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19 Schmerz- und Sportlersalben im Test

ÖKO-TEST April 2017
vom 30.03.2017

19 Schmerz- und Sportlersalben im Test

Geknickt

Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen: Rezeptfreie Schmerzgels und -salben sollen schnelle Linderung verschaffen. Doch nur wenige sind wirklich empfehlenswert.

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30.03.2017 | Ein Schrei und der Hobbykicker geht abrupt zu Boden. Stechende Schmerzen, der Knöchel schwillt und pocht: umgeknickt kurz vor dem Tor. Jähes Ende eines Sprintduells, Feierabend auf dem Bolzplatz. Mehr als jeder dritte Sportunfall ereignet sich beim Freizeitfußball, gefolgt von Skifahren und sonstigen Sportarten, zeigt eine Auswertung von rund 161.000 Sportverletzungen durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Demnach waren die häufigsten Arten, für die private Sportunfallversicherer zwischen 2010 und 2014 zahlten: Muskelfaser- und Bänderrisse, Zerrungen, Verrenkungen und Zerreißungen, gefolgt von Knochenbrüchen. Das Robert-Koch-Institut schätzt für 2014 zumindest allgemein bundesweit rund vier Millionen Unfälle in der Freizeit.

"Viele Freizeitsportler schmieren erst mal mit rezeptfreien Schmerzsalben", erklärt Dr. Ingo Tusk. Erst wenn das nichts nach einem Unfall etwa beim Kicken, Laufen oder Radeln bringe, so der Chefarzt der Sportorthopädie in den Frankfurter Rotkreuz-Kliniken, werde zum Arzt gegangen. "Wir haben es in der Klinik deshalb häufiger mit gerissenen Bändern oder Sehnen zu tun, bei denen erst mal Salben mit Ibuprofen oder Diclofenac eingesetzt wurden."

Am reflexartigen Griff zur Hausapotheke verdient die Pharmaindustrie kräftig. 2016 wurden mit rezeptfreien Muskel- und Gelenkschmerzmitteln mehr als 567 Millionen Euro umgesetzt - 375 Millionen allein mit Salben. Voltaren, Kytta, Finalgon, Mobilat oder Proff: Die Werbemaschinerie hat viele Bestsellermarken längst ins kollektive Bewusstsein gebrannt. Nur mit rezeptfreien Erkältungsmitteln wurde laut den Marktforschern von Ims Health mit 1,2 Milliarden Euro noch mehr Umsatz gemacht.

Dabei gilt die Schmiererei gar nicht als ideale Notfallhilfe: "Es kommt wie beim Herz- und Kreislaufstillstand darauf an, möglichst schnell aktiv zu werden. Pause, Eis, Kompression und Hochlagerung sind die Herzmassage beim Sportunfall", sagt Tusk, der auch die deutschen Fußballnationalspielerinnen betreut. Sportler sollten sofort pausieren, um dem verletzten Arm oder Bein Ruhe zu verschaffen, das Körperteil mit Eis kühlen, mit einer Bandage komprimieren und es hochlegen, um der Schwellung entgegenzuwirken. "In der sportmedizinischen Praxis hat sich bisher nichts als effektiver erwiesen."

Blutgrätsche, Schienbeintritt, Schubser: Bei Ballsportarten ist oft der Gegner Quell des Übels. Doch auch unzureichendes Aufwärmen, übertriebenes Training ohne Erholungsphasen sowie falsche Techniken sorgen für leichte Verletzungen. Überall dort, wo das Leid direkt unter der Haut liegt, können dann Salben Schmerzen stillen und Entzündungen hemmen. "In der Akutphase, den ersten drei Tagen, unterstützen Schmerzmittel den Heilungsprozess, denn sie lindern die Symptome." Länger angewendet störten Salben mit etwa Diclofenac oder Ibuprofen aber eher die körpereigenen Reparaturvorgänge, meint Tusk.

Etliche Salben wirken auch erwärmend, indem sie die Durchblutung fördern. Die Anbieter empfehlen sie daher au


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19 Schmerz- und Sportlersalben im Test
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So haben wir getestet

Einkauf
Wir haben 19 Salben und Gels gegen Muskel- und Gelenkbeschwerden in der Apotheke und in Drogerien eingekauft - darunter viele bekannte Marken. In den Mitteln stecken sowohl pflanzliche als auch gängige chemische Wirkstoffe wie Ibuprofen und Diclofenac.

Wirksamkeit und Nutzen
Helfen die Arzneien gegen Muskelschmerzen, Schmerzzustände des Haltungs- und Bewegungsapparates, Zerrungen und Verstauchungen? Diese Frage hat Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz für uns beantwortet. Der Experte vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt bewertete für uns belastbare klinische Daten für die ausgelobten Anwendungsgebiete. Neben Wirksamkeit, Risiken und Nutzen der einzelnen Produkte beurteilte er auch die Beipackzettel und Produktinformationen.

Hilfs- und weitere Inhaltsstoffe
Einige problematische Hilfsstoffe lassen sich bereits anhand des Beipackzettels identifizieren. PEG/PEG-Derivate tragen etwa Stoffnamen wie Macrogol oder Poloxamer. Allergieauslösende Duftstoffe, Mineralölrückstände (MOAH) oder das starke Allergen Delta-3-Caren aus Fichtennadelöl entlarvte erst die chemische Analyse im Labor.

Bewertung
Was keine Schmerzen stillt, kann nur "mangelhaft" sein: Unsere Testnote hängt maßgeblich davon ab, ob die klinische Studienlage die Wirksamkeit einer Arznei zweifelsfrei belegt. Sind einzelne Hilfsstoffe problematisch, kann auch eine wirksame Salbe ein schlechtes Gesamturteil erhalten.

So haben wir getestet

Was taugen die Salben? Professor Manfred Schubert-Zsilavecz bewertete die Arzneiwirkstoffe im Test.

Video zum Thema

Video

ÖKO-TEST-Magazin 4/2017:

Schmerz-/Sportlersalben

Einmal umgeknickt und schon schwillt der Knöchel an und pocht.

Viele Freizeitsportler schmieren dann erst mal mit rezeptfreien Schmerzsalben. ÖKO-TEST hat 19 Salben und Gels gegen Muskel- und Gelenkbeschwerden in der Apotheke und in Drogerien eingekauft - darunter viele bekannte Marken. Wir wollten wissen: Helfen die Arzneien gegen Muskelschmerzen, Schmerzzustände des Haltungs- und Bewegungsapparates, Zerrungen und Verstauchungen? Und wie sieht es mit problematischen Inhaltsstoffen aus?