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31 Stille Mineralwässer für Säuglingsnahrung im Test

ÖKO-TEST Juni 2011
vom 27.05.2011

31 Stille Mineralwässer für Säuglingsnahrung im Test

Grüße vom Bauern!

Teures Mineralwasser zur Herstellung von Babynahrung? Das können Sie sich in den meisten Fällen sparen! Unser Test zeigt, dass Leitungswasser nicht nur günstiger, sondern oft auch empfehlenswerter ist. In etlichen Mineralwässern haben wir Abbauprodukte von Pestiziden und zu viele Keime gefunden.

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27.05.2011 | Auf Familie Schulz kommen bald Renovierungsarbeiten zu. Sie wohnt in einem Mietshaus, das 1930 gebaut wurde und in dessen Wänden noch immer alte Bleirohre stecken. Nachwuchs Martha bekommt ihre Säuglingsnahrung deshalb stets mit teurem Mineralwasser zubereitet, das eigens für diesen Zweck ausgelobt ist.

Blei ist ein starkes Nervengift und kann bei Kleinkindern das Gehirn schädigen. Auch bei Erwachsenen können in Extremfällen Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Gewichtsverlust auftreten. Demnächst steht bei den Schulzes der Austausch der Bleileitungen an, denn Ende 2013 sinkt der erlaubte Grenzwert für Blei im Trinkwasser nochmals.

Doch auch Eltern in moderneren Wohnungen verwenden häufig Mineralwasser, das zur Herstellung von Säuglingsnahrung ausgelobt ist. Grund: Man will es für die Knirpse unbedingt richtig machen, und was da aus dem Wasserhahn kommt - das weiß man ja nie so genau.

Was viele Eltern aber nicht ahnen: Giftige Stoffe können auch in natürlichem Mineralwasser stecken. Sie werden beim langen Weg durch die Gesteinsschichten in bestimmten Regionen vom Wasser aufgenommen. Eine natürliche Sache, die aber gesundheitlich bedenklich sein kann. Gar nicht natürlich sind hingegen Abbauprodukte von Pestiziden, die über den Acker im Grundwasser landen. Inzwischen findet man sie auch in manchen Mineralwässern.

Wir wollten wissen, wie die Qualität der Mineralwässer aussieht, die explizit für die Ernährung von Säuglingen empfohlen werden, und haben 31 - meist regionale Wässer - ins Labor geschickt und auf viele Schadstoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Drei Mineralwässer rauschen mit "ungenügend" durch den Test. Sie sind mit Abbauprodukten von Pestiziden und/oder erhöhten Keimzahlen belastet. Dem stehen zum Glück viele "gute" und "sehr gute" Alternativen gegenüber - zirka die Hälfte des Testfeldes. Mit mittelmäßigen Noten sind 13 Wässer aus dem Rennen gegangen.

Bei Salvus Naturell und Sawell Naturell kann von Reinheit keine Rede mehr sein. In den Wässern stecken erhebliche Rückstände von sogenannten Pestizidmetaboliten, das sind Abbauprodukte von Spritzgiften, die in der Landwirtschaft verwendet wurden oder werden. In sechs weiteren Wässern fanden wir ebenfalls Spuren der Rückstände, allerdings unterhalb des Orientierungswertes, der in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift über die Anerkennung und Nutzungsgenehmigung von natürlichem Mineralwasser für Pflanzenschutzmittel festgeschrieben ist.

In fünf Wässern ist die Gesamtkeimzahl zu hoch, wenn man von den geforderten Werten ausgeht, die die Mineral- und Tafelwasserverordnung zwölf Stunden nach der Abfüllung vorschreibt. Wir orientieren uns daran und werten ab. Schließlich soll das Wasser für Säuglinge besonders geeignet sein. Da die von uns beauftragten Labore keine gesundheitsschädlichen Keime nachweisen konnten, wird das Baby mit hoher Wahrscheinlichkeit nach dem Verzehr so eines belasteteten Wassers nicht gleich krank.

In weiteren fünf Wässern fand das von uns be


Wir haben 31 Produkte für Sie getestet
Bad Brambacher Naturell
Bad Brambacher Mineralquellen

Bad Brambacher Naturell

Bad Harzburger Urquell Naturelle
Bad Harzburger Mineralbrunnen

Bad Harzburger Urquell Naturelle

Kringeller Dachsberg Quelle Naturel
Brauerei Hacklberg

Kringeller Dachsberg Quelle Naturel

Dietenbronner Naturelle
Brunnenverwaltung Bad Dietenbronn

Dietenbronner Naturelle

König Otto-Sprudel Piano
Brunnenverwaltung König Otto-Bad

König Otto-Sprudel Piano

Volvic Naturelle
Danone Waters

Volvic Naturelle

Evian Natürliches Mineralwasser
Danone Waters

Evian Natürliches Mineralwasser

Lauretana Ohne Kohlensäure
Das leichteste Wasser Vertriebsgesellschaft

Lauretana Ohne Kohlensäure

Güstrower Schlossquell Naturelle
Güstrower Schloßquell

Güstrower Schlossquell Naturelle

Elisabethen Quelle Pur
Hassia Mineralquellen

Elisabethen Quelle Pur

Hochwald Naturelle
Hochwald Sprudel

Hochwald Naturelle

Hornberger Lebensquell Naturelle
Hornberger Lebensquell

Hornberger Lebensquell Naturelle

Labertaler Stephanie Brunnen Naturell
Labertaler Mineralquelle

Labertaler Stephanie Brunnen Naturell

Lieler Schlossbrunnen Natur Sanft
Lieler Schlossbrunnen Sattler

Lieler Schlossbrunnen Natur Sanft

Bergquelle Naturelle
Markengetränke Schwollen

Bergquelle Naturelle

Rhön Sprudel Naturell
Mineralbrunnen Rhön Sprudel

Rhön Sprudel Naturell

Überkinger Sanft Naturell
Mineralbrunnen Überkingen-Teinach

Überkinger Sanft Naturell

Schatzquelle Naturell
OGV Mineralbrunnen

Schatzquelle Naturell

Black Forest Still
Peterstaler Mineralquellen

Black Forest Still

Silber Quelle Mineralwasser Ohne
Privatquelle Gruber

Silber Quelle Mineralwasser Ohne

Tip Natürliches Mineralwasser Naturell
Real/Extra

Tip Natürliches Mineralwasser Naturell

Eiszeit Quell Naturelle
Romina Mineralbrunnen

Eiszeit Quell Naturelle

Salvus Naturell
Salvus Mineralbrunnen

Salvus Naturell

Sawell Naturell
Schürkötter

Sawell Naturell

Vitrex Natürliches Mineralwasser Still
Schwarzwald-Sprudel

Vitrex Natürliches Mineralwasser Still

Selters Naturell
Selters Mineralquelle

Selters Naturell

Siegsdorfer Petrusquelle Naturell
Siegsdorfer Petrusquelle

Siegsdorfer Petrusquelle Naturell

Spreequell Naturell
Spreequell Mineralbrunnen

Spreequell Naturell

Bad Brückenauer Naturell
Staatl. Mineralbrunnen Bad Brückenau

Bad Brückenauer Naturell

Vilsa Brunnen Naturelle
Vilsa-Brunnen

Vilsa Brunnen Naturelle

St. Willehad Urquelle Ohne Kohlensäure
Weyher Mineralbrunnen

St. Willehad Urquelle Ohne Kohlensäure

31 Stille Mineralwässer für Säuglingsnahrung im Test
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ÖKO-TEST Juni 2011 Seite 177
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ÖKO-TEST Juni 2011 Seite 179

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Seite 174 - 179 im ÖKO-TEST Juni 2011
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Eltern verwenden häufig Mineralwasser, das zur Herstellung von Säuglingsnahrung ausgelobt ist. Damit die Kleinen nicht wegen der Kohlensäure aufstoßen, bietet sich Mineralwasser ohne Kohlensäure an. Weil Mineralwasser traditionell ein typisch regionales Produkt ist, waren unsere Einkäufer in Getränkemärkten der gesamten Republik unterwegs. Dabei haben sie bevorzugt umweltfreundliches Mehrweg eingekauft. Im Test sind Wässer aus zehn Bundesländern sowie die viel gekauften französischen Marken Evian und Volvic. Als Eigenmarkenprodukt passte nur Tip Natürliches Mineralwasser Naturell ins Testfeld.

Kritische Inhaltsstoffe
Kohlensäure hemmt das Keimwachstum. Wässer ohne Blubber sind deshalb anfälliger für Keimbefall und wurden entsprechend unter die Lupe genommen. Auf seinem Weg durch die verschiedensten Gesteinsschichten nimmt das Wasser nicht nur wertvolle Mineralstoffe auf, sondern - je nach Art des Gesteins - auch giftige Schwermetalle wie Arsen und Uran. Die Analyse der Schwermetalle war deshalb ein weiterer Schwerpunkt. Auch radioaktive Strahlung ist natürlichen Ursprungs und nicht komplett zu verhindern. Neben den Radionukliden Radium-226 und Radium-228, für die es gesetzliche Grenzwerte gibt, ließ ÖKO-TEST noch weitere Radionuklide wie Blei, Uran und Polonium untersuchen, da sie zur Gesamtstrahlenbelastung beitragen. Während diese Probleme altbekannt sind, gibt es ein Neues: Abbauprodukte von Pestizidwirkstoffen gelangen inzwischen schon bis in manche tiefen Quellvorkommen der Mineralwässer. Wir ließen die Wässer deshalb auf ein umfangreiches Programm an möglichen Stoffen untersuchen. Die hormonähnlichen Wirkungen von Mineralwasser, die in den vergangenen Jahren immer wieder im Gespräch waren, haben wir hingegen nicht untersucht. Wissenschaftler sind sich zwar einig, dass sehr geringe Konzentrationen an hormoneller Aktivität messbar sind. Von welchen möglichen Inhaltsstoffen die Aktivität ausgeht und wie sie sich auf den Menschen auswirkt, ist aber noch unklar. Eine Gesundheitsgefahr gibt es nach Auffassung der Fachwelt nach derzeitigem Kenntnisstand nicht. Dennoch bleiben wir selbstverständlich an der Problematik weiter dran.

Die Verpackung
Mehrweg oder Einweg: Welche Verpackung die ökologisch sinnvollste ist, hängt von sehr vielen Rahmenbedingungen ab. Wir haben den Stand der Wissenschaft gesichtet und mit Experten gesprochen, um konkrete Empfehlungen für den Verbraucher abzuleiten.

Die Bewertung
Werden Orientierungswerte überschritten, kann das Produkt im Testergebnis Inhaltsstoffe nicht besser sein als "mangelhaft". Um die Qualität untereinander besser zu differenzieren und aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes werten wir - in milderem Umfang - auch schon ab, wenn mehr als die Hälfte eines Grenzwertes erreicht wird - hier bei Arsen und Uran. Eine erhöhte Keimbelastung im Säuglingswasser führt ebenfalls zu moderatem Punktabzug, solange es keine gefährlichen Keime sind. Die schlechtere Öko-Bilanz von Einweg findet sich unter den Weiteren Mängeln wieder und beeinflusst das Gesamturteil. Die Bewertung differiert zu unseren Tests in den Jahren zuvor, weil die Bilanzen von PET-Einweg beziehungsweise PET-Cycle tendenziell besser geworden sind.