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15 Klebstoffe im Test

ÖKO-TEST Januar 2014
vom 27.12.2013

Klebstoffe

Das ist doch keine Lösung!

Wer einen Klebstoff kauft, der als "lösemittelfrei" deklariert ist, kann ganz schön auf die Nase fallen. Unser Test ergab: Auch die vermeintlich harmloseren Produkte enthalten Problemstoffe.

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27.12.2013 | Heute verdrängt das Kleben immer mehr andere Verbindungstechniken wie Schrauben, Nieten, Löten. Und die Forschung entwickelt ständig neue und noch leistungsfähigere Spezialkleber für Handwerk und Industrie. So demonstrierte Ranga Yogeshwar schon vor Jahren in der WDR-Sendung Quarks, dass die Klebefläche in der Größe eines Fünf-Mark-Stücks stabil genug sein kann, um einen VW Käfer mit 1,2 Tonnen an den Haken zu nehmen. Selbstverständlich war das ein Superkleber und kein Haushaltskleber, und wahrscheinlich gibt es heute bereits noch höher belastbare Spitzenprodukte.

Doch auch auf dem Gebiet der Haushaltskleber tut sich einiges. Wer im Laden schon einmal hilflos vor riesigen Regalen mit Klebstoffen stand, weiß, dass die Klassiker Uhu Alleskleber und Pattex Kraftkleber nicht mehr das alleinige Maß der Dinge sind und dass es gerade von diesen Marken eine Vielzahl von Klebern für die unterschiedlichsten Anwendungen und mit ganz speziellen Eigenschaften gibt - allein von Uhu und Pattex jeweils rund 100 Produkte. Deshalb kann man heutzutage mehr Dinge erfolgreich kleben, sofern man sich die Mühe macht, die Auslobungen genau zu studieren und die Klebstoffe richtig anzuwenden.

Die jahrzehntelange Diskussion um gesundheitsschädliche organische Lösemittel hat zu einem Umdenken geführt. Mittlerweile werden für Normalverbraucher und vor allem für Kinderbasteleien überwiegend lösemittelfreie oder besser gesagt lösemittelarme Klebstoffe angeboten. Hier übernimmt Wasser den Part des Lösemittels, die Klebemoleküle sind im Wasser verteilt oder gelöst, und nach Aufbringen des Klebers entweicht die Flüssigkeit und der Klebstoff trocknet. Bei organischen Lösemitteln verflüchtigen sich die Verbindungen allerdings schneller, Wasser trocknet langsamer. Neben diesen physikalisch abbindenden Klebern gibt es auch Klebstoffe, die durch eine chemische Reaktion abbinden. Dazu gehören Sekunden- und Zwei-Komponenten-Kleber.

Vor der Auswahl des richtigen Klebstoffs muss man sich über einige Anforderungen klar werden:

Das A und O: Kleber bewusst auswählen

Welche Materialien sollen verbunden werden? Sind heikle Kunststoffe dabei? Denn einige Kunststoffe wie Polypropylen oder Polyethylen lassen sich auf herkömmliche Art nicht kleben. Styropor wiederum wird von Lösemitteln aufgelöst. Muss der Klebstoff schnell abbinden, weil es sonst gar nicht hält? Zum Beispiel weil die Fläche senkrecht oder gar über Kopf ist. Oder weil schmale Kanten in einem bestimmten Winkel aneinanderstoßen. Oder kann und soll das Abbinden sogar etwas dauern, damit man die Lage noch etwas korrigieren kann? Ist die Oberfläche hart und glatt oder ist sie porös und saugend? Oder reagiert sie empfindlich auf Wasser wie Papier? Soll der Kleber am Ende transparent und möglichst wenig sichtbar sein? Muss er flexibel sein und später Bewegungen mitmachen? Muss der Kleber Wärme und Feuchtigkeit aushalten können? Soll er spülmaschinenfest sein?

An der Vielzahl der Fragen kann man sehen, dass es den Universalkl

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Der Klebstoffmarkt für Normalverbraucher wird von den Marken Pattex und Uhu dominiert, Ponal, Pritt und Tesa haben in einzelnen Segmenten eine große Bedeutung. Deshalb kauften wir 15 haushaltsübliche Klebstoffe dieser Marken ein, die man als Allroundklebstoffe bezeichnen kann, weil sie für viele Materialien eingesetzt werden. Die meisten sind Flüssigkleber, jedoch auch ein Klebestift und ein Spray sind dabei. Reine Bastelkleber, Spezialklebstoffe und Klebebänder wurden nicht berücksichtigt.

Die Inhaltsstoffe
Auch für Normalverbraucher gibt es noch lösemittelhaltige Klebstoffe, die beim Trocknen große Mengen an flüchtigen Verbindungen freisetzen. Sie können Augen und Schleimhäute reizen, Kopfschmerz und Benommenheit auslösen, und vor allem die Wirkung der Gemische ist schwer zu beurteilen. Während Hersteller nur eine bestimmte Gruppe an Verbindungen zu diesen Lösemitteln zählen, gehören für kritische Wissenschaftler auch andere Substanzen dazu: Diese gasen viel schneller oder viel langsamer aus als der enge Kreis der Lösemittel. So kommt es auch, dass als "lösemittelfrei" deklarierte Produkte zum Teil eine Menge an flüchtigen organischen Verbindungen enthalten. Selbstverständlich haben wir das breite Spektrum dieser Substanzen untersuchen lassen. Und es gibt noch weitere Problemstoffe: Wasserbasierte Klebstoffe sind anfällig gegenüber Pilzbefall und müssen deshalb konserviert werden. Wir ließen prüfen, ob dazu bedenkliche oder umstrittene Stoffe eingesetzt werden.

Die Bewertung
Sehr hohe Lösemittelgehalte über 30 Prozent bergen Risiken, weshalb wir streng abwerten. Minuspunkte gibt es auch für deutliche Mengen an schwerflüchtigen und leichtflüchtigen Verbindungen. Das gilt auch für Konservierungsmittel und andere Stoffe, die Allergien auslösen können. Wenn eine Deklaration vorgibt, das Produkt sei "lösemittelfrei", obwohl es schwerflüchtige Verbindungen enthält, werten wir das unter Weiteren Mängeln als irreführende Werbung ab.

So haben wir getestet

Lösemittelhaltige Klebstoffe können an diesem Gefahrstoffzeichen erkannt werden, denn Lösemittel können sich leicht entzünden.