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16 Fertigspachtelmassen im Test

ÖKO-TEST April 2015
vom 27.03.2015

16 Fertigspachtelmassen im Test

Das Gips doch nicht!

Einfach aus der Tube drücken, glatt ziehen - und weg ist das Loch: Das erwartet der Verbraucher von einer Fertigspachtelmasse. Doch im Praxistest konnten viele Produkte nicht ganz überzeugen. Zudem kritisieren wir problematische Konservierungsstoffe.

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27.03.2015 | Kleine Löcher in der Wand - zum Beispiel an Stellen, an denen vorher Dübel Halt für Bilder, Regale und Schränke gegeben haben - müssen spätestens beim Umzug geschlossen werden. Und zwar möglichst so, dass sie nicht mehr sichtbar sind. Möglicherweise haben gerade mühsam eingesetzte Dübel auch nicht gehalten, ein Stück Wand ist herausgebrochen und nun klafft ein größeres Loch. Eigentlich braucht man jetzt nur etwas Gips, den man mit Wasser anrühren und verspachteln muss. Findige Hersteller hatten jedoch die Idee, ein Fertigprodukt anzubieten, das diesen kleinen Arbeitsschritt einspart: Fertigspachtelmassen, die aus der Tube direkt in das Loch oder den Riss gedrückt und dann glatt gezogen werden.

Letztlich bestehen auch die Fertigspachtelmassen meist aus Gips oder ähnlichen Bindemitteln. Da sie fast immer mit Wasser vermischt sind, müssen sie mit Konservierungsmitteln haltbar gemacht werden. Und diese sind oft gesundheitlich nicht unproblematisch. Meist fügen die Hersteller noch Kunststoffe oder Kunstharze zu, welche die Massen geschmeidiger machen sollen.

Profis unterscheiden zwischen Füll- und Feinspachtel: Der gröbere Füllspachtel eignet sich zum Füllen von Löchern, Rissen und Fugen, der hochwertigere Feinspachtel zum Nachspachteln, um eine schöne glatte Oberfläche zu erzielen. Die Spachtelmassen aus dem Baumarkt sind allerdings eher selten in diese Kategorien eingeteilt.

Wir kauften 16 weiße Fertigspachtelmassen ein, um sie sowohl auf Inhaltsstoffe als auch in der praktischen Anwendung prüfen zu lassen.

Das Testergebnis

Meist nur Mittelmaß. Voll überzeugen kann keine Fertigspachtelmasse. Im Praxistest gibt es bei allen mehr oder weniger kleine Schwächen und mit einigen Konservierungsmitteln sind wir auch nicht einverstanden. Dennoch können wir drei "gute" Produkte empfehlen. Fünf Spachtelmassen landen mit "mangelhaft" am Testende.

Problematische Konservierungsmittel. Die meisten Rezepturen sind mit Isothiazolinonen konserviert, die Allergien auslösen können. Wir werten jedoch nur hohe Gehalte sowie chlorierte Isothiazolinonverbindungen (CIT) ab, da Letztere ein besonders hohes sensibilisierendes Potenzial haben und bereits kleine Mengen reichen, um allergische Reaktionen auszulösen. Nicht einverstanden sind wir auch mit Formaldehyd/-abspaltern.

Hinzu kommt, dass sich die Hersteller sehr verschwiegen zeigen und die eingesetzten Konservierungsmittel nicht deklarieren. Auch eine Allergiker-Hotline sollte bei Produkten mit Isothiazolinonen angeboten werden. Lediglich die Molto-Spachtelmasse braucht wegen des enthaltenen Alkohols nicht konserviert zu werden. Dafür riecht diese bei der Anwendung ganz ordentlich, das verflüchtigt sich aber schnell.

Nachspachteln ist angesagt. Nur einmal spachteln und fertig, das wäre schön. Das leistet keine untersuchte Spachtelmasse, auch bei Aufträgen von nur vier bis fünf Millimetern wie in unserem Test. Alle schrumpfen beim Trocknen und bilden eine Delle. In fünf Fällen sank die Masse zwar nur leic


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16 Fertigspachtelmassen im Test
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6 Seiten
Seite 170 - 175 im ÖKO-TEST April 2015
vom 27.03.2015
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So haben wir getestet

Der Einkauf
16 weiße Fertigspachtelmassen in der Tube, überwiegend aus Baumärkten: Reparatur-, Renovier-, Füll-, Fein- oder Fertigspachtel. Die Preise liegen bei zirka 3,50 bis 5,50 Euro pro Tube, bei unterschiedlich schwerem Inhalt.

Die Inhaltsstoffe
In der Regel sind die Fertigspachtel wasserbasiert und konserviert. Zu diesem Zweck landen zum Beispiel problematische Formaldehyd/-abspalter oder Isothiazolinone in der Tube, die reizen und Allergien auslösen können. Besonders die chlorierte Verbindung Chlormethylisothiazolinon (CIT) hat ein hohes allergenes Potenzial. Noch kritischer sehen wir Formaldehyd, weil es unter Krebsverdacht steht. Wir ließen die Produkte unter anderem auf verschiedene Konservierungsmittel testen.

Die Praxisprüfung
Wie sich die Spachtelmassen verarbeiten lassen, das prüfte ein Berufsschulfachlehrer und Malermeister. Als Vorbereitung fertigte er zirka vier Millimeter tiefe Schlitze in verputzten Oberflächen, in Holzwerkstoffplatten und in gestrichenen Platten an, um diese dann - je nach Angaben der Hersteller - mit den Fertigmassen auszuspachteln und mit einem flexiblen Metallspachtel (Japanspachtel) zu glätten. Nach dem Trocknen wurde die Fuge fachmännisch geprüft und mit Dispersionsfarbe überstrichen. Außerdem nahm unser Experte die Verarbeitungs-, Lager- und Entsorgungshinweise unter die Lupe.

Die Weiteren Mängel
ÖKO-TEST prüfte eingehend die verbraucherrelevanten Angaben zur Rezeptur: Welche Konservierungsmittel werden eingesetzt? Werden Gefahrstoffe richtig deklariert? Wird eine Hotline für Isothiazolinon-Allergiker angeboten und bekommt man dort und am Infotelefon auch richtige Auskünfte? Außerdem ließen wir die Verpackung auf umweltschädliche chlorierte Verbindungen testen.

Die Bewertung
Inhaltsstoffe haben bei unserer Bewertung oberste Priorität, denn der Verbraucher möchte zu Hause keine dicke Luft haben. Das heißt, ein Gesamturteil kann nicht besser sein als dieses Testergebnis. Die Weiteren Mängel beziehen sich auf die Deklaration der Inhaltsstoffe und verschlechtern somit dieses Testergebnis.

So haben wir getestet

Die Schlitze sind nach einem Arbeitsgang noch nicht eben ....

So haben wir getestet

..... Sondern mehr oder weniger eingedellt.