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Ratgeber: Vitamine

Kompass E-Nummern | Kategorie: Essen und Trinken | 13.08.2010

Ratgeber: Vitamine

Vitamine sind lebensnotwendige Stoffe, die bereits in Spuren außerordentlich wirksam sind. Deshalb ist nicht nur ein Mangel nachteilig, auch eine übertriebene Zufuhr kann unerwünschte Nebenwirkungen zeigen.

Die landläufige Auffassung, dass wasserlösliche Vitamine harmlos sind, weil sie wieder ausgeschieden werden, trifft so nicht zu. Die Löslichkeit eines Stoffes in Wasser sagt nichts über seine Schädlichkeit aus. Aufgrund der inzwischen beobachteten Nebenwirkungen von Megadosen sollten Vitaminpräparate nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Die aggressiv vermarkteten Vitamine A sowie sein Provitamin Betacarotin (E 160 a), Vitamin C (E 300-304) und E (E 306-309) sind wichtige Lebensmittelzusatzstoffe, die entweder zur Färbung (Betacarotin und Vitamin B2 - E 101), oder zur Verlängerung der Haltbarkeit (Vitamin C und E) oder zur Verbesserung der Maschinenfreundlichkeit (Vitamin C) dienen. Sie werden nicht nur Mehl, Wurst, Speiseölen, Süßwaren oder Fruchtsäften zugesetzt, sondern auch Fertigprodukten und Fast Food, sodass eine "unausgewogene Ernährung" alleine noch keinen Mangel begründet. Eine Ausnahme stellen lediglich die Vitamine B12 und D dar, bei denen eine Unterversorgung möglich ist.

Allerdings mehren sich die Hinweise, dass Überdosen an Vitaminen massive Nebenwirkungen haben können. Schon länger ist bekannt, dass die Einnahme von Betacarotin bei Rauchern die Lebenserwartung verkürzt und mehr Lungenkrebsfälle und Herzinfarkte zur Folge hat. Eine neue Studie, in der dänische Forscher die Ergebnisse von 68 Vitaminstudien mit über 230.000 Teilnehmern ausgewertet haben, brachte ein weiteres alarmierendes Ergebnis: Auch Vitamin A- und Vitamin-E-Zusätze in Pillenform erhöhen die Sterblichkeit, nicht nur bei Rauchern.

Eine weitere amerikanische Studie mit über 300.000 Teilnehmern zeigte: Männer, die regelmäßig in hoher Dosis Multivitaminpräparate - insbesondere in Verbindung mit Selen - einnehmen, haben ein höheres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken.

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Erschienen am 13.08.2010