auf den Namen des Herstellers, einen Bevollmächtigten oder Einführer in die EU. Laut Geräte- und Produktsicherheitsgesetz ist dieser aber vorgeschrieben. Die Color Pen No. 828 - zwölf Filzstifte für 0,99 Euro - sind damit nicht verkehrsfähig. Im Gesamturteil können sie deshalb nicht besser sein als "ungenügend". Auf weitere Untersuchungen haben wir bei diesem Produkt, das aufgrund einer unvollständigen Kennzeichnung gar nicht hätte verkauft werden dürfen, verzichtet.

Gesamturteil "ungenügend"

So haben wir getestet

Der Einkauf

Das Angebot an Filzschreibern ist üppig und die Preisspanne enorm: Ein einzelner Stift ist schon ab acht Cent zu haben, Markenprodukte kosten dagegen ein Vielfaches. Aber sind die Stifte bekannter Hersteller auch wirklich besser als die günstigeren Modelle? Wir wollten es wissen und waren deshalb nicht nur in Schreib- und Spielwarengeschäften, in Drogerien, bei Karstadt und Co. unterwegs, sondern auch bei Discountern und in "Ein-Euro-Läden". Im Einkaufswagen landeten 20 Filzstiftsets, größtenteils mit dicker Spitze oder zwei Strichbreiten, mit denen sowohl Kindergarten- als auch Grundschulkinder gerne malen.

Problematische Inhaltsstoffe

Klar, dass Schreib- und Malutensilien für Kinder schadstofffrei sein sollten. Ganz besonders, weil an den Stiften und Kappen zwischendurch immer mal gekaut und gelutscht wird. Deshalb ließen wir Stifthülsen, Tinten und Verpackungen auf problematische Substanzen untersuchen. Bei einigen Analysen konzentrierten sich unsere Prüfer exemplarisch auf die Farben Blau, Grün, Rot, Gelb und Schwarz, weil mit ihnen besonders viel gemalt wird und weil sich auch viele andere aus diesen grundlegenden Farben zusammensetzen. Ganz oben auf der Fahndungsliste stand das krebserzeugende Lösemittel Benzol, vor dem im Jahr 2008 sogar die EU warnte, nachdem Untersuchungsämter wegen giftiger Filzstifte Alarm geschlagen hatten. Dass in Filzstiften jede Menge Chemie stecken kann, ist aber für ÖKO-TEST nichts Neues: Auch mit Krebs erregendem Anilin und dem bedenklichen Feuchthaltemittel Diethylenglykol hatten wir es in unserem letzten Test Filzstifte im Jahr 2001 zu tun. Lösliche halogenorganische Verbindungen fanden wir zum Beispiel vor fünf Jahren in den Farben von Wachsmalstiften. Und da war es nahe liegend, dass sie auch in Filzstiften eingesetzt werden. Aber auch Stoffe, die auf dem deutschen Markt schon lange kein Problem mehr zu sein schienen, etwa Cadmium, nahmen wir erneut ins Visier. Das giftige Schwermetall hatte ÖKO-TEST zuletzt vor rund 20 Jahren in Filzschreibern nachgewiesen. Wir lassen trotzdem nicht locker.

Die Bewertung

Filzstifte gelten allgemein als Spielzeug, das bestätigen die Hersteller, indem sie ein CE-Zeichen aufdrucken. Keine Frage, dass giftiges Blei in solchen Produkten für Kinder nichts zu suchen hat - möchte man meinen. Doch Experten sind sich einig: Die Bleigrenzwerte in der europäischen Spielzeugrichtlinie sind viel zu lasch. Aus diesem Grund bewertet ÖKO-TEST auch deutlich strenger als der Gesetzgeber. Produkte, die nicht verkehrsfähig sind - egal, ob wegen ihres Schadstoffgehaltes oder wegen einer fehlenden Herstelleradresse - können nur mit "ungenügend" bewertet werden. Nicht untersucht wurden die Funktion und Langlebigkeit der Filzstifte. Wichtig war uns, dass keine schädlichen Stoffe eingesetzt werden. Deshalb basiert das Gesamturteil auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Crayola Supertips Filzstifte
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Vivid
sehr gut
Dobell Colore & Scrittura 12 Fasermaler
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Dobell
sehr gut
Giotto Be-bè Super Faserstifte
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Fila
sehr gut
ÖkoNorm 9 Fasermaler + 1 Löschstift
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Ökonorm
sehr gut
Smily Breit-Fasermaler
Smily Breit-Fasermaler
Woolworth
sehr gut
Bic Kids Couleur XL Fasermaler
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BIC
gut
Idena 10 Duo Fasermaler
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Iden Berlin
gut
Mala
Mala
Ikea
gut
Pelikan Colorella Duo Fasermaler
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Pelikan
gut
Stabilo Trio Scribbi Fasermaler
Stabilo Trio Scribbi Fasermaler
Stabilo International
gut
Staedtler Noris Club Jumbo Fasermaler
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Staedtler Mars
gut
Toppoint 10 Fasermaler
Toppoint 10 Fasermaler
Stylex
gut
Pbs Factory 10 Doppel-Fasermaler
Pbs Factory 10 Doppel-Fasermaler
pbs-factory
befriedigend
Top Model Fasermaler
Top Model Fasermaler
Depesche Vertrieb
befriedigend
Herlitz Pretty Pets Fasermaler
Herlitz Pretty Pets Fasermaler
Herlitz
ausreichend
Lego Mars Mission 10 Twin-Star
Lego Mars Mission 10 Twin-Star
Senator
ausreichend
Luxor 24 Fasermaler
Luxor 24 Fasermaler
Luxor International
ausreichend
Ren Art Blendy Pens Finger Tips - 12 Farben
Ren Art Blendy Pens Finger Tips - 12 Farben
RPM
mangelhaft
Faber-Castell 10 Grip Colour Marker
Faber-Castell 10 Grip Colour Marker
Faber-Castell
ungenügend

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Das Angebot an Filzschreibern ist üppig und die Preisspanne enorm: Ein einzelner Stift ist schon ab acht Cent zu haben, Markenprodukte kosten dagegen ein Vielfaches. Aber sind die Stifte bekannter Hersteller auch wirklich besser als die günstigeren Modelle? Wir wollten es wissen und waren deshalb nicht nur in Schreib- und Spielwarengeschäften, in Drogerien, bei Karstadt und Co. unterwegs, sondern auch bei Discountern und in "Ein-Euro-Läden". Im Einkaufswagen landeten 20 Filzstiftsets, größtenteils mit dicker Spitze oder zwei Strichbreiten, mit denen sowohl Kindergarten- als auch Grundschulkinder gerne malen.

Problematische Inhaltsstoffe

Klar, dass Schreib- und Malutensilien für Kinder schadstofffrei sein sollten. Ganz besonders, weil an den Stiften und Kappen zwischendurch immer mal gekaut und gelutscht wird. Deshalb ließen wir Stifthülsen, Tinten und Verpackungen auf problematische Substanzen untersuchen. Bei einigen Analysen konzentrierten sich unsere Prüfer exemplarisch auf die Farben Blau, Grün, Rot, Gelb und Schwarz, weil mit ihnen besonders viel gemalt wird und weil sich auch viele andere aus diesen grundlegenden Farben zusammensetzen. Ganz oben auf der Fahndungsliste stand das krebserzeugende Lösemittel Benzol, vor dem im Jahr 2008 sogar die EU warnte, nachdem Untersuchungsämter wegen giftiger Filzstifte Alarm geschlagen hatten. Dass in Filzstiften jede Menge Chemie stecken kann, ist aber für ÖKO-TEST nichts Neues: Auch mit Krebs erregendem Anilin und dem bedenklichen Feuchthaltemittel Diethylenglykol hatten wir es in unserem letzten Test Filzstifte im Jahr 2001 zu tun. Lösliche halogenorganische Verbindungen fanden wir zum Beispiel vor fünf Jahren in den Farben von Wachsmalstiften. Und da war es nahe liegend, dass sie auch in Filzstiften eingesetzt werden. Aber auch Stoffe, die auf dem deutschen Markt schon lange kein Problem mehr zu sein schienen, etwa Cadmium, nahmen wir erneut ins Visier. Das giftige Schwermetall hatte ÖKO-TEST zuletzt vor rund 20 Jahren in Filzschreibern nachgewiesen. Wir lassen trotzdem nicht locker.

Die Bewertung

Filzstifte gelten allgemein als Spielzeug, das bestätigen die Hersteller, indem sie ein CE-Zeichen aufdrucken. Keine Frage, dass giftiges Blei in solchen Produkten für Kinder nichts zu suchen hat - möchte man meinen. Doch Experten sind sich einig: Die Bleigrenzwerte in der europäischen Spielzeugrichtlinie sind viel zu lasch. Aus diesem Grund bewertet ÖKO-TEST auch deutlich strenger als der Gesetzgeber. Produkte, die nicht verkehrsfähig sind - egal, ob wegen ihres Schadstoffgehaltes oder wegen einer fehlenden Herstelleradresse - können nur mit "ungenügend" bewertet werden. Nicht untersucht wurden die Funktion und Langlebigkeit der Filzstifte. Wichtig war uns, dass keine schädlichen Stoffe eingesetzt werden. Deshalb basiert das Gesamturteil auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe.