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12 Einlagen bei Blasenschwäche im Test

Was läuft denn da?

ÖKO-TEST September 2013 | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 30.08.2013

12 Einlagen bei Blasenschwäche im Test

Harninkontinenz ist immer noch ein Tabuthema - obgleich schätzungsweise vier Millionen Menschen hierzulande daran leiden. Spezielle Einlagen könnten den Alltag erleichtern. In unserem Test gab es aber nur ein gutes Produkt, alle anderen waren Mittelmaß.

Sie traue sich kaum noch aus dem Haus, erklärt die 55-jährige Elke F. Ihren vollständigen Namen möchte sie nicht in einer Zeitschrift lesen, zu unangenehm ist ihr das Problem: Blasenschwäche. Ins Kino oder ins Theater gehe sie schon seit Längerem nicht mehr; selbst den kurzen Weg zum nächsten Supermarkt, um Lebensmittel einzukaufen, überlege sie sich zweimal, denn weder dort noch auf dem Weg dorthin gebe es eine Toilette, die sie notfalls aufsuchen könne.

Das Thema ist immer noch mit viel Scham besetzt und wird daher häufig tabuisiert. Die Betroffenen reden auch deshalb nicht gern darüber, weil viele ihre Beschwerden als altersbedingt und daher naturgegeben betrachten. Hinzu kommt ein Gefühl des Versagens, weil man die Kontrolle über den eigenen Körper verliert. Aus Angst vor Gerüchen und Bloßstellung vermeiden die Geplagten oftmals sogar soziale Kontakte.

Schätzungsweise vier Millionen Menschen leben hierzulande mit einer behandlungs- oder versorgungsbedürftigen Harninkontinenz. Die Hälfte von ihnen ist älter als 60 Jahre, Frauen leiden häufiger darunter als Männer, was vor allem auf Schwangerschaften und hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren zurückzuführen ist. Bei Frauen liegt die Ursache häufig in einem schwachen Beckenboden, bei Männern in einer vergrößerten Prostata.

Aber auch jüngere Menschen können betroffen sein: Da ist die 30-jährige Mutter, die nach der Entbindung ihrer Kinder beim Sport, Niesen oder Lachen und auch beim Sex jedes Mal Urin verliert. Sie gibt den Sport auf, zieht sich immer weiter zurück, um sich keiner Scham auszusetzen, Sexualität und Partnerschaft leiden erheblich.

Daher sollte bereits bei beginnender Blasenschwäche ein Arzt aufgesucht werden. Zwar "werden von den Patienten, die zum Arzt gehen, nur zehn Prozent richtig behandelt", kritisiert Professor Klaus-Peter Jünemann, Urologe am Universitätsklinikum in Kiel und Vorsitzender der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft. Er empfiehlt deshalb "eine gewisse Hartnäckigkeit gegenüber den behandelnden Ärzten". Denn selbst wenn ein Betroffener medizinisch als austherapiert gilt, könne er mit den richtigen Hilfsmitteln fast unbehindert am täglichen Leben teilhaben, betont Jünemann.

Elke F. behilft sich inzwischen mit Inkontinenzeinlagen, manchmal benötigt sie fünf oder sechs Stück pro Tag. Diese Einlagen enthalten einen saugenden Kern aus Zellulosefasern und einem sogenannten Superabsorber. Bei Letzterem handelt es sich um ein Acrylsäurepolymer, das Gerüche binden und bis zum 30- bis 40-Fachen seines Eigengewichts an Urin aufnehmen kann. Das im trockenen Zustand pulverförmige Material verwandelt sich dabei in ein Gel, gibt die aufgenommene Flüssigkeit auch unter Druck nicht wieder ab und soll so für ein trockenes Hautgefühl sorgen.

Im ÖKO-TEST: Sieben Einlagen bei Blasenschwäche für Frauen und fünf Produkte für Männer, vor allem für leichte bis mittlere Inkontinenz, eines für Männer mit Harntröpfeln. Wir wollten w


Einlagen bei Blasenschwäche: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Facelle Diskret Hygiene-Einlagen Men Level 2
  • Rossmann

Seni Lady normal
  • TZMO

Hartmann MoliMed for men Premium active
  • Hartmann

Attends For Men Active Protection, Saugstärke 2
  • Attends

Attends Soft Saugstärke 5
  • Attends

Tena Lady Einlagen Extra
  • SCA Hygiene Products

Seni Man normal
  • TZMO

Abena Abri San Premium 1
  • Abena

Jessa Hygieneeinlagen Maxi
  • Dm

Hartmann MoliMed Premium Maxi
  • Hartmann

Param Ladies Extra
  • Param

Tena Men Level 2
  • SCA Hygiene Products

12 Einlagen bei Blasenschwäche im Test
ÖKO-TEST September 2013 Seite 102
ÖKO-TEST September 2013 Seite 103
ÖKO-TEST September 2013 Seite 104
ÖKO-TEST September 2013 Seite 105
ÖKO-TEST September 2013 Seite 106
ÖKO-TEST September 2013 Seite 107

6 Seiten
Seite 102 - 107 im ÖKO-TEST September 2013
vom 30.08.2013
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Für diesen Test haben wir elf Einlagen für leichte bis mittlere Blasenschwäche sowie eine für Männer mit Harntröpfeln ausgewählt, die mittels eines Klebestreifens in der Unterhose fixiert werden, nicht aber solche, die beim Anlegen spezieller Netzhosen bedürfen. Die Mehrzahl der Produkte kauften wir in der Apotheke ein, nur wenige in der Drogerie, denn anders als einfache Binden sind Inkontinenzeinlagen immer noch ein typisches Apothekenprodukt. Da mehr Frauen als Männer von unfreiwilligem Harnverlust betroffen sind, landeten mehr Modelle für Frauen als für Männer im Test.

Die Praxisprüfung

... gliederte sich in zwei Teile: Zum einen wollten wir wissen, wie gut und wie viel Flüssigkeit die Einlagen aufsaugen. Dabei hat sich das von uns beauftragte Labor an einer Methode orientiert, die Urologen des Universitätsklinikums Kiel entwickelt haben: Die Einlage wird nicht zerschnitten und die Flüssigkeit - eine mit einem Indikator eingefärbte Kochsalzlösung als Urinersatz - so aufgegeben, dass sie einen Urinstrahl simuliert. Wie gut die aufgesaugte Flüssigkeit festgehalten wird, wurde durch Auflage von Filterpapieren ermittelt. Die Anwendung der beiden anerkannten Testverfahren haben wir verworfen, weil sie kaum praxisnah sind: Beim ISO-Tauchtest wird die komplette Einlage in eine Flüssigkeit eingetaucht und nach dem Abtropfen gewogen; beim MDS-Test werden Stücke aus dem Produkt herausgeschnitten und die Aufnahmekapazität dann unter Druck gemessen.

Zum anderen ging es uns um die Handhabung und den Tragekomfort. Dazu wurden die Produkte Männern und Frauen mit Blasenschwäche ausgehändigt, die regelmäßig Einlagen benutzen. Auf einer Skala von 5 = sehr gut bis 1 = sehr schlecht beantworteten sie Fragen, die vom Entfernen des Klebestreifens bis zur Hautverträglichkeit reichten.

Die Schadstoffe

Analysieren ließen wir auf Rückstände halogenorganischer Verbindungen, die beispielsweise beim Bleichen von Fasern mit Chlor entstehen können. Viele dieser Stoffe sind allergieauslösend. Ein weiterer Parameter waren umstrittene optische Aufheller.

Die Bewertung

Gute Einlagen bei Blasenschwäche saugen adäquate Mengen Flüssigkeit schnell auf und halten diese fest, sodass sie sich lange trocken anfühlen. Genauso wichtig wie die Laboruntersuchung war uns, wie Betroffene mit den Produkten zurechtkommen. Folglich fließen Flüssigkeitsaufnahme und Bewertung durch die Probanden zu gleichen Teilen ins Testergebnis Praxisprüfung ein. Das Material sollte natürlich möglichst frei von Schadstoffen sein, denn schließlich werden die Einlagen lange an empfindlichen Körperpartien getragen. Daher kann das Gesamturteil nicht besser sein als das schlechtere der beiden Testergebnisse Praxisprüfung und Material.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST September 2013
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Erschienen am 30.08.2013

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