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27 Mittel gegen Gelenkbeschwerden im Test

Ratgeber Gesundheit 11:2011 mit CD
vom 11.03.2011

Mittel gegen Gelenkbeschwerden

Mittel gegen Gelenkbeschwerden/Gelenkpräparate

Aller Fitness zum Trotz: Der Zahn der Zeit nagt an den Gelenken, Abnutzungen im Laufe des Lebens sind praktisch unvermeidlich. Die Gelenke arbeiten nicht mehr wie geschmiert. Um dem Verschleiß vorzubeugen oder ihn aufzuhalten, werden Produkte mit knorpelähnlichen Substanzen angeboten. Doch hat der Anwender tatsächlich etwas davon?

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11.03.2011 | Schätzungsweise bei einem Drittel aller Menschen über 35 Jahre sind auf dem Röntgenbild Anzeichen von Gelenkverschleiß (Arthrose) sichtbar - mit steigender Tendenz für die dann noch kommenden Lebensjahrzehnte. Zwar ist die genaue Entstehung einer Arthrose noch nicht im Detail geklärt. Die begünstigenden Faktoren sind jedoch bekannt: Fehlstellungen der Gelenke, hohe Belastung, Verletzungen und Übergewicht.

Wohl dem, dessen Gelenke lange beweglich und belastbar bleiben. Die Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln wollen dabei helfen: Vor allem mit den ohnehin im Knorpel vorkommenden Substanzen Glucosamin und Chondroitin soll eine gesunde Gelenkfunktion unterstützt werden. Die Idee stammt aus dem Bereich der Arzneimittel. Dort werden die Substanzen als Wirkstoffe eingesetzt, um positiv in das Arthrosegeschehen einzugreifen.

ÖKO-TEST hat sich 27 Gelenkpräparate genauer angeschaut: acht Arzneimittel im Hinblick auf ihre Wirksamkeit, 19 Nahrungsergänzungsmittel daraufhin, ob sie dem gesunden Anwender Vorteile bringen.

Das Testergebnis

... spricht gegen die Mittel: Die Mehrzahl der Arzneimittel erreicht mit Ach und Krach ein "ausreichend", die Nahrungsergänzungsmittel schneiden allesamt mit "mangelhaft" oder "ungenügend" ab.

Die Arzneimittel im Test werden angewendet zur "Linderung der Symptome von leichter bis mittelschwerer Arthrose des Kniegelenks". Die Belege, dass sie das tatsächlich können, sind aber nur wenig überzeugend. So konnte lediglich eine Untergruppe von Patienten in einer großen amerikanischen Untersuchung, der sogenannten GAIT-Studie, von der Einnahme von 1.500 Milligramm Glucosaminhydrochlorid und 1.200 Milligramm Chondroitinsulfat - einzeln oder in Kombination verglichen mit Placebos über 24 Wochen - profitieren. In der Gesamtauswertung aller 1.583 Patienten der GAIT-Studie erbrachte die Einnahme der Substanzen jedoch keinen Vorteil gegenüber Placebo. Die Firma Opfermann, Anbieter der Dona 750 mg, Filmtabletten, schickte uns unter anderem Studien, nach denen der Wirkstoff Glucosaminsulfat die mit einer Arthrose einhergehende Verengung des Gelenkspaltes aufhält. An diesen Arbeiten lässt die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft aber kein gutes Haar: Zum einen hält sie die Messung der Gelenkspaltbreite mittels Röntgenuntersuchung für ungeeignet, zum anderen sei ein Zusammenhang zwischen Gelenkspaltverengung und Beschwerdesymptomatik nicht gesichert.

Weil ihre Wirksamkeit nicht zweifelsfrei belegt ist, schneiden die Arzneimittel in diesem Test bestenfalls mit "ausreichend" ab. Folgt man der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, kann man sich das Geld für die Präparate allerdings gänzlich sparen: In den aktuellen Therapieempfehlungen "Degenerative Gelenkerkrankungen" von 2008 heißt es: Es "existieren derzeit keine klinischen Studien, in denen nachweislich gezeigt werden konnte, dass ein Arzneistoff eine Verlangsamung oder sogar Umkehr degenerativer Veränderungen beim Menschen bewirken kann".

Von den Na

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