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Bartöl und Bartbalsam: Diese Bartpflege im Test ist empfehlenswert

Ratgeber Kosmetik | Kategorie: Kosmetik und Mode | 14.06.2018

Bartpflege im Test: Wir haben Bartöl, Bartbalsam und Bartfluid getestet.
Foto: Miriam Doerr Martin Frommherz/Shutterstock

Der moderne Bart des Mannes will ebenso wie das Haupthaar gehegt und gepflegt werden. Bartöl, Bartbalsam, Bartfluid: Wir haben 15 Produkte für Drei-Tage-Stoppeln bis Vollbart in die Labore geschickt. Das Ergebnis: Nur vier Produkte sind "sehr gut". 

Viele junge Männer lassen die Gesichtshaare sprießen, um männlicher und reifer auszusehen. Das zeigt die Jugendstudie des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel (IKW) aus dem Jahr 2016. Die Marktforscher fanden auch heraus, dass 30 Prozent der jungen Männer zwischen 14 und 21 Jahren Bartpflegeprodukte verwenden.

Aber warum eigentlich ein Bartpflegeprodukt? "Aus zwei Gründen: Die Kopfnote des Dufts bleibt im Haar länger erhalten als auf der Haut. Außerdem entzieht der Bart der Haut Feuchtigkeit, sie fängt an zu schuppen, zu jucken oder man bekommt Pickel. Ein Balsam oder Öl versorgt die Haare, damit die sich wiederum nicht die Feuchtigkeit aus der Haut holen", erklärt uns Friseur Ali "Barber", wie Freunde ihn augenzwinkernd nennen, aus Mainz am Rhein.

Bartpflege im Test: Vier Produkte überzeugen 

Die Frage nach der Daseinsberechtigung wäre damit geklärt. Wie aber ist es um die Inhaltsstoffe der Bartpflegemittelchen bestellt? Wir haben 15 Produkte eingekauft und in Laboren analysieren lassen.

Das Ergebnis: Bartträger können immerhin aus vier empfehlenswerten Bartpflegen im Test wählen. Fünf Produkte fallen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch, der Rest nur im Mittelfeld. Die Probleme sind vielfältig und beschränken sich nicht auf eine Produktgruppe.

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Bedenkliche Duftstoffe in zwei Bartölen 

Herb und männlich soll der Bart duften – dafür sorgen einige nicht immer harmlose Riechstoffe. Ein Bartöl im Test verdient sich sein "ungenügend" sogar ausschließlich mit Problemen, die aus Duftstoffen herrühren: Für Lilial etwa liegen aus Tierversuchen Hinweise auf eine fortpflanzungsgefährdende Wirkung vor. Künstlicher Moschusduft lagert sich im Fettgewebe an und steht im Verdacht, Leberschäden zu verursachen. Des Weiteren enthält das Bartöl Diethylphthalat (DEP), das beispielsweise zur Denaturierung von Alkohol und zur Stabilisierung des Dufts eingesetzt wird – es beeinflusst aber den Schutzmechanismus der Haut. Der Duftstoff Lyral verursacht oft allergische Reaktionen.

Auch der Duftstoff Cinnamal kann starke Allergiesymptome auslösen, weshalb wir ihn um zwei Noten abwerten. Umso wichtiger, dass er auf der Packung genannt wird – wie gesetzlich ab einer Menge von 10 mg/kg für Kosmetik, die auf der Haut bleibt, gefordert. Bei einem getesteten Bartöl ist das nicht der Fall, obwohl das Labor die annähernd 60-fache Menge nachgewiesen hat. Für diesen Deklarationsmangel gibt es Punktabzug als Weiteren Mangel.

Bartpflege: Viele Männer lassen sich ihren Bart von einem Barbier oder Friseur rasieren.
Bartpflege: Viele Männer lassen sich ihren Bart von einem Barbier oder Friseur rasieren. (Foto: Parilov/Shutterstock )

Kritik an Inhaltsstoffen von Bartbalsamen im Test  

Alternativen zu Bartöl können Bartfluids oder Bartbalsame sein. Doch auch Inhaltsstoffe dieser Bartpflegeprodukte bemängeln wir: 

  • Ein Bartbalsam im Test enthält PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können.
  • Ein weiteres getesteten Bartbalsam schneidet wegen PEG/PEG-Derivaten und Cashmeran, das sich im Fettgewebe anreichert, nur "mangelhaft" ab.
  • Ein anderes Produkt im Test beinhaltet Mikroplastik sowie Silikonöle, die sich nicht so gut ins Hautgleichgewicht wie natürliche Öle einfügen.

Weichmacheralarm: Neben dem bereits angesprochenen DEP haben die Labore auch ein anderes Phthalat in für uns abwertungsrelevanter Menge nachgewiesen. Ausgerechnet ein BDIH-zertifiziertes Bartöl enthält Diisononylphthalat (DINP). Wir ziehen eine Note unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe ab. Dass Phthalate in deutlich niedrigeren Mengen oder gar nicht nachweisbar sein können, beweisen andere Produkte. Die Ansprüche an Naturkosmetik erfüllt das Bartöl mit dieser Phthalatmenge unserer Ansicht nach jedenfalls nicht, was wir als Weiteren Mangel werten.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

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OAK Berlin
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The Great British Grooming Co. Beard Oil
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Tom Ford For Men Oud Wood Conditioning Beard Oil
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Tom Ford Beauty

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Bartpflegeprodukte gibt es inzwischen fast überall - vor allem im Internet ist das Sortiment schier unüberschaubar. Um eine Auswahl zu treffen, hat sich unsere Einkaufsabteilung zuerst im stationären Handel umgesehen. Was bieten Drogerien, Parfümerien und der Naturwarenhandel? Mit Produkten aus Onlineshops wurde ergänzt. Elf Öle sowie insgesamt fünf Balsame, Fluids oder Gele schafften es so in den Test. Die Preise variieren von 4,95 bis 76,65 Euro, hochgerechnet auf 50 Milliliter.

Die Inhaltsstoffe

Neben den Standardanalysen für Kosmetikprodukte auf Duftstoffe, halogenorganische Verbindungen und Formaldehyd/-abspalter wurden die Öle im Labor zusätzlich auf Phthalate und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe hin untersucht.

Die Weiteren Mängel

Enthält ein Produkt einen stark allergisierenden Duftstoff, den wir aus diesem Grund abwerten, ohne dass er auf der Verpackung deklariert ist, ist das für Allergiker ein No-Go. Ebenso kritisch sehen wir es, wenn in einem zertifizierten Naturkosmetikprodukt so hohe Phthalatmengen nachgewiesen wurden, dass wir sie beim besten Willen nicht mehr nur als Spuren betrachten können. Das ist weder mit den Grundsätzen zertifizierter Naturkosmetik noch mit den Erwartungen der Verbraucher an diese zu vereinbaren.

Die Bewertung

Für problematische Inhaltsstoffe gibt es, wie bei ÖKO-TEST üblich, zum Teil empfindliche Abzüge. Auch die oben beschriebenen Weiteren Mängel führen in ihrer Kategorie zu zwei Noten Abzug und wirken sich somit ebenfalls auf das Gesamturteil aus.

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