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59 Hausratversicherungen im Test

Sicherheit für die gute Stube

ÖKO-TEST Jahrbuch Geld und Versicherungen für 2010 | Kategorie: Geld und Recht | 05.10.2009

59 Hausratversicherungen im Test

Schneller als viele glauben, wächst der Wert des Hausrats. Totalverluste durch Feuer oder Diebstahl kann meist niemand aus eigenen Rücklagen tragen. Sicherheit bietet allein eine Hausratversicherung. ÖKO-TEST hat den Markt unter die Lupe genommen.

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Vor Diebstahl ist man nirgendwo gefeit. Das zeigt ein Fall aus Düsseldorf. "Als ich meine Wohnung betreten wollte, war die Tür von innen verrammelt. Die Diebe hatten sich gegen Überraschungen sorgfältig abgesichert und verließen meine Wohnung über den Balkon, während ich verzweifelt versuchte, die Tür zu öffnen", erzählt Hans Schwaab. Die Einbrecher hatten die Balkontür am helllichten Tage aufgehebelt und im Haus blitzschnell alles Wertvolle zusammengerafft. "Diebe werden nicht nur dreister, sondern professioneller", warnt Dirk Büchner vom Bundeskriminalamt. Viele Betroffene erleben nach dem Einbruch gleich noch einen zweiten Schock, wenn die Versicherung mitteilt, dass die Wertsachen nur zu einem Bruchteil abgesichert sind.

Wer teure Gemälde, Antiquitäten, Schmuck, Bargeld, Briefmarken, handgeknüpfte Teppiche oder Pelze sein Eigen nennt, sollte daher die Entschädigungsgrenzen unbedingt erhöhen. "Gleichzeitig sollten die wertvollsten Sachen in einem vom Versicherer als sicher anerkannten Stahlschrank untergebracht werden", rät Oliver Löhrke von Versicherungsmakler Hoesch & Partner aus Frankfurt. "Dann gelten sonst übliche zusätzliche Einzellimits, wie 1.000 Euro für Bargeld, nicht mehr."

Bei der Analyse hat ÖKO-TEST nur Hausratpolicen untersucht, die den Empfehlungen Bochumer Arbeitskreis EU-Vermittlerrichtlinie entsprechen. Der Arbeitskreis gibt Versicherungsmaklern praktische Hilfen bei der Umsetzung des neuen kundenfreundlichen Versicherungsrechts. Im Test wurden die Versicherungssummen außerdem so hoch gewählt, dass eine Untersicherung ausgeschlossen ist. Wer hingegen eine niedrige Versicherungssumme wählt, weil nur wenige oder kaum kostbare Gegenstände in der Wohnung sind, muss einen Untersicherungsverzicht ausdrücklich vereinbaren.

"Gerade bei Teilschäden, etwa wenn Einbrecher die Hi-Fi-Anlage mitgehen lassen, gibt es hier immer wieder Ärger", so Experte Löhrke. Dann lassen die Versicherer per Gutachter blitzschnell feststellen, dass der Wert des Hausrats längst die versicherte Summe weit überschreitet. Besteht vertraglich kein Unterversicherungsverzicht, kann die Assekuranz - rechtlich sicher - eine volle Entschädigung ablehnen.

Automatisch Schutz für Elementarschäden, vor allem Hochwasser und Überschwemmung, sieht die übliche Hausratversicherung bis heute nicht vor. Er muss beantragt werden. Derzeit besitzen bundesweit nur rund zehn Prozent der Hausratversicherten eine Absicherung gegen die immer stärker tobende Natur. Für Hausbesitzer und alle, die Parterre oder im Untergeschoss wohnen, sollte dieser Zusatzschutz ein Muss sein.

Bei fast jedem Hausratversicherer können die Kunden mittlerweile zwischen mehreren Produktlinien wählen. Zudem können einzelne Leistungen per Prämienzuschlag verbessert werden. Erweiterten Schutz gegen die Naturgewalten, vor allem gegen Überschwemmung und Starkregen, kann man allerdings nicht immer dazukaufen. Solche Tarife haben wir nicht mehr bewertet, weil wir den Elementar-Zusatzschutz, der unter anderem auch Erdrutsch, Erdbeben und Schäden durch Schneedruck umfasst, für sehr wichtig halten. Selbst Mieter, die im sechsten Stock wohnen, sollten über eine Erweiterung ihrer Hausratversicherung nachdenken, wenn sie im Keller regelmäßig Wertgegenstände lagern. "Versichert sind immer auch alle Kellerräume, die zur Wohnung gehören", bestätigt Martina Westholt von der VHV-Versicherung.

So blieben 59 Tarife in insgesamt 236 Modellfällen.

Das Testergebnis

Kam im vergangenen Jahr nur ein Tarif auf Rang 1, sind es im aktuellen Test bereits neun. Der wichtigste Grund: Immer mehr Unternehmen verzichten auf die "Einrede der groben Fahrlässigkeit", das heißt, sie zahlen auch, wenn die Versicherten den Schaden grob fahrlässig herbeigeführt haben.

Gutes muss nicht superteuer sein. Selbst Tarife auf dem 1. Rang haben teilweise ein "sehr niedriges" Preisniveau. Andererseits garantieren "hohe" oder sogar "sehr hohe" Preise keine außerordentlichen Leistungen.

Insgesamt sind die Preisunterschiede gewaltig. Der Versicherungsschutz für unsere Frankfurter Modellwohnung (Modellfall A) kann 150 Euro kosten oder mit 515 Euro mehr als dreimal so teuer sein. Allerdings gibt es für 150 Euro auch nur mit Rang 3 bewertete Leistungen. Für das Ingolstädter Haus (Modellfall C) sind die Preisunterschiede mit 205 bis 557 Euro ähnlich immens.

Auch beim zusätzlichen Elementarschutz (Modellfälle B - Frankfurt und D - Ingolstadt) sind die Preisunterschiede groß. Während diese Zusatzdeckung bei günstigen Versicherern für einen Preisaufschlag von wenigen Prozent erhältlich ist, verlangen andere bis zu 40 Prozent, wenn sie für sogenannte Elementarschäden wie Überschwemmung oder Erdrutsch zahlen sollen.

Keinen Ärger, weil ein Schaden grob fahrlässig angerichtet wurde, gibt es nicht nur bei den Tarifen auf dem ersten (mit Ausnahme der Janitos), sondern auch bei zehn Tarifen auf dem 2. Rang. Die Versicherer zahlen daher auch, wenn ein Mieter oder Eigentümer in seiner Wohnung einen Brand verursacht, weil der eine Kerze vergessen hat oder es zu einem Einbruchsdiebstahl kommt, weil beim Verlassen der Wohnung ein Fenster auf Kippe stand. Natürlich gibt es auch eine Grenze. Wer vorsätzlich seine Wohnung in Brand steckt, erhält keinerlei Entschädigung.

Auch bei fortschrittlichen Anbietern haben die Kunden noch eine ganze Reihe von Pflichten. So muss der Schaden unverzüglich gemeldet werden, damit ihn der Versicherer begutachten kann. Jeder Betroffene sollte selbst zusätzliche Beweise sichern, etwa Fotos machen. Damit kann späterer Streit verhindert werden. Bei Diebstahl muss sofort bei der Polizei Anzeige erstattet und eine Liste der verschwundenen Gegenstände vorgelegt werden. Sparbücher müssen gesperrt werden. Zudem sind Sicherheitsvorschriften zu beachten. So muss in der kalten Jahreszeit die Wohnung beheizt werden. Wer verreist, muss dafür Sorge tragen, dass die Heizung nicht ausfällt. Entweder kontrolliert ein Nachbar oder alle Wasserleitungen müssen entleert werden.

Alle untersuchten Tarife erreichen "sehr hohe" Leistungen in den Bereichen Bargeld, Urkunden/Wertpapiere (jeweils mindestens 1.000 Euro), für Schmuck, Edelsteine, Münzen, Gold, Platin (mindestens 20.000 Euro), Pelze, Teppiche, Kunst, Silber, Antiquitäten (mindestens 20 Prozent der Versicherungssumme) und Kostenvorsorge (mindestens zehn Prozent der Versicherungssumme und mindestens 10.000 Euro). Für anfallende Überspannungsschäden leisten alle Tarife bis auf den Spar 4.0 der NV, der eine Selbstbeteiligung von 100 Euro vorsieht, mindestens fünf Prozent der Versicherungssumme. Diese Bereiche haben wir in der Tabelle daher nicht gesondert aufgeführt.

Besserer Fahrraddiebstahlschutz liegt voll im Trend. Bis auf fünf ohnehin nicht besonders leistungsstarke Angebote im Test haben alle den sogenannten Nachtzeitausschluss gestrichen. Bisher galt das vor dem Haus abgestellte Fahrrad nur in der Zeit zwischen sechs Uhr morgens und 22 Uhr abends gegen einfachen Diebstahl versichert. Allein wenn es in Gebrauch war - also in der Nacht vor einem Kino gestohlen wurde - gab es Versicherungsschutz. Diese Regelung hat immer wieder zu Ärger geführt, denn der Versicherungsnehmer muss beweisen, dass das Rad nicht in der Nacht gestohlen wurde.

Eine ganz wichtige Schutzfunktion entwickelt die Hausratversicherung durch die sogenannte Außenversicherung. Hausratgegenstände sind auch außerhalb der Wohnung versichert, wenn sie aus einem geschlossenen Raum, etwa einem Lager oder Hotelzimmer gestohlen werden. Damit ist die Hausratversicherung auch eine Reiseversicherung, denn sie zahlt außerdem, wenn dem Versicherten ein Gegenstand - etwa eine Uhr - mit Gewalt geraubt wird. Alle Anbieter leisten mindestens 10.000 Euro. Die Außenversicherung ist daher ebenfalls nicht gesondert aufgeführt. Unterschiede gibt es in der Dauer. Tarife, die weniger als sechs Monate gelten, haben wir mit "hoch" bewertet und in die Leistungsnote einfließen lassen, mehr als sechs Monate mit "sehr hoch".

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