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Ratgeber: Wirtschaftliche Speichernutzung

Mit der Sonne in die Cloud

ÖKO-TEST Februar 2017 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 26.01.2017

Ratgeber: Wirtschaftliche Speichernutzung

Solarstrom erzeugen, speichern und im Direktverkehr zwischen privaten Produzenten und Konsumenten vermarkten: Was sich wie der Strommarkt 4.0 anhört, wird Realität - zumindest in Modellversuchen. Und macht Öko-Strom billiger und die Solarinvestitionen rentabler.

Beim Klimaschutz gelten die USA nicht gerade als Vorbild. Doch nun sorgt die Stadt New York mit einem Modellprojekt für Furore: Seit Kurzem versorgen Besitzer von Photovoltaikanlagen im Stadtteil Brooklyn nicht nur sich selbst, sondern auch benachbarte Haushalte mit Solarstrom. Das klingt zunächst wenig revolutionär, stellt die bisherige Energieversorgung aber grundlegend auf den Kopf. Denn Stromlieferung, Abrechnung und Dokumentation regeln die Teilnehmer des Nachbarschaftsnetzes nun komplett in Eigenregie - der örtliche Energieversorger bleibt hierbei völlig außen vor. Wie das geht? Moderne Kommunikationstechnik macht es möglich. Ein neuartiges Verfahren namens Blockchain funktioniert wie ein digitaler Vertrag, mit dem ein Haushalt Strom

via Internet verschlüsselt und manipulationssicher direkt bei einem anderen Teilnehmer kaufen und abrechnen kann. Jede einzelne Transaktion wird auf den privaten Rechnern aller Netzwerkpartner gespeichert. So bleiben die Käufe nachvollziehbar und kein Teilnehmer kann behaupten, er habe zu wenig Strom bezogen oder zu viel gezahlt.

"Aus passiven Konsumenten werden Produzenten, die mit ihrer Photovoltaikanlage ihre eigene Energie erzeugen und den Strom nun sogar selbst direkt verkaufen können", kommentiert Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. In einer Studie im Auftrag der Verbraucherzentrale hat die Beratungsfirma Pricewaterhouse Coopers nachgewiesen, dass die Blockchaintechnik auch die deutsche Energiewende vorantreiben könnte. Wenn immer mehr dezentrale Solaranlagen und Windturbinen anstelle von zentralen Großkraftwerken den Strom erzeugen, bietet es sich an, die Energie auch lokal zu vermarkten. Denn dann muss der Strom nicht mehr über weite Strecken transportiert werden und die Stromleitungen werden geschont. Der Vorteil aus Verbrauchersicht: Der Direkthandel spart Aufwand und Kosten. Theoretisch können Verbraucher einfach per App auf dem Handy nach günstigen Angeboten suchen und frei den Lieferanten wechseln. Die Dienstleistungen eines klassischen Energieversorgers werden überflüssig.

Bis direkte Transaktionen zwischen Produzenten und Konsumenten, die auch Elektroautos und Wärmeerzeuger einbinden können, zur Regel werden, sind allerdings noch viele Fragen zu klären. Wollen Verbraucher ihre Energieversorgung überhaupt eigenverantwortlich organisieren? Ist Energie auch garantiert verfügbar, wenn sie benötigt wird? "Im Energiesektor stehen Blockchainanwendungen noch ganz am Anfang", sagt Sieverding. Dennoch treiben die Firmen die Entwicklung derartiger dezentraler Geschäftsmodelle für die Stromvermarktung mit hohem Einsatz voran. Denn Solar- und Windstrom fallen witterungsbedingt mal in großen Mengen, mal nur sehr spärlich an. Daher müssen Lösungen gefunden werden, die Schwankungen abfedern und das Stromnetz entlasten. Im Falle der Photovoltaik fassen die Firmen hierfür vor allem Kleinspeicher ins Auge. Herrscht zum Beispiel an einem Sonnentag ein Überangebot an Solarstrom, können die Akkus die

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Erschienen am 26.01.2017

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