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10 Bio Hundefutter im Test

Zum Heulen!

Jahrbuch für 2018 | Kategorie: Freizeit und Technik | 19.10.2017

10 Bio Hundefutter im Test

In fast jedem fünften Haushalt leben ein oder mehrere Hunde. Und immer öfter kommt Bio-Futter in den Fressnapf. Aber ist bio auch gesünder? Wenn ja, gilt das dann auch für Futter ganz ohne Fleisch?

Fünf Euro für Hundefutter pro Tag. Das ist ganz schön viel. Zu viel, werden viele Hundebesitzer denken. Viel günstiger geht es aber nicht, wenn man seinem Hund Bio-Futter geben möchte, wenige Marken ausgeschlossen. Aber zahlen sich diese Mehrkosten aus? Die Antwort wird knifflig. Denn: Bin ich bereit, mehr zu bezahlen, damit keine Gentechnik zum Einsatz kommt oder damit weniger Zusatzstoffe im Futter landen? Was ist es mir wert, dass das Fleisch im Hundefutter nicht aus konventioneller Massentierhaltung kommt? Die Tiere in Bio-Betrieben haben meist mehr Platz und beim Transport dürfen sie nicht mit Stromstößen angetrieben werden. Faktoren, die das Fleisch verteuern, auch in Bio-Hundefutter, in dem der Fleischanteil auffallend hoch ist. Ansonsten kommen häufig die gleichen Zutaten zum Einsatz wie in konventionellem Futter, aber eben in Bio-Qualität. Viele Bio-Hersteller zeichnet aus, dass sie versuchen, den Nährstoffbedarf des Hundes nur mit Mineralstoffen und Vitaminen abzudecken, die natürlicherweise in den Lebensmitteln vorkommen. Einige Hersteller setzen sie aber ihrem Futter nachträglich zu. Ob zugesetzt oder nicht, für den Hund ist es wichtig, dass er ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist.

Ob dies gelingt, haben wir bei zehn Bio-Nasshundefuttern untersucht. Darunter sind auch vegane und vegetarische Futter. Denn wir wollten wissen, ob die Nährstoffzusammensetzung im Futter auch ohne tierische Bestandteile stimmt.

Das Testergebnis

Nicht gerade tierlieb präsentiert sich das Ergebnis: Über die Hälfte der Produkte ist "mangelhaft" oder "ungenügend". Restlos überzeugen kann nur ein einziges.

Alle Produkte im Test sind als Alleinfutter ausgelobt. Die allermeisten erfüllen aber nicht die Kriterien dafür. Denn in neun Produkten konnte unser Labor kein Vitamin D nachweisen. In drei Produkten fehlte Vitamin B1. Beide Vitamine sind aber wichtig für Hunde. Vitamin-B1-Mangelsymptome sind unter anderem Fressunlust und Krämpfe. Vitamin D fördert die Calciumaufnahme im Darm sowie den Einbau von Calcium in das Skelett. Während der Mensch über die Haut Vitamin D zum Teil selbst herstellen kann, sind Hunde dazu nicht in der Lage.

Eine optimale Calcium- und Phosphordosierung scheint den Herstellern Probleme zu bereiten. Dabei ist auch entscheidend, in welchem Verhältnis die beiden Nährstoffe zueinander stehen. Stimmt es nicht, kann langfristig ein Calciumabbau aus den Knochen die Folge sein. Bei Rinti Bio Paté mit Geflügelherzen und Herrmann's Bio Pute mit Steckrübe und Kartoffel stimmt zwar das Verhältnis, sowohl Phosphor als auch Calcium sind aber mehr als dreimal so hoch wie empfohlen.

Drei Bio-Futter im Test enthalten zu wenig Vitamin A. Ein Mangel führt auf Dauer zu einem verminderten Sehvermögen und zu Haut- und Schleimhautproblemen.

Haarverlust und rissige Haut sind sichtbare Symptome eines Zinkmangels. Weniger als halb so viel Zink wie empfohlen ist in der Terra-Pura Bio-Linsenmahlzeit enthalten, bei Eden Food Veget


Hundefutter, Bio: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Rinti Bio Paté mit Geflügelherzen
  • Finnern

Herzens Hund Bio-Schaf
  • Herzenshund Tiernahrung

Dog's Love 100 % Bio Rind
  • Pet Co

Biopur Vegan Dinkel & Zucchini
  • Biopur

Eden Food Vegetarisch
  • Edenfood

Bio Plan Paté mit Rind & Karotten
  • Fressnapf

Defu Das Hundefutter vom Bio-Bauern Rind "High Sensitive"
  • Demeter-Felderzeugnisse

Herrmann's Bio Pute mit Steckrübe und Kartoffel
  • Herrmann

Terra-Pura Bio-Linsenmahlzeit, Vegan
  • Terra-Pura

Bellomondo Lamm
  • Bellomondo

10 Bio Hundefutter im Test
Jahrbuch für 2018 Seite 222
Jahrbuch für 2018 Seite 223
Jahrbuch für 2018 Seite 224
Jahrbuch für 2018 Seite 225

4 Seiten
Seite 222 - 225 im Jahrbuch für 2018
vom 19.10.2017
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben Bio-Hundefutter in Drogerie-, Bio- sowie Heimtiermärkten eingekauft. Auch online haben wir bestellt: Im Internet bieten Hersteller Bio-Hundefutter häufig auch als Veggiefutter an. Ein Drittel unserer eingekauften Produkte ist deshalb komplett fleischfrei.

Ernährungsphysiologie und Schadstoffe

Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß: Nicht nur der Mensch, auch der Hund braucht diese wichtigen Bausteine zum Überleben. Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine dürfen ebenfalls nicht fehlen. Deshalb haben wir die Zusammensetzung des Futters im Labor untersuchen lassen. Außerdem schauten wir nach unerwünschten Schwermetallen wie Cadmium und Quecksilber.

Weitere Mängel

Sind die Fütterungsempfehlungen viel zu knapp formuliert? Das EU-Bio-Logo unerlaubterweise abgedruckt? Oder wird das Futter mit besonderen Eigenschaften beworben? Wir haben uns die Beschriftung der Verpackung ganz genau angesehen und das nicht nur, weil die Schrift teilweise sehr klein oder das Etikett falsch geklebt ist.

Die Bewertung

Hundefutter, das ein Anbieter als Alleinfuttermittel auf den Markt bringt, muss alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge beinhalten. Bei manchen Nährstoffen ist aber auch eine Überversorgung schädlich. Eine ausgewogene Zusammensetzung des Futters ist daher ausschlaggebend für eine gute Bewertung.

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Erschienen am 19.10.2017

Jahrbuch für 2018
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