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Ratgeber: Moderne Laubenpieper

Sehnsucht nach der Scholle

ÖKO-TEST Juni 2010 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 28.05.2010

Ratgeber: Moderne Laubenpieper

Bunte Schwedenhäuschen statt brauner Einheitslauben, Kinderlärm statt Mittagsruhe, Chilischoten statt Geranien - Schrebergärten wandeln sich. Vor allem Familien mit Kindern schätzen den grünen Freiraum und die Kirschen vom eigenen Baum. Nicht nur in Deutschland. Urbanes Gärtnern liegt weltweit im Trend.

Ein Kind im Buggy, das andere an der Hand. So stapfen Antje Kunstmann und Jan Kornacker dick vermummt zu ihrem Schrebergarten. Die Pforte lässt sich kaum öffnen, so hoch ist die Schneedecke, unter der die Blumenbeete jetzt begraben liegen. Apfel-, Kirsch-, Mirabellen- und Pfirsichbäume sind im Frost erstarrt. Und in dem Häuschen, das noch aus der Nachkriegszeit auf Parzelle 13 steht, ist es bitterkalt. Gärtnern oder Grillen kann man jetzt nicht. "Aber wir unterhalten uns oft über den Garten", erzählt Antje Kunstmann. "Die Kinder freuen sich schon richtig auf den Frühling."

Der Kleingartenverein "Schießstand" liegt nur ein paar Hundert Meter von der Wohnung im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld entfernt, in der das Paar mit seinen vier Töchtern lebt. Sie hat weder Garten noch Balkon. Bevor sie vor drei Jahren die Parzelle pachteten, blieben ihnen nur öffentliche Spielplätze und Parks, um mit den Kindern nach draußen zu gehen. Dann hörten die beiden von der Möglichkeit, einen Kleingarten zu pachten.

Sie sahen sich in der Laubenkolonie um und entdeckten Parzelle 13, die offensichtlich nicht genutzt wurde. Anke Kunstmann gefiel der verwilderte Garten mit den vielen Obstbäumen sofort. "Wir haben uns mit einem Familienfoto beim Vereinsvorstand beworben." Mit Erfolg. Die Biologin, der Architekt und ihre vier Töchter bekamen den Zuschlag und zum Einstand ein Büchlein mit Gartentipps.

Vor zehn Jahren noch bot die Anlage im Hamburger Westen, unweit der City, das Bild eines Spießeridylls. Kein Unkraut spross auf den sauber geharkten Wegen. Auf den Veranden der braunen Typeneinheitslauben saßen vorwiegend Paare im Rentenalter. Immergrüne Ziersträucher, akkurat auf Kante geschnittene Hecken, Hamburg-Flaggen und Gartenzwerge grüßten Spaziergänger.

Oasen im Staub der Städte

Mittlerweile aber wandelt sich das Bild. Schrebergärten liegen im Trend. Immer mehr junge Familien entdecken die Vorzüge der grünen Parzellen und sorgen dort für Leben. Rot oder blau gestrichene Häuschen im Schwedenstil, bizarre Baumhäuser, Trampoline und Schaukeln für die Kinder zeugen von diesem Generationswechsel und der Renaissance der Kleingartenvereine.

Die Pacht, die Jan Kornacker und Antje Kunstmann für ihre Parzelle zahlen, liegt bei 320 Euro jährlich, inklusive Wasserkosten. Dafür können die Kinder jetzt im eigenen Garten toben, der immerhin 650 Quadratmeter umfasst. Vor allem Lilli und Anna, die beiden Größeren, sind froh, nicht mehr ständig unter Aufsicht zu stehen. In der Kolonie spielen sie mit Nachbarskindern oder bringen Freunde mit. "Wir haben hier im Sommer ständig Besuch", erzählt die Mutter. Dann wird gegrillt oder gemeinsam Fußball geguckt. Freunde und Bekannte kommen gerne. "Nicht nur für uns hat der Garten einen großen Freizeitwert."

1,24 Millionen Schrebergärten gibt es in Deutschland. Sie sind Oasen im Staub der Städte. Die Grünanlagen, die zusammen eine Fläche von 50.000 Hektar umfassen, filtern Schadstoffe aus der Luft, dämpfen den Verkehrslärm, wirken kühlend auf das Stadtklima und bieten Vögeln und Insekten Refugien. Wie Stachelbeeren, Johannisbeeren, Tomaten und Zucchini gedeihen, können Stadtkinder aus Mietwohnungen häufig nur dort erleben. Erwachsene finden einen Ausgleich zu bewegungsarmen Bürotätigkeiten. Und zahlreiche Untersuchungen zeigen: Unkraut jäten, gießen und pflanzen baut Stress ab und beugt Krankheiten wie Bluthochdruck oder Depressionen vor. Nebenbei fördern die Vereine Gemeinsamkeit durch Schulungen oder Feste.

"Kleingärten gehören zu den weichen Standortfaktoren, die eine Stadt attraktiv machen, besonders für Familien mit Kleinkindern", sagt Theresia Theobald, Geschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde, BDG. Wie grün ist eine Stadt? Wie schnell sind die Grünflächen zu erreichen? Für berufstätige Eltern seien das wichtige Fragen. Auch weil sich viele keine große Wohnung und keine Urlaubsreise leisten können. Zwar stehen in Regionen mit Bevölkerungsschwund auch Kleingärten leer. In Großstädten aber führen viele Vereine lange Wartelisten.

"Einen umfangreichen Generationenwandel, der sich spürbar beschleunigen wird", konstatiert auch eine Studie des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung von 2008. Danach liegt der Anteil von Familien mit Kindern unter den Kleingartenpächtern zurzeit noch bei 20 Prozent. In naher Zukunft aber werden rund 80.000 Laubenpieper ihre Parzelle aus Altersgründen aufgeben. Ihnen folgen junge Familien nach, so die Prognose der Sozialforscher, insbesondere in Ballungsräumen.

Die Laube als Wohnzimmer

Für Verjüngung in den Laubenkolonien sorgen auch Familien mit Migrationshintergrund. Laut BDG liegt ihr Anteil unter den Pächtern mittlerweile bei 7,5 Prozent. Menschen aus mehr als 80 Nationen säen und ernten in deutschen Kleingärten. Einer von ihnen ist Yasar Palabiyik. Er kommt täglich nach der Arbeit in seine Kolonie in Hamburg-Wilhelmsburg. "Was essen, was trinken, bisschen erholen", sagt er. "Meine Arbeitsschuhe stehen immer hier." Der Gabelstaplerfahrer wanderte vor 29 Jahren aus der Türkei nach Deutschland ein. Seit sechs Jahren ist er stolzer Pächter seines Schrebergartens im Verein Großsand. Er gehe nur zum Schlafen nach Hause, erzählt er. Schon morgens, vor der Arbeit, sei er wieder im Garten. Auch seine Ehefrau, die drei Kinder und seine Schwester halten sich lieber im Grünen als in ihrer Mietwohnung auf. Sogar im Winter. Die Laube ist wie ein Wohnzimmer eingerichtet, mit Platz zum Kochen und Essen für die ganze Familie.

Yasar Palabyik baut auf seiner Parzelle vor allem Gemüse an: Kartoffeln, Möhren, türkischen Pflücksalat. Von Letzterem hat er seinem deutschen Nachbarn ein paar Pflänzchen abgegeben. Der kultiviert die Sorte jetzt auch. Dass viele einheimische Kleingärtner hauptsächlich Blumen und Rasen züchten, versteht Palabiyik nicht. "Selbst angebautes Gemüse schmeckt doch gut."

Auch die Mittagsruhe, auf der vor allem die älteren Laubenpieper bestehen, ist seine Sache nicht. Aus der Türkei kenne er keinen Mittagsschlaf. "Aber wir halten uns an die Ruhezeit hier. Gesetz ist Gesetz." Integrationsprobleme scheinen im Verein Großsand kein Thema zu sein. Die Laubenkolonie in dem traditionellen Arbeiterstadtteil, in dem schon immer viele Einwanderer wohnen, hat mittlerweile sogar einen türkischen Vorsitzenden.

Die Bedeutung von Kleingärten als Möglichkeit zur Selbstversorgung mit frischem Obst und Gemüse ging in Deutschland nach der Zeit des Wirtschaftswunders zurück. Laubenpieper galten als spießige Vereinsmeier und Giftspritzer, die kein Wildkraut in ihrer Parzelle duldeten. Seit einigen Jahren bemühen sich die Vereine, dieses Negativimage loszuwerden. Sie bieten Schulungen zum ökologischen Gärtnern an und fördern den Anbau von vom Aussterben bedrohter Pflanzen. Auf ungenutzten Grundstücken legen manche Vereine Streuobstwiesen oder Biotope an.

Andere bauen in Gemeinschaftsarbeit Gartenfrüchte an und versorgen damit soziale Einrichtungen wie die Tafeln. Es gibt Kooperationen mit Kindertagesstätten und Altenheimen. Zum Kreisverband der Kleingärtner Köln gehört auch ein Lehrgarten mit Parzellen für Rollstuhlfahrer, mit festen Wegen, Hochbeeten und behindertengerechten Lauben.

Grün gegen Bebauung

"Neulinge haben oft viel Elan, aber null Erfahrung", berichtet Theresia Theobald. Sie können von der langen Tradition und dem gesammelten Know-how der deutschen Kleingartenvereine profitieren. Die Verbandsvorsitzende hat sich Gärten im New Yorker Stadtteil Manhatten angesehen, sogenannte community gardens, die es dort seit den 1970er-Jahren gibt. Die seien ein voller Erfolg. Allerdings bräuchten die New Yorker für jede Anlage einen Sozialarbeiter, damit dort überhaupt etwas gedeihe. "Wir sollten froh sein, dass wir in unseren Städten diese gewachsene Kultur haben und sie bewahren."

Theobald fordert, dass beim Neubau von Wohnquartieren Kleingärten gleich mit angelegt werden. Durchgesetzt hat sich dieses Prinzip bisher allerdings nicht. Im Gegenteil, kritisiert die Verbandschefin: "Wir führen einen ständigen Kampf Grün gegen Bebauung." Einen Trend zur Verlagerung von Kleingärten an die Peripherie stellt auch das Bundesbauministerium in seiner Studie fest. Danach wandelten seit 1997 mehr als die Hälfte der befragten Kommunen einen Teil der Grünanlagen in Bau- oder Verkehrsflächen um. Weitere Umnutzungen sind der Untersuchung zufolge geplant.

Dabei könnten Kleingärten angesichts der ökonomischen Krise die prekäre Situation vieler einkommensschwacher Haushalte lindern. Zwar kann man mit einem Grundstück von 400 Quadratmetern keine Familie ernähren. Aber man kann sich mit frischem Obst und Gemüse der Saison versorgen. "Wer jeden Cent umdrehen muss, kauft keine Kirschen und Johannisbeeren", sagt Theresia Theobald. Sparen könnten arme Leute nur am Essen. "Wer selbst im Kleingarten anbaut, kann sich auch mal eine anständige Bio-Kartoffel gönnen."

Gesunde Lebensmittel mitten in der Großstadt

Auch im Ausland ist das Gärtnern in der Stadt groß im Kommen. Im vergangenen Frühjahr legten sowohl die englische Queen Elizabeth II. als auch die amerikanische First Lady Michelle Obama in ihren Stadtdomizilen medienwirksam Gemüsebeete an. Ihre Botschaft: Der Anbau von gesunden Lebensmitteln mitten in der Großstadt ist sinnvoll und macht Freude. Ob in New York City, Toronto, Moskau oder Buenos Aires - weltweit entsteht in den Metropolen eine neue Kultur der urbanen Landwirtschaft. Stadtbewohner begrünen Brachflächen, Straßenschluchten und Hinterhöfe. Sie legen Nachbarschafts- und Kiezgärten an. Wo es an Freiflächen mangelt, werden Balkone, Dächer und Pflanzkübel genutzt, um Kräuter und Gartenfrüchte zu ziehen.

Als Lifestyletrend sind urbane Gärten Ausdruck des Unbehagens gegen verdichtete Städte und der Sehnsucht nach einem nachhaltigen und selbst bestimmten Lebensstil. Für die wachsende Zahl mittelloser Stadtbewohner in den Slums der internationalen Metropolen geht es hingegen um Selbstversorgung. Fast 50 Prozent der Weltbevölkerung lebt in städtischen Regionen.

Vor allem in Afrika und Asien verstärkt sich dieser Trend. Schon heute bauen viele Haushalte auf kleinstem Raum Früchte und Wurzelgemüse an, heißt es in einem Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO. Sie ernähren damit die Familie und verkaufen ihre Produkte an Straßenständen. Laut FAO wird dem Gartenanbau in Großstädten angesichts der explodierenden Bevölkerungsentwicklung zukünftig eine Schlüsselrolle für die Überlebensstrategien ärmerer Menschen zukommen.

Schrebern mit Tradition

Der Name Schrebergarten geht auf den Leipziger Orthopäden und Hochschullehrer Dr. Daniel Gottlob Moritz Schreber zurück. Er beschäftigte sich mit der Gesundheitserziehung von Kindern und setzte sich für Grünflächen ein, auf denen sie spielen und Sport treiben sollten. 1870 wurde dem Pädagogen zu Ehren der erste "Schreberverein" von Leipziger Bürgern gegründet. Sie griffen seine Idee auf und wollten Spielplätze für Großstadtkinder schaffen. Man legte Beete an, um den Kindern das Gärtnern beizubringen. Bald aber jäteten und harkten die Eltern. Sie legten Parzellen an und umzäunten die Grundstücke. Der Schrebergarten war geboren.

In anderen Regionen legten Grundbesitzer und Politiker schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts sogenannte Armengärten an, die auch als Krautland bezeichnet wurden. Sie sollten der Erholung von schwerer körperlicher Arbeit dienen und durch den Anbau von Obst und Gemüse die schlechte Ernährungslage von Bergleuten oder Hafenarbeitern verbessern. In zahlreichen Städten entstanden Rotkreuzgärten, Eisenbahnergärten, Arbeitergärten und Mittelstandsgärten. Sie schlossen sich 1921 zum Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands zusammen.

Je schlechter die Zeiten waren, desto mehr Bedeutung kam den Kleingärten und ihren bescheidenen Möglichkeiten der Selbstversorgung zu. Mit Notverordnungen dämmten Behörden während des Ersten Weltkriegs die Pachtpreise ein und verpflichteten die Städte, Grundstücke für den Anbau von Kartoffeln, Gemüse und Obst bereitzustellen. Schreber züchteten in ihren Gärten Kaninchen und Hühner, um sich mit Fleisch und Eiern zu versorgen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in zerstörten Städten wie Berlin und Hamburg zahlreiche Lauben zu bewohnbaren Häuschen umgebaut. Die Pächter erhielten lebenslanges Wohnrecht.

Heute gibt es in Deutschland mehr als 15.000 Kleingärtnervereine, die meisten sind im BDG, dem Bundesverband Deutscher Gartenfreunde zusammengeschlossen. Rund 200.000 Schreber nutzen andere Strukturen wie den Verein Bahn-Landwirtschaft oder sind gar nicht organisiert. Während sie in den alten Bundesländern vorwiegend in Großstädten großen Zulauf verzeichnen, sind Schrebervereine im Osten auch auf dem Land beliebt. Als Ausgleich für die Reisebeschränkungen zu DDR-Zeiten und normierte Wohnformen im Plattenbau schufen sich viele Laubenpieper auf ihren Parzellen ein zweites Zuhause - zumindest für den Sommer.

Gleiches Recht für alle

Was im Schrebergarten erlaubt ist und was nicht, regeln Vereinssatzungen, kommunale Verordnungen und das Bundeskleingartengesetz. Danach sollen die Parzellen nicht größer als 400 Quadratmeter sein, zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf und zur Erholung dienen. Die Gartenlaube muss einfach konstruiert und darf nicht zum dauernden Wohnen geeignet sein. Ihre Grundfläche soll höchstens 24 Quadratmeter betragen - inklusive überdachtem Freisitz.

Wer einen Kleingarten pachten will, muss Vereinsmitglied werden. Dafür wird ein Beitrag von jährlich 10 bis 60 Euro fällig. Abwasser-, Müll- und andere Gebühren kommen hinzu. Die Pacht beläuft sich im Schnitt auf 17 Cent pro Quadratmeter und Jahr. In Großstädten liegt sie höher als in ländlichen Gemeinden. Durchschnittlich geben Schreber pro Jahr 276 Euro für ihren Garten aus.

Für die Laube des Vorgängers muss in der Regel Abstand gezahlt werden. Die Höhe richtet sich nach Ausstattung und Zustand von Gebäude und Garten. Sie wird von Mitgliedern des Verbandes ermittelt. Manchmal ist es möglich, mit dem Vorpächter Ratenzahlungen zu vereinbaren.

Damit Spaziergänger im Kleingarten den Blick ins Grüne schweifen lassen können, ist die Höhe von Hecken, Zäunen und Gehölzen begrenzt. Sichtschutz für Sitzplätze durch Ranken oder Hecken ist erlaubt.

Tierhaltung ist nicht gestattet. Ausnahmegenehmigungen für Bienen erteilen die Vereine oder die Landesverbände.

Adressen von Kleingartenvereinen finden sich im örtlichen Telefonregister und in vielen Stadtplänen. Die Vereine geben Auskunft über Leerstände. Wer sich für einen Garten interessiert, kann mit dem Vereinsvorsitzenden einen Termin ausmachen, das Grundstück besichtigen und dabei gleich die Nachbarn in spe kennenlernen.

Weitere Informationen gibt es beim Bundesverband Deutscher Gartenfreunde,

Platanenallee 37, 14050 Berlin, Telefon: 030/30207143,

E-Mail: [email protected], Internet: www.kleingarten-bund.de

Interkulturelle Gärten

Anke-Maria Kops-Horn vom Verein Brückenschlag hat vor neun Jahren zusammen mit Flüchtlingen in Leipzig einen sogenannten interkulturellen Garten gegründet. Fast 40 Familien aus Afghanistan, Aserbeidschan, Iran, Irak oder Syrien legen auf dem etwa ein Hektar großen Gelände Beete an, pflanzen Koriander, Pepperoni und Pfefferminze. "Am Anfang konnten sie gar nicht glauben, dass die geernteten Früchte für sie sind", erzählt die gelernte Gärtnerin. Am wichtigsten aber sei, dass die Flüchtlinge eine Aufgabe haben, sich dabei mit anderen austauschen und traumatische Erlebnisse verarbeiten können. Zum Konzept gehören auch Deutsch- und Alphabetisierungskurse sowie eine Kinderbibliothek. In einem orientalischen Catering-Service werden selbst angebaute Produkte zu exotischen Speisen verarbeitet und verkauft.

Mittlerweile gibt es in 65 deutschen Städten insgesamt 100 interkulturelle Gärten. Weitere sind im Aufbau. Sie sind im Netzwerk Interkulturelle Gärten organisiert. Beratung und Förderung erhalten sie von der Stiftung Interkultur (www.stiftung-interkultur.de), die in der gemeinsamen Gartenarbeit von Migranten und Einheimischen eine große Chance für Integration und Verständigung sieht. Unterstützung leisten auch weitsichtige Gemeinden.

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Erschienen am 28.05.2010