Startseite
14 Pflanzliche Rheuma- und Schmerzmittel, pflanzlich im Test

Handbuch Gesundheit
vom 15.06.2012

Rheumamittel / Schmerzmittel, pflanzlich

Aua!

Gelenkverschleiß kann reißende Schmerzen verursachen. Einige pflanzliche Präparate sollen schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Sie überzeugen jedoch nicht richtig.

531 | 10

15.06.2012 | Bei rheumatischen Erkrankungen spielt die Bekämpfung des Schmerzes eine wichtige Rolle. Am häufigsten werden kortisonfreie, sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Ibuprofen eingesetzt. Sie lindern zwar Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen, ihre Nebenwirkungen sind aber erheblich.

Als Alternative werden pflanzliche Antirheumatika angeboten. Die wohl bekannteste und älteste Arzneidroge ist die Weidenrinde. Ihre Extrakte enthalten unter anderem Salicin und Salicin-Derivate. Diese werden im Körper zur wirksamen Salicylsäure verstoffwechselt. Allerdings ist die Wirksamkeit allein mit Salicylsäure nicht erklärbar. Diskutiert werden daher weitere Inhaltstoffe wie Procyanidine und andere Polyphenole. Alle Bestandteile zusammen sollen zur Wirksamkeit der Weidenrindenextrakte beitragen.

Des Weiteren sind Trockenextrakte aus der Speicherwurzel der südwestafrikanischen Teufelskralle - botanisch Harpagophytum procumbens - im Handel. Als Hauptinhaltsstoff gilt Harpagosid. Wie die Extrakte wirken, ist bislang noch nicht geklärt.

Im ÖKO-TEST: 14 rezeptfreie pflanzliche Schmerzmittel. Elf davon enthalten Extrakte aus Teufelskrallenwurzel und werden zur unterstützenden Behandlung bei Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparats angewendet. Zwei Präparate mit Weidenrindenextrakten und ein Kombinationspräparat dienen unter anderem zur Anwendung bei rheumatischen Beschwerden.

Das Testergebnis

Von zwei "guten" Ausnahmen abgesehen, dümpeln die Präparate vor allem mangels überzeugender Daten allesamt zwischen "befriedigend" und "ausreichend" herum.

Überzeugen konnte uns lediglich die Datenlage für die Phytodolor Tinktur aus dem Hause Steigerwald. Für das Kombinationspräparat aus Eschenrinde, Zitterpappelrinde und -blättern sowie Echtem Goldrutenkraut liegen belastbare klinische Studien vor, in denen sich das Präparat bei der Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen einem Scheinmedikament als überlegen und verglichen mit chemischen Schmerzmitteln wie Diclofenac als gleichwertig erwies. Insofern ist das Präparat für die im Beipackzettel genannten Anwendungsgebiete empfehlenswert. Dass es am Ende doch nur für ein Gesamturteil "befriedigend" reicht, hat zwei Gründe: Zum einen vermissen wir im Beipackzettel Hinweise, dass das Präparat nicht bei Magen-/Darmgeschwüren angewendet sollte und ab welchem Alter es geeignet ist. Zum anderen fällt wegen des fehlenden Hinweises bezüglich der Anwendung bei Kindern auch der Alkoholgehalt von 45,6 Volumenprozent (Vol.-%) stärker ins Gewicht.

Für Teufelskrallenpräparate liegen nur wenige Studien zur schmerzlindernden und antientzündlichen Wirkung vor, die heutigen Ansprüchen gerecht werden. Daher stufen wir die Wirksamkeit als nur "teilweise belegt" ein. Lediglich für die Filmtabletten Doloteffin und Rivoltan Teufelskralle 480 mg rechtfertigen produktspezifische Daten eine etwas bessere Bewertung.

Dürftig sieht die klinische Datenlage bei den Trockenextrakten a

Handbuch Gesundheit

Gedruckt lesen?

Handbuch Gesundheit ab 8.90 € kaufen

Zum Shop

Handbuch Gesundheit

Online lesen?

Handbuch Gesundheit für 7.99 € kaufen

Zum ePaper