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7 Heckenscheren im Test

ÖKO-TEST März 2013
vom 22.02.2013

Heckenscheren

Ab durch die Hecke

Die Heckenschere ist eine Saisonarbeiterin. Meist kommt sie nur im Frühjahr und im Sommer zum Einsatz. Es lohnt sich dennoch, ein bisschen was zu investieren. Nicht nur, um schneller und besser zum Ziel zu kommen. Billigheimer geben auch viel zu schnell den Geist auf.

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22.02.2013 | Der Frühjahrsputz im Garten fängt bei der Hecke an. Sie muss in Form gebracht werden, bevor die Pflanzen mit voller Kraft austreiben und sich Vögel für die Brutzeit ein Plätzchen in den Ästen suchen. Radikale Rückschnitte muss man vor dem ersten März erledigt haben, bis zum 30. September sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz nur noch schonende Form- und Pflegerückschnitte erlaubt.

Meist wird die Heckenschere zweimal im Jahr herausgeholt. Im Frühjahr und im Spätsommer. Es stellt sich also die Frage, welche Heckenschere die Richtige ist. Die Auswahl ist groß, Benzin, Akku, Elektro, das Preisspektrum ebenso. Muss man groß investieren oder genügt für ab und an auch mal eine günstige Heckenschere für 50 Euro?

Welches Modell darf's sein: Benzin, Akku, Elektro?

Profis, die in weitläufigen Gartenanlagen und Parks Hecken schneiden müssen, greifen in der Regel zu Geräten mit Benzinmotor. Diese sind zwar furchtbar laut, aber man braucht eben keinen Stromanschluss in der Nähe. Zu einer echten Alternative entwickeln sich gerade akkubetriebene Heckenscheren. Diese sind nicht nur ausgesprochen leise, sondern inzwischen schon recht leistungsstark. Allerdings läuft hier nichts ohne Ersatzakkus, die ermöglichen, dass man mehrere Stunden am Stück im Einsatz sein kann.

Die meisten Hobbygärtner und Eigenheimbesitzer setzen weiterhin auf normale Elektroheckenscheren. Diese sind ein ganzes Stück günstiger als Akku-Modelle. Und wer nur den Samstag für Gartenarbeit hat und die Hecke am liebsten am Stück schaffen möchte, hat keine Lust, zwischendurch darauf zu warten, bis der Akku wieder aufgeladen ist. Die Investition in einen Zweitakku lohnt sich für die meisten Haushalte einfach nicht.

ÖKO-TEST hat sieben Heckenscheren eingekauft und durchtesten lassen. Für die günstigste zahlten wir 54 Euro - für die teuerste 244 Euro. Welche Heckenscheren schneiden nicht nur schnell, sondern auch gut? Und sind günstige Modelle so robust wie die teuren?

Das Testergebnis

Ein bisschen was muss man in ein gutes Gerät investieren. Die günstige Mac Allister von Hornbach kostet zwar nur 54 Euro, dafür machte sie im Dauertest recht schnell die Biege. Bei der Black & Decker für knapp 85 Euro konnte das Schnittergebnis nicht überzeugen. Unser Fazit: Für ein "gutes" Gerät muss man mit rund 150 Euro aufwärts rechnen.

Kraft hat nichts mit Watt zu tun! Die Stihl HSE 61 zeigt, dass man auch mit 500 Watt locker Geräte in den Schatten stellen kann, die mit 100 Watt mehr werben. Sie ist nicht nur schnell, sondern hat auch genug Kraft, um dicke Äste sauber zu kappen. Damit ist sie die einzige im Test, die es mit der 600-Watt-Bosch AHS 60-26 aufnehmen kann. Die Bosch überzeugte beim Heckenschneiden rundum und durchtrennte selbst 16-Millimeter-Buchenstäbe ohne Probleme. Saubere Schnittstellen sind nicht nur eine Frage der Optik: Auf ausgefransten Schnittflächen setzen sich schneller Pilze ab.

Ergonomie: Nicht alle haben's raus. Bei einer Heckenschere ist die Lage des Schwer

ÖKO-TEST März 2013

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: Sieben Elektroheckenscheren mit einer Messerlänge von 55 bis 60 Zentimeter. Die günstigste kostete 54 Euro, die teuerste 244 Euro.

Der Praxistest
Technische Merkmale: Bei der Lautstärkenmessung im Labor wurde genau ermittelt, was am Ohr des Heimwerkers ankommt.
Heckenschneiden: Im Dauertest mussten die Geräte beweisen, dass sie nicht nur eine Saison durchhalten: insgesamt 250 Meter Buchenrundhölzer mit einem Durchmesser von acht Millimetern, zum Teil trocken, zum Teil gewässert, musste jede Heckenschere nach und nach herunterkürzen. Das macht über 18.000 Schnitte und entspricht, über den Daumen gepeilt, einer 330 Meter langen und 1,50 Meter hohen Hecke. Die Tester sahen sich genau an, wie sauber die Schnitte zu Beginn und am Ende des Dauertests aussahen und ermittelten, ab welcher Astdicke die Schnitte unsauber wurden. In freier Natur stutzten die Fachleute Dutzende Quadratmeter Thuja- und Kriechmispelhecke, um das Schnittergebnis der einzelnen Modelle beurteilen zu können - um zu sehen, welche Heckenscheren schneller zum Ziel kommen, wurde auch die Zeit genommen.
Handhabung: Beim Heckenschneiden beurteilten die Fachleute auch das Handling der Heckenscheren: Wie gut lassen sich vertikale und horizontale Flächen bearbeiten? Lässt sich das Gerät auch auf Dauer gut halten oder schmerzt es recht schnell im Arm? Funktioniert die Zugenlastung, mit der man die Steckverbindung zum Verlängerungskabel sichert und das Kabel sicher führt?

Die Inhaltsstoffe
Uns interessierte, ob die Griffe, mit denen man die Heckenscheren führt, Schadstoffe enthalten - vor allem polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Phthalate, die für weiches, griffiges Material sorgen, sind hier ein altbekanntes Problem.

Die Weiteren Mängel
Die wenigsten Geräte kommen ohne PVC oder andere chlorierte Verbindungen aus. Bei Geräten, die Platinen enthalten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass hier bromierte Flammschutzmittel zum Einsatz gekommen sind. Wir ließen's überprüfen.

Die Bewertung
Eine empfehlenswerte Heckenschere sorgt für ein sauberes Schnittbild. Und sie ist so konstruiert, dass man mit ihr auch größere Hecken einigermaßen schmerzfrei bearbeiten kann. Wenn ein Gerät im Dauertest patzt, kann es am Ende nicht besser sein als "mangelhaft".

So haben wir getestet

Im Dauertest musste die Heckenscheren Buchenrundstäbe kappen. Über 18.000 Schnitte kamen pro Heckenschere zusammen.

So haben wir getestet

Nach dem Dauertest hatten sich bei der Mac Allister Schrauben gelockert. Das war's dann.

So haben wir getestet

So soll's sein: Ein richtig sauberer Schnitt durch Buchenrundholz.

So haben wir getestet

Sieht eher geknabbert als gekappt aus: Schnittergebniss der Mac Allister.

So haben wir getestet

Je unsauberer der Schnitt eines Astes, desto wohler fühlen sich Pilze.