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Gesichtsmasken-Test: In vielen steckt lösliches Plastik

Jetzt kostenlos Testergebnisse zu 49 Produkten abrufen

Jahrbuch Kosmetik 2021 | Autor: Annette Dohrmann/Christine Throl | Kategorie: Kosmetik und Mode | 10.12.2020

Wir haben jede Gesichtsmaske im Test auf problematische Inhaltsstoffe untersucht.
Foto: ÖKO-TEST

Gesichtsmasken versprechen eine kleine Auszeit für die Haut. Die Auswahl in den Verkaufsregalen ist groß – daher die Frage: Welche Produkte sind empfehlenswert? Wir haben 49 Gesichtsmasken getestet, 23 davon erhalten die Bestnote. Checken Sie jetzt gratis alle Ergebnisse.

  • Mit Naturkosmetik liegen Sie bei den Gesichtsmasken meist richtig. Auch "sehr gut" und noch dazu sehr günstig sind einige konventionelle Tuch- und Crememasken von Drogeriemärkten.
  • Von zehn Gesichtsmasken im Test raten wir ab. Sie schneiden nur "mangelhaft" oder "ungenügend" ab. 
  • Kritik gibt es unter anderem für Allergien auslösende Duftstoffe, umweltbelastende Kunststoffverbindungen und PEG-Verbindungen. 

Aktualisiert am 10.12.2020 | Die Haut soll möglichst lange so strahlend bleiben wie in jungen Haaren: Das wünschen sich viele Menschen. Dafür lässt sich etwas tun. Mit einem gesunden Lebensstil, Gesichtspflege und konsequenter Gesichtsreinigung. Wer sich eine Extraportion Hautpflege gönnen will, legt eine Gesichtsmaske auf. Zum Beispiel in Form von Feuchtigkeitsmasken. Wir haben 49 getestet. Darunter befinden sich Gesichtsmasken-Cremes, Hydrogelmasken und Tuchmasken. 

Gesichtsmasken-Test: Zehn Feuchtigkeitsmasken fallen durch 

Das Ergebnis: Wer sich mit einer Feuchtigkeitsmaske etwas Gutes tun will, hat im Test die Auswahl zwischen 28 "sehr guten" und "guten" Gesichtsmasken. Sowohl Naturkosmetik als auch herkömmliche Gesichtsmasken sind empfehlenswert. Fünf Mal vergeben wir das Gesamturteil "ungenügend", fünf Mal ein "mangelhaft".

Am häufigsten kritisieren wir PEG-Verbindungen im Gesichtsmasken-Test. Meistens haben sie als Emulgatoren die Funktion, Fette und Wasser in cremiger Kosmetik zu verbinden. Sie können jedoch Fremdstoffe in die Haut einschleusen. 

Etliche Gesichtsmasken enthalten außerdem synthetische Polymere, die – anders als feste Kunststoffpartikel – in gelöster Form vorliegen. Das Problem: Synthetische Polymere sind zum Teil schwer abbaubar und können das Abwasser unnötig belasten. Falls sie in der Kläranlage herausgefiltert werden, landen sie mit dem Klärschlamm auf Feldern und somit in der Umwelt.

Duftstoff in Gesichtsmaske kann Allergie auslösen

Ein schöner Duft macht Kosmetik attraktiv. Doch einige Duftstoffe sind bekannt dafür, dass sie relativ häufig Allergien auslösen. Der Duftstoff Hydroxycitronellal in der Maske von Judith Williams ist so ein Fall. Zudem kritisieren wir in vier Masken den Duftstoff Lilial. Dieser Stoff steht im Verdacht, die Fortpflanzung zu beeinträchtigen.

Tuchmasken sind ein Trend aus der koreanischen Schönheitspflege.
Tuchmasken sind ein Trend aus der koreanischen Schönheitspflege. (Foto: Ada Summer/getty images)

Kritik an Inhaltsstoffen mancher Gesichtsmasken 

Was ist ansonsten im Gesichtsmasken-Test aufgefallen? 

  • Fünf Masken im Test enthalten den Konservierungsstoff Chlorphenesin. Die Substanz gehört zur großen Gruppe der umstrittenen halogenorganischen Verbindungen und gilt als hautreizend.
  • Die Marken Dr. Jart und Merz enthalten die problematische Silikonverbindung Cyclopentasiloxan. 2018 haben die Behörden diesen Stoff in Kosmetika wie Shampoos oder Duschgel auf geringe Gehalte beschränkt. Denn Cyclopentasiloxan baut sich nur schwer ab, reichert sich deshalb in der Umwelt an und gefährdet das Leben im Wasser.
  • In den Crememasken von Merz und La Roche-Posay stecken größere Mengen an Silikonen oder Paraffinen. Silikone sollen unter anderem für ein angenehmes Hautgefühl sorgen. Doch tatsächlich kommt die Hautpflege dabei zu kurz. Denn sie integrieren sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut wie natürliche Fette und Öle.

Gesichtsmasken im Test verursachen viel Müll

Das Gros der Feuchtigkeitsmasken im Test steckt in aufwendig gestalteten, folienbeschichteten, teils glänzenden Sachets. Sie landen nach einmaliger Verwendung im Müll. Das gilt auch für benutzte Tuchmasken. Wir haben Einzelverpackungen und Tuchmasken zwar nicht abgewertet. Aber: da ist noch Luft nach oben.

Verpackungsoptimierung, Müllvermeidung, gut abbaubare Materialien – das interessiert Verbraucher immer mehr. ÖKO-TEST nimmt diese Themen regelmäßig in den Blick, wir haben aber noch keine Methode entwickelt, um Verpackungen umfassend zu vergleichen. Wir bleiben dran. Und raten: Wer weniger Müll hinterlassen möchte, greift zu Gesichtsmasken aus Tuben und Tiegeln.

Gesichtsmasken bleiben meist einen Moment auf der Haut. Deshalb sollten keine Schadstoffe drin stecken.
Gesichtsmasken bleiben meist einen Moment auf der Haut. Deshalb sollten keine Schadstoffe drin stecken. (Foto: Ross Helen/getty images)

Anti-Aging-Versprechen nicht überzeugend belegt

Kosmetika mit Anti-Aging-Versprechen verkaufen sich gut. Auch die getesteten Gesichtsmasken der Marken Alterra, Eucerin, Garnier, Judith Williams und Logona werben auf ihren Verpackungen mit Anti-Age-Aussagen. Sie legen nahe, ihre Produkte könnten Fältchen mildern oder Falten mindern, feine Linien glätten und hätten einen Lifting-Effekt.

Als Beleg wollen wir im Gesichtsmasken-Test in solchen Fällen von den Herstellern überzeugende Studien mit Ergebnissen für das jeweilige Produkt sehen. Kein Hersteller lieferte jedoch eine solche. Meistens hieß es, man gewähre lediglich den Kontrollbehörden Zugang zu den Studien. Das Unternehmen Cura Marketing sendete zwar Unterlagen, aber keine vollständige, produktbezogene Studie.

Tipps zur Gesichtspflege mit Gesichtsmasken

Was wir Ihnen beim Kauf und zur Gesichtspflege mit Gesichtsmasken raten:

  1. Naturkosmetik im Test vorne: Mit Naturkosmetik liegen Sie bei Gesichtsmasken meist richtig. Auch "sehr gut" und noch dazu sehr günstig sind einige konventionelle Tuch- und Crememasken von Drogeriemärkten.
  2. Gesichtsmasken aus Tuben oder Tiegeln bevorzugen: So vermeiden Sie unnötigen Müll. Außerdem können Sie damit die Menge beliebig dosieren.
  3. Natürliche Pflege für die reife Haut: Die Haut von Frauen, die älter als 50 Jahre sind, profitiert von natürlicher Pflege, etwa mit einer Weizenkeimöl-Gesichtsmaske.
  4. Feuchtigkeitsmaske selber machen: geht einfach. Pürieren Sie ein Stück Gurke und mischen Sie einen Esslöffel Quark dazu.

So reagierten die Hersteller: 

Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Magazin 1/2020 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch Kosmetik für 2021 sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Wir haben 49 feuchtigkeitsspendende Gesichtsmasken eingekauft, darunter Crememasken, Hydrogel- und Tuchmasken. Die mit Pflegeseren getränkten Tuchmasken bestehen aus Baumwolle, Bambusfasern, Zellulose, Viskose oder Hydrogel.

Die Liste der Inhaltsstoffe haben wir daraufhin überprüft, ob sie umstrittene oder bedenkliche Bestandteile wie umweltproblematische Kunststoffverbindungen enthält. Verschiedene Labors haben alle Produkte analysiert: Enthalten sie Duftstoffe, die Allergien auslösen oder die Haut reizen können? Oder problematische Konservierungsstoffe? Stecken Silikone oder Paraffine in den Produkten? Enthalten Produkte mit Paraffinen problematische Mineralölbestandteile wie MOAH, von denen manche möglicherweise Krebs auslösen?

Am wichtigsten sind für ÖKO-TEST die Inhaltsstoffe einer Maske: Für allergene Duftstoffe oder Konservierungsmittel ziehen wir Noten ab. Umweltbelastende Kunststoffverbindungen, PVC in der Verpackung oder aus unserer Sicht nicht belegte Aging-Versprechen verschlechterten das Gesamturteil.

Bewertungslegende

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) PEG/PEG-Derivate; b) halogenorganische Verbindungen; c) Butylphenyl Methylpropional (Lilial). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier Hydroxycitronellal); b) mehr als 1 Prozent Silikonverbindungen und/oder Paraffine/künstliche paraffinartige Stoffe.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um vier Noten: keine vollständige Wirksamkeitsstudie zum Anti-Aging-Wirkversprechen für das Produkt vorgelegt. Zur Abwertung um zwei Noten führen: Silikone, wenn sie nicht schon unter den Inhaltsstoffen abgewertet wurden, und/oder weitere synthetische Polymere als weitere Kunststoffverbindungen (hier: Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer, Cabomer, Hydroxyethyl Acrylate/Sodium Acryloyldimethyl Taurate Copolymer, Glyceryl Acrylate/Acrylic Acid Copolymer, Glyceryl Polyacrylate, Nylon-12, Polyvinyl Alcohol, PVM/MA Copolymer, Sodium Hyaluronate Crosspolymer, Sodium Polyacrylate, Sodium Polyacrylate Starch). Zur Abwertung um eine Note führt: Umkarton, der kein Glas schützt.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" und "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "mangelhaft" oder "ungenügend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, führt zu keiner Verschlechterung des Gesamturteils. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte – außer bestimmte Anti-Aging-Versprechen durch entsprechende Studienabfrage – nicht überprüft haben.

Testmethoden

Testmethoden (je nach Zusammensetzung der Produkte): Deklarationspflichtige Duftstoffe/Diethylphthalat/Moschusverbindungen: Extraktion mit TBME, GC-MS. Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion mit anschließender Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Formaldehyd/-abspalter: saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Photometrie. Paraffine/Silikone: LC-RI nach Extraktion und ggf. GC-MS. Aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH): LC-GC/FID. Optische Aufheller (Tuchmasken): qualitativer Nachweis (UV-Licht). PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: September – Oktober 2019.

Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Magazin 1/2020 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch Kosmetik für 2021 sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

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