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Ratgeber: Faire Mode

Kleiderkauf mit Köpfchen

Ratgeber Kosmetik 2014 | Kategorie: Kosmetik und Mode | 06.06.2014

Ratgeber: Faire Mode

Inzwischen weiß es fast jeder: Näherinnen schuften oft unter unmenschlichen Bedingungen für unsere Klamotten. Und die Modefirmen reagieren. Fast jede beteuert, ethisch verantwortungsvoll zu handeln. Doch das sind häufig Lippenbekenntnisse. Mehr Druck vom Verbraucher tut not.

In der Bekleidungsherstellung sind die Arbeitsbedingungen häufig schlecht - das ist wahrlich keine Neuigkeit, sondern seit mindestens 20 Jahren allgemein bekannt. Das heißt aber leider nicht, dass die Missstände nunmehr abgestellt sind und man das Thema ad acta legen könnte. Erst im Frühjahr 2013 ereignete sich mit dem Einsturz der Kleiderfabrik Rana Plaza in Bangladesch die letzte große Katastrophe in einer Reihe von Unglücken, die die ganze Modebranche in Misskredit bringen. 1.133 Menschen verloren ihr Leben. In dem Gebäude, das nach einem Brand zusammenfiel, wurde für mindestens 28 westliche Textilfirmen produziert, darunter Kik, Primark und die Adler Modemärkte.

Nach dem Unglück äußerten die Auftraggeber Betroffenheit - ließen sich jedoch vielfach mit Entschädigungen für die Opfer und ihre Familien Zeit oder zahlten gar nicht. Statt 30 Millionen Euro befanden sich ein Jahr nach dem Unglück im Hilfsfonds für Verletzte und Hinterbliebene nur elf Millionen Euro. Immerhin haben sich nach dem Unglück in Bangladesch inzwischen rund 200 Textilunternehmen weltweit auf ein Abkommen über Brandschutz und Gebäudesicherheit geeinigt. Darin verpflichten sie sich, eine sichere und nachhaltige Bekleidungsindustrie in Bangladesch zu schaffen.

Dennoch: Verbesserungen sind dringend nötig, brechen doch nach Informationen der Clean Clothes Campaign (CCC), die sich für faire Produktionsbedingungen in der Modebranche einsetzt, immer wieder Feuer in Fertigungsbetrieben aus, selbst wenn sie vorher "kontrolliert" worden sind und die Auditoren nichts zu beanstanden fanden. Die Auftraggeber weisen die Schuld den Fabrikbesitzern zu. So sagte Paul Lister, Ethikchef der Billigmodekette Primark, erst kürzlich in einem Interview: "Die Fabrikbesitzer sind manchmal Experten darin, uns zu täuschen."

"Ich finde es nicht wirklich verwunderlich, dass die Zulieferer nicht immer mit offenen Karten spielen", meint dagegen Sandra Dusch Silva, Expertin für ethische Produktionsbedingungen bei der Christlichen Initiative Romero (CIR), und erklärt: "Viele Modefirmen pfropfen den Zulieferern die ganze Verantwortung auf." Von einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit und respektvollen Handelsbeziehungen könne wohl kaum die Rede sein, wenn die Zulieferer die Nähereien mit ihren Forderungen konfrontieren: Sie sollen in kurzer Zeit eine bestimmte Auflage schaffen, zum günstigsten Preis liefern, aber bitte auch Sozialstandards einhalten. Und ab und an schickt der Auftraggeber einen Kontrolleur vorbei, der schaut, ob die Fabriken auch alles richtig machen. Falls nicht - oder falls der Preis doch zu hoch ist - wandert der Auftrag flugs weiter zu einem anderen Betrieb. Im Detail wissen die Branchenriesen nicht einmal, wer für sie arbeitet, denn sie platzieren ihre Aufträge in zig Fabriken quasi anonym über Agenten. Die Nähfabriken in Asien und Osteuropa sind fast ausschließlich Lohnfertiger, die nicht den Modemarken selbst gehören. Wer aber nur kurzfristige Aufträge pl

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8 Seiten
Seite 16 - 23 im Ratgeber Kosmetik 2014
vom 06.06.2014
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Ratgeber Kosmetik 2014
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Erschienen am 06.06.2014

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