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Ratgeber: AD(H)S

Ratgeber Kleinkinder 2015
vom 11.09.2015

AD(H)S

Hyperaktive Kinder, harte Kontroversen

Ist das Kind krank oder ist es die Gesellschaft? Kaum eine Störung im Kindesalter wird so kontrovers diskutiert wie AD(H)S - die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.

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11.09.2015 | Ole lebt bei seinem alleinerziehenden Vater, der mit dem Jungen völlig überfordert ist und ihn hin und wieder schlägt. Die Mutter hat die Familie vor Jahren verlassen, zur Stiefmutter hat Ole ein angespanntes Verhältnis. Renés Mutter nimmt alle Attacken ihres Sohnes resigniert hin. Sie erzählt, dass der Vater des Jungen depressiv sei und sich jeglicher Verantwortung entziehe. Luzie ist hochbegabt. Ein Test hat ergeben, dass ihre Intelligenz mit den Methoden für ihr Alter nicht mehr messbar ist. Andrea hat eine alkoholkranke Mutter, die das Mädchen häufig schlägt. Es zieht sich völlig in seine Fantasiewelt zurück und verstummt. So verschieden diese Kinder wirken, eines haben sie gemeinsam - die Diagnose AD(H)S oder zumindest den Verdacht, an einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung zu leiden.

Das Kürzel ADS steht für Aufmerksamkeitsdefizitstörung. Geht sie einher mit Hyperaktivität, wird daraus eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Manche Experten sprechen auch von einer Hyperkinetischen Störung (HKS). Die drei Hauptsymptome sind Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität, also motorische Unruhe. Bei einigen Kindern - vor allem Jungen - überwiegt das hyperaktiv-impulsive Verhalten, bei anderen - meistens Mädchen - eher das unaufmerksam-verträumte. Manche fallen beispielsweise in der Schule oder schon im Kindergarten dadurch auf, dass sie häufig stören, ungefragt dazwischenplappern, sich schlecht konzentrieren können oder leicht ablenken lassen. Andere sind aufbrausend oder haben extremen Bewegungsdrang. ADHS gibt es in ganz unterschiedlichen Ausprägungen.

Nach Angaben des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys des Robert-Koch-Instituts (RKI) wird die Diagnose ADHS bei einem von 20 Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren gestellt. Gut noch einmal so viele kommen nach Schätzungen als Verdachtsfälle hinzu. Die meisten werden laut Erhebung des RKI ab dem Schuleintritt bis zum Ende des Grundschulalters gestellt - und Jungen sind rund viermal häufiger betroffen als Mädchen.

Die Ursachen sind nach wie vor nicht abschließend geklärt, jedoch wird die ADHS von vielen Fachleuten auf genetische Faktoren zurückgeführt. Aber: "Gene wirken nie isoliert, sondern immer im Zusammenspiel mit der Umwelt", erklärt Sabina Millenet, Psychologin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Sie arbeitet an der neuen Leitlinie mit, in der die Fachgesellschaften Diagnose- und Behandlungsempfehlungen geben - und die voraussichtlich Anfang 2016 veröffentlicht wird. Die Experten gehen von einer genetisch bedingten Störung des Hirnstoffwechsels, vor allem des Dopamin- und Noradrenalinhaushalts, aus. Aber: "Wenn ein betroffenes Kind in einem hoch strukturierten Umfeld aufwächst, kann es sein, dass kaum etwas von der Störung zu bemerken ist", so Millenet. Faktoren wie labile Familienstrukturen, massiver Leistungsdruck oder Reizüberflutung können die Symptome hingegen verstärken.

Wo aber liegt die Grenze zwisc

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4 Seiten
Seite 192 - 195 im Ratgeber Kleinkinder 2015
vom 11.09.2015
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