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21 Wandfarben im Test

Ratgeber Bauen 2016
vom 12.05.2016

21 Wandfarben im Test

Auf einen Streich

Die meisten Wandfarben im Test können wir ohne Abstriche empfehlen. Und auch für Allergiker haben wir eine gute Nachricht: Zwei der Farben sind völlig frei von Konservierungsmitteln.

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12.05.2016 | Es ist schon ein paar Jahre her, seit auf europäischer Ebene geregelt wurde, dass Produkte wie Farben, Lacke und Beschichtungen für Handwerker und Normalverbraucher nur noch begrenzte Mengen an ausgasenden Stoffen enthalten dürfen: 2004 in der sogenannten Decopaint-Richtlinie, die in Deutschland in eine Chemikalienverordnung umgesetzt wurde. Die dort formulierten Grenzwerte galten ab 2007 und wurden 2010 in einer zweiten Stufe verschärft. Seitdem dürfen wasserbasierte Wandfarben nur noch maximal 30 Gramm pro Liter an flüchtigen organischen Verbindungen, kurz VOC (Volatile Organic Compounds), enthalten. Vor allem für die Hersteller von Naturfarben war das anfangs aufgrund der eingesetzten Naturharze noch eine Herausforderung. Konventionelle Farben enthielten jedoch schon zu diesem Zeitpunkt nur noch geringe Mengen an VOC. Denn die meisten Produkte tragen das Umweltzeichen Der Blaue Engel, das seit 1999 für die emissionsarmen Farben nur noch ganz wenig VOC zulässt.

Schwieriger sieht es mit Konservierungsmitteln aus. Wasserbasierte Farben benötigen solche, um sie in Topf und Eimer haltbar zu machen, sie also vor Bakterien und Schimmel zu schützen. Dazu werden zum Teil Formaldehydabspalter eingesetzt, die krebsverdächtiges Formaldehyd bilden, sobald ein mikrobieller Befall eintritt. Heutzutage üblich sind Isothiazolinone, die jedoch ein mehr oder weniger großes sensibilisierendes Potenzial besitzen. Nach Einschätzung von Professor Axel Schnuch, Leiter des Informationsverbunds Dermatologischer Kliniken (IVDK), sind die üblichen Verbindungen Methylisothiazolinon (MIT) und Benzisothiazolinon (BIT) hinsichtlich ihres Sensibilisierungspotenzials in etwa gleich einzuschätzen, MIT sei noch etwas potenter. MIT ist auch deshalb ein größeres Problem, weil es leichter als BIT verdampft und damit die Raumluft mehr belastet. Besonders problematisch im Hinblick auf mögliche Allergien sind jedoch chlorierte Isothiazolinonverbindungen wie Chlormethylisothiazolinon (CIT).

Seit dem 1. Juni 2015 gelten nach einer europäischen Verordnung zur Kennzeichnung von Gefahrstoffen (CLP-Verordnung) auch für Isothiazolinone strengere Regeln: So müssen ab gewissen Gehalten, die von der jeweiligen Verbindung abhängen, der konkrete Stoff benannt und auf das Allergierisiko hingewiesen werden. Da BIT offiziell als Gefahrstoff eingestuft wurde, ist das schon ab 50 mg/kg der Fall - diese Menge wird üblicherweise in Farben eingesetzt. Die Regelung gilt für Produkte, die seit dem 1. Juni 2015 erstmalig in Verkehr gebracht wurden; erst zwei Jahre später müssen sie alle aus den Regalen verschwunden sein. Einige Hersteller haben ihre Etiketten jedoch schon angepasst. MIT ist bisher noch nicht harmonisiert, wie es in der Fachsprache heißt; deshalb liegt die Schwelle für diesen Hinweis im Augenblick noch höher. Allerdings wird sich das möglicherweise demnächst ändern.

Manche Hersteller denken darüber nach, die Deklarationsgrenzen zu umgehen, indem sie mehrere Konservierungsmittel gleichz


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21 Wandfarben im Test
Ratgeber Bauen 2016 Seite 148
Ratgeber Bauen 2016 Seite 149
Ratgeber Bauen 2016 Seite 150
Ratgeber Bauen 2016 Seite 151
Ratgeber Bauen 2016 Seite 152
Ratgeber Bauen 2016 Seite 153

6 Seiten
Seite 148 - 153 im Ratgeber Bauen 2016
vom 12.05.2016
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So haben wir getestet

Der Einkauf
... umfasste 21 weiße Wandfarben, überwiegend aus Baumärkten und Malerfachgeschäften, darunter auch wichtige Marken aus dem Naturfarbenbereich, sowie mit Baufix eine Marke aus einem Onlineshop, die zeitweise auch bei Discountern angeboten wird. Die Preise variieren deutlich von circa 25 bis über 70 Euro für zehn Liter.

Die Inhaltsstoffe
Wie üblich wurden die Rezepturen auf den Prüfstand gestellt: Gasen die Farben flüchtige organische Verbindungen (VOC) aus? Werden problematische oder umstrittene Konservierungsmittel wie Formaldehyd/-abspalter, Isothiazolinone oder Zinkpyrithion eingesetzt? Enthalten die Farben umstrittene halogenorganische Verbindungen?

Die Deklaration
Außerdem nahmen wir die Deklaration unter die Lupe: Werden Verbraucher über die verwendeten Inhaltsstoffe, vor allem die Konservierungsmittel, aufgeklärt? Gibt es für Allergiker Hinweise auf sensibilisierende Stoffe und eine kompetente Allergiker-Hotline, die sie im Zweifelsfall anrufen können? Auch der Blaue Engel fordert, dass die eingesetzten Konservierungsstoffe genannt werden müssen. Sind gefährliche Stoffe deklariert, wie es das Gefahrstoffrecht fordert? Eine aktuelle Neuregelung, wonach Isothiazolinonverbindungen schon bei Gehalten, wie sie häufig in Wandfarben vorkommen, auf der Verpackung mit dem Hinweis "Kann allergische Reaktionen hervorrufen" genannt werden müssen, kommt aufgrund einer Abverkaufsfrist bis 2017 noch nicht zum Tragen.

Die Bewertung
Die Inhaltsstoffe haben für uns höchste Priorität. Wir kritisieren Formaldehyd/-abspalter als Konservierungsmittel sowie hohe Gehalte an Isothiazolinonen. In diesem Test betrifft es die Verbindung Methylisothiazolinon (MIT), auf die bisher mehr Menschen allergisch reagieren als auf Benzisothiazolinon (BIT). Das Testergebnis Deklaration, in das verschiedene Deklarationsmängel sowie Weitere Mängel einfließen, wird mit einem Anteil von 30 Prozent gewichtet.

So haben wir getestet

Eine übersichtliche Deklaration für Allergiker auf der Baufix Maler-Raumweiß.