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Kinder-Duschgel im Test: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Magazin August 2020: Radler | Autor: Jörg Döbereiner/Heike Baier | Kategorie: Kosmetik und Mode | 28.07.2020

Kinder-Duschgel im Test: Welche Produkte sind empfehlenswert?
Foto: ÖKO-TEST

Kinder-Duschgele enthalten weniger problematische Dufstoffe und häufig auch mildere schaumbildende Tenside als Produkte für Erwachsene. Das zeigt unser Test von 24 Zwei-in-Eins-Produkten. Dennoch sind nicht alle frei von umstrittenen Stoffen.

  • Mehr als die Hälfte der Kinder-Duschgele im Test bewerten wir mit Bestnote.
  • Fünf Produkte schneiden nur mittelmäßig ab. Sie enthalten umstrittene Inhaltsstoffe. 
  • Im Vergleich zu Produkten für Erwachsene enthalten Kinder-Duschgele andere Duftstoffe, mildere Tenside und einen Stoff gegen versehentliches Verschlucken.

Sterne, Dinosaurier, Superhelden, Piraten und Jungs, die Fußball spielen: Die Bilder auf den Verpackungen der Duschshampoos für Kinder sind genauso vielfältig wie die Auswahl in den Verkaufsregalen von Drogerien und Supermärkten. Duschgel und Shampoo in einem ist praktisch – doch können Eltern Haut und Haar ihrer Kinder damit bedenkenlos einseifen, oder belasten die Mittel die dünne Kinderhaut unnötig? Ihr Schutzmantel ist schließlich erst mit etwa zwölf Jahren voll ausgereift.

Wir haben insgesamt 24 Kinder-Duschgele getestet. Darunter Unisex-Produkte ebenso wie solche mit expliziter Jungs- oder Mädchenansprache – zum Beispiel "Duschgel & Shampoo für Superhelden" oder "Ritter Drachenzahn".

Kinder-Duschgele im Test: Wir haben 24 Zwei-in-Eins-Produkte überprüft, also Duschgel und Shampoo in einem. Das Ergebnis: Viele sind empfehlenswert.
Kinder-Duschgele im Test: Wir haben 24 Zwei-in-Eins-Produkte überprüft, also Duschgel und Shampoo in einem. Das Ergebnis: Viele sind empfehlenswert. (Foto: Ivolodina/Shutterstock)

Kinder-Duschgel im Test: 15 sind "sehr gut" 

Das Ergebnis: Wir sehen wenig Probleme. 15 der 24 Kombipflegeprodukte bewerten wir sogar mit "sehr gut", darunter günstige Discounter-Marken ebenso wie zertifizierte Naturkosmetika. Vier Marken schaffen es immerhin noch auf ein "gut".

Zahlreiche Stoffe, die wir in Kosmetika häufig kritisieren, ließen sich in diesem Test nicht blicken: keine Paraffine, keine Silikone, kein Formaldehyd und auch keine besonders problematischen Duftstoffe. Das ergibt kaum schlechte Bewertungen. Fünf Zwei-in-Eins-Produkte schneiden allerdings nur mittelmäßig ab. 

Kinder-Duschgel im Test: Alle Testergebnisse als ePaper

Umstrittene Stoffe in wenigen Kinder-Duschgelen

Kritik gibt es für einige wenige umstrittene Inhaltsstoffe: 

  • Ein Kinder-Duschgel im Test enthält mit der halogenorganischen Verbindung Dichlorbenzylalkohol einen umstrittenen Konservierungsstoff. Dichlorbenzylalkohol kann unter anderem Wasserorganismen dauerhaft schädigen.
  • PEG/PEG-Derivate werden in den Zwei-in-Eins-Produkten als schaumbildende Tenside eingesetzt. Wir bemängeln sie allerdings, weil die Stoffe die Haut für Fremdstoffe durchlässiger machen können. Sie stecken in sieben Produkten im Test. 
  • Minuspunkte gibt es auch für synthetische Polymere. Die wasserlöslichen Kunststoffverbindungen gelangen über das Abwasser in die Umwelt. Welchen Schaden sie dort anrichten, ist noch nicht ausreichend erforscht – und so lange sollten sie unserer Meinung nach vermieden werden. Dass das geht, beweisen unter anderem die sechs Naturkosmetik-Produkte im Test. Sie alle kommen ohne Flüssig-Plastik und PEG-Verbindungen aus.

Brauchen Kinder spezielle Duschshampoos? 

So weit die Testergebnisse. Doch wie ist das eigentlich – braucht es für Kinder überhaupt spezielle Duschshampoos oder können sie auch das Duschgel der Eltern benutzen? Wir haben einige Hersteller gefragt und Vergleiche angestellt.

Die Unterschiede in den Rezepturen sind häufig gar nicht so riesig. Klar ist: Die Kinderprodukte riechen anders. Die Hersteller verwenden also Duftstoffe, die Kinder erstens ansprechen und die zweitens als unproblematisch bekannt sind. Das ist gut so – denn parfümiert waren die Produkte im Test ausnahmslos. Viele Hersteller geben außerdem an, dass sie bei Kindern mildere Tenside einsetzen – beispielsweise Zuckertenside – und manche dosieren diese auch niedriger.

Duschgel & Shampoo in einem: 15 der von uns getesteten Produkte für Kinder sind "sehr gut".
Duschgel & Shampoo in einem: 15 der von uns getesteten Produkte für Kinder sind "sehr gut". (Foto: Dmitry Lobanov/Shutterstock)

Eine dritte Besonderheit ist, dass Kinderduschshampoos häufig einen Stoff namens Denatoniumbenzoat enthalten. Dabei handelt es sich um die bitterste bekannte Substanz überhaupt, und sie wird gegen versehentliches Verschlucken in diversen Kinderprodukten eingesetzt.

In Naturkosmetik ist der synthetisch hergestellte Bitterstoff verboten – aber immerhin 13 der konventionellen Duschshampoos in unserem Test mischen ihn unter. Aus unserer Sicht eine gute Sache – denn ganz abwegig ist die Idee ja nicht, dass kleine Superheldinnen das Badewasser mit dem "süßen Beerenduft" einmal kosten möchten.

Das rät ÖKO-TEST: Tipps zur Körperhygiene von Kindern

  • Kinder müssen nicht täglich duschen oder baden, warnen Kinderärzte. Weniger ist hier mehr. Für Kinder zwischen 6 und 11 Jahren reichen ein bis zwei Mal pro Woche.
  • Mit einer Wassertemperatur um die 37 Grad liegen Sie richtig. Zu heißes Wasser, zu langes Duschen und zu viel Seife trocknen die Haut aus.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper

Das könnte Sie auch interessieren: Wir haben 17 Shampoos für Kinder überprüft, fünf davon können wir mit Bestnote empfehlen. Mehr Infos zum Test gibt es hier: Kindershampoo im Test: Oft mit umweltschädlichen Kunststoffen belastet.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Wir haben 24 Duschshampoos für Kinder eingekauft, darunter sechs zertifizierte Naturkosmetikprodukte sowie Marken von Drogerieketten und Supermärkten. Das günstigste Produkt kostet weniger als 50 Cent pro 200 Milliliter. Für die gleiche Menge des teuersten zahlt man gut 20-mal so viel.

Spezialisierte Labore untersuchten alle Produkte auf Duftstoffe, die Allergien auslösen können, auf Moschusverbindungen, die sich im Fettgewebe anreichern, und auf Formaldehyd/-abspalter. Weitere Parameter waren Diethylphthalat, das den Schutzmechanismus der Haut beeinflussen kann, sowie halogenorganische Verbindungen, von denen viele als allergieauslösend gelten und sich in der Umwelt anreichern. Die Verpackungen ließen wir auf umweltbelastende chlorierte Verbindungen analysieren. Per Deklaration erfassten wir PEG/PEG-Derivate – sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen – und synthetische Polymere, die wir aus Umweltgründen kritisieren.

Ein sehr gutes Produkt enthält keine bedenklichen oder umstrittenen Inhaltsstoffe, deshalb verschlechtern PEG/PEG-Derivate und halogenorganische Verbindungen das Gesamturteil. Für Substanzen, die der Umwelt schaden, ziehen wir unter den Weiteren Mängeln Noten ab.

Bewertungslegende 

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: halogenorganische Verbindungen (hier: Dichlorbenzylalkohol). Zur Abwertung um eine Note führen: PEG/PEG-Derivate.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: synthetische Polymere (hier: Polyquaternium- 7, Polyquaternium-10, Polyquaternium-22, Styrene/Acrylates Copolymer). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) Umkarton, der kein Glas schützt.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden

Deklarationspflichtige Duftstoffe/Diethylphthalat/künstliche Moschusverbindungen und Cashmeran: Extraktion mit TBME, GC-MS.

Formaldehyd/-abspalter: saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol, Fotometrie.

Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion, Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts.

PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: März 2020 

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