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8 Mähroboter im Test

ÖKO-TEST April 2013
vom 28.03.2013

Mähroboter

Mmäääähh!

Ein schöner Garten ohne Mähen: Das geht. Roboterrasenmäher machen's möglich. Doch nicht alle grasen den Rasen richtig sauber ab. Und nur bei wenigen Modellen sind die Finger einigermaßen sicher.

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28.03.2013 | Roboter sind keine Zukunftsmusik mehr. Wenn es um Aufgaben in Haus und Garten geht, bei denen es zur Not auch ohne Köpfchen geht, gibt es inzwischen kleine Geräte, die diese Jobs zuverlässig erledigen. Staubsaugerroboter etwa, die zu Hause durch die Wohnung brummen, während man in der Küche steht und das Abendessen kocht. Sie ähneln einer dicken Frisbeescheibe und tasten sich mit Infrarot- und Ultraschallwellen durch die Wohnung, über Parkett, Teppiche und Fliesen. Für den Swimmingpoolboden wurden Poolreiniger entwickelt. Sie schrubben Beläge weg und filtern das Wasser.

Roboter, die das Rasenmähen übernehmen, gibt's inzwischen sogar schon im Baumarkt. Manche sind so schlau, dass sie Rasen von Blumenbeeten oder Gemüse unterscheiden können. In der Regel tasten sich die Mäher aber an einem Begrenzungsdraht entlang. Durch den Draht fließt schwach Strom, das so entstehende Magnetfeld signalisiert dem Roboter, wo Schluss ist - er dreht dann in eine andere Richtung ab. Wohin, ist bei den meisten Modellen Zufall. Sie rollen nach Lust und Laune über den Rasen. Dem Schnittbild sieht man die etwas unsystematische Mähtechnik kaum an, da immer nur wenige Millimeter abgeschnitten werden. Die Abschnitte sind so fein, dass sie auf dem Rasen liegenbleiben können.

Einen kleinen Rasenrand lassen alle Roboter stehen

Neigt sich der Akku dem Ende zu, steuern die Mähroboter zielgerichtet die Ladestation an, docken an und warten, bis es wieder frisch aufgeladen losgehen kann. Ob montags, mittwochs und freitags, die ganze Woche durch oder sonntags erst ab elf Uhr - all das kann man einprogrammieren. Manche Mäher trollen sich, wenn es regnet, in ihre Ladestation und starten später einen neuen Versuch.

Auf dem Markt gibt es inzwischen eine recht breite Auswahl an Mährobotern. Zum Teil handelt es sich dabei um Lizenznachbauten. So steckt im Gardena R40Li ein Husqvarna Automower 305 und im Viking iMow MI 322 C ein Robomow City 110. Aber sind die Geräte komplett identisch? Wir haben's testen lassen. Jeder Roboter musste sechs Tage lang ein Rasenstück mit Hindernissen, Ausbuchtungen und angrenzendem Gehweg abgrasen. Wert legten wir auch auf das Thema Sicherheit. Denn so harmlos, wie die Brummer aussehen, sind sie leider nicht unbedingt. Ihre Messer sind scharf - und sie sind in der Regel ohne Aufsicht im Garten unterwegs. Was passiert, wenn man die Mäher falsch anpackt?

Das Testergebnis

Endlich mehr Zeit für die Hängematte! Roboter, die das Mähen zuverlässig übernehmen, gibt es schon ab knapp 1.000 Euro. Je nachdem wie anspruchsvoll man ist, muss man noch an den Rändern nacharbeiten. Konstruktionsbedingt lassen die Mäher an Mauern oder Hindernissen einen Grasrand stehen. Roboter ohne separates Suchkabel fahren immer wieder am Begrenzungsdraht entlang zurück zur Ladestation - das kann zu Trampelpfaden führen. Das große Manko: Viele Geräte erfüllen die Sicherheitsvorgaben der neuen Mähroboternorm nicht.

Deutliche Unterschiede im Mähergebnis. Auf den R40Li

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Mähroboter werden in der Regel über den Fachhandel vertrieben. Nur den Worx Landroid und den Gardena R40Li konnten wir im Baumarkt kaufen. Nicht jeder Hersteller bietet Roboter für eher kleine Gärten von rund 400 bis 600 Quadratmeter an. Deshalb sind manche Modelle im Test auch für größere Gärten ausgelegt.

Der Praxistest
Technik und Sicherheit: Für unseren Praxistest beauftragten wir das renommierte VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut aus Offenbach. Die Sicherheit überprüften sie nach der internationalen Norm für Roboter-Rasenmäher. Die Norm sieht verschiedene Tests vor: Die Sensoren müssen auf Widerstände oder Anheben reagieren, es braucht Sicherheitseinrichtungen, die dafür sorgen, dass der Mäher beispielsweise beim Reinigen nicht unbeabsichtigt anspringt. Mithilfe von metallenen Nachbildungen von Füßen, Händen, Kinderarmen und Fingern wird geprüft, ob diese in die Messer geraten können. Die Tester haben auch gemessen, wie laut die Mäher sind. Und sie ließen die Akkus künstlich altern um zu klären, wie schnell sie schlapp machen.
Handhabung: Die Tester bewerteten die Rasenmäher vom ersten Schritt an: Wie leicht lässt sich die Basisstation installieren? Wie aufwendig ist das Verlegen des Begrenzungsdrahts? Wie einfach fällt das Programmieren? Verstopfen die Mäher schnell mit Gras? Enthält die Gebrauchsanleitung alle wichtigen Infos?
Mähen: Im Garten des Testlabors wurden mehrere Testgelände abgesteckt, alle nach gleichem Plan: Eine Hauptfläche, die an einen gepflasterten Weg stößt, eine Nebenfläche mit Zugangsweg für den Roboter, ein "Baumstamm" und ein viereckiges Hindernis. Auf den rund 200 Quadratmetern waren die Roboter sechs Tage unterwegs, jeder 40 Stunden. Um zu prüfen, ob wirklich alle Ecken erwischt wurden, sprühten die Tester den Rasen farbig an. Auch die Schnittkanten der einzelnen Halme wurden begutachtet.

Die Weiteren Mängel
Geprüft wurde, ob am Gerät umweltschädliches PVC oder andere chlorierte Verbindungen verarbeitet worden sind.

Die Bewertung
Rasenmäher sollen für einen gepflegten Rasen sorgen - und das möglichst unkompliziert. Uns ist aber auch die Sicherheit wichtig. Wir orientieren uns an den Anforderungen der neuen Mähroboter-Norm, gehen aber auch darüber hinaus: Abgewertet wird, wenn der Roboter beim Anheben zu spät reagiert. Zu spät heißt bei uns: Ab 25 Grad, denn bei einem steileren Winkel sind die Füße nicht mehr sicher. Die Norm toleriert einen 60-Grad-Winkel. Ein Roboter, dessen Sicherheit "mangelhaft" ist, kann im Gesamturteil nicht besser als "mangelhaft" sein.

So haben wir getestet

Sicherheitstest: Beim Viking iMow greift der Metallfinger ins Messer.