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Rasierschaum im Test: Empfehlenswerte Produkte auch für wenig Geld

Magazin Juni 2022: Wie gut ist mein Bier? | Autor: Victoria Pfisterer/Heike Baier/Hannah Pompalla | Kategorie: Kosmetik und Mode | 19.05.2022

Viele konventionelle Rasierschaume, Radiergele & Co. im Test sind empfehlenswert.
Foto: ÖKO-TEST

Ob Beine, Achseln oder Bikinizone: Für die meisten Frauen ist die Rasur der bevorzugte Weg zu sommerlich glatter Haut. Wir haben Rasierschäume & Co. getestet. Viele der 16 Rasiermittel sind empfehlenswert. Allerdings sind wir auch auf bedenkliche Stoffe gestoßen.

  • Im Test: 16 Rasiermittel für Frauen, darunter Rasiergele, Rasierschäume, Rasiercremes und Rasierseife.
  • Viele Produkte schneiden mit "gut" oder "sehr gut" ab, aber nicht alle sind frei von Problemstoffen. 
  • Kritik gibt es unter anderem für Mineralölbestandteile, einen bedenklichen Duftstoff sowie für Stoffe, die nicht gerade sanft zur Haut sind. 

Der Sommer steht vor der Tür und damit die Saison für Freibad, Sommerkleid und Spaghettiträger. So viel Haut zeigen die meisten Frauen in Deutschland am liebsten ohne Haar, das ermittelte gerade wieder der Kosmetikverband IKW: Laut einer Umfrage von 2021 enthaaren 81 Prozent der Frauen hierzulande ihre Achseln, 73 Prozent ihre Beine und immerhin 66 Prozent die Bikinizone – und zwar bevorzugt per Nassrasur.

Damit dabei alles glattläuft, bietet die Industrie Rasiergele, -schäume oder -cremes speziell für die weibliche Klientel an. Sie sollen primär einen schützenden Film auf der Haut bilden und dafür sorgen, dass die Klinge besser gleitet. So sinkt schließlich die Gefahr für Verletzungen oder Rasierpickel. 

Rasierschaum, Rasiergel & Co. soll die Haut beim Rasieren schützen und beruhigen.
Rasierschaum, Rasiergel & Co. soll die Haut beim Rasieren schützen und beruhigen. (Foto: Dovzhykov Andriy/Shutterstock)

Rasierschaum, Rasiergel & Co. im Test

Wir haben 16 Rasierschäume, -gele & Co. eingekauft und ins Labor geschickt. Viele dieser Produkte enthalten pflegende und beruhigende Zusätze wie Aloe vera, Kamille oder Pfingtsrosenextrakt; die meisten sind als "sensitiv" ausgelobt".

Das Testergebnis ist erfreulich: Insgesamt haben wir wenig zu meckern. Denn zahlreiche Rasiermittel können wir mit den Noten "gut" oder "sehr gut" empfehlen. Unter ihnen befinden sich auch viele günstige Rasierhilfen.

Allerdings sind wir vereinzelt auch auf problematische Inhaltsstoffe gestoßen. Bei zwei Produkten ist die Kritikliste so lang, dass sie mit "mangelhaft" durch den Test rasseln. Doch was sind das für Stoffe, die wir kritisieren?

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Problematische Inhaltsstoffe in Rasiermitteln 

  • Mineralölbestandteile: Genau genommen, sind wir auf aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH) gestoßen. Darunter können sich krebserregende Verbindungen befinden. 
  • Galaxolid: Der synthetischen Moschusduft gilt als schwer abbaubar. Er breitet sich weltweit in Flüssen und Seen aus und ist für Wasserlebewesen toxisch. Die Verbindung reichert sich auch im menschlichen Fettgewebe an. Sie kann über die Haut und über die Nahrungskette dorthin gelangen.
  • Butylhydroxytoluol (BHT): Das Antioxidans steht unter Verdacht, wie ein Hormon zu wirken, sowie die Schilddrüsenfunktion zu beeinträchtigen.
  • PEG-Verbindungen können die Haut durchlässiger für Schadstoffe machen.
  • Silikone fügen sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut ein wie natürliche Fette. Außerdem gelangen sie nach der Rasur ins Abwasser und damit in die Umwelt, wo sie sich teils nur schwer wieder abbauen. 

Übrigens: Viele Produkte im Test sind für sensible Haut ausgelobt, enthalten aber dennoch Parfüm. Wer Duftstoffe schlecht verträgt, wählt eines der beiden ohne Parfüm. 

Rasierschaum, Rasiergel & Co.: Tipps zum Rasieren

Beim Rasieren kann die Haut schnell gereizt werden. Damit bei Ihrer nächsten Rasur nichts schief geht und keine Rötungen oder Pickel entstehen, haben wir noch einige Tipps für Sie: 

  1. Reinigen und Zeit nehmen: Rasierpickel und andere Entzündungen entstehen bei häufigem Rasieren gern in den Achseln oder der Bikinizone, denn dort ist das Klima für Bakterien besonders günstig. Vor der Rasur diese Areale mit einem milden Duschgel reinigen, dann erst das Rasiermittel auftragen. Sich etwas Zeit nehmen, damit Wasser und Rasiermittel die Poren öffnen und die Haare einweichen können.
  2. Mit dem Strich rasieren: Lieber mit dem Strich rasieren, auch wenn es sich zunächst nicht so gründlich anfühlt. Das stresst die Haut weniger und vermeidet damit Reizungen. Zu häufiges Rasieren fördert Irritationen – aber auch zu seltenes, weil langes Haar mehr Korrekturzüge erfordert: Ideal wäre ein Abstand von drei bis vier Tagen.
  3. Kühl nachspülen: Nach dem Rasieren mit kaltem Wasser nachspülen, so schließen sich die Poren schneller. Bei kleineren Hautirritationen und -verletzungen wirkt ein Aloe-vera-Gel entzündungshemmend. Die Klingen nach der Rasur gründlich säubern und regelmäßig wechseln.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Weiterlesen auf oekotest.de:

Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Wir haben 16 Rasiermittel für Frauen in Supermärkten, Discountern und Drogerien eingekauft, darunter neun Rasiergele, vier Rasierschäume, zwei Rasiercremes und eine Rasierseife. Das günstigste Produkt im Test kostete ein Euro pro 200 Milliliter, für das teuerste bezahlten wir bei gleicher Menge 19,90 Euro. Die von uns beauftragten Labore untersuchten die Rasiermittel auf allergene Duftstoffe, auf Moschusverbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern, auf bedenkliche Formaldehyd/-abspalter, auf umstrittene halogenorganische Verbindungen sowie – bei paraffinhaltigen Produkten – auf eine Verunreinigung mit problematischen Mineralölbestandteilen(MOAH). Die Deklarationen nahmen wir unter anderem in Hinblick auf bedenkliche Konservierungsstoffe und PEG/PEG-Derivate unter die Lupe, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können, und auch auf synthetische Polymere und Silikone, die unsere Gewässer belasten. Verpackungen ließen wir auf umweltschädliche chlorierte Verbindungen analysieren. Wenn die Rasiermittel aus einer Plastikflasche kommen, baten wir die Anbieter um Belege für den Rezyklatanteil in der Flasche. Je problematischer wir eine Substanz finden, um so strenger werten wir ab. Umweltrelevante Kritikpunkte wie synthetische Polymere oder eine unnötige Umverpackung fallen unter die Weiteren Mängel.

Bewertungslegende

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) MOAH; b) ein gemessener Gehalt von mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschusverbindungen (hier: Galaxolid/HHBC, in der Tabelle: "künstlicher Moschusduft"). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PEG/PEG-Derivate; b) BHT.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: Silikone und/oder weitere synthetische Polymere als weitere Kunststoffverbindungen (hier: Carbomer, Dimethicone, Polyisobutene). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Umkarton, der kein Glas schützt; b) ein Anteil von Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von weniger als 30 Prozent in Relation zum Gesamtgewicht der Kunststoffverpackung oder keine Angabe hierzu oder kein ausreichender chargenbezogener Nachweis hierzu.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "mangelhaft" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern versprochenen Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden

Testmethoden (je nach Zusammensetzung der Produkte):
Deklarationspflichtige Duftstoffe/Diethylphthalat/Polyzyklische Moschus- und Nitromoschus-Verbindungen/Cashmeran: Extraktion mit TBME, GC-MS.
Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion mit anschließender Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts.
Formaldehyd/-abspalter: saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Fotometrie.
Parabene: LC-UV.
Aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH): LC-GC/FID.
Terpineol: GC-MS
Methyleugenol: GC-MS
Weitere Inhaltsstoffe: per Deklaration.
PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: Februar 2022.

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