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7 Vogelfutter im Test

ÖKO-TEST Januar 2010
vom 30.12.2009

Vogelfutter

Trotz Label keine Ambrosia-Entwarnung

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30.12.2009 | Die Ambrosia ist unscheinbar und zäh, ihre Pollen hochallergen. Ambrosiasamen stecken in vielen Vogelfuttertüten - und werden so ungewollt Winter für Winter ausgesät. Inzwischen findet man etliche Produkte, die ein Label wie "Ambrosia kontrolliert" tragen. Nach einer Empfehlung des Verbraucherschutzministeriums können Produkte, die einen Orientierungswert von 0,02 Prozent Samen und damit rund 35 Samen pro Kilo enthalten, einen solchen zusätzlichen Hinweis wie "gereinigt" oder "geprüft" tragen. Erst in einer zweiten Stufe soll ein Gehalt von weniger als 0,005 Prozent, das wären etwa zehn Samen pro Kilo, angestrebt werden.

Wir wollten wissen, wie sicher das Vogelfutter mit Label wirklich ist und haben die Spezialisten von der Projektgruppe Biodiversität und Landschaftsökologie beauftragt, Proben zu ziehen und auf ihren Gehalt an Ambrosiasamen zu überprüfen. Auf 27 unterschiedliche Chargen von 14 Produkten - darunter auch Produkte ohne Label - kamen sie, meist wurden sogar mehrere Tüten einer Charge kontrolliert. Das Ergebnis zeigt, dass die Belastung Vergleich zu unserem Test 2007 insgesamt abgenommen hat. Grund zur Entwarnung gibt es aber nicht: Bis zu 94 Samen pro Kilo - knapp das Dreifache des ersten Orientierungswertes - steckten in den Tüten, die ein "Ambrosia kontrolliert"-Label tragen.

Der Vergleich zwischen Produkten mit und solchen ohne Label zeigte übrigens keine großen Unterschiede. So bleibt dem Verbraucher nur eins: Entweder auf das Vogelfüttern verzichten. Oder selbst für ambrosiafreies Futter sorgen, indem die Sonnenblumenkerne durchgesiebt werden.