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14 Vitamin-D-Präparate im Test

Spezial Vitamine
vom 13.02.2015

Vitamin-D-Präparate

Kein Lichtblick

Obwohl der Körper Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht selbst herstellen kann, glauben viele Menschen, dass sie unterversorgt sind. Aus Angst vor Mangelerscheinungen greifen sie daher zu Vitamin-D-Präparaten. Doch die Furcht vor einem Mangel ist meistens unbegründet. Nur in Ausnahmefällen lohnt sich die Geldausgabe.

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13.02.2015 | Dem Sonnenvitamin D werden viele nützliche Eigenschaften nachgesagt. So soll es nicht nur ein exzellenter Knochenhärter sein, sondern auch vor bestimmten Tumorarten schützen. Doch obwohl die Datenlage für Vitamin D im Hinblick auf Krebs eher günstig scheint, so ist sie doch keinesfalls einheitlich. "Eine hohe Vitamin-D-Konzentration im Blut schützt Frauen jenseits der Wechseljahre vor Brustkrebs", heißt es beim Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Auch für Dickdarm- und Eierstockkrebs fand das DKFZ solche Zusammenhänge. Demgegenüber gab es keinen Zusammenhang zwischen dem 25-Hydroxy-Vitamin-D-Spiegel und Prostatakrebs, während hohe Spiegel das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs sogar verdoppeln können. Wissenschaftler des amerikanischen National Cancer Institute schlussfolgern daher auch, Vorsicht walten zu lassen, bevor gesunden Menschen höhere Vitamin-D-Konzentrationen zum Schutz vor Krebs empfohlen werden.

"Lediglich für die Knochengesundheit kann aufgrund der derzeit vorliegenden Studien ein günstiger Effekt von Vitamin D angenommen werden", schreibt Professor Andrea Siebenhofer vom Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsklinik Frankfurt am Main im Fachmagazin Arzneiverordnung in der Praxis.

Zu 80 bis 90 Prozent kann die Vitamin-D-Eigensynthese über die Haut den Bedarf decken. Den Rest müssen wir über die Nahrung aufnehmen. Doch um die Versorgung mit dem Sonnenvitamin scheint es hierzulande schlecht zu stehen. 82 Prozent der Männer und 91 Prozent der Frauen unterschreiten die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Zufuhr über die Nahrung. Da jedoch Vitamin D vom Körper selbst gebildet werden kann, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass die große Masse der Deutschen tatsächlich an Vitamin-D-Mangel leidet. "Gefährliche Mangelerscheinungen sind in Deutschland erfreulicherweise selten", beruhigt Professor Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Die meisten Menschen hätten auch im Winter nur unbedenklich niedrigere Vitamin-D-Spiegel. Denn der Körper kann das Vitamin im Fettgewebe speichern und es in Zeiten des Mangels wieder in den Blutkreislauf abgeben.

ÖKO-TEST hat Vitamin-D-Präparate eingekauft: vier apothekenpflichtige Arzneimittel und zehn Nahrungsergänzungsmittel. Wir wollten wissen, wieviel Vitamin D in den Kapseln und Tabletten steckt und haben darüber hinaus geprüft, ob die Beipackzettel alle notwendigen Hinweise enthalten.

Das Testergebnis

Arzneimittel top, Nahrungsergänzungen überwiegend Mittelmaß: Alle vier Arzneimittel im Test schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab. Von den Nahrungsergänzungsmitteln sind wir im Großen und Ganzen nicht überzeugt.

Die Anwendungsgebiete der Arzneimittel lauten recht einheitlich "Vorbeugung gegen Rachitis", "Vorbeugung bei erkennbarem Risiko einer Vitamin-D-Mangelerkrankung" und "zur unterstützenden Behandlung der Osteoporose". Mit Tagesdosen von 10 bis 25 Mikrogramm (µg) Vitamin D erfüllen sie diesen Zweck voll und

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Es gibt nicht viele Produkte, die nur Vitamin D enthalten. Alle Arzneimittel und ein Nahrungsergänzungsmittel haben wir in der Apotheke eingekauft, die anderen Nahrungsergänzungen im Reformhaus oder über das Internet.

Die Begutachtung
Unseren wissenschaftlichen Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Frankfurt/Main, haben wir mit der Begutachtung der Mittel beauftragt. Er hat sich den aktuellen Forschungsergebnissen und Zufuhrempfehlungen zu Vitamin D gewidmet und auf dieser Grundlage geprüft, inwieweit die Präparate mit ihrer jeweiligen Dosierung empfehlenswert sind.

Die Hilfsstoffe
Was steckt außer Vitamin D noch in den Tabletten und Kapseln? Wie bei allen Tests von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln haben wir natürlich auch hier nach problematischen Hilfs- und weiteren Inhaltsstoffen gesucht, seien es Paraffine, bedenkliche Konservierungsstoffe oder umstrittene Azo-Farbstoffe.

Die Bewertung
An den Arzneimitteln gibt es in der Pharmakologischen Begutachtung nichts zu bemängeln, wenn Anwendungsgebiet und Dosierung passen und der Beipackzettel alle wichtigen, aber auch keine überflüssigen Informationen liefert. Da aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zu den positiven Wirkungen von Vitamin D und aufgrund der eher schlechten Versorgungssituation der Trend zu höheren Zufuhrempfehlungen geht, akzeptieren wir abweichend von den Höchstmengenempfehlungen für Nahrungsergänzungsmittel des Bundesinstituts für Risikobewertung auch Tagesdosen von 10 µg Vitamin D.

So haben wir getestet

Aktuelle Forschungsergebnisse fließen in die Bewertung der Produkte ein.

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