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16 Lackfarben im Test

Glanz mit Nebenwirkungen

Ratgeber Bauen und Wohnen 2014 mit CD | Kategorie: Bauen und Wohnen | 09.05.2014

16 Lackfarben im Test

Im Zweifel besser wasser- als lösemittelbasiert - diese Regel gilt für alle, die zu Hause einigermaßen schadstoffarm Lackierarbeiten vornehmen wollen. Unser Test ergab aber: Leider ist nicht überall, wo "wasserbasiert" draufsteht, auch "schadstoffarm" drin.

Neuer Artikel vorhanden: 19 wasserbasierte Lackfarben im Test

Im Fernsehen sieht's immer furchtbar einfach aus: Die alten Küchenstühle wechseln von Kiefer natur auf zartgrau, die Bilderrahmen werden umbra, das Bücherregal taubenblau umlackiert. Innerhalb einer Stunde wird so aus der rumpeligen Küche ein echtes Schmuckstück.

Wer zu Hause schon einmal ähnliche Projekte in Angriff genommen hat, kann da nur müde lächeln. Die neue Farbe für ein Möbelstück ist in der Regel ein ganz schön zeitraubendes Projekt. Erst muss der alte Lack ab, dann braucht's nach der ersten Lackrunde meist noch einen Zwischenschliff, erst dann kann der Endanstrich aufgebracht werden. Und wenn's nicht glattläuft, hat man auch noch mit dicken Nasen zu kämpfen. Wer nicht in die Garage ausweichen kann, hat dazu noch ein zweites Problem: Die ganze Bude riecht auch noch zwei Wochen später nach Lackierwerkstatt.

Weil die meisten Heimwerker diese Geruchsbelästigung so gut es geht vermeiden wollen, kaufen sie vor allem wasserbasierte Lacke ein, sogenannte Dispersionslacke. Diese gelten als schadstoffärmer, umweltfreundlicher und beim Verdünnen und Reinigen kann man Wasser statt etwa stinkendes Terpentin hernehmen. Ganz ohne Lösemittel kommen diese Farben zwar auch nicht aus, doch der Anteil liegt in der Regel unter zehn Prozent.

Über eine Million Tonnen Lösemittel konnten allein in den Jahren 1996 bis 2006 eingespart werden. Dass dieser Trend sich fortsetzt, ist Ziel der "Decopaint"-Richtlinie, deren zweite Stufe 2010 in Kraft getreten ist, die Lösemittelgrenzwerte für Lacke wurden noch einmal verschärft. Aber halten sich alle Hersteller daran? Kann man großmundigen Versprechungen wie "lösemittelfrei" trauen? Wir haben 16 weiße, seidenmatte oder -glänzende Lacke eingekauft und geprüft, was drin steckt, was beim Lackieren ausdampfen kann und wie gut die Hersteller auf den Etiketten über ihre Produkte informieren.

Das Testergebnis

"Wasserbasiert" heißt nicht, dass ein Produkt schadstofffrei ist. Gerade Mal für sieben Lacke trifft das tatsächlich zu. Wieder einmal schaffen es viele günstige Baumarkteigenmarken in den "sehr guten" und "guten" Bereich, aber auch Alpina und die Naturfarbenhersteller Auro, Bio Pin und Ecotec sind bei den Besten dabei.

Beim Lackieren entfleuchen häufig problematische Verbindungen. In der Summe dünsten die Lacke zwar nur sehr wenig aus, die Vorgaben der Decopaint-Richtlinie werden eingehalten. Manche flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) bereiten allerdings schon in sehr kleinen Gehalten Probleme, etwa weil sie als krebserregend eingestuft sind, wie der aromatische Kohlenwasserstoff Benzol. Aus einigen Lacken gasen Ethylenglykole aus, die zu Bindehautreizungen oder Nierenschäden führen können, auch Acrylate, die sensibilisierend wirken können, sind häufig unter den VOC zu finden. Aromaten, eine Stoffgruppe, zu der auch Benzol und Styrol zählen, können das zentrale Nervensystem schädigen, manche gelten als fruchtschädigend. Sie gasen aus dem Biofa Aqualux Decklack Innen aus, auf dessen Etikett der Herstel


Lackfarben: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Bio Pin Decklack Seidenglänzend
  • Bio Pin

Alpina Premiumlack 2 in 1 Weisslack, Seidenmatt
  • Alpina

Sikkens Rubbol BL Satura Seidenglanzlack Weiss
  • Akzo Nobel

Auro Weißlack Seidenmatt Nr. 260-90
  • Auro

Capacryl PU-Satin, Seidenmatt
  • Caparol

Volvox proAqua Weißlack Seidenglänzend
  • Ecotec

Swingcolor Weisslack 2 in 1 Seidenmatt
  • Bauhaus

Renovo 2 in 1 Acryl Weisslack Seidenmatt
  • Zeus/Hagebau

Hornbach Acryl Lack Seidenmattlack
  • Hornbach

Biofa Aqualux Decklack Innen, Seidenglänzend
  • Biofa

Brillux Hydro-PU-Tec Seidenmattlack 2088
  • Brillux

EinzA Samtacryl Seidenglanzlack
  • EinzA

Vincent 2 in 1 Weisslack + Grundierung Seidenmatt
  • Hellweg

Schöner Wohnen DurAcryl Buntlack Seidenmatt
  • J.D. Flügger

Toom Premium Buntlack Seidenmatt
  • Toom

Primaster Acryl Weisslack Seidenmatt
  • Globus-Baumarkt

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Ratgeber Bauen und Wohnen 2014 mit CD Seite 72
Ratgeber Bauen und Wohnen 2014 mit CD Seite 73

4 Seiten
Seite 70 - 73 im Ratgeber Bauen und Wohnen 2014 mit CD
vom 09.05.2014
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Weiße Lacke, "seidenglänzend" und "seidenmatt", werden am häufigsten vom Do-it-yourselfer verstrichen. Deshalb landeten diese Produkte in unserem Einkaufswagen. Die ÖKO-TEST-Einkäufer waren dafür in Baumärkten unterwegs und ließen sich auch im Fachhandel beraten. Auf der Suche nach Lacken auf Wasserbasis wurden wir nur bei drei Naturfarbenherstellern fündig - traditionell wird hier noch oft mit der Kombination aus Naturharzen und Lösemitteln gearbeitet.

Die Inhaltsstoffe

Wasserbasierte Lacke enthalten zwar weit weniger Lösemittel als lösemittelbasierte, trotzdem können auch aus diesen Produkten gesundheitlich bedenkliche Stoffe ausdünsten. Aufgrund des Wassergehalts laufen sie Gefahr, von Bakterien und Pilzen befallen zu werden. Häufig sind deshalb Konservierungsmittel wie Isothiazolinone Rezepturbestandteile, aber auch halogenorganische Verbindungen oder Formaldehyd/-abspalter können zum Einsatz kommen. Über die Pigmente können Schwermetalle in die Lacke geraten, etwa Blei. Ganz bewusst eingesetzt werden hingegen Kobaltsalze, sie beschleunigen den Trocknungsvorgang, haben aber ihre Tücken: sie können sensibilisierend wirken.

Die Deklaration

sehen wir uns bei Farben und Lacken ganz genau an. Dazu zählen nicht nur Etiketten und technische Merkblätter, sondern auch die Sicherheitsdatenblätter, in denen die Hersteller nach einem klar vorgegebenen Schema Angaben zu ihren Farben machen müssen. Eine Volldeklaration wäre wünschenswert, ist aber nicht verpflichtend. Doch zumindest die eingesetzten Konservierungsmittel sollten angegeben werden, das fordert auch der Blaue Engel. Darüber hinaus wollten wir natürlich wissen, was hinter großmundigen Versprechungen wie "100 % lösemittelfrei" steckt.

Die Bewertung

Wer mit wasserbasierten Lacken arbeitet, möchte möglichst lösemittelarm lackieren und natürlich keine Schadstoffe auf Möbel und Türen pinseln oder diese einatmen. Deshalb geht bei uns das Testergebnis Inhaltsstoffe zu 70 Prozent in das Gesamturteil ein. Die restlichen 30 Prozent macht das Testergebnis Deklaration aus, denn wer im Geschäft steht und auf der Suche nach dem richtigen Lack ist, braucht vernünftige Informationen auf dem Etikett oder zumindest im technischen Merkblatt.

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Ratgeber Bauen und Wohnen 2014 mit CD
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Erschienen am 09.05.2014

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