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Reaktionen: Agila Tierkrankenversicherung

Kündigung für treue Kunden

ÖKO-TEST September 2014 | Kategorie: Geld und Recht | 29.08.2014

Reaktionen: Agila Tierkrankenversicherung

Vertrauen ist gut, doch falsch, wenn es um die Agila Tierkrankenversicherung geht. Sehr enttäuscht sind jedenfalls Susanne und Jörg Stephan aus Stuttgart. Der Vertrag für ihre zehn Jahre alte Hündin Kady wurde von der Agila nach einem Krankheitsfall gekündigt. Gleichzeitig wurde den Hundebesitzern eine Nachfolgepolice angeboten. Stolze 75 Euro im Monat soll diese kosten. Dabei ist die Prämie in den letzten Jahren aufgrund von Alterszuschlägen bereits auf rund 50 Euro pro Monat gestiegen. Der aktuelle Zwangsumstieg ist eine Preissteigerung von rund 57 Prozent. Zudem büßen die Kunden, wenn sie auf das Angebot eingehen, ihren hohen jährlichen Schutz für ambulante Tierarztbehandlungen zum Teil ein. Die neue Police enthält zwar einen Operationsschutz von 3.000 Euro, ist aber für die alltäglichen ambulanten Behandlungen auf 600 Euro pro Jahr gedeckelt. Im alten Vertrag für Kady war er dagegen auf 1.600 Euro angewachsen, weil die Stephans bei der Versicherung keine Rechnungen eingereicht hatten und nach den Bedingungen der Agila die abgesicherte Summe steigt, wenn ein Vertrag weitgehend schadenfrei bleibt. "Wir haben in den ersten Jahren einige Rechnungen selbst bezahlt, um unseren Schutz für das Alter des Hundes zu steigern", ärgert sich Jörg Stephan.

Doch nun, da die Hundedame Kady im höheren Alter angekommen ist und droht teuer zu werden, hat die Agila kurzerhand einen Schlussstrich gezogen. Insgesamt wurden 2014 bereits rund 3.500 Verträge von 170.000 im Bestand der Agila gekündigt. Dabei wirbt das Unternehmen weiterhin damit, auch ältere Tiere zu schützen. "Wir sind uns der Verantwortung gegenüber den Kunden und den versicherten Tieren bewusst und möchten auch im hohen Alter die Tiere weiter versichern", bestätigt Agila-Vorstand Patrik Döring. Doch Kündigungen seien nötig, weil "ein kleiner Teil der alten Tarife an die aktuelle Kostensituation in der Tiermedizin angepasst" werden müsse. Döring: "Allen betroffenen Kunden, unabhängig von Rasse, Alter oder Vorerkrankung, bieten wir an, in unseren aktuellen Tarif zu wechseln."

Das Verhalten der Agila dürfte bei Tierhaltern kaum Vertrauen auslösen. Eine Tierkrankenversicherung mit steigender Versicherungssumme lohnt nicht, wenn man im Alter der Tiere nicht sicher sein kann, dann auch die höheren Summen voll auszuschöpfen. Diese Sicherheit hat die Agila mit ihrer Kündigungsaktion deutlich erschüttert.

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