Startseite

ÖKO-TEST September 2016
vom

Die Bedeutung des Schlafs

Viel los hinter geschlossenen Lidern

Schlaf hilft beim Wachsen, beim Verdauen und der Abwehr von Krankheiten. Vor allem aber ist er unerlässlich für das Denken, Lernen und Erinnern.

2955 | 94

25.08.2016 | Schlaf, so hieß es lange Zeit, ist der Bruder des Todes. Hypnos und Thanatos, der Schlaf und der Tod, waren in der griechischen Mythologie zwei der Kinder von Nyx, der Göttin der Nacht. Die Vorstellung einer solch nahen Verwandtschaft wundert nicht: Schlafende Menschen sind der Welt entrückt und liegen im Bett zeitweise fast so regungslos wie Tote auf der Bahre.

Doch der äußere Schein und die geschlossenen Lider trügen und das Bild, das der Mythos zeichnet, könnte irreführender kaum sein. Zwar haben Schläfer kein Bewusstsein für das, was um sie herum geschieht; zu manchen Nachtzeiten würde sie ein Donnerschlag nicht wecken. Ihr Innenleben aber läuft auf Hochtouren. Im Schlaf verbraucht der Mensch kaum weniger Energie als beim Wachen: Der Bedarf liegt binnen acht Stunden nur um 50 Kilokalorien niedriger, das ist eine Scheibe Brot. Schlaf ist eine höchst aktive Angelegenheit für viele Organe und vor allem das Gehirn. Zugespitzt sagt der Schlafforscher Jürgen Zulley: "In uns ist im Schlaf die Hölle los."

Der Satz stimmt mal mehr, mal weniger, denn Schlaf ist nicht gleich Schlaf. Fachleute sprechen von fünf Phasen, die so unterschiedlich sind, dass es fast irreführend erscheint, sie alle unter einem Etikett zu fassen. Die bekanntesten sind der Tief- sowie der Traumschlaf (auch REM-Schlaf; von Rapid Eye Movement, weil sich die Augen schnell bewegen). Im Tiefschlaf reagiert das Gehirn gar nicht auf Reize von außen; der Puls ist niedrig. Im Traumschlaf ist das Gehirn so aktiv wie im Wachzustand; Puls und Atmung sind schnell, die Muskeln aber ohne Spannung, weshalb sich der Körper nicht bewegt. Man träumt rege, die Muster der Hirnströme ähneln jenen beim Anschauen von Filmen.

Dazu kommen der mitteltiefe und der oberflächliche Schlaf sowie viele kurze Wachphasen, an die man sich morgens allerdings kaum erinnert. Der Schlaf vollzieht sich in Zyklen, die sich alle 90 bis 100 Minuten wiederholen. Im ersten Teil der Nacht nimmt der Tiefschlaf mehr Raum ein, in den man erstmals nach etwa 30 Minuten fällt und dann noch zwei- bis dreimal. Traumschlafphasen wiederholen sich vier- bis fünfmal, sie werden gegen Morgen zunehmend länger.

Warum aber ist das so? Warum schlafen wir überhaupt? Und zwar nicht, wie das grazile Okapi in der Savanne Afrikas, bloß fünf Minuten am Tag, sondern durchschnittlich ganze acht Stunden, was hochgerechnet 3.000 Stunden im Jahr entspricht und 25 Jahren in einem ohnehin kurzen Menschenleben? Darüber haben sich viele den Kopf zerbrochen. Hipp

ÖKO-TEST September 2016

Gedruckt lesen?

ÖKO-TEST September 2016 für 4.50 € kaufen (zzgl. Versand)

Zum Shop

ÖKO-TEST September 2016

Online lesen?

ÖKO-TEST September 2016 für 3.99 € kaufen

Zum ePaper

Ratgeber: Die Bedeutung des Schlafs

ÖKO-TEST September 2016 Seite 86
ÖKO-TEST September 2016 Seite 87
ÖKO-TEST September 2016 Seite 88
ÖKO-TEST September 2016 Seite 89
ÖKO-TEST September 2016 Seite 90
ÖKO-TEST September 2016 Seite 91

6 Seiten
Seite 86 - 91 im ÖKO-TEST September 2016
vom 25.08.2016
Abrufpreis: 0.79 €

Artikel bei Unser Service-Partner: United Kiosk kaufen

Informationen zum Abruf bei United Kiosk

So funktioniert der Artikel-Abruf

Wenn Sie zum ersten Mal Artikel bei unserem Service-Partner United Kiosk abrufen, lesen Sie bitte vorab unsere Anleitung zum Abruf von Tests, Ratgebern, Einzelseiten und ePapern durch. Gekaufte Artikel, ePaper oder eBundles können Sie im Fall eines Verlustes nur dann wiederherstellen, wenn Sie sich zuvor registriert haben.