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186 Hausratversicherungen im Test

Schutz für Hab und Gut

ÖKO-TEST April 2014 | Kategorie: Geld und Recht | 28.03.2014

186 Hausratversicherungen im Test

Wohnungsmieter oder Eigentümer, die Opfer eines Einbruchs, eines Feuers oder einer Naturkatastrophe werden, müssen mit der totalen Zerstörung ihres Hausrats rechnen. Dann hilft nur eine gute Hausratversicherung. Die finden Sie mit unserem Test.

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Rund 25 Prozent aller Haushalte haben laut Allensbach keine Hausratversicherung. Dabei steigt das Risiko, denn immer mehr Diebe schlagen in Deutschland zu. So verzeichnet die polizeiliche Statistik für 2012 wieder einen Anstieg der Wohnungseinbrüche um fast neun Prozent auf über 144.000 Fälle. Dabei werden die Diebe immer dreister. Denn die Einbrüche am helllichten Tag sind sogar um fast zehn Prozent gestiegen und haben nun einen Anteil von fast 43 Prozent. Hoffnung auf Schadenersatz durch gefasste Diebe brauchen sich die Betroffenen kaum zu machen. Denn mit 15,7 Prozent ist die Aufklärungsquote auf dem historisch niedrigsten Stand angekommen. Zudem ist bei den eigentlichen Tätern oft nichts zu holen, und an die Hintermänner kommt man nicht ran.

Hilfe bietet die Hausratversicherung. 2012 haben die Assekuranzen gut 1,3 Mrd. Euro an Geschädigte bezahlt. Knapp 45 Prozent davon für Einbruchsdiebstähle. Eine Hausratpolice sichert den kompletten Hausrat zudem gegen Sturm, Hagel, Blitz, Feuer und Schäden durch Leitungswasser ab. Kommt es zu Überschwemmungen durch Starkregen, brauchen Hausbesitzer und Mieter allerdings eine zusätzliche Elementarschadenversicherung.

"Viele kennen den hohen Wert ihres Hausrates nicht", weiß Versicherungsmakler Johannes Brück aus Düsseldorf. Sinnvoll ist es deshalb, eine Liste zu führen, um den Gesamtwert des Hausrates sicher feststellen zu können. Zudem sollten alte Bedingungen erneuert werden. Sie enthalten nämlich oft unzureichende Klauseln, nach denen die Versicherer zum Beispiel nur den Zeitwert ersetzen müssen. Nach neuen Bedingungen zahlen sie dagegen den Neuwert. Das heißt, dass man einen Gegenstand der gleichen Art und Güte wieder erwerben kann, wenn ein Totalschaden eingetreten ist.

Auch der Schutz von Fahrrädern lässt sich am sinnvollsten durch die Hausratversicherung organisieren. Zwar ist der Klau mit 326.000 im Jahre 2012 laut Polizeistatistik marginal gesunken. Doch die Schadensummen steigen, weil immer hochwertigere Zweiräder verkauft werden. Vor allem Pedelecs boomen derzeit. Automatisch sind Drahtesel allerdings nur mit einer kleinen Summe versichert. Daher mussten die Anbieter im Test Fahrräder mit mindestens 2.550 Euro (drei Prozent der Versicherungssumme von 85.000 Euro) absichern. Insgesamt haben wir 372 Angebote von 46 Versicherungen und Konzeptanbietern untersucht.

Das Testergebnis

Powertarife. Sechs Angebote haben den aufwendigen Test der Angebote ohne zusätzlichen Elementarschutz mit der Note 1 bestanden. Sie sichern das von ÖKO-TEST geschätzte Kostenrisiko für die unterschiedlichsten Schadenszenarien fast optimal ab. Vor allem gibt es Leistungen ohne Abzüge, wenn gesetzliche oder Sicherheitsbestimmungen wie die Pflicht, Rauchmelder zu installieren, grob fahrlässig nicht beachtet werden und es deshalb zu einem schweren Schaden kommt. "Es ist sehr begrüßenswert, dass nun erste Versicherer bei grob fahrlässiger Missachtung von Sicherheitsvorschriften mehr S...


Testverfahren

Zur Ermittlung der Gesamtnote haben wir durch einen Sachverständigen für Hausrat vom Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter e.V. (BDSF) aus Weil am Rhein zunächst das Schadensrisiko abschätzen lassen. Es beläuft hochgerechnet auf einen versicherten Hausrat von 85.000 Euro für Bargeld und Gefriergut auf jeweils 1.133,33 Euro, für Diebstahl aus verschlossenem Kfz auf 1.360 Euro, für Urkunden und Wertpapiere auf 1.700 Euro, für Fahrraddiebstahl auf 2.550 Euro, für Seng- und Schmorschäden ohne Feuererscheinung auf 2.833,33 Euro, für Überspannungsschäden auf 3.96,67 Euro; für Sachverständigenkosten auf 4.533,33 Euro, für Aufräumungskosten, Kostenvorsorge und Außenversicherung jeweils auf 8.500 Euro, für Hotelkosten auf 10.200 Euro, für Verpuffung und Implosion auf jeweils 13.600 Euro, für Schmuck, Edelsteine, Münzen, Gold und Platin auf 14.166,67 Euro, für Pelze, Teppiche, Kunst, Silber und Antiquitäten auf 17.000 Euro, für Rauch und Ruß ohne versicherten Brandherd auf jeweils 42.500,00 Euro, für Nutzwärmeschäden, grobe Fahrlässigkeit (Herbeiführung des Versicherungsfall) und grobe Fahrlässigkeit (Obliegenheiten und Sicherheitsvorschriften) auf je 85.000 Euro. Für Elementarschäden haben wird zur Ermittlung der Gesamtnote einen Dipl.-Bausachverständigen des Verbandes der Bausachverständigen Deutschlands (VBD) in Hannover zunächst das Schadensrisiko abschätzen lassen. Es beläuft hochgerechnet auf einen versicherten Hausrat von 85.000 Euro für Rückstau durch Überschwemmung und Schneedruck auf 42.500 Euro, für Überschwemmung, Erdbeben, Erdsenkung, Erdfall, Erdrutsch, Lawinen und Vulkanausbruch auf jeweils 85.000 Euro.

Zur Ermittlung der Gesamtnoten wurde die Differenz zwischen versichert (mindestens bis zur Höhe des Schadensrisikos) und nicht versichert jeweils in sechs gleichgroße Klassen geteilt: Rang 1 / Note sehr gut / sehr hohe Leistung; Rang 2 / Note gut / hohe Leistung; Rang 3 / Note befriedigend / erhöhte Leistung; Rang 4 / Note ausreichend / mäßige Leistung; Rang 5 / Note mangelhaft / niedrige Leistung; Rang 6 / Note ungenügend / sehr niedrige Leistung.

Gibt es bei Sachverständigenkosten eine Mindestschadenhöhe oder eine Selbstbeteiligung, liegt die Dauer der Außenversicherung unter sechs Monaten, verschlechtert sich die Bewertung für diese Leistungsbereiche für jede Einschränkung jeweils um eine Note. Wird der Schutz bei Rauch- und Rußschäden eingeschränkt, verschlechtert sich die Bewertung um bis zu drei Noten.

Gibt es beim Fahrraddiebstahl einen Nachzeitausschluss oder wird zur Sicherung ein besonderes Schloss verlangt, gibt es eine Abwertung um je zwei Noten, eine Nachtzeiteinschränkung oder ein separates Schloss führen zur Abwertung um je eine Note. Gilt eine Abwertung wegen Nachtzeitausschluss, wird nicht mehr zusätzlich wegen Nachtzeiteinschränkung abgewertet.

Gibt es beim Fahrraddiebstahl einen Nachzeitausschluss oder wird zur Sicherung ein besonderes Schloss verlangt, gibt es eine Abwertung um je zwei Noten, eine Nachtzeiteinschränkung oder ein separates Schloss führen zur Abwertung um je eine Note.

Beim erweiterten Elementarschutz verschlechtert sich die Bewertung für den jeweiligen Leistungsbereich um eine Note, wenn eine Gefahr nicht ohne Einschränkung versichert ist. Für Rückstau durch Überschwemmungen verschlechtert sich die Bewertung zudem um eine Note, wenn eine Rückstauklappe erforderlich ist. Liegt die Selbstbeteiligung für erweiterte Elementarschäden über 1.666,67 Euro, verschlechtert sich die Bewertung in den jeweiligen Leistungsbereichen um eine Note, liegt sie über 3333,33 Euro, sind es zwei Noten.

Höchstleistung ist die Versicherungssumme. Leistungen, die höher liegen werden, werden mit "sehr hoch / Rang 1 / sehr gut" bezeichnet. Gegenüber dem Vorgängertest aus 2012 wurde Überschwemmung durch Rückstau nur bei erweiterten Elementarschäden erhoben.

Zur Ermittlung des Preisniveaus wurde die Differenz zwischen niedrigstem und höchstem Jahresbeitrag in den jeweiligen Modellfällen in sechs gleichgroße Klassen geteilt. Die Jahresbeiträge der Interrisk wurden als Ausreißer nicht klassenbildend berücksichtigt.

Alle Daten wurden aus der Datenbank des Analysehauses Innosystems aus Inning am Ammersee sowie am Markt Ende Januar 2014 erhoben und den Unternehmen zu einer Plausibilitätsprüfung und Verifizierung zurückgespielt. Die abschließende Auswahl der Kriterien und das abschließende Ranking der Tarife wurden von ÖKO-TEST vorgenommen.

Anforderungen an die Tarife: Versichert wird eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit massiver Bauweise und harter Bedachung in 51063 Köln, Domagkstraße 10 und 73433 Aalen, Bismarckstraße 1. Die Wohnung hat 100 qm. Die ermittelte Versicherungssumme des Hausrats beträgt 85.000 Euro. Es gilt ein Unterversicherungsverzicht. Als Basisleistung sind Gefahren Feuer, Leitungswasser und Sturm/Hagel abgesichert. Wertsachen sind mit mindestens 20 Prozent der Versicherungssumme gedeckt, Überspannungsschäden mit mindestens 10 Prozent, Fahrraddiebstahl mit drei Prozent oder 2.550 Euro. Versicherungsnehmer ist ein Angestellter, der am 1.1.1984 geboren wurde. Es gibt einen Vorvertrag, der fünf Jahre schadenfrei ist. Ermittelt wurden die Jahresprämien brutto für einen Einjahresvertrag und einer Absicherung ohne und mit erweitertem Elementarschutz. Versicherungsbeginn ist der 1. Mai 2014. Für die allgemeinen Leistungen gilt keine Selbstbeteiligung. Für erweiterten Elementarschutz ist eine Selbstbeteiligung möglich.

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