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Vitamin D im Test: Präparate oft zu hoch dosiert

ÖKO-TEST Dezember 2018: Titelthema Lachs | Autor: Christine Throl, Kai Thomas | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 23.11.2018

Vitamin D im Test: Präparate oft zu hoch dosiert
(Foto: ÖKO-TEST)

Wir haben 21 Mittel mit Vitamin D unter die Lupe genommen. Ergebnis: Der Nutzen der meisten ist fraglich, einige sind zudem überdosiert. Empfehlen können wir - wenn überhaupt - nur die getesteten Arzneimittel. Denn wer gesund ist, braucht eigentlich keine Vitamin-D-Pillen.

Vitamin-D-Präparate sind eigentlich meist überflüssig. Gesunde Menschen können ihren Bedarf in der Regel locker mithilfe der Sonne decken. Lediglich für Babys macht eine zusätzliche Gabe von Vitamin D Sinn, um Rachitis vorzubeugen.

Test Vitamin D: Nahrungsergänzungsmittel floppen

Der Körper bildet selbst Vitamin D. Mithilfe der Sonne produziert er rund 80 bis 90 Prozent seines Bedarfs in der Haut. Im Sommer speichert der Körper überschüssiges Vitamin D vor allem im Fett- und Muskelgewebe und kann dann darauf im Winter zurückgreifen.

In der dunklen Jahreshälfte ist die Sonnenstrahlung allerdings schwächer. Viele Menschen greifen dann vorbeugend zu Mitteln mit Vitamin D aus der Apotheke oder der Drogerie. Menschen, die in Eigenregie dauerhaft zu hohe Dosen einnehmen, riskieren dabei allerdings nicht nur Störungen des Calciumstoffwechsels und der Knochengesundheit, sondern auch Nierenschäden. 

Wir haben 21 Vitamin-D-Präparate von einem ausgewiesenem Arzneimittelexperten überprüfen lassen. Im Test: Fünf rezeptfreie Arzneimittel und 16 Nahrungsergänzungsmittel. Interessiert haben uns vor allem die Wirksamkeit und der Nutzen der Präparate.

Vitamin D im Test - hochkonzentrierte Mittel können der Gesundheit schaden

Das Ergebnis: Die Arzneimittel können wir grundsätzlich empfehlen – jedoch nur nach Abklärung des Vitamin-D-Blutspiegels durch einen Arzt. Vier Arzneimittel schneiden „sehr gut“ ab, eines nur „gut“. Sechs Nahrungsergänzungsmittel gehen mit „befriedigend“ aus dem Test, zehn Mittel fallen durch. 

Wir raten davon ab, Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D in Eigenregie einzunehmen. Ihre Einnahme sollte ebenfalls nur in Rücksprache mit dem Arzt und unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Für den gesunden Verbraucher ist ihr Nutzen fraglich. Sie gehören rechtlich zu den Lebensmitteln und sind nicht dazu gedacht, einen festgestellten Mangel zu beheben oder Erkrankungen zu behandeln.

In acht Nahrungsergänzungsmitteln sind die Gehalte an Vitamin D aus unserer Sicht zudem erhöht oder stark erhöht. Bei der Beurteilung ihrer Vitamin-D-Gehalte pro Tagesdosis haben wir uns an der Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung für die Höchstmenge von 20 Mikrogramm orientiert.

Präparate mit Vitamin D nicht ohne ärztliche Rücksprache einnehmen

Auf der Rückseite des Beipackzettels eines Arzneimittels weist der Text auf einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Krebserkrankungen, multipler Sklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus hin. Ob Vitamin D eventuell vor solchen Erkrankungen schützt, ist jedoch nicht belegt. Solche Zusammenhänge herzustellen, verunsichert Verbraucher nur unnötig.

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Testverfahren

Der Einkauf: Wir haben 21 Vitamin-D-Präparate in Apotheken, Drogeriemärkten und Reformhäusern eingekauft. Darunter fünf Arzneimittel und 16 Nahrungsergänzungsmittel.

Wirksamkeit und Nutzen: Alle Mittel hat Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Frankfurt für uns begutachtet. Ist ihre Wirksamkeit beziehungsweise ihr Nutzen belegt? Sind alle wichtigen Warnhinweise in den Beipackzetteln aufgeführt? Enthalten die Pillen und Tropfen bedenkliche oder umstrittene Hilfs- und weitere Inhaltsstoffe? Werden die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung für Höchstmengen von Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln eingehalten?

Die Bewertung: Nahrungsergänzungsmittel haben keinen Nutzen für den gesunden Verbraucher. Sie können daher höchstens mit „befriedigend“ abschneiden. Weitere Notenabzüge gab es für Überdosierungen und für Deklarationsmängel. Abwertungen für bedenkliche Hilfsstoffe und PVC in der Verpackung wirkten sich nicht auf das Gesamturteil aus.

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