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Powerbanks im Test: Die besten Zusatz-Akkus fürs Handy

Durch die Bank zufriedenstellend

ÖKO-TEST Dezember 2017 | Autor: Frank Schuster & Online-Redaktion | Kategorie: Freizeit und Technik | 31.12.2017

Powerbanks im Test: Die besten Zusatz-Akkus fürs Handy
Foto: CC0 / Unsplash.com / Screen Post

Ist das Handy leer und keine Steckdose in der Nähe, helfen mobile Akkus. Ende 2017 haben wir 11 Powerbanks getestet – die Ergebnisse sind auch heute noch interessant. denn: Wir waren zufrieden. Nur wenige Punkte fielen negativ auf.

  • Von 11 Powerbanks war eine "sehr gut", die meisten anderen überzeugten aber auch.
  • Bei hohen Temperaturen oder nach Stürzen drohen allerdings Sicherheitsrisiken.
  • Und: Das Labor fand auch Antimon, chlorierte Verbindungen und Brom in viele Geräten.

Einkauf Testprodukte 08/2017; Testveröffentlichung 12/2017 | Mit mobilen Zusatzakkus, auch Powerbanks genannt, kann man unterwegs Handy und Smartphone aufladen. Die externen Akkus im Plastikgehäuse sind inzwischen ein gewohnter Anblick, schließlich verfügen inzwischen 97 % Prozent aller deutschen Haushalt über ein Smartphone. Und die wollen geladen sein.

Hinzu kommt, dass die Laufzeit der Akkus in den Geräten – bei allem technischen Fortschritt – auch im Jahr 2020 oft noch zu wünschen übrig lässt. Auch hier macht sich der sogenannte Rebound-Effekt bemerkbar: Immer besseren Akkus stehen auch immer aufwändigere Apps und größere Geräte mit größeren Bildschirmen gegenüber, die entsprechend mehr Strom benötigen. So sind – zumindest die gefühlten – Akkulaufzeiten in den letzten Jahren nicht wirklich gestiegen.

Powerbanks gleichen schlechte Handyakkus aus

Ein weiteres Manko: Inzwischen sind Smartphone-Akkus fast nicht mehr austauschbar, sondern fest in den Geräten verbaut. Ist der Akku leer, altersschwach oder abgenutzt, können Verbraucher selbst keinen Ersatzakku mehr einsetzen. Und wenn sie es doch versuchen, drohen Hersteller mit Garantieverlust.

Zurzeit gibt es nur zwei Produzenten auf dem Markt, die ihre Geräte explizit so anlegen, dass sie vom Benutzer selbst repariert werden können. Mehr dazu: Handy kaufen: So finden Sie ein strahlungsarmes, nachhaltiges Smartphone. Für 99 % aller anderen Smartphone-Besitzer drängen sich da Powerbanks als Energiespender förmlich auf, um noch möglichst viel Zeit vor dem nächsten Neukauf zu überbrücken.

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Monochrom, aber nicht monoton: Eine Powerbank (rechts oben) verlängert das Akkuleben
Monochrom, aber nicht monoton: Eine Powerbank (rechts oben) verlängert das Akkuleben (Foto: CC0 / Unsplash.com / Screen Post)

Powerbank-Test: 11 Akkupacks im Gebrauchstest

Die Nachfrage nach immer leistungsstärkeren Powerbanks steigt. Heute müssen es schon 5.000 bis 10.000 mAh oder mehr sein. Mit einem 5.000er-Gerät lässt sich ein Smartphone etwa eineinhalb Mal und ein Tablet halb voll aufladen. 10.000 mAh dagegen genügen für ein volles Tablet und, je nach Modell, auch schon Notebook.

Doch wie gut sind die Geräte? ÖKO-TEST hat 11 mobile Zusatzakkus eingekauft und in die Labore geschickt. Wir haben sie auf Schadstoffe prüfen lassen und einem umfangreichen Gebrauchstest unterzogen. Unter anderem wollten wir wissen, ob sie tatsächlich die Kapazität bereitstellen, die der Anbieter verspricht. Was haben wir herausgefunden?

Powerbanks im Test: Wir sind zufrieden!

Das Ergebnis: Insgesamt gut. Alles in allem fällt das Ergebnis erfreulich aus. Eine Powerbank ist sogar "sehr gut", acht andere sind "gut", zwei "befriedigend". 

Die im Labor gemessenen Akkukapazitäten liegen meist leicht unter den von den Herstellern versprochenen. Grund sind Verluste bei der Spannungsumwandlung, die aber hinzunehmen sind. Die Akkus laufen mit 3,6 Volt – um ein Mobilgerät aufzuladen, müssen sie die Spannung aber auf 5 Volt umwandeln. Übersteigt die Abweichung zur Herstellerangabe nicht mehr als 20 %, liegt das für uns in einem vertretbaren Rahmen.

Mit 90 bis 92 % gemessener Kapazität bewegen sich vier Produkte im "sehr guten" Bereich. Sechs liegen zwischen 80 und 90 % und sind damit noch "gut". Lediglich eine Powerbank im Test erreichte, wenn auch knapp, nur weniger als 80 Prozent.

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So lange benötigten die Powerbanks zum Laden

Zum Aufladen benötigten die Powerbanks zwischen 11 und 24 Minuten pro Wattstunde: Das ist in Ordnung. Bis eine leere 5.000-mAh-Powerbank wieder voll geladen war, dauerte es zwischen 3 und 7 Stunden, bei einer 10.000er-Ausführung waren es 6,5 bis 12 Stunden.

Während das Laden über den Stromanschluss noch relativ schnell geht, ist es über ein Solarpanel eine langwierige Sache, wie das einzige Gerät mit dieser Zusatzfunktion im Test bewies. Mehr als 70 Stunden braucht eine Powerbank, um sich über die Solarzelle voll aufzuladen. Aus Gründen der Vergleichbarkeit floss dies jedoch nicht in die Bewertung ein, sondern nur das Ergebnis beim konventionellem Laden via Stromanschluss.

Extra-Akkus im Test: Achtung, Ladungsverlust!

Akkus können Ladung verlieren, ohne dass ein elektrisches Gerät angeschlossen ist. Nach vier Wochen Lagerung entluden sich fünf der Powerbanks um bis zu 2 %, was ein "sehr gut" bedeutet. Fünf Produkte lagen zwischen 2 und 4 %, was wir mit "gut" beurteilen. Lediglich eine Powerbank im Test war mit mehr als 4 % Verlust nur "befriedigend". 

Direkt zu den getesteten Powerbanks

Ein Zusatzakku (rechts) kann eine sichere Bank sein, wenn mal der Saft fehlt
Ein Zusatzakku (rechts) kann eine sichere Bank sein, wenn mal der Saft fehlt (Foto: CC0 / Pexels.com / Te lensFix)

Auch Powerbanks leiden unter Kälte

Nur mäßig schnitten die Energiespender hingegen im Kältetest ab. Bei -10° Celsius wiesen vier Produkte eine um mehr als 20 % geringere Kapazität auf als bei Zimmertemperatur. Das bewerten wir mit "befriedigend". Die Kapazität von zwei Geräten war sogar um mehr als 30 % geringer. 

Schalten alle 11 Produkte bei einem Kurzschluss aus Sicherheitsgründen die Ladefunktion selbstständig ab, ist dies bei Hitze nicht der Fall. Bei einer Temperatur von 65° Celsius liefen alle Akkus im Labor weiter. Das ist ein Sicherheitsrisiko. Weist die Powerbank etwa Risse auf oder ist Feuchtigkeit eingedrungen, besteht Explosionsgefahr.

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Die Gehäuse von vier Produkten waren nach jeweils vier Stürzen aus einem Meter Höhe auf Beton defekt. Die Akkus luden danach zwar noch, aber der Zugang zur Elektronik war offen – ein Sicherheitsrisiko.

Giftiges Antimon in einem Powerbank-Gehäuse

Im Gehäuse einer der getesteten Powerbanks wies das Labor giftiges Antimon nach. Zehn Produkte enthielten chlorierte Verbindungen im USB-Kabel.

In zehn Produkten fand das Labor zudem Brom auf der Platine, teilweise auch im Gehäuse – vermutlich stammt es aus bromierten Flammschutzmitteln. Chlorierte Verbindungen und bromierte Flammschutzmittel sind vor allem ein Umweltproblem. Lesen Sie dazu auch: Wie Gifte aus Elektroschrott in Spielzeug und Alltagsprodukten landen

Powerbank pflegen: Was wir raten

  • Bevor Sie die Powerbank längere Zeit zur Seite legen, empfiehlt es sich, sie zu etwa 60 Prozent aufzuladen. Die Akkus besitzen in der Regel eine LED-Ladestandandsanzeige. Denn: Das Aufbewahren eines leeren oder vollgeladenen Akkus verkürzt die Nutzungsdauer.

Bitte beachten Sie: In diesem Test bewerten wir Produkte, die im August 2017 eingekauft wurden. Der Test wurde erstmals in ÖKO-TEST 12/2017 veröffentlicht.

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Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf: Wir haben 11 mobile Zusatzakkus eingekauft, die Händler auch unter den Namen "Powerbanks" oder "externe Akkus" führen. Die Kapazitätsgrößen reichen von 5.000 bis 10.400 Milliamperestunden (mAh). Die kleineren Kapazitäten reichen für das Laden von Smartphones und MP3-Playern, mit den leistungsstärkeren können Nutzer auch größere Geräte wie Tablets oder Notebooks aufladen. Im Test sind zwei kleine, sehr leichte zylinderförmige Geräte mit einem USB-Ausgang sowie neun größere mit zwei Ausgängen. Sie ermöglichen das Laden von zwei Mobilgeräten gleichzeitig. Alle Akkuzellen arbeiten auf Grundlage von Lithium-Verbindungen. Unter den Testprodukten ist auch ein Modell, das sich nicht nur über die Steckdose aufladen lässt, sondern auch via Solarpanel. 

Die Gebrauchseignung: Um herauszufinden, ob die Geräte wirklich die Leistung erbringen, welche die Anbieter versprechen, maßen die Laborexperten die Akkukapazität im Neuzustand sowie nach dreimaligem Entladen und Laden bei Raumtemperatur. Zudem prüften sie deren Leistung bei minus zehn Grad Celsius und wie lange es dauert, bis eine leere Powerbank aufgeladen ist. Zum Testen der Selbstentladung lagerten die Geräte vier Wochen lang im Labor. Die Experten maßen vorher und nachher die nutzbare Kapazität. Zudem überprüften sie die Sicherheit und Stabilität: Schalten sich die Geräte bei Hitze oder bei einem Kurzschluss selbstständig aus? Und bleiben sie funktionstüchtig, wenn sie vier Mal aus einem Meter Höhe auf Beton fallen? 

Die Inhaltsstoffe: In Kabeln von Elektrogeräten finden sich oft chlorierte Verbindungen, auf Platinen häufig umweltschädliche bromierte Flammschutzmittel. Im Gehäuse oder auch in den Kabelschläuchen können Antimon oder andere giftige Elemente stecken.

Die Bewertung: Von einem mobilen Zusatzakku erwarten die Verbraucher, dass er gut funktioniert und die Ladungsmenge bietet, die der Hersteller verspricht. Wir haben deshalb die Gebrauchseignung stärker gewichtet als das Testergebnis Inhaltsstoffe.

Bewertungslegende

  • Das Testergebnis Gebrauchseignung setzt sich zusammen aus den Teilergebnissen Leistung (90 %) und Sicherheit und Stabilität (10 %).
  • Das Teilergebnis Leistung setzt sich aus folgenden Ergebnissen zusammen: 1. Gemessene Ka- pazität im Vergleich zur Herstellerangabe (40 %), 2. Dauer, bis Powerbank geladen ist (30 %), 3. Leistung bei Kälte (20 %), 4. Selbstentladung (10 %).
  • Dem Ergebnis Gemessene Kapazität im Vergleich zur Herstellerangabe liegt folgende Bewertungs- skala zugrunde: 90 % = sehr gut, 80 bis 90 % = gut, 70 bis 80 % = befriedigend.
  • Dem Ergebnis Dauer, bis Powerbank geladen ist, liegt folgende Bewertungsskala zugrunde: Zeit, bis entladene Powerbank mit Ladegerät (Ladestrom = 1 Ampere) aufgeladen ist, in Minuten pro Wattstunde (Wh): 20 min = sehr gut, 20 bis 30 min = gut, 60 min = ungenügend.
  • Dem Ergebnis Leistung bei Kälte liegt folgende Bewertungsskala zugrunde: Bei –10 °C gemessene Energiemenge [Wh] im Verhältnis zur Leistung bei einer Umgebungstemperatur von 20° C (+/–2° C): 90 % = sehr gut, 80 bis 90 % = gut, 70 bis 80 % = befriedigend, 60 bis 70 % = ausreichend.
  • Dem Ergebnis Selbstentladung liegt folgende Bewertungsskala zugrunde: Selbstentladung der vollgeladenen Powerbank nach 4 Wochen Lagerung bei einer Umgebungstemperatur von 20 °C (+/–2 °C), Kapazitätsmessung vor und nach Lagerung, prozentuale Abweichung gegenüber Ausgangskapazität: 2 % = sehr gut, 2 % bis 4 % = gut, 4 % = befriedigend.
  • In das Teilergebnis Sicherheit und Stabilität ießen zu je gleichen Teilen die Ergebnisse Abschaltung bei Kurzschluss, Abschaltung bei Hitze und Falltest ein.
  • Dem Ergebnis Abschaltung bei Kurzschluss liegt folgende Bewertungsskala zugrunde: Powerbank schaltet bei Kurzschluss selbstständig ab = sehr gut.
  • Dem Ergebnis Abschaltung bei Hitze liegt folgende Bewertungsskala zugrunde: Powerbank schaltet bei Umgebungstemperatur von 65 °C nicht selbstständig ab = mangelhaft.
  • Dem Ergebnis Falltest liegt folgende Bewertungsskala zugrunde: Nach vier Stürzen aus einem Meter Höhe auf Beton keine sichtbaren Auffälligkeiten und Funktion in Ordnung (in der Tabelle: "in Ordnung") = sehr gut. Nach vier Stürzen aus einem Meter Höhe auf Beton Funktion in Ordnung, aber Gehäuseabdeckung und/oder Vorder- und Rückschale gelöst bzw. teilweise gelöst, kein Fixieren mehr möglich, Zugang zur Elektronik offen (Sicherheitsrisiko) (in der Tabelle: "beschädigt") = mangelhaft.
  • Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt; b) ein Gehalt von mehr als 1.000 mg/kg Antimon im Gehäuse.
  • Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) Brom auf der Platine.
  • Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um eine Note.
  • Es wurde mit den in Klammern angegebenen Ergebnissen weitergerechnet und kaufmännisch gerundet.
  • Das Gesamturteil setzt sich aus dem Testergebnis Gebrauchseignung (70 %) und dem Testergebnis Inhaltsstoffe (30 %) zusammen.

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Bitte beachten Sie: In diesem Test bewerten wir Produkte, die 2017 eingekauft wurden. Den Test wurde erstmals in ÖKO-TEST 12/2017 veröffentlicht. Die Tests und ihre Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

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