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Fahrradtaschen im Test: Nur eine ist "sehr gut"

ÖKO-TEST April 2015 | Kategorie: Freizeit und Technik | 31.03.2015

Fahrradtaschen im Test
Foto: JFJacobsz / Shutterstock

Wer sein Gepäck mit dem Fahrrad transportieren will, benötigt eine stabile Fahrradtasche. Wasserdicht und schadstofffrei sollte sie nach Möglichkeit sein, doch nur zwei der Fahrradtaschen im Test kommen diesem Anspruch nach.

  • Wir haben zehn Fahrradtaschen (u.a. von Ortlieb und Vaude) in einen umfangreichen Praxistest geschickt.
  • Außerdem haben wir untersuchen lassen, ob die Radtaschen problematische Inhaltsstoffe enthalten, die Gesundheit oder Umwelt gefährden könnten.
  • Wir können nur zwei Taschen empfehlen, "sehr gut" ist sogar nur ein Modell.

Ganz gleich, ob man auf dem Fahrrad zur Arbeit oder zum Einkaufen fährt: In Ermangelung eines Kofferraums ist der Radler auf Körbe, Rucksack oder (Sattel-)Taschen angewiesen, will er nicht mit dem Fahrradanhänger – oder gleich mit dem Lastenrad – auf Tour gehen. Wer sein Gewicht nicht gerne auf dem Rücken trägt und mehr als einen kleinen Einkauf transportieren will, wird sich nach einer stabilen Fahrradtasche umsehen wollen. Gerade für Radtouren sind sie optimal.

Fahrradtaschen: Modelle für Alltag und Touren

Alltagstaugliche Fahrradtaschen sind im Hauptfach unterteilt, sodass Laptop oder Aktenordner vom restlichen Inhalt getrennt werden können. Das klassische Modell für Radreisen ist eher kastenförmig und kaum aufgeteilt. Üblicherweise sind Fahrradtaschen aus belastbarem Material gefertigt, das als wasserdicht oder zumindest wasserabweisend ausgelobt wird. "Wenn nicht, sollte auf alle Fälle eine Regenhülle dabei sein", rät René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Befestigt werden die Taschen am Gepäckträger über dem Hinterrad. Gerade beim Transport schwerer Gegenstände sollte darauf geachtet werden, dass der Gepäckträger ein bestimmtes Gewicht aushält. Standardträger sind für 25 kg ausgelegt, Reisegepäckträger schaffen auch 40 kg. "Je tiefer der Schwerpunkt der Tasche, und umso näher er an der Nabenmitte liegt, desto angenehmer fährt es sich", weiß Filippek. Eine Faustregel für das maximale Gewicht gibt es seiner Meinung nach aber nicht.

    Fahrradtaschen im Test: Einmal "sehr gut", einmal "gut"

    In unserem Test haben wir alltagstaugliche Fahrradtaschen überprüft, also keine Ausstattung für die Fahrradexpedition in die Anden. Getestet wurden zehn Modelle aus unterschiedlichen Materialien, die am Gepäckträger über dem Hinterrad montiert werden. In einem Praxistest ließen wir ihre Belastbarkeit und Wasserdichtheit prüfen, Labore analysierten problematische Inhaltsstoffe.

    Schon im Praxistest zeigten gleich sechs der zehn getesteten Produkte Schwächen. Acht Fahrradtaschen strotzten nur so vor Schadstoffen. Nur je eine Fahrradtasche erreicht deshalb das Gesamturteil "sehr gut" beziehungsweise "gut".

    Fahrradtaschen-Test: Gerade für Touren sind Radtaschen optimal
    Fahrradtaschen-Test: Gerade für Touren sind Radtaschen optimal (Foto: CC0 / Pixabay / dolvita108 )

    Fahrradtaschen: Viele Nähte sind nicht wasserdicht

    Wer Papiere, einen Laptop oder andere nässeempfindliche Utensilien transportiert, will sie in der Fahrradtasche vor Regen und Spritzwasser geschützt wissen. Deshalb haben wir gemessen, wie wasserdicht die Taschen jeweils sind. Dazu wurde der Taschenstoff in eine Apparatur eingespannt und dann über einen mit Wasser gefüllten Zylinder, die sogenannte "Wassersäule", solange Druck aufgebaut, bis sich auf der anderen Seite drei Tropfen durch das Material drückten.

    Vor allem die Nähte einiger Modelle ließen dabei zu wünschen übrig: Während vier Taschen sowohl auf den Flächen als auch an den Nähten einer Wassersäule von 7000 mm und mehr standhielten, gingen fünf Produkte schon bei 100 bis 220 mm Wassersäule an den Nähten in die Knie. Zum Vergleich: Wer sich auf eine feuchte Parkbank setzt, baut unter seinem Allerwertesten einen Druck auf, der 2000 mm Wassersäule entspricht. Funktionsmaterialien gelten je nach Normierung ab 4000 mm Wassersäule als wasserdicht, erreichen aber auch Werte von 1.000 bis 3.000 cm.

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    Gepäckträgertaschen in der Belastungsprüfung

    Keine lange Freude dürfte das billigste Modell im Test seinen Besitzern bereiten: Es bestand die Belastungsprüfung nicht. Danach war das Außenmaterial an einer Stelle durchgescheuert, innen war ein Bruch des Trägermaterials erkennbar. Die anderen Testprodukte absolvierten die simulierte tägliche Schüttelei auf holprigen Radwegen hingegen mit Bravour.

    Fahrradtaschen-Test: Problematische Inhaltsstoffe

    Keine der getesteten Fahrradtaschen war frei von Schadstoffen. Nur eine Tasche erreicht beim Testergebnis Inhaltsstoffe ein "gut".

    Etliche Modelle fielen durch (stark) erhöhte Gehalte an bedenklichen Weichmachern aus der Gruppe der Phthalate auf, die unter anderem verdächtigt werden, die Fortpflanzungsorgane zu schädigen und wie ein Hormon zu wirken. In sieben von zehn Produkten ergab die chemische Analyse phosphororganische Verbindungen: Sie werden häufig als Flammschutzmittel für Kunststoffe eingesetzt, aber auch als Weichmacher. Einige sind möglicherweise krebserregend.

    Packtaschen mit schädlichen Schwermetallen

    Auch im Fahrradtaschen-Test fielen wieder Produkte mit zinnorganischen Verbindungen auf. Diese sehr giftigen und in der Umwelt nur schwer abbaubaren Substanzen verschwinden nur langsam aus Verbraucherprodukten. Sie werden beispielsweise als Stabilisatoren für PVC eingesetzt, um für Hitze- und Lichtbeständigkeit zu sorgen.

    Eine völlig unnötige Umweltbelastung sind die gefundenen giftigen Schwermetalle Cadmium, Blei und Chrom. Eine Gepäcktasche schrammte deshalb nur knapp an unserem Stempel "nicht verkehrsfähig" vorbei. Denn gemäß der REACH-Verordnung dürfen aus Kunststoffen hergestellte Gemische und Erzeugnisse nicht in den Verkehr gebracht werden, wenn ihr Cadmiumgehalt 0,01 Gewichtsprozent des Kunststoffs oder mehr beträgt – was hier der Fall war.

    Fahrradtaschen im Test: Hersteller-Redaktionen

    Allerdings lässt die Regelung Ausnahmen zu: Sie gilt nicht für Erzeugnisse, die vor dem 10. Dezember 2011 in Verkehr gebracht wurden und auch nicht für Recycling-PVC. Da dies nicht zu klären war und die Hersteller-Firma nicht auf unsere Mitteilung reagierte, bleibt es bei einer Abwertung von vier Noten für Cadmium.

    Mehrere Hersteller (Basil, Burgers, Ortlieb, Vaude) ließen uns hingegen Reaktionen zukommen, in denen Sie zu den Ergebnissen des Praxistests und zu gefundenen Inhaltsstoffen Stellung beziehen. Sie finden die Reaktionen in der ePaper-Version dieses Tests.

    Fahrradtaschen: Jetzt alle 10 Testergebnisse freischalten

    Alternativen zur Gepäckträgertasche

    Jedes Transportbehältnis, das auf dem Rad verwendet wird, hat seine Vor- und Nachteile. Neben der Fahrradtasche bieten sich folgende Tornister an:

    • Ein Rucksack geht selbst dann, wenn das schnittige Velo keinen Gepäckträger besitzt, kann aber auf längeren Strecken unbequem werden und lässt den Träger am Rücken schwitzen.
    • Eine Alternative können sogenannte Messenger-Bags sein – flexible Umhängetaschen mit Schultergurt, wie man sie von Fahrradkurieren kennt. Doch auch die Hängetasche ist nicht jedermanns Sache, kann sie doch beim Fahren verrutschen und muss dann wieder auf den Rücken geschoben werden. "Bessere Kuriertaschen haben einen weiteren Gurt, der die Tasche fixiert und auch während der Fahrt nachgezogen werden kann", so René Filippek vom ADFC.
    • Bei Körben muss man aufpassen: Sie tragen nicht viel Gewicht, insbesondere, wenn sie am Lenker angebracht sind. Und: Körbe aus Bast sehen zwar anfangs schick aus, können aber schneller auseinanderfallen als ein Metallkorb.

    Fahrradtaschen: Tipps für die richtige Wahl

    Beim Kauf einer Hinterradtasche sollte Folgendes berücksichtigt werden:

    • Achten Sie auf die Verarbeitung: Die Nähte der Fahrradtasche sollten nicht gespannt sein oder eng am Stoffrand entlang verlaufen, da sie sonst schnell reißen können. Reißverschlüsse sollten gut verdeckt und wasserdicht sein.
    • Griff, Schultergurt oder beides? Wie wollen Sie die Tasche tragen, wenn sie vom Rad genommen wird?
    • Hat die Radtasche verschiedene Fächer, beispielsweise um den Laptop getrennt von den eingekauften Lebensmitteln transportieren zu können?
    • Der Gepäckträger sollte stabil mit mindestens zwei Streben befestigt sein und nicht wackeln. Andernfalls macht sich eine beladene Tasche bei Kurvenfahrten schlenkernd bemerkbar und gefährdet damit auch Ihre Sicherheit.
    • Eine weitere Klemme, die die Tasche an den Gepäckträgerstreben hält, verleiht zusätzliche Stabilität.
    • Damit das Rad beim Einhängen der Tasche nicht umfällt oder festgehalten werden muss, empfiehlt sich ein sogenannter Hinterbauständer in der Nähe des Hinterrads.
    • Für Taschen, die vorne am Rad montiert werden, gibt es spezielle Gepäckträger und Gestelle, sogenannte 'Lowrider'. Beladene Taschen am Vorderrad wirken sich allerdings nachteilig auf das Fahrverhalten aus.
    • Weitere Information bietet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) auf seiner Webseite, u.a. in den Beiträgen "Richtig packen" und "Sicher fahren mit Gepäck".

    Das rät ÖKO-TEST

    • Für unter 20 Euro bekommen Sie keine qualitativ hochwertige Fahrradtasche: Das billigste Produkt in unserem Test war sowohl im Praxis- als auch im Schadstofftest "ungenügend".
    • Überlegen Sie vor dem Kauf, was transportiert werden soll, und wählen Sie eventuell eine Tasche mit Unterteilung. Achten Sie bei Taschen, die nicht als wasserdicht ausgelobten sind, unbedingt auf eine zusätzliche Regenhülle.
    • "Beim Kauf einer Fahrradtasche probiert man am besten aus, ob sie vernünftig ans Rad passt. Sie sollte so angebracht werden, dass man beim Fahren nicht mit der Ferse dagegen stößt. Gerade bei kleineren Rahmengrößen kann dies ein Problem sein." (René Filippek, ADFC)

    Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

    Weiterlesen auf oekotest.de:


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    Testverfahren

    Der Einkauf: Zu den gängigsten Fahrradtaschen zählen die sogenannten Backroller, also Hinterradtaschen mit Clipverschluss und Seitenhalterung. Diese Taschen können schnell am Gepäckträger befestigt und abgenommen werden. Wir haben zehn verschiedene aktuelle Modelle zu Preisen zwischen 20 und 130 Euro eingekauft. Die Größe wurde so gewählt, dass ein DIN-A4-Ordner mit Laptop oder der Einkauf hineinpasst. Auch die Siebensachen für die kleine Fahrradtour sollte man hineinbekommen.

    Der Praxistest: Fahrradtaschen sollten so konstruiert sein, dass sie auch bei regelmäßiger Belastung und Fahrten auf holprigen Strecken nicht zerbröseln und ihren Inhalt vor Nässe schützen. Für den Belastungstest wurden die Taschen mit einem Zehn-Kilogramm-Paket voller Kieselsteine beladen und das Paket gut gepolstert. Anschließend wurden sie an einen Gepäckträger geklemmt, der dann automatisiert 1.800-Mal zehn Zentimeter in die Höhe gezogen und fallen gelassen wurde. Per Wasserdruckversuch testete ein Labor, ab wann das gespannte Material - sowohl aus der Fläche als auch aus der Naht - in direktem Kontakt mit Wasser anfängt, durchlässig zu werden.

    Die Inhaltsstoffe: Polyester, Polyurethan, PVC, behandelte Baumwolle: Die in den Taschen verarbeiteten Materialien stecken häufig voller Schadstoffe, wie unsere Tests immer wieder zeigen. Daher haben wir verschiedene Labore mit einem breiten Spektrum an Analysen beauftragt: angefangen von giftigen zinnorganischen Verbindungen, die als Stabilisatoren für PVC verwendet werden, über bedenkliche Phthalate und andere Weichmacher, krebserregende aromatische Amine als Bausteine der verwendeten Farben, bis hin zu Schwermetallen wie Blei oder Cadmium, die möglicherweise als Pigmente eingesetzt werden.

    Die Bewertung: Im Idealfall ist eine Fahrradtasche stabil, wasserdicht und nicht mit Schadstoffen belastet. Daher ergibt sich das Gesamturteil aus den beiden Testergebnissen Praxisprüfung und Inhaltsstoffe. Da die Taschen aber mehr am Gepäckträger als am Fahrer des Rades hängen, der Körperkontakt mithin überschaubar ist, gewichten wir die Praxisprüfung etwas stärker (60 zu 40) als die Inhaltsstoffe.

    Testlegende: Unter dem Testergebnis Praxisprüfung führt zur Abwertung um fünf Noten: Belastungsprüfung nicht bestanden = ungenügend (hier: Bruch des Trägermaterials innen, kleine durchgescheuerte Stelle außen). Belastungsprüfung bestanden = sehr gut. Zur Abwertung um vier Noten führt: eine "mangelhafte" Wasserdichtigkeit des Hauptmaterials oder der Nähte von weniger als 150 cm Wassersäule. Zur Abwertung um zwei Noten führt: eine "befriedigende" Wasserdichtigkeit des Hauptmaterials oder der Nähte von weniger als 300 cm Wassersäule bis 150 cm Wassersäule. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) ein "stark erhöhter" Gehalt von mehr als 10.000 mg/kg der in Spielzeug und Babyartikeln gesetzlich verbotenen Phthalate DEHP oder DINP; b) ein "stark erhöhter" Gehalt von mehr als 1.000 μg/kg Dioktylzinn; c) ein "stark erhöhter" Gehalt von in der Summe mehr als 1.000 μg/kg mehrerer PAK, wobei jede Einzelverbindung einen Gehalt von mehr als 100 μg/kg aufweist; d) mehr als 100 mg/kg Cadmium. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein "erhöhter" Gehalt von mehr als 1.000 und weniger als 10.000 mg/kg der in Spielzeug und Babyartikeln gesetzlich verbotenen Phthalate DINP oder DIDP sowie der Phthalate DIBP oder DPHP, falls nicht bereits wegen "stark erhöhter" Phthalatgehalte um vier Noten abgewertet wurde; b) ein "erhöhter" Gehalt von mehr als 100 bis 1.000 μg/kg Dibutylzinn; c) ein "erhöhter" Gehalt von von mehr als 100 bis 1.000 μg/kg eines oder mehrerer PAK, sofern sie in der Summe 1.000 μg/kg nicht übersteigen; d) ein "stark erhöhter" Gehalt von mehr als 1.000 mg/kg Blei, wenn nicht bereits wegen Cadmium um vier Noten abgewertet wurde. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 1.000 mg/kg Ersatzweichmacher (hier: Diethylhexylterephthalat [DEHT], Diethylhexyladipat [DEHA]); b) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt; c) halogenorganische Verbindungen (Chlorkresol und andere); d) mehr als 10 bis 1.000 mg/kg phosphororganische Verbindungen; e) mehr als 1.000 mg/kg Antimon; f) ein "erhöhter" Gehalt von bis zu 1.000 mg/kg Blei; g) mehr als 100 mg/kg Chrom, wenn nicht bereits wegen eines "stark erhöhten" Bleigehalts um zwei Noten abgewertet wurde. Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen "nein", bedeutet das "unterhalb der Bestimmungsgrenze" der jeweiligen Methode. Das Testergebnis Praxisprüfung setzt sich aus den Ergebnissen der Wasserdichtigkeit und der Belastungsprüfung zusammen. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. In das Gesamturteil gehen das Testergebnis Praxisprüfung zu 60 Prozent und das Testergebnis Inhaltsstoffe zu 40 Prozent ein.

    Testmethoden Praxistest: Wasserdichtigkeit/Wasserdruckversuch: Prüfung gemäß DIN EN 210811 vom Hauptmaterial und der Nähte. Belastungstest: Die Fahrradtasche wurde mit einem 10 kg schweren Paket (30 cm x 24 cm x 11 cm) voller Kieselsteine befüllt. Seitliche Freiräume wurden ausgepolstert. Die Tasche war somit bei einer gleichmäßigen Gewichtsverteilung gleichmäßig ausgefüllt. An dem im Prüfstand eingehängten Fahrradrahmen wurde auf beiden Seiten gemäß der Anbauanweisung je eine mit 10 kg befüllte Fahrradtasche befestigt. Der hintere Teil wurde 10 cm vom Boden in die Höhe gezogen und dann auf den Boden fallengelassen. Dieser automatisierte Vorgang wurde 1.800-Mal wiederholt.

    Testmethoden Inhaltsstoffe: Untersucht wurden, sofern nicht anders beschrieben, repräsentative Mischproben. Phthalate, Adipate, sonstige Weichmacher, phosphororganische und phenolische Verbindungen: GC/MS nach Extraktion und Derivatisierung. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): GC-MSD (25 PAK nach EU/EPA/JECFA). Zinnorganische Verbindungen: NaDDTC, EtOH, Hexan, NaBEt4, GC-AED. Halogenorganische Verbindungen: Probe wird mit Reinstwasser in der Soxhletapparatur eluiert. Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Elemente, PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse. Nachweis in Einzelteilen. Antimon im Eluat: Elution mittels saurer Schweißlösung. Elementbestimmung mittels ICP-MS. Chrom VI: Elution gemäß EN-ISO 17075 "Bestimmung des Chrom-VI-Gehalts in Leder". Fotometrische Bestimmung des Chrom-VI-Gehalts. Azo-Farbstoffe: Prüfung auf Amine nach reduktiver Spaltung, Analytik entsprechend § 64 LFGB 82.02-2, Prüfung mit und ohne vorherige Extraktion DIN EN 14362-1 (Januar 2013); Analytik entsprechend § 64 LFGB 82.02-3 Prüfung nach DIN ISO/TS 17234 für Leder; bei Hinweisen auf 4-Aminoazobenzol zusätzliche Prüfung entsprechend § 64 LFGB 82.02-15 DIN EN 14362-3 (September 2012); Bestimmungsgrenze: 5 mg/kg; GC/MS, Dünnschichtchromatografie, zusätzliche Prüfung auf Anilin und Xylidine. Dispersionsfarbstoffe: Analytik entsprechend § 64 LFGB 82.02-10 Norm DIN 54231 (November 2005); Dünnschichtchromatografie, HPLC mit DAD (UV/Vis-Detektor).

    Einkauf der Testprodukte: Dezember 2014

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